Vom Sturm auf das Capitol können die ReichsbĂŒrger noch viel lernen
âMich erinnern die Bilder aus Washington und die Kommentare im Fernsehen an den berĂŒchtigten âSturm auf den Reichstagâ , den man regierungsseitig wie mainstream-medial versuchte, den verfassungsschĂŒtzenden âQuerdenkernâ in die Schuhe zu schieben, um öffentliche UnterstĂŒtzung fĂŒr Demonstrationsverbote, Querdenker-Ăberwachung und Verfolgung zu generieren .
Das Capitol war fast so schlecht geschĂŒtzt wie der Reichstag vor ein paar Wochen bei der vom Berliner Senat genehmigten Kundgebung der âReichsbĂŒrgerâ auf den Stufen des Parlaments mit ihrem polizeilich bekannten Ansinnen eines âSturms auf den Reichstagâ.
Dass die US-Dienste und die Polizei- & Nationalgarden-FĂŒhrung nichts von dem Sturm auf das Capitol wussten, halte ich fĂŒr völlig ausgeschlossen. Die Ă€uĂerste Rechte in den USA wie die militanten Trump-Followers sind gut mit V-Leuten bestĂŒckt. FĂŒr den nicht ganz unwahrscheinlichen Fall, dass der Sturm dienstlich geduldet wurde, stellt sich die Frage, was damit beabsichtig war und ist.â
Dazu auch:
Beobachter der Kritischen Polizisten zu âSturm auf den Reichstagâ
Am 29.8. fand in Berlin die groĂe Demonstration gegen die Corona-MaĂnahmen und GrundrechtsbrĂŒche statt: âBerlin invites Europe â Festival fĂŒr Frieden und Freiheitâ. Daneben gab es Proteste weiterer Gruppen an anderer Stelle. Ein âSturm auf den Reichstagâ durch maximal wenige hundert Personen lieferte dabei die politisch gewĂŒnschten Bilder, wobei die tausendfache Menge an Menschen an diesem Tag bei den eigentlichen Demos und Kundgebungen unterwegs war.
Die Experten der Vereinigung der Kritischen Polizisten, die mit vier Beobachtern in Berlin vor Ort waren, erklĂ€ren im Rahmen einer Pressemitteilung, was sehr wahrscheinlich wirklich hinter dem âSturm auf den Reichstagâ steckt. Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung der Polizisten:
âVersuchter Sturm des Reichstagesâ
Richtig verrissen hat die Berliner Polizei jedoch â nicht die Bundestagspolizei â die Nummer bis kurz vor 20:00 Uhr. Die (polizeiliche) Gemengelage auf dem dortigen GelĂ€nde des Deutschen Bundestags ist sehr anspruchsvoll.
Der Westeingang mit Wiese davor und Besucherpavillons â ein erschreckendes und peinliches Ensemble fĂŒr die Bedeutung und Architektur des Reichstagsge- bĂ€udes seit rund 10 Jahren dank falscher StaatsschutzeinschĂ€tzungen.
Die Bundestagspolizei, mal Lammert-Polizei, jetzt SchĂ€uble-Polizei, ist bewusst der Exekutive von Landes- und Bundesregierungen entzogen, kann aber natĂŒrlich auch in solchen polizeilichen Lagen wie gestern nicht aus eigenem Saft mit ihren rund 200 PolizistInnen die Ă€uĂere Sicherheit aufrechterhalten, falls hunderte aufgehetzte und durchgeknallte MitbĂŒrger form- und fristwidrig Ein- lass erzwingen wollten.
Das ist Sache der Einsatzleitung, also der Berliner Polizei. Da zum Reichstag mindestens ein Einsatzabschnitt aufgebaut worden sein wird, dĂŒrfte diesem Ein- satzabschnittsfĂŒhrer die Ehre, den Reichstag gegen Ă€uĂere Störungen zu sichern, zum letzten Mal gestern widerfahren sein. Hoffen wir! Bei der Berliner Polizei weiĂ man aber nie.
Es gibt aber noch ein anderes denkbares ErklĂ€rungsszenario. Den Einsatzab- schnitt âĂuĂere Sicherheit des Dt. Bundestagsâ gibt man einem erfahrenen PolizeifĂŒhrer. Das ist nicht irgendein Streckenabschnitt oder Vergleichbares zum Ăben. â Wenn das so gewesen sein sollte, spricht fast alles dafĂŒr, dass dieser Beamte den Mob â es waren nicht einmal mehrere Hunderte der Rechts- extremisten-Kundgebung(!) â bewusst hat so weit gehen lassen, um sich dafĂŒr Pluspunkte beim Senator und seiner PrĂ€sidentin zu verdienen.
Wir werden bald die Wahrheit wissen: Entweder wird der PolizeifĂŒhrer innderdienstliche Probleme haben und nicht zu gering, oder â evtl. nach einer Schamfrist â seine Karriere nicht bloĂ ungebremst fortsetzen, sondern sogar beschleunigt.
Das sind die gÀngigen Methoden in den Polizeien, aber auch anderer Behörden.
