Der Artikel von Michael Nevradakis, Ph.D., veröffentlicht am 28. Februar 2025 auf Children’s Health Defense, analysiert den neuen Plan des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), 1 Milliarde US-Dollar zur Bekämpfung der Vogelgrippe bereitzustellen. Dieser Plan umfasst unter anderem die Fortsetzung der Keulung infizierter Vögel und die Erforschung von Impfstoffen. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und ethischen Vertretbarkeit dieser Maßnahmen.
Hintergrund des USDA-Plans
Laut USDA-Generalsekretärin Brooke Rollins beinhaltet die „umfassende Strategie“ des Ministeriums fünf Hauptpunkte:
- Verbesserung der Biosicherheitsmaßnahmen: 500 Millionen US-Dollar sollen in die Verbesserung der Biosicherheit auf Geflügelfarmen fließen.
- Finanzielle Unterstützung für Landwirte: 400 Millionen US-Dollar sind als finanzielle Entlastung für betroffene Landwirte vorgesehen.
- Reduzierung regulatorischer Hürden: Maßnahmen zur Verringerung von Bürokratie sollen umgesetzt werden.
- Erhöhung der Ei-Importe: Um die gestiegenen Eierpreise zu stabilisieren, sollen Importe erhöht werden.
- Forschung an Impfstoffen: 100 Millionen US-Dollar sind für die Erforschung von Impfstoffen gegen die Vogelgrippe vorgesehen.
Diese Maßnahmen sollen auf die steigenden Eierpreise reagieren, die laut Rollins in den letzten vier Jahren um 237 % gestiegen sind, teilweise bedingt durch Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza, die die amerikanische Geflügelindustrie schwer getroffen haben.
Kritische Stimmen zur Keulungspraxis
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Fortsetzung der Keulung von Vögeln. Seit 2022 wurden etwa 166 Millionen Legehennen gekeult. Während einige Quellen wie CNN berichten, dass Keulungen effektiv sein können, um Ausbrüche zu stoppen, argumentieren Kritiker, dass diese Praxis ineffektiv ist und negative Konsequenzen hat.
Epidemiologe Nicolas Hulscher von der McCullough Foundation betont, dass Massenkeulungen nicht nur teuer und ineffektiv sind, sondern auch die Verbreitung des H5N1-Virus verschlimmern können. Er weist darauf hin, dass diese Maßnahmen zu einem Teufelskreis führen, der sowohl die Steuerzahler belastet als auch das Risiko für Menschen erhöht, die mit den Tieren arbeiten.
Bedenken hinsichtlich der Impfstoffentwicklung
Ein weiterer Aspekt des USDA-Plans ist die Investition in die Impfstoffforschung. Einige Landwirte und Wissenschaftler äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit solcher Impfstoffe. Sie argumentieren, dass Impfstoffe möglicherweise nicht ausreichend getestet sind und unvorhergesehene Auswirkungen auf die Tiergesundheit haben könnten.
Zudem befürchten einige Experten, dass die Einführung von Impfstoffen den internationalen Handel beeinträchtigen könnte, da viele Länder den Import von geimpftem Geflügel ablehnen. Dies könnte wirtschaftliche Konsequenzen für die US-Geflügelindustrie haben.
Alternative Ansätze und Empfehlungen
Kritiker des aktuellen Plans fordern alternative Strategien zur Bekämpfung der Vogelgrippe. Einige schlagen vor, die natürliche Herdenimmunität zu fördern, anstatt auf Massenkeulungen und Impfstoffe zu setzen. Sie betonen die Bedeutung von robusten Biosicherheitsmaßnahmen und einer besseren Überwachung, um Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass der USDA-Plan zur Bekämpfung der Vogelgrippe sowohl Unterstützer als auch Kritiker hat. Während die Regierung erhebliche Mittel bereitstellt, um das Problem anzugehen, ist es entscheidend, die Effektivität und potenziellen Risiken der vorgeschlagenen Maßnahmen sorgfältig zu evaluieren und gegebenenfalls alternative Ansätze in Betracht zu ziehen.

