Horst D. Deckert

Was in der Schweiz und anderswo berichtet wurde – 22.05.2022

Im Internetradio mitgehört und mitgeschrieben von Wilhelm Tell

 

 Afghanistan – Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1, das Afghanistan erschütterte, sind im Osten des Landes mindestens 130 Menschen ums Leben gekommen, sagen Beamte des Katastrophenschutzes. Die Mehrheit der bestätigten Todesfälle ereignete sich in der Provinz Paktika, wo 100 Menschen getötet und 250 verletzt wurden, sagte Mohammad Nassim Haqqani, der Leiter der Katastrophenschutzbehörde der Taliban-Regierung. Auch in den östlichen Provinzen Nangarhar und Khost seien Todesfälle gemeldet worden, fügte er hinzu, als die Behörden nach weiteren Opfern suchten. Tote auch im benachbarten Pakistan. SRF.ch

Afrika – In zahlreichen Ländern Ost- und Westafrikas müssen die Vereinten Nationen die Essensrationen für Flüchtlinge wegen steigender Nachfrage bei zugleich fehlenden Finanzmitteln kürzen. Für drei Viertel der Flüchtlinge in Ostafrika, die durch das Welternährungsprogramm WFP versorgt werden, seien die Rationen um bis zu 50 Prozent verringert worden, teilte die UNO heute mit. Am stärksten davon betroffen seien Flüchtlinge in Kenia, Südsudan und Uganda. ORF.at

●28 Millionen Dollar an fünf afrikanische Länder. Diese Bestechungsgelder hat Glencore für den Zugang zu Öl bezahlt. Die Glencore ist die weltweit grösste im Rohstoffhandel tätige Unternehmensgruppe. Ihr operativer Hauptsitz befindet sich in Baar in der Schweiz. Der Konzern befand sich bis Mai 2011 vollständig im Privatbesitz des Managements und von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. Seit dem Börsengang an der London Stock Exchange 2011 werden Glencore-Aktien öffentlich gehandelt. Glencore ist umsatzmässig vor Vitol das grösste Unternehmen der Schweiz. SRF.ch

Albanien – Am Fluss Vjosa soll ein neuer Nationalpark entstehen. Seit zehn Jahren kämpfen Aktivisten für das Vorhaben, denn die Regierung hatte geplant, am Flusslauf mehrere Wasserkraftwerke zu bauen. Jetzt hat sie zusammen mit der Outdoor-Bekleidungsfirma Patagonia eine Absichtserklärung unterzeichnet, den Flusslauf unter Schutz zu stellen. SRF.ch

Deutschland – AfD besetzt Spitze neu. Tino Chrupalla und Alice Weidel führen. Der Parteitag in Riesa hat entschieden: Bundestagsfraktion und Bundespartei werden neu wieder von einem Duo geführt. SRF.ch

●Die Flammen haben sich mittlerweile auf einer 200 Hektar grossen Fläche ausgebreitet, sagte Kreissprecherin Andrea Metzler am Mittag dem rbb. Grosse Probleme bereitet den Einsatzkräften der Wind, der das Feuer immer mehr anfacht. Derzeit sind laut Metzler 500 Einsatzkräfte vor Ort, in den nächsten Stunden soll auf 750 Kräfte aufgestockt werden. Für die Brandbekämpfung wurden ein Bergepanzer der Bundeswehr, ein zweiter Bundeswehr-Löschhubschrauber sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei angefordert. Die Stadt Treuenbrietzen hat wegen der aktuellen Waldbrand-Gefahrenlage ein Notfall-Telefon eingerichtet. Unter der Nummer 033748/ 747–50 können sich Betroffene ab sofort informieren, teilte die Stadtverwaltung mit. 2018 waren bei einem Waldbrand in Treuenbrietzen rund 400 Hektar Wald zerstört worden. Nicht weit von Treuenbrietzen entfernt, nahe Beelitz, ist auch ein Waldbrand ausgebrochen.

