Horst D. Deckert

US-Militäranalyst entlarvt die Propaganda über Butscha

In den Mainstream-Medien ist es schwierig, Berichte über den Krieg in der Ukraine zu finden, die dem vorherrschenden westlichen Narrativ widersprechen. So auch solche über das angeblich von russischen Einheiten verübte Massaker von Butscha (wir berichteten). Daher ist ein Artikel von Newsweek eine unerwartete Überraschung. Darauf aufmerksam macht L’AntiDiplomatico.

In dem Bericht kommt ein Beamter der Defense Intelligence Agency (DIA) zu Wort. Die DIA ist der Militärnachrichtendienst, der über die meisten Informationen auf dem Schlachtfeld verfügt. Der Analyst zieht seine Schlussfolgerungen aus «nachrichtendienstlichen Analysen», das heisst aus vertraulichen Dokumenten in den Händen des Verteidigungsministeriums. Er bat um Anonymität.

In Bezug auf die angeblichen Verbrechen in Butscha sagt der Analyst, dass in der Stadt eine 36-tägige Schlacht zwischen «gleichstarken» Gegnern stattgefunden hat. Nicht nur die Russen hätten die Stadt getroffen, sondern auch die Ukrainer, als sie in russischer Hand war. So seien «russische Konvois und Stellungen innerhalb der Stadt von den Ukrainern angegriffen und auf den Kopf gestellt» worden. Kurzum, die Verwüstung sei nicht allein auf die Russen zurückzuführen.

Über die Massenhinrichtungen in der Stadt sagt der DIA-Analyst lediglich, dass solche Gräueltaten «die Verhandlungen eingefroren und eine verzerrte Sicht des Krieges geschaffen haben». Ob es sich bei den Vorfällen in Butscha und am Bahnhof von Kramatorsk um Kriegsverbrechen handle, müssten Gerichte entscheiden.

Allerdings macht der Geheimdienstbeamte klar, dass die scharfe Dramatisierung solcher Ereignisse dazu dient, «das ukrainische Volk zu empören und zu Opfern zu motivieren sowie das nachlassende Interesse der US-Öffentlichkeit anzustacheln, damit sie sich weiterhin Sorgen macht». Das soll die Lieferung von Waffen und dergleichen legitimieren, merkt L’AntiDiplomatico an.

«Ich möchte keine Sekunde lang Russlands Kriegsverbrechen rechtfertigen oder vergessen, dass es in das Land einmarschiert ist. Aber die tatsächliche Zahl der Toten entspricht sicherlich nicht einem Genozid. Wenn Russland dieses Ziel verfolgte oder absichtlich Zivilisten tötete, würden wir an Orten wie Butcha viel mehr als 0,01 Prozent [registrierte] Opfer sehen», sagt der DIA-Beamte.

Die meisten zivilen Opfer seien auf Zusammenstösse zwischen den gegnerischen Armeen zurückzuführen, so der Analyst weiter. In Butscha sowie in den umliegenden Städten Irpin und Hostomel sei es zu intensiven Bodenkämpfen gekommen, an denen fast 20 Bataillone taktischer Gruppen beteiligt waren.

Was geschehe sei schlimm, sagt der DIA-Beamte, doch wir würden den Krieg im ganzen Wirbel nicht klar beobachten. Er erklärt:

«Dort, wo es intensive Bodenkämpfe und eine Pattsituation zwischen ukrainischen und russischen Kräften gegeben hat, ist die Zerstörung fast vollständig. Was jedoch die tatsächlichen Schäden in Kiew oder anderen Städten ausserhalb des Kriegsgebiets und die Gesamtzahl der zivilen Opfer betrifft, so widersprechen die Beweise der vorherrschenden Darstellung.»

«Ich behaupte nicht, dass es keine Kriegsverbrechen gibt», so der Analyst weiter, «aber nur weil wir schreckliche Bilder sehen, heisst das nicht, dass es immer [Kriegsverbrechen] sind». Es sei gefährlich, ein oder sogar mehrere Gräber und Bilder von zivilen Katastrophen der russischen Barbarei zuzuschreiben, anstatt einfach realistisch zu sein bezüglich der Verwüstungen eines jeden Krieges.

Dem Analyst zufolge birgt es künftige Gefahren, wenn die Verwüstung allein auf das russische Verhalten und nicht auf den Krieg selbst zurückgeführt wird. Er erläutert:

«Wenn wir Putin für alle Schäden verantwortlich machen, als ob er sie angeordnet hätte, und [uns] vorstellen, dass alles allein auf russische Kriegsverbrechen zurückzuführen ist, gehen wir von der Ukraine mit der Illusion weg, dass moderne Kriegsführung sauberer geführt werden kann – dass der Krieg in der Ukraine eine Anomalie ist, die allein durch das Verhalten Russlands entstanden ist. Dieser Krieg beweist nur, wie zerstörerisch ein Krieg dieses Ausmasses ist».

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