Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
Kostenlos Termin buchen

Sind Chinas Klima-Versprechungen nichts als eine Ladung heißer Luft? (Jawohl!)

china_teaser.jpg

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT

[Vorbemerkung des Übersetzers: Autor Paul Homewood zeigt hier ohne weiteren Kommentar einen Beitrag in The Spectator. – Ende Vorbemerkung]

China ist bereit, seine Zusammenarbeit in Klimafragen als Geisel für westliche Zugeständnisse in anderen Bereichen zu nehmen.

Nur wenige Städte in China stehen so sehr für die Abhängigkeit des Landes von der Kohle wie Tianjin, wohin Alok Sharma diese Woche reiste, um über die Zusammenarbeit in Klimafragen zu sprechen. Die Stadt liegt an der Küste einer der am stärksten verschmutzten Regionen Chinas, und ihr Hafen ist ein wichtiges Drehkreuz für den Handel mit 100 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr – das entspricht etwa dem Zwölffachen des jährlichen Kohleverbrauchs Großbritanniens.

Der chinesische Kohleverbrauch wird in diesem Jahr voraussichtlich um etwa zehn Prozent steigen. Um diese Nachfrage zu befriedigen, werden in der Inneren Mongolei, dem größten Kohlefördergebiet Chinas, im Eiltempo riesige neue Tagebaugruben in Betrieb genommen, von denen aus die Lieferungen die Küste hinunter nach Tianjin gebracht werden. Es besteht die Möglichkeit, dass Sharma beim Einflug einen Blick auf den riesigen Hafen, die Kohlehalden oder den Stau der auf das Anlegen wartenden Schiffe erhascht hat. In diesem Fall hätte er ein viel klareres Bild von Chinas Engagement für eine „nachhaltige Zukunft“ erhalten als die leeren Phrasen und vagen Versprechen seiner Gastgeber.

China hat zugesagt, dass seine Treibhausgasemissionen vor 2030 ihren höchsten Stand erreichen und das Land bis 2060 kohlenstoffneutral werden soll. Sharma, der im November in Glasgow den Klimagipfel der Vereinten Nationen COP26 leiten wird, möchte, dass China seine Ziele vorverlegt. Zumindest erwartete er vom Sonderbeauftragten für Klimawandel-Angelegenheiten, Xie Zhenhua, genauere Angaben darüber, wie China seine Ziele erreichen will. Er bekam keine – denn China macht einen großen Sprung in die entgegengesetzte Richtung.

China ist der größte Umweltverschmutzer der Welt und für 27 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich – und es wird noch schlimmer werden. Das Land eröffnet neue Kohlekraftwerke und erhöht die Emissionen jährlich in einem Maße, das die Einsparungen der gesamten übrigen Welt zusammen genommen übersteigt. Im vergangenen Jahr wurden weltweit Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 37,75 Gigawatt stillgelegt, mehr als die Hälfte davon in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, wie aus einer Analyse von Global Energy Monitor hervorgeht, das Trends bei fossilen Brennstoffen untersucht. In dieser Zeit hat China 38,4 Gigawatt an neuen Kraftwerken in Betrieb genommen – das ist dreimal mehr neue Kohlekraftwerkskapazität als der Rest der Welt zusammen.

China hat sich geweigert, von seinen Zieldaten abzurücken, und sich geweigert, Einzelheiten darüber zu nennen, wie es sie erreichen will. Diese Woche hieß es in einem bissigen Leitartikel der Global Times, einer Boulevardzeitung der Kommunistischen Partei:

China hat bereits seinen eigenen Klimafahrplan angekündigt und wird sich an sein eigenes Tempo halten.

Unterdessen baut China derzeit an mehr als 60 Standorten im ganzen Land neue Kohlekraftwerke, und die lokalen Behörden planen noch mehr. Weit davon entfernt, einen Plan für das Erreichen des „Emissionsmaximums“ im Jahr 2030 vorzulegen, scheint es, als ob China dies als Endpunkt eines Wettlaufs zum Bau möglichst vieler Kohlekraftwerke betrachtet. Es ist eine Bauwut, die die Bemühungen der übrigen Welt um eine Emissionsreduzierung ins Lächerliche zieht.

Der einzige Lichtblick ist ein offensichtlicher Rückgang der Zahl der neuen Kohlekraftwerke, die China im Rahmen seiner Belt and Road Initiative in Entwicklungsländern finanziert. Dieser Rückgang scheint eher auf den steigenden Kohlepreis und die Sorge um die Verschuldung zurückzuführen zu sein als auf eine Änderung der chinesischen Politik, obwohl Peking dies durchaus als Zugeständnis darstellen könnte.

China redet zwar viel über saubere Energie und Nachhaltigkeit. Es erzeugt mehr Energie aus Solarenergie als jedes andere Land und ist bestrebt, den Weltmarkt für viele grüne Technologien zu beherrschen. Aber 85 Prozent des Energieverbrauchs entfallen immer noch auf fossile Brennstoffe, und davon wiederum 57 Prozent auf Kohle.

Drei Tage vor Sharmas Besuch hatte der US-Klimabeauftragte John Kerry seine eigenen Treffen in China – ebenfalls in Tianjin, was einen nützlichen Einblick in Chinas Taktik bot. Kerry hatte gehofft, dass Klimafragen, die für die ganze Welt von so großer Bedeutung sind, von den heiklen bilateralen Spannungen abgekoppelt werden könnten. Wang Yi, der chinesische Außenminister, sagte ihm jedoch, er solle das vergessen, die Klimazusammenarbeit sei untrennbar und die USA sollten „aufhören, China in der Welt einzudämmen und zu unterdrücken“.

Dies deutet darauf hin, dass China bereit ist, seine Zusammenarbeit in Klimafragen als Geisel für Zugeständnisse in anderen Bereichen zu nehmen. Wenn das der Fall ist, sollten westliche Verhandlungsführer sehr vorsichtig sein. Diejenigen, die chinesischen Beamten bei Verhandlungen über Handel, Cyberspionage und vieles mehr gegenüber gesessen haben, werden mit der Taktik vertraut sein: die Opferrolle spielen, verschleierte Drohungen, vage Versprechungen, ein Mangel an Details bei jeglichen Zugeständnissen – und letztendlich das Ignorieren jeglicher erzielter Vereinbarung.

Der ehemalige Präsident Barack Obama, ein starker Befürworter der Zusammenarbeit mit China, schrieb in seinen Memoiren A Promised Land, dass Peking mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas „so ziemlich jede vereinbarte Regel des internationalen Handels umgeht, verbiegt oder bricht“. China ist ein Meister darin, dieses System zu seinem Vorteil zu nutzen. Es ist naiv zu glauben, dass es bei Klimafragen anders ist.

https://www.spectator.co.uk/article/are-china-s-climate-promises-just-a-load-of-hot-air-?mc_cid=8d54cf7c76&mc_eid=870a48a53b

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/09/11/are-chinas-climate-promises-just-a-load-of-hot-air-yes/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Ähnliche Nachrichten

Auch lesen x