Dazu gibt es auch nicht viel mehr zu schreiben. Der Unterzeichner hat selbst das GeblĂ€he des Redners dieser Versammlung von RechtsauĂen vor dem Westeingang des ReichstagsgebĂ€udes partiell gehört. Er war bzw. ist ein sau- schlechter Redner, lallend, unsauber artikulierend, aber eindeutig dummes Zeug emittierend und aufhetzend: ÌDie Polizei will diese Regierung schĂŒtzen`, und ÌWir mĂŒssen jetzt etwas Tun. Jetzt Leute!`, oder ÌRuft alle ĂŒber Twitter etc. auf, jetzt zu kommen`âŠ
Haben staatlich bezahlte V-Leute den âSturmâ gesteuert?
Es war also auch fĂŒr ungeschulte Köpfe erkennbar, dass hier zumindest versucht wurde, ein GefĂ€hrdungs- und Bedrohungsszenario zu einer handfesten Störung oder mehr im Sinne der Polizeigesetze zu dynamisieren. Das gelang leider auch. Entscheidend aber wegen der Minusleistung des PolizeiabschnittsfĂŒhrers (s.o.).
Die Verantwortung liegt selbstredend zu allererst bei den TeilnehmerInnen dieser Kamikaze-Aktion; jedoch dicht gefolgt von diesem Polizeieinsatzab- schnitt und evtl. auch V-Mann-FĂŒhrerInnen! Wie schon beim NSU und anderen casi. Wobei â nicht zu vergessen â wer sagt uns nicht, dass selbst dieser Hetzer von Redner auf der Gehaltsliste eines Dienstes oder einer Polizei stand bzw. steht?
Und damit sprechen wir in fachlich ironischer bis zynischer Form unsere Herzlichen GlĂŒckwĂŒnsche dafĂŒr aus, dass durch stĂŒmperhafte Polizeiarbeit (oder doch kalkuliertes Lange-Leine-lassen?), die Prognose des Innensenators bestĂ€tigt werden konnte. Prompt folgte aus der Bundespolitik die markige RĂŒckendeckung: âToll, dass die Polizei den Reichstag schĂŒtzteâ (Seehofer als BMI). Und viel GeschwĂ€tzâŠ
Ein notwendiges Feigenblatt nachdem die Verbote dem Innensantor von den Verwaltungsgerichten âum die Ohrenâ geschlagen wurden. Schön fĂŒr Herrn Geisel und seine VerbotsstrickerInnen. Nur Ă€ndert das ĂŒberhaupt nichts daran, dass die bis auf dieses HĂ€uflein Verirrter, die abends auf der Wiese vor dem Dt. Bundestag im Reichstag eine Kundgebung zum lachhaften Sturm umfunktionieren lieĂ, die VersammlungsteilnehmerInnen der eigentlichen Demonstrationen und Versammlungen richtig gut, locker und bestens drauf gewesen sind.
Von den Behörden wird erfolglos gefordert werden â auch von uns Kritischen PolizistInnen â offenzulegen, wie viele V-Leute und andere Spitzelkategorien in den Versammlungen mitliefen.
Diese Forderung hat insbesondere fĂŒr das staatlich inszenierte Theater (zweite Tragödie) vor der Russischen Botschaft, aber auch die Sondernummer am Reichstag. Man muss kein wirklicher Polizeikenner sein, um klar zu haben, dass aufgrund der Herkunft des zusammengesetzten Personenkreises aller Demonstrationen gestern Mittag, Nachmittag und Abend aus den verschiedenen LĂ€nderpolizeien sowie der Bundespolizeien, aber gerade auch den LfV Ìs Dutzende V-Leute vor Ort in Berlin waren.
Das geht gar nicht anders. Gerade bei den RechtsextremistInnen, aber nach wie von auch bei der NPD, der AfD (total V-Leute durchseucht) etc. mussten die Spitzel mitfahren, um in ihren Operationsgebieten nicht dumm aufzufallen. Und gerade dieser Irrlichter-Club abends vor dem ReichstagsgebĂ€ude, aus der heraus der âSturm der Bastilleâ nachgedreht werden sollte mĂŒssen diverse Spitzel dabeigewesen sein. Wir wollen wissen:
1. In welcher Rolle?
2. Mit welchen Tathandlungen?
3. Von welchen Behörden?
Nochmals: Diese VerbotsverfĂŒgung Berlins war genauso peinlich und ĂŒberflĂŒss- ig wie dieser Haus- bzw. Landfriedensbruch am Abend gegen den Reichstag, Sitz gleich zweier Verfassungsorgane, in Rufweite eines dritten Verfassungsorgans (Bundeskanzlerin) und zwei S-Bahn-Stationen vom vierten Verfassungsorgan (BundesprĂ€sident)!
Das Ganze Ding wirkt nicht nur wie ein blödes (Staats)TheaterstĂŒck, sondern es dĂŒrfte auch leider ein weiteres in dieser Serie sein. Und viele fallen drauf rein bzw. die meisten machen gerne mit.

