Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Na sowas: „Hetzjagd auf Schwarze“ entpuppt sich als Ammenmärchen

Schwarzbunter Phantomzorn (Symbolbild:Imago)

Im Boulevardjournalismus gilt der Grundsatz „Die Falschmeldung ist eine Supernova, die Gegendarstellung bzw. der Widerruf sind Glühwürmchen„. Der Verdacht, das Gerücht, die bloße Möglichkeit eines Skandalons verdichten sich in der grassierenden Kolportage zurGewissheit – vor allem dann, wenn scheinbar bestehende Vorurteile bestätigt werden und die einsetzende öffentliche Empörung eine Eigendynamik erfährt. Kommt dann später eine völlig andere Wahrheit heraus, wird diese entweder ignoriert – oder der Fall schmallippig ad acta gelegt. Zurück bleibt auf jeden Fall eine Menge.

Ein solcher Fall, der wie die Faust aufs Auge der hiesigen „Black Lives Matter„-Bewegung zu passen schien und dem Mythos von den insgeheim finsteren rassistischen Deutschen begierig erwartetes Futter lieferte, war jenes Twitter-Video von Anfang August, das die scheinbare Diskriminierung und Beleidigung einer schwarzen Frau im Nürnberger Umland zeigte. Wie üblich brachte die Gemüter weniger zum Kochen, was darin konkret zu sehen war, als das, was eben nicht zu sehen war und „dazu erzählt“ wurde – also die Einbettung in die passende Storyline zwecks angeblicher „Einordnung„, die in diesem Fall – wie so oft – wieder einseitig vom vermeintlichen Opfer selbst stammte. Und die lautete ungefähr so: Ein rassistischer Mob hätte eine 25-jährige farbige Mutter „gejagt“ und beleidigt. Auf dem Video selbst war zwar kein Rassismus zu hören – wohl aber Schimpfworte. Sogleich verbreiteten links-woke Wutbürger und „Aktivisten“ die Story im Netz, etwa hier:

Hier sieht man einen rassistischen Mob durch Nürnberger Umland ziehen, wie sie eine Schwarze Mutter MIT ihrem Kind durch das Dorf verfolgen, sie bedrohen und beleidigen. Teilt bitte dieses Video!! @ebonyplusirony @MalcolmOhanwe @angryMigra @robertwagner198 @_didilulu @enissaamani pic.twitter.com/WPuu0d4wBi

— NG (@drivenbydrivers) August 5, 2021


Rund eine Viertelmillion Mal wurde das Video geklickt. Auch die etablierten Medien waren schnell mit Schlagzeilen zur Hand: Der Bayerische Rundfunk spekulierte über einen „Rassismus-Eklat in Franken„, „Nordbayern“ fragte sich, – natürlich rhetorisch -„Rassistischer Mob im Nürnberger Land?“ Und weil immer dann, wenn sich in Deutschland Angehörige einer Minderheit selbst zum Opfer erklären, die Umkehr der Beweislast gilt und die Unschuldsvermutung schlagartig außer Kraft gesetzt wird, folgte sogleich eine enorme Solidarisierungswelle mit der Frau in den sozialen Medien; via Crowdfunding sammelte sie gar 1.400 Euro ein, angeblich für „psychologische Hilfe“ und „Prozesskosten„, wie das Portal „InFranken“ berichtet. Gutmenschen müssen verfolgten dauerdiskrimierten Schwarzen helfen, denn Schwarze sind immer Opfer und lügen nicht!

Zweifel an dieser Geschichte kamen dennoch bald nach Bekanntwerden auf: Zuerst wurde festgestellt, dass die Aufnahmen gar nicht aktuell waren, sondern bereits vom Spätsommer 2020 stammten. Weitere Ungereimtheiten folgten – vor allem die befremdliche Tatsache, dass das „Opfer“ gegen die Angreifer keinen Strafantrag gestellt hatte (obwohl sie doch für ihre juristische „Verteidigung“ Spenden einsammelte!). Dafür gab es einen guten Grund – und der steht mittlerweile fest: Der „Skandal“ hat nämlich eine handfeste Vorgeschichte – und die bringt eine ganz andere als die bisher verbreitete Version ans Licht. Das scheinbare Opfer war nämlich in Wahrheit die Täterin.

Wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth jetzt bestätigte, hatte die 25-jährige Person of Color damals, kurz vor Entstehung des Videos, eine andere Frau gewaltsam attackiert: und zwar ihre eigene Vermieterin. „Die 25-jährige soll der Frau mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben„, zitiert „InFranken“ einen Justizsprecher. Mehr noch: „Sie soll ihrem Opfer in den Unterarm gebissen und mit dem Fuß auf die daraufhin zu Boden gegangene Frau wiederholt eingetreten haben; außerdem soll sie ihr Opfer mit dem Tod bedroht haben.“ Wörtlich sei der Satz gefallen: „Ich bringe dich und deine Familie um!„). Diese nicht ganz unwesentlichen Hintergrundinformation zu dem angeblich „tief traumatisierten Rassismusopfer“ waren zwischenzeitlich nämlich Gegenstand eines eigenen Verfahrens vorm Amtsgericht Hersbruck, in dem die dort wegen Körperverletzung und Bedrohung angeklagte Schwarze nun den wahren Sachverhalt eingestand.

Zerrbilder mit Hochkonjunktur

Die Nachricht, dass damit eine weitere Schnurre über einen angeblich rechtsextremen oder dumpf-fremdenfeindlichen teutonischen Hetzmob wie ein Soufflé in sich zusammenfällt, ging allerdings irgendwie unter – und wird nicht annähernd öffentliche Wirkung entfalten wie die falsche Ursprungsmeldung selbst. Kein Wunder – passt die Geschichte doch einfach zu gut ins antideutsche Zerrbild. Was am Ende vielleicht noch das Zeug hat, im „Spiegel“  als „Eine Meldung und ihre Geschichte“ glossiert zu werden, fügt sich ein in eine ganze Reihe ähnlicher absurder Fake-News und Lügengeschichten, die von linksradikalen begeisterten Eigenvolkverhetzern bis hinauf die in die Mainstreammedien stets vorschnell und mit anklagendem Soupcon verbreitet werden.

Am bekanntesten in diesem Zusammenhang natürlich: Der Fall Sebnitz aus dem Jahr 2000, als eine ganze sächsische Stadt mit der später als frei erfunden nachgewiesenen Räuberpistole weltweit durch den Dreck gezogen wurde, „Neonazis“ hätten vor den Augen der Bürger im Freibad einen sechsjährigen Jungen mit Migrationshintergrund ertränkt. Oder die sogenannte „Hetzjagd von Mügeln“, wo 2007 angeblich eine Horde von Neonazis sieben Inder durch die Innenstadt gejagt haben soll – was sich nie beweisen ließ. Interessierte linksakademische und mediale Kreise vermuteten daraufhin eine „Vertuschung“ – weil Polizei und Staatsanwaltschaft, die beide keine Hinweise auf fremdenfeindliche Motive finden konnten, „die Aktenlage ignoriert“ hätten. Oder die Gubener Rollstuhlfahrerin 2002, die der Schwere ihrer Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit der frei erfundenen Behauptung Gewicht verlieh, Neonazis hätten ihr ein Hakenkreuz in die Wange geritzt (die Masche wurde später auch bei weiteren erfundenen Nazi-Attacken immer wieder aufgegriffen). Vom Kanzlerinnen-Phantasma der legendären „Hetzjagden von Chemnitz“ 2018, die heute noch ihrer Enthüllung harren, gar nicht erst zu reden.

In 20 Jahren hat sich an einer Wahrheit wenig geändert: Am schockierendsten sind in Deutschland noch immer die Fälle von „Rassismusverdacht“ oder „Nazi-Übergriffen“, die gar nicht stattgefunden haben.

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