Tyler Durden
Der Nahrungsmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) – ein globaler Maßstab für Lebensmittelpreise – erreichte im Juli den höchsten Stand seit Anfang 2023. Dies markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt nach einem mehrjährigen Abwärtstrend, der auf die Preisspitzen infolge von Covid und des Russland-Ukraine-Kriegs folgte.
Der FAO-Nahrungsmittelpreisindex lag im Juli im Schnitt bei 130,1 Punkten – ein Anstieg um 1,6 % gegenüber Juni. Haupttreiber waren die stark gestiegenen Preise für Fleisch und Pflanzenöle.
„Der Index zeigt die monatlichen Veränderungen der internationalen Preise für eine Reihe von weltweit gehandelten Nahrungsmitteln. Im Juli glichen die Preiserhöhungen bei Fleisch und Pflanzenöl die Rückgänge bei Getreide, Milchprodukten und Zucker mehr als aus“, erklärte die FAO in ihrem Monatsbericht.
Seit seinem Tiefpunkt Anfang 2024 hat der Index eine deutliche Trendwende vollzogen, nachdem er nach den Preisspitzen während der Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine zurückgegangen war. Er liegt nun auf dem höchsten Stand seit Februar 2023 – 43 % über dem Tiefstwert zu Beginn der Covid-Ära – und dürfte bis ins kommende Jahr hoch bleiben.
Kernaussagen des Berichts:
- Gesamtindex: 130,1 Punkte (+1,6 % zum Vormonat) – getrieben durch Fleisch und Pflanzenöle. Noch 18,8 % unter dem Höchststand vom März 2022, aber 7,6 % höher als im Juli 2024.
- Getreide: 106,5 Punkte (-0,8 %). Weizen- und Sorghumpreise fielen dank neuer Ernten; Mais und Gerste legten zu. Reis sank um 1,8 % wegen reichlichem Angebot und schwacher Nachfrage.
- Pflanzenöle: 166,8 Punkte (+7,1 %) – Dreijahreshoch. Palmöl stieg wegen starker Nachfrage; Sojaöl wurde vom Biokraftstoffsektor gestützt; Sonnenblumenöl kletterte wegen knappen Angebots im Schwarzen Meer; Rapsöl fiel wegen neuer EU-Ernte.
- Fleisch: 127,3 Punkte (+1,2 %) – Rekordhoch. Rind- und Schaffleisch verteuerten sich durch Nachfrage aus China und den USA; Geflügel legte leicht zu, da Brasilien wieder als frei von Vogelgrippe gilt; Schweinefleisch fiel wegen Überangebots und schwacher EU-Nachfrage.
- Milchprodukte: 155,3 Punkte (-0,1 %) – erster Rückgang seit April 2024. Butter und Milchpulver gaben wegen reichlicher Versorgung nach; Käsepreise stiegen dank starker Nachfrage aus Asien und dem Nahen Osten bei gleichzeitig geringeren EU-Exporten.
- Zucker: 103,3 Punkte (-0,2 %) – fünfter monatlicher Rückgang. Ursache sind Erwartungen höherer Produktion 2025/26 (Brasilien, Indien, Thailand), teils ausgeglichen durch wieder anziehende Importnachfrage.
Der jüngste Anstieg signalisiert zunehmende Preisdynamik auf den globalen Lebensmittelmärkten. Zwar liegt der Index noch deutlich unter dem Rekordwert von 160 Punkten im Jahr 2022, doch ein anhaltender Aufwärtstrend könnte den weltweiten Inflationsdruck wieder verstärken.
Auswirkungen:
- Gefährdete Staaten: Ein erneuter Preisanstieg könnte in einkommensschwachen, importabhängigen Ländern zu Ernährungsunsicherheit und sozialen Unruhen führen.
In den USA müsste die Trump-Regierung den Fokus stärker auf den Ausbau lokaler Lebensmittelversorgungsketten legen, um externe Schocks abzufedern. Das bