Horst D. Deckert

Unverschämt: Höhere Krankenkassenbeiträge für Ungeimpfte gefordert

Das schlägt eigentlich dem Faß den Boden aus. Immer offener und ungenierter wird darüber diskutiert, welche Maßnahmen man gegen Menschen, die sich bisher nicht gegen das Corona-Virus haben impfen lassen, ergreifen kann. Während es schon beschlossene Sache in Deutschland ist, dass Ungeimpfte, die in Quarantäne geraten zukünftig keine Lohnfortzahlungen mehr erhalten sollen. Nun gibt es einen weiteren Vorstoß, der aufhorchen lässt. In den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland beginnt ebenfalls eine Diskussion darüber, wie man Ungeimpfte schlechter stellen könne.

  • Erste Krankenversicherung schlägt vor, die Beiträge für Ungeimpfte zu erhöhen
  • Auch CDU hatte schon einen ähnlichen Vorschlag
  • Das wäre das Ende der gesetzlichen Krankenversicherung und könnte auch andere Gruppen benachteiligen

An bereits konkreten Plänen mangelt es nicht. So schlug jetzt der Vorstandsvorsitzende der genossenschaftlichen R+V-Versicherung (Raiffeisen- und Volksbanken Versicherung) Norbert Rollinger vor, dass es unterschiedliche Beitragshöhen für Geimpfte und Ungeimpfte geben solle. Auch eingeschränkte Leistungen der Krankenversicherung, falls Ungeimpfte an Corona erkranken, hält Rollinger für möglich. „Wenn jemand wegen Corona auf der Intensivstation landet, ist das deutlich teurer als eine Impfung“, redet der R+V-Vorstandsvorsitzende einer zukünftigen Impfapartheid und einer weiteren Spaltung der Gesellschaft das Wort.

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CDU auch für Benachteiligung Ungeimpfter

Mit einem solchen Ansinnen ist Rollinger jedoch nicht der Erste. Bereits Anfang August erklärte Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt, dass man die Versicherungsbeiträge für Geimpfte reduzieren könnte, als Belohnung sozusagen. Allerdings dürfte es derzeit noch mit derartigen Vorschlägen nicht einfach sein. Denn bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist man in Deutschland pflichtversichert, eine Unterscheidung nach dem Gesundheitszustand ist nicht vorgesehen, da dass Leistungspaket vorgeschrieben ist. Außerdem würde eine derartige Regelung einen Dammbruch darstellen, der das bisherige Solidarsystem in Frage stellen würde. Dann könnte man auch Unterschiede bei gesund oder ungesund lebenden Menschen machen. Raucher, Adipöse, Diabetiker oder vielleicht genetisch Vorbelastete, die höhere Wahrscheinlichkeiten haben, bestimmte Krankheiten zu bekommen.

Rechtlich bisher nicht wirklich durchsetzbar

Rollinger argumentiert zwar, dass jetzt schon beispielsweise zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterschieden wird, dies betrifft jedoch in der Regel die privaten Krankenversicherungen. Bei diesen kann es jedoch auch passieren, dass man erhöhte Beiträge zahlt, wenn man gesund und sportlich ist, allerdings einem „Extremsport“ nachgeht. Dazu gehören schon Aktivitäten wie Kampfsport, Tauchen oder Klettern – je nach Versicherungsanbieter. Von der Präsidentin des Sozialverbandes VdK Verena Bentele kam hingegen eine Absage für unterschiedliche Versicherungstarife für Geimpfte und Ungeimpfte. Aber es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis es die entsprechenden Gesetzesänderungen gibt, um den Impfdruck zu verstärken. Viele der jetzigen Maßnahmen hätte man sich vor zwei Jahren ja kaum vorstellen können.

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