
Berlin schafft an seinen Grundschulen die bislang üblichen Teilbewertungen im Fach Deutsch wieder ab. Künftig erhalten Schüler der Klassen 3 bis 6 auf ihren Zeugnissen nur noch eine Gesamtnote, statt einer Aufschlüsselung nach einzelnen Kompetenzbereichen. Die Änderung gilt bereits für die Halbjahreszeugnisse zum Ende des laufenden Schulhalbjahres 2025/26.
Bislang war die Deutschnote in mehrere Bereiche unterteilt, darunter Sprechen und Zuhören, Textproduktion, Rechtschreibung, Lesen sowie sprachbezogenes Wissen. Die Differenzierung war eingeführt worden, um gezielt Förderbedarfe sichtbar zu machen – insbesondere vor dem Hintergrund heterogener sprachlicher Voraussetzungen vieler Kinder. Laut Senatsbildungsverwaltung bleibt der Rahmenlehrplan unverändert, die detaillierte Rückmeldung solle künftig stärker im Unterrichtsverlauf und in Elterngesprächen erfolgen.
Als Begründung nennt die Bildungsverwaltung eine Entlastung der Lehrkräfte und eine „Verschlankung“ der Zeugnisse. Die kurzfristige Umstellung sorgt jedoch an Schulen und bei Eltern für Irritationen. Elternvertreter berichten von mangelnder Transparenz, teils seien auch Lehrkräfte nur unzureichend informiert gewesen. Schulleitungen rechnen mit erhöhtem Gesprächsbedarf, da viele Eltern die bisherige Differenzierung als hilfreiche Orientierung empfunden hatten.
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