
Von W. SCHMITT (Teil 1) | Deutschland bleibt ein gespaltenes Land: Im Westen die Hippieländer der 68er mit ihrer Dauerpubertät, im Osten die „fünf neuen Länder“, die das linke Utopia bereits hinter sich haben. Die AfD ist stärkste Volkspartei im Osten, im Westen wählt man weiterhin CDU, Grüne und sogar die SPD. Die politische Landkarte nach der letzten Bundestagswahl führte aller Welt wieder einmal überdeutlich vor Augen, dass sich das Gebiet der ehemaligen DDR weiterhin politisch scharf von der alten Bundesrepublik abgrenzt: Das Territorium der alten DDR ist immer noch markant erkennbar.
Die Ausgrenzung der AfD als größter Partei Ostdeutschlands durch das weitgehend westdeutsch geprägte Establishment in Politik und Medien stärkt die AfD im Osten dabei immer weiter, da die alten westdeutschen Versagerparteien außer frommen Sprüchen keine greifbaren Ergebnisse zu bieten haben. Gleichzeitig führt diese Ausgrenzung im Osten zu einer erstaunlichen Neubelebung der eigenen DDR-Identität: Das westdeutsche Establishment dreht einem den Rücken zu, also tut man dies ebenso und besinnt sich auf sich selbst. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass in den ostdeutschen Bundesländern immer häufiger Stimmen zu vernehmen sind, die in der ein oder anderen Form sogar für eine Wiedertrennung beider Landesteile eintreten.
Diese Entwicklung, bei der die Ablehnung der AfD durch das westdeutsche Establishment auf Seiten der Ostdeutschen eine politische und emotionale Abwendung von Westdeutschland insgesamt auslöst, findet bislang wenig Beachtung. Selbst innerhalb der AfD wird dieser bedenkliche Prozess gern kleingeredet, weil sich die AfD als gesamtdeutsche Partei versteht und daher kein Interesse an einer öffentlichen Bewerbung aufkeimender Sezessionsphantasien hat. Dennoch sind solche Phantasien, wenn auch noch als Randphänomene, heute fester Bestandteil vieler politischer Debatten in den „fünf neuen Ländern“.
Da die Geschichte immer wieder zeigt, mit welcher Geschwindigkeit und Dynamik sich anfangs unbeachtete Randphänomene zu unkontrollierbaren Massenbewegungen entwickeln können, sei im folgenden der Versuch unternommen, den verborgenen Reiz einer Wiedertrennung beider Landesteile näher zu beleuchten: Was sind die Hintergründe solcher Überlegungen?
Wie auf der genannten Landkarte der Bundestagswahl 2025 auf den ersten Blick erkennbar, leben Ost und West politisch in getrennten Welten. Das grundsätzliche Dilemma Gesamtdeutschlands ist dabei, dass für die Menschen im Osten sehr wahrscheinlich dauerhaft keinerlei realistische Chance auf Verwirklichung ihrer eigenen politischen Zielsetzungen besteht, da die Bevölkerungsmehrheit in Westdeutschland lebt. Der Westen wird den Osten immer dominieren, es sei denn, die politischen Einschätzungen gleichen sich einander an. Auch wenn viele AfD-Wähler genau darauf hoffen, dass sich die geistigen Verhältnisse endlich auch im Westen ändern: Diese Hoffnung ist in hohem Maße trügerisch.
Zwar setzt der Osten die politischen Trends, und im Westen zeigen sich erste Ansätze von Lernfähigkeit. Dieser westdeutsche Lernprozess vollzieht sich allerdings im Schneckentempo. Auch in den kommenden Jahren wird man in Westdeutschland weiter seine alten Lieblingsparteien CDU, SPD, Grüne und FDP wählen: Diese vier Parteien sind fester Bestandteil altwestdeutscher Identität, sie stehen in Westdeutschland synonym für die „guten alten Zeiten“ des Staates Bundesrepublik, ähnlich dem VW Käfer oder einem Plattenspieler der Firma Grundig. Von solchen liebgewordenen Erinnerungen trennt man sich nur schwer.
Diese höchst emotionale, geradezu irrationale Verbundenheit der westdeutschen Bevölkerung mit den alten westdeutschen Kartellparteien erklärt zugleich das Paradoxon, dass ausgerechnet in den stark umgevolkten Westländern mehrheitlich Parteien gewählt werden, die seit Jahrzehnten eine äußerst aggressive Umvolkungspolitik betreiben. Dennoch wählt man im Westen seine Henker aus alter Liebe immer wieder, obwohl die staatlich vorangetriebene Besiedelung der eigenen Heimat mit Arabern und Afghanen auch in Westdeutschland mehrheitlich abgelehnt wird.
» Morgen Teil 2: Nach der Wiedervereinigung die Wiedertrennung?
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