●Der Deutsche Wetterdienst hat heute in Cottbus einen Temperaturrekord gemessen. Wie der DWD auf Twitter mitteilte, lag der Wert bei 39,2 Grad. Der bislang höchste Wert an dieser Messstelle war Ende Juli 1921 mit 38,9 Grad verzeichnet worden. RBB.de

●Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet eine Verlängerung des 9‑Euro-Tickets über den August hinaus. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für „Bild am Sonntag“ gaben das 70 % der Befragten an. Dagegen waren 18%. Das 9‑Euro-Ticket ermöglicht in den Monaten Juni, Juli und August Fahrten im Öffentlichen Personennahverkehr durch ganz Deutschland. Mit den Fahrscheinen sollen zum einen Verbraucher angesichts der hohen Inflation finanziell entlastet und zum anderen der ÖPNV attraktiver werden. ORF.at

●Vertreter aus Politik und Wirtschaft beraten in Potsdam über die Sicherheit der digitalen Infrastruktur. Bei der Konferenz für Nationale Cybersicherheit am Hasso-Plattner-Institut geht es auch um aktuelle Bedrohungen durch den Krieg in der Ukraine. Weitere Vorträge und Diskussionen behandeln zum Beispiel die IT-Sicherheit in der Wirtschaft oder den „Menschlichen Faktor“. Bundesverfassungsschutz, Bundeskriminalamt und Bundesnachrichtendienst informieren über die aktuelle Lage in Deutschland. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung eine langfristige Cybersicherheitsstrategie beschlossen. RBB.de

Ecuador – Die Regierung verhängt Ausnahmezustand. Seit Anfang Woche haben Indigene in dem südamerikanischen Land zahlreiche Landstrassen blockiert. SRF.ch

EU – Bundeskanzler Scholz hat eine Reform der Europäischen Union verlangt, um eine Aufnahme neuer Mitglieder zu erleichtern. In einem Interview forderte Scholz eine Abkehr vom Prinzip der Einstimmigkeit. RBB.de

Frankreich – In Frankreich geht am Abend die zweite Runde der Parlamentswahl zu Ende. Wie das Innenministerium mitteilte, lag die Wahlbeteiligung gegen 17 Uhr bei rund 38 Prozent. Die letzten Wahllokale schliessen um 20.00 Uhr. Präsident Macron muss fürchten, dass sein Regierungsbündnis die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung verliert. Dann wäre er für seine Vorhaben auf die Unterstützung anderer Lager angewiesen. RBB.de

●Schlappe für Macron. Frankreich steht zwischen Stillstand und Aufbruch. Die Wähler verweigern erstmals seit über 30 Jahren einem neugewählten Präsidenten die Mehrheit im Parlament. SRF.ch

Georgien – Das Land soll eine «europäische Perspektive» erhalten, nicht den Status als EU-Kandidatenland. Das Land demonstriert. Die Georgier wollen «nach Hause, nach Europa» – in die EU. SRF.ch

Grossbritannien – GB ist lahmgelegt. Gut 40’000 Bahnangestellte haben ihre Arbeit niedergelegt. Die Regierung bleibt vorerst hart. Es ist der grösste Streik seit 30 Jahren. SRF.ch

Indien – Mehr Biosprit, mehr Hunger: ein fataler Kreislauf. Der Ukraine-Krieg hat das Ernährungsproblem verschärft. Trotzdem wird ein Teil der Ernte noch für Biosprit verwendet. SRF.ch

Israel – In Israel können die Wahlberechtigten wohl schon bald ein neues Parlament wählen – zum fünften Mal seit 2019. Die aktuelle Regierung von Premierminister Naftali Bennett ist seit einem Jahr im Amt und will dem Parlament schon nächste Woche Neuwahlen vorschlagen. SRF.ch

Italien – Aussenminister Di Maio verlässt seine Partei wegen Haltung bei Waffengeschäften im Ukraine-Krieg. Die Fünf-Sterne-Bewegung muss künftig ohne ihr Aushängeschild auskommen. Regierung Draghi wackelt.

