In Norwegen erhalten die Bürger mittlerweile Briefe des Verteidigungsministeriums, in denen man sie darüber “aufklärt”, was im Kriegsfall geschieht: Enteignungen von Häusern, Autos, Booten und Gerätschaften durch das Militär. Die Politik hat sich mental längst auf einen Krieg gegen Russland eingeschossen.
Stellen Sie sich vor, Sie erhalten einen Brief aus dem Bundesverteidigungsministerium, in dem Sie darüber “informiert” werden, dass sich die Bundeswehr (bzw. das Bundesheer) im Kriegsfall mit Russland sämtliches Eigentum von Ihnen krallen kann, wenn es denn “notwendig” erscheint. Nun, die Norweger haben solch ein Schreiben erhalten.
Das norwegische Militär verkauft die Maßnahme als reine Formalität. Man müsse die Bevölkerung lediglich “informieren”, damit im Kriegsfall keine Missverständnisse entstehen. Eine Beschlagnahmung habe in Friedenszeiten keine praktischen Auswirkungen, heißt es beschwichtigend. Doch am Ende gibt der Staat zu, dass das private Eigentum unter Vorbehalt steht. Insbesondere, wenn geopolitische Planspiele eskalieren.
Zur Rechtfertigung wird das vertraute Bedrohungsnarrativ bemüht. Russland, die USA, eine angeblich dramatisch verschärfte Sicherheitslage in Europa – das bekannte Ensemble der Kriegshysterie. Norwegens Logistikchef spricht von der schwersten sicherheitspolitischen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, als stünde der Feind bereits an der Grenze. Das Land müsse vorbereitet sein, militärisch wie zivil.
Doch am Ende ist das lediglich psychologische Kriegsführung. Denn Russland, welches seit rund vier Jahren einen Abnutzungskrieg gegen die Ukraine führt, hat weder das Personal noch die Ressourcen für einen Krieg gegen die NATO. Und selbst wenn dieser Krieg in diesem Jahr enden würde, könnte Moskau die Verluste nicht innerhalb kürzester Zeit wieder ausgleichen. Das heißt aber auch, dass es im Ernstfall zu einem nuklear geführten Krieg kommen würde – und in solch einem Szenario wäre das private Eigentum (wie Wohnhäuser oder Fahrzeuge) ohnehin nutzlos.
Dauer-Panikmache, permanente Kriegshetze und Feindbildpflege – das klassische Repertoire zur mentalen Kriegsvorbereitung. Die Bevölkerung soll weichgeklopft und geistig auf einen potenziellen Krieg eingestimmt werden. Und mehr noch sollen diese Vorbereitungen dazu dienen, dass die Menschen nicht nach dem Grund für einen Krieg fragen, sondern brav auf Linie sind.

