Tyrannei ist ein Prozess der Gewöhnung: Regierungen testen die Öffentlichkeit, um herauszufinden, was sie stillschweigend toleriert. „Vorübergehende“ Einschränkungen werden dann zu dauerhaften Gesetzen, während die Menschen darauf konditioniert werden, die neue Normalität zu akzeptieren. Manchmal wehrt sich die Bevölkerung und die Verantwortlichen müssen zurückrudern. Doch die Tests enden nie – die Bürokratie drängt Jahr für Jahr weiter, bis sie ihr Ziel erreicht.
Vielen Kommentatoren ist aufgefallen, dass die kanadische Regierung diesen autoritären Prozess in den letzten Jahren so weit vorangetrieben hat, dass die Absichten der politischen Elite kaum noch missverstanden werden können. Die Maske ist vollständig gefallen – das Land entwickelt sich zu einer drakonischen Kloake. Von Zensurgesetzen über Waffenverbote bis hin zu CO₂-Steuern und sogar Gesetzen, die christliche Anbetung als „Hassrede“ einstufen, steht Kanada seinen Commonwealth-Cousins in Großbritannien in nichts nach.
Diesen Monat hat die Provinz Nova Scotia fast alle zivilen Aktivitäten in öffentlichen Wäldern abrupt verboten. Es ist nun illegal, in den Wäldern Nova Scotias zu spazieren, zu wandern, zu fahren, zu campen (außer auf offiziellen Campingplätzen) oder zu angeln. Wer ohne streng geregelte Genehmigung erwischt wird, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Auch kleinere Parks mit Waldflächen sind betroffen. Das Verbot gilt bis zum 15. Oktober – es sei denn, die Provinzregierung beschließt eine Verlängerung.
Die Genehmigungsstellen sind mit Anträgen und Fragen überflutet worden; Bürgern wurde inzwischen geraten, nicht mehr anzurufen. Mindestens ein Betroffener, der kanadische Veteran Jeff Evely, hat das Gesetz angefochten – und erhielt allein dafür eine Geldstrafe von über 28.000 Dollar, nur weil er in den Wald gegangen war.
Nova Scotia just handed me a fine for $28,872.50 for walking into the woods. pic.twitter.com/sARyEzHAzR
— Jeff Evely (@JeffEvely) August 9, 2025
Premierminister Tim Houston begründet die Maßnahmen mit der aktuellen Wetterlage: Hitze und extreme Trockenheit würden das Risiko von Waldbränden erhöhen.
„Die meisten Waldbrände werden durch menschliche Aktivitäten verursacht. Um das Risiko zu verringern, halten wir die Menschen aus den Wäldern fern, bis sich die Bedingungen verbessern. Ich bitte alle, das Richtige zu tun – zünden Sie kein Lagerfeuer an, bleiben Sie den Wäldern fern und schützen Sie unsere Menschen und Gemeinden…“
Die Realität sieht jedoch anders aus: Die durchschnittliche Höchsttemperatur in Nova Scotia lag im Juli bei nur 73 °F, und auch im August änderte sich daran kaum etwas. Zudem gab es im vergangenen Monat heftige Regenfälle und Sturzfluten.
Wohlgemerkt: Es handelt sich um öffentliche Wälder, deren Erhalt die Bürger mit hohen Steuern finanzieren. Gleichzeitig erlässt die Regierung Vorschriften zur Waldbewirtschaftung, die genau jene Brände begünstigen, die sie angeblich verhindern will – darunter Verbote für das Ausdünnen überwucherter Wälder oder das Aufsammeln umgestürzter Bäume.
Wie in vielen Teilen der USA verwandelt diese Form des „Naturschutzes“ öffentliches Land in Dürrezeiten in ein Pulverfass. Kritiker bezweifeln daher, dass es primär um Brandschutz geht, und sehen darin vielmehr einen Testlauf für künftige Gesetze zur „Klimakontrolle“.
Die Einschränkungen erinnern an die während der Pandemie verhängten Verbote von Outdoor-Aktivitäten – damals wie heute ohne nachvollziehbare Grundlage in Logik oder Wissenschaft. Zahlreiche Politiker hatten schon damals vorgeschlagen, solche Pandemiebeschränkungen, die persönliche Reisen und Mobilität im Freien verhinderten, künftig auf „Klima-Lockdowns“ auszuweiten.
Das Szenario ähnelt zudem den Plänen globalistischer Kreise, westliche Länder „wieder zu verwildern“: Öffentlicher Zugang zu bestimmten Gebieten würde verboten, die Natur soll „übernehmen“, ohne menschlichen Einfluss. Das Ergebnis wäre, dass Menschen in immer dichtere Ballungsräume gedrängt würden, die sie kaum noch verlassen dürften. Solche Maßnahmen werden oft zunächst in kleineren Regionen getestet, bevor sie landesweit umgesetzt werden.
Zwar wird es zahlreiche juristische Anfechtungen geben, doch die grundsätzliche Absicht hinter diesen Beschränkungen ist verdächtig – und könnte ein Warnsignal für kommende autoritäre Gesetze sein, nicht nur in „Kanuckistan“, sondern in der gesamten westlichen Welt.