●Die Po-Ebene dürstet nach Wasser und bittet die Schweiz um Hilfe. Italien erhält weniger Wasser vom Lago Maggiore als üblich. Die Tessiner sollen Wasser aus den Stauseen ablassen. SRF.ch

Jemen – Zur Rettung des alternden Öltankers „Safer“ vor der Küste des Jemen, wo eine Umweltkatastrophe droht, fehlen immer noch rund 20 Millionen US-Dollar. Das teilte der UNO-Nothilfekoordinator David Gressly, mit. Kämen Spenden in dieser Höhe noch im Juni zusammen, könne die Rettungsaktion im Roten Meer beginnen. Allein für die Rettungsaktion werden etwa 80 Millionen Dollar benötigt. ORF.at

Kolumbien – Der Tiktok-Opa will Präsident werden. Der 77-jährige Rodolfo Hernández will Präsident von Kolumbien werden. Ohne Wahlprogramm, aber mithilfe von Tiktok.

●Diese Wahl ist historisch, denn linke Kandidaten hatten im südamerikanischen Land bisher noch nie eine Chance. Der Triumph des 62-jährigen Gustavo Petro in einem der konservativsten Länder Südamerikas ist ein Beispiel dafür, wie weit verbreitete Unzufriedenheit eine regierende Elite erschüttern kann. Gustavo Petro erhielt die Stimmen vor allem von jungen und armen Kolumbianerinnen und Kolumbianern, die auf einen Wandel hoffen. Einen Wandel, der ihnen schon lange versprochen wurde, der aber nicht eingetreten ist. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist arm, fast nirgends auf der Welt ist der Reichtum so ungleich verteilt – und das Bildungssystem ist so teuer, dass viele Jugendliche keine Perspektiven sehen. Der Sieg von Gustavo Petro ist eine Zeitenwende: Er will das Land verändern – den Sozialstaat ausbauen, die Reichen stärker besteuern, den Energiesektor umbauen. SRF.ch

Litauen – In den Streit mit Russland über Warenlieferungen nach Kaliningrad haben sich die USA eingeschaltet. Der Sprecher des Aussenministeriums Price, betonte, dass ein Angriff auf ein verbündetes Land als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Das gelte auch für Litauen. Price reagierte damit auf russische Äusserungen, wonach die weitere Blockade des Warenverkehrs – so wörtlich – „schwerwiegende negative Folgen“ haben werde. Seit knapp einer Woche fällt der Güterverkehr zwischen Russland und seiner Exklave Kaliningrad unter die Sanktionen der EU. Metalle, Baumaterial, Kohle werden nicht mehr durch Litauen transportiert. RBB.de

Norwegen – Mehr als ein Jahrzehnt später. Norwegische Gedenkstätte für Utøya-Opfer eröffnet. 77 Menschen starben bei den Terroranschlägen vom 22. Juli 2011. Nun werden sie mit einer Gedenkstätte geehrt. SRF.ch

Russland – Mehr als 690 Vereinbarungen im Gesamtwert von über 5,6 Billionen Rubel (99,8 Milliarden US-Dollar) wurden beim St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) abgeschlossen, sagte Anton Kobyakov, Berater des russischen Präsidenten und Exekutivsekretär des SPIEF-Organisationskomitees, am 18.6.„Bis jetzt wurden 691 Vereinbarungen im Wert von 5,639 Billionen Rubel unterzeichnet. Rund 14.000 Menschen nahmen in diesem Jahr an dem Forum teil, sagte Kobyakov.„Rund 14‘000 Personen aus 130 Ländern, darunter Russland, nahmen an dem Forum teil, 79 Länder entsandten offizielle Vertreter“, sagte er.

