Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe 2023–2024 gegen XBB.1.5: Kaum Schutz vor Ansteckung, begrenzte Haltbarkeit
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Eine neue Studie unter der Leitung von Dr. George N. Ioannou und seinem Team vom Veterans Affairs (VA) Puget Sound Health Care System wurde im Februar 2025 in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht. Sie bewertete die tatsächliche Wirksamkeit der monovalenten XBB.1.5-COVID-19-Impfstoffe, die 2023/24 zum Einsatz kamen.
Da vor der Zulassung keine randomisierten, kontrollierten Studien durchgeführt wurden, griffen die Forscher auf eine sogenannte Zielstudien-Emulation zurück – eine robuste Beobachtungsmethode. Analysiert wurden die Daten von über 587.000 geimpften US-Veteranen im Vergleich zu einer gleichaltrigen ungeimpften Kontrollgruppe im Zeitraum von Oktober 2023 bis Mai 2024.
Die zugrunde liegende Hypothese lautete: Der XBB.1.5-Impfstoff würde vor Infektionen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen durch SARS-CoV-2 schützen – wobei erwartet wurde, dass dieser Schutz im Zeitverlauf abnimmt.
Die Ergebnisse sprechen jedoch eine andere Sprache:
- Keine Schutzwirkung vor Infektionen – die Wirksamkeit lag bei -3,3 %, was auf einen keinen bzw. negativen Effekt hindeutet.
- Leichter Schutz vor Krankenhausaufenthalten: 16,6 %
- Begrenzter Schutz vor Todesfällen: 26,6 %
Zudem nahm der Schutz deutlich ab:
- Der Schutz vor Krankenhausaufenthalten fiel von 38 % nach 60 Tagen auf 16 % nach sechs Monaten
- Der Schutz vor Todesfällen sank im selben Zeitraum von 54 % auf 27 %
Trotz der Größe und Sorgfalt der Studie gab es einige Einschränkungen:
- Unvollständige Daten aus Nicht-VA-Krankenhäusern
- Keine definitive Bestätigung, ob alle erfassten Krankenhausaufenthalte und Todesfälle tatsächlich COVID-19-bedingt waren
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die gegen XBB.1.5 gerichteten Impfstoffe nur begrenzten und rasch abnehmenden Schutz bieten, insbesondere bei älteren, vorerkrankten und bereits mehrfach geimpften Personen.
Die Autoren fordern daher neue Impfstrategien, die auf einen breiteren und länger anhaltenden Schutz abzielen – etwa durch Schleimhautimpfstoffe oder nadelfreie Verabreichungsformen, die auch die Virusübertragung effektiver blockieren könnten.

