Die weltwirtschaftlichen Statistiken für das vergangene Jahr sind da. Deutschland ist noch die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, knapp vor Japan. Doch ein Grund zur Freude ist das nicht: Während die Bundesrepublik stagniert, holen andere Länder längst auf.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet uns vor, dass wir mit gut 5.052 Milliarden Dollar knapp vor dem chronisch kriselnden Japan liegen. Was die Hofberichterstatter dabei aber gerne im Nebensatz verstecken: Die wahren Giganten sind uns längst enteilt. Die USA thronen mit fast 31.000 Milliarden Dollar in unerreichbarer Ferne, und der chinesische Drache hat mit über 19.500 Milliarden Dollar längst die globale Machtarchitektur neu geordnet. Während Washington und Peking bei Hochtechnologie und Künstlicher Intelligenz die Zukunft unter sich aufteilen und den Rest der Welt abhängen, verwalten wir in Deutschland nur noch unseren eigenen Niedergang.
Man muss sich die Zahlen auf der Zunge zergehen lassen: Nach Jahren der Rezession und Stagnation feiert man nun ein geradezu lächerliches “Wachstum” von 0,2 Prozent für das Jahr 2025. Wir krebsen wirtschaftlich immer noch auf dem Niveau von 2019 herum! Mehr als ein halbes Jahrzehnt ist für den Wohlstand der Bürger komplett verloren gegangen. Die politische Elite hat den einstigen Wirtschaftsmotor Europas nicht nur abgewürgt, sie hat ihn gegen die Wand gefahren.
Von wegen, Deutschland fahre nur mit “angezogener Handbremse”, wie der IW-Experte Michael Grömling verharmlosend formuliert – das Getriebe ist hinüber, weil die Verantwortlichen in Berlin jahrelang nicht an das Öl gedacht haben, welches die Wirtschaft schmiert. Das ist nun einmal eine günstige und verlässliche Energieversorgung, die man mit der katastrophalen Energiewende und den Strafmaßnahmen gegen Russland abgewürgt hat.
Und dann kommt der eigentliche Gipfel der Realitätsverweigerung. Dass uns Indien mit seiner gewaltigen Dynamik und 1,5 Milliarden Einwohnern noch vor Ende dieses Jahrzehnts vom dritten Platz verdrängen wird, ist ein offenes Geheimnis. Der Abstieg ist vorprogrammiert. Doch anstatt Alarm zu schlagen, versucht uns das Establishment diesen beispiellosen Absturz auch noch als Chance zu verkaufen. Es sollte uns “freuen”, wenn andere Länder aufholen, doziert der IW-Experte, schließlich gäbe es dann neue Märkte für Waren “Made in Germany”.
Was für ein Hohn für jeden hart arbeitenden Mittelständler und Arbeitnehmer in diesem Land! Während unsere Industrie durch horrende Energiepreise, überbordende Bürokratie und eine realitätsferne Klimapolitik systematisch aus dem Land getrieben wird, sollen wir auch noch klatschen, wenn wir in der globalen Rangliste nach unten durchgereicht werden.
Die Wahrheit, die man Ihnen in den Abendnachrichten von ARD und ZDF bis hin zu RTL und Pro7 verschweigt, ist ungemütlich: Der dritte Platz ist nur noch eine statistische Illusion auf Zeit, gerettet durch bloße Währungseffekte und staatliche Schulden-Investitionen. Der Abstieg Deutschlands ist längst schon absehbar – und die Zeche für diesen von der Politik vorangetriebenen Wohlstandsverlust zahlt am Ende wie immer der normale Bürger.