●Durch Waffenlieferungen an die Ukraine werden die Vereinigten Staaten Russland nicht das Recht auf seine eigene Stimme in internationalen Angelegenheiten nehmen und es zwingen können, die von Washington erfundenen Regeln einzuhalten, sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow in einem Interview mit Rossiya 1 TV am 19.6. Auf die Frage, was die USA mit zusätzlichen Waffenlieferungen in die Ukraine bezwecken, verwies der Minister darauf, dass Washington diese Ziele seit langem erklärt habe. „Sie erreichen, was sie vor langer Zeit angekündigt haben, dass Russland seinen Platz kennen muss, Russland hat kein Recht auf eine eigene Stimme in internationalen Angelegenheiten, Russland muss sich an die Regeln halten, die von den Vereinigten Staaten erfunden wurden. Das ist alles. Ich denke, sie verstehen sehr gut, dass sie keinen Erfolg haben werden“, betonte Lawrow. Zuvor sagte der russische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Anatoly Antonov, dass das Aufpumpen der Kiewer Regierung mit in den USA hergestellten Waffen ein Weg zu einer direkten militärischen Konfrontation zwischen den beiden grössten nuklearen Supermächten sei, die mit „unvorhersehbaren Folgen“ behaftet sei. VESTI.ru

Schweiz – Der 1. Zionistenkongress hätte in München stattfinden sollen. Aber die dortigen Juden lehnten den Anlass ab, weil sie sich lieber in Deutschland einen Platz in der Gesellschaft erkämpfen wollten. Basel bot sich als Alternative für den Kongress an. Am 29. August 1897 forderte Theodor Herzl im Basler Casino vor 200 Delegierten zum ersten Mal öffentlich die Schaffung eines eigenen, jüdischen Staates. «Basel spielt deshalb im Bewusstsein der Juden eine wichtige Rolle,» sagt Ralph Lewin, ehemaliger Basler Regierungsrat und heute Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes. So gebe es in zahlreichen israelischen Städten Strassen, die nach der Stadt am Rheinknie benannt seien. Ende August findet die 125. Ausgabe des Zionistenkongresses wieder in Basel statt. Erwartet wird unter anderem der israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog. Das Polizeiaufgebot wird enorm sein. Das sagt auch Basels Polizeikommandant Martin Roth. «Wir werden von andern kantonalen Polizeicorps unterstützt». Mit wie viel Personal will er aus Sicherheitsgründen aber nicht verraten.

●Protest gegen elektronische Werbeflächen, die nämlich extrem viel Strom verbrauchen.

●Im Detailhandel fallen jährlich 100’000 Tonnen Lebensmittel-Abfälle an. Ein grosser Teil davon könnte gerettet werden.

●Die Schweiz schneidet bei Solar- und Windkraft schlecht ab. Die Schweiz bildet bei den Erneuerbaren beinahe das Schlusslicht in Europa. Das liegt auch an den Rahmenbedingungen.

●Angezweifelte Neutralität. In Genf ist eine neue Runde zu den Syrien-Gesprächen geplant. Doch Russland will einen anderen Austragungsort.

●Mit dem 24. Februar hat sich also eines klar verändert: Der Krieg ist nicht mehr ein Szenario, bei dem alle denken «Passiert sowieso nie!». Die Armee soll mehr Geld bekommen, darin sind sich National- und Ständerat einig. ●Asiatische Touristen kehren nur sehr langsam zurück.

●Wildpflanzen enthalten oft ein Vielfaches an Mineralien und Vitaminen im Vergleich zu Gemüse aus dem Supermarkt. Die Brennnessel etwa bringt es auf sieben Mal mehr Vitamin C als Orangen. Aber auch bei Magnesium, Calcium, Kalium und Eiweiss gehört die Brennnessel zu den inhaltsreichsten Pflanzen überhaupt. Unter anderem gilt die Brennnessel in der Naturheilkunde als stoffwechselanregend, blutreinigend und harntreibend. Der Giersch wurde von den Römern gegen Gicht gegessen, ausserdem enthält er gleich viel Eiweiss wie grüne Erbsen und deutlich mehr als der trendige Federkohl. Sogar das Gänseblümchen lässt den Federkohl an Nährstoffen deutlich hinter sich. Viele Wildpflanzen und Gemüsesorten enthalten zudem ein hohes Mass an Bitterstoffen. Als Bitterstoffe werden alle chemischen Verbindungen bezeichnet, die einen bitteren Geschmack aufweisen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden dieser aber weggezüchtet, so dass wir heute nicht mehr an die bitteren Stoffe gewohnt sind. Seit einiger Zeit ist ein Revival der Bitterstoffe zu beobachten. «Die angebotene Vielfalt an bitteren Gemüsesorten hat über die vergangenen Jahre zugenommen. So sind beispielsweise Chicchoré, Spinat und Kohlgemüse bei den Kunden beliebter», bestätigt Detailhändler Coop. «Auch bei Getränken mit Bitterstoffen erkennen wir einen klaren Trend.» SRF.ch

Ukraine – Die ukrainische Werchowna Rada, das nationale Parlament hat den Austritt des Landes aus einer Reihe von Abkommen innerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) genehmigt, sagte der Vertreter der ukrainischen Regierung bei der nationalen Legislative, Taras Melnichuk, am 19.6. VESTI.ru

●Das ukrainische Parlament hat die Musik von Künstlern mit russischer Staatsbürgerschaft verboten. Es stimmte heute mit einer Zweidrittelmehrheit für den Gesetzesentwurf. RU.ua

Ungarn – Preisstopps. Bis 1. Oktober wie gehabt! Die Regierung verlängert sämtliche Sozialmassnahmen im Kampf gegen die Inflation.

●Für Ungarn sind laut Staatspräsidentin Katalin Novák drei Fragen besonders wichtig: „An erster Stelle steht, so schnell wie möglich Frieden in der Ukraine zu schaffen.“ Zweitens müssten bei allen Verhandlungen über die Energieversorgung die Interessen der Länder ohne Meereszugang weitestgehend Berücksichtigung finden. Drittens trete Ungarn dafür ein, dass die Ukraine und die Staaten des Westbalkans so bald wie möglich einen EU-Kandidatenstatus erhalten. Diesen Standpunkt formulierte die ungarische Staatspräsidentin beim Gipfeltreffen der Drei-Meere-Initiative am Montag in Riga. Novák erinnerte daran, dass diese Initiative 2015 mit der Zielstellung auf den Weg gebracht wurde, die in Ost-West-Richtung bestehende Verkehrs- und Energie-Infrastruktur Europas um Nord-Süd-Anbindungen auszuweiten. Der Initiative gehören neben den Staaten des Baltikums und der Visegrád-Gruppe (V4) noch Österreich, Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien sowie Deutschland als Partnerland an. Am 20.6. wurde auf Vorschlag Polens die Ukraine zum Mitgliedsland gekürt. Deren Präsident Wolodymyr Selenskyj warb per Videoschalte für sein Land, das die ursprünglich vorgesehene Verknüpfung der in der Initiative vereinten Länder von der Ostsee über das Schwarze Meer bis zur Adria vervollkommnen könne. Katalin Novák verhandelte am 20.6.auch gesondert mit dem Gastgeber, Lettlands Staatspräsident Egils Levits, sowie mit Bulgariens Präsident Rumen Radew und Sloweniens Borut Pahor. MR.hu

UNO – Es dürfte sie gar nicht mehr geben. Der Atomwaffen-Verbotsvertrag der UNO verbietet deren Herstellung, Kauf, Verkauf und erst recht den Einsatz. Doch die aktuelle Entwicklung verläuft konträr. Was will der Atomwaffen-Verbotsvertrag? Der Vertrag setzt dort an, wo der weitaus ältere Atomsperrvertrag von 1970 seine Ziele verfehlt hat: Seit Inkrafttreten des Atomsperrvertrags sind Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel als Atommächte hinzugekommen, der Iran ist auf dem Weg dahin. Und die «alten Atommächte» rüsten nuklear keineswegs ab. Deshalb setzt das UNO-Atomwaffenverbot, das vor eineinhalb Jahren in Kraft trat, weitaus ehrgeizigere Ziele: Entwicklung, Bau, Lagerung, Handel, Tests, Transport und Einsatz von Atomwaffen sind verboten. Und zwar für alle Länder. SRF.ch

USA – Hoffnung und Tod in der Wüste. Mit immer höheren Zäunen hoffte man in den USA, die Migration aus dem Süden zu stoppen. Doch die Abschreckung funktioniert nicht. Die Befestigung der Grenze hat die Reise nach Norden lediglich gefährlicher gemacht, wie ein Augenschein in der Sonora-Wüste zeigt. Ein Umdenken ist nicht in Sicht. Doug Ruopp fährt regelmässig mit einem Pickup in die schöne, aber unwirtliche Wüste an der Grenze zu Mexiko. Er hat Wasser, Lebensmittel und einen Erste-Hilfe-Kasten geladen. Regelmässig versorgt er die Fässer, die zu Dutzenden in der Wüste platziert sind, mit frischem Wasser. Dies kann den Migranten und Migrantinnen, die durch die Wüste irren, das Leben retten. Auf seiner Fahrt entdeckt er regelmässig alte Rucksäcke, Kleider, leere Wasserflaschen. Aber auch Knochen. Wie viele Menschen in dieser Wüste schon gestorben sind, weiss niemand. Auch der Grenzschützer Robert Ortiz ist überzeugt, eine wichtige Arbeit zu tun. Er sieht sich in einem Krieg gegen Schmuggler und Verbrecherkartelle, die den Migranten Lügen erzählten und ihnen versicherten, die Reise in Richtung Norden sei einfach zu schaffen. Den gewaltigen Grenzzaun, den «Trump Wall», findet Ortiz gut. Die Positionen sind festgefahren. Die einen werfen den anderen vor, offene Grenzen zu wollen, die Verbrecher ins Land bringen. Die anderen sehen die Abriegelung der Grenze als unmenschlich an. Derweil treten immer neue Menschen den illegalen Weg in die USA an in der Hoffnung, dort eine bessere Zukunft zu finden. ►im Podcast „International“ auf SRF.ch

●Tausende Amerikaner aus dem ganzen Land versammelten sich am 18.6. in der Innenstadt von Washington D.C. zu einer Kundgebung, um auf die Lebensbedingungen der Menschen mit niedrigem Einkommen aufmerksam zu machen, und forderten die politischen Entscheidungsträger auf, mehr zu tun, um die am unteren Rand zu unterstützen.Die Massenversammlung der Armen und Niedriglohnarbeiter und der Moralmarsch in Washington fanden in der Nähe des Capitol Hill statt, wobei Demonstranten Schilder mit Botschaften wie „Geld für die Armen, nicht für Krieg“, „Hebe von unten, alle steigen“ hochhielten.„Hört Rassismus jetzt auf“ und „Ungerechtigkeit überall ist eine Bedrohung für die Gerechtigkeit überall“.Laut der Website (www.poorpeoplescampaign.org) der Poor People’s Campaign ist die US-Wirtschaft in den letzten 50 Jahren um das 18-fache gewachsen, die Vermögensungleichheit hat zugenommen, die Lebenshaltungskosten sind gestiegen und die Sozialprogramme sind gestiegenwurden umstrukturiert und drastisch gekürzt. CGTN.cn

●Der frühere US-Fernsehstar Bill Cosby ist in einem Zivilprozess wegen sexueller Übegriffe in den 1970er Jahren schuldig gesprochen worden. Ein Geschworenengericht im kalifornischen Santa Monica verurteilte den 84-Jährigen, der Klägerin 500.000 Dollar Schadenersatz zu zahlen. Sie sahen es als erwiesen an, dass Cosby die damals 16-Jährige bedrängt und sexuell genötigt hat. Der ehemalige Comedian war 2018 wegen sexualisierter Gewalt in einem anderen Fall zu mindestens drei Jahren Haft verurteilt worden. Im vergangenen Jahr wurde er freigelassen, weil das Urteil aus formalen Gründen aufgehoben wurde. SRF.ch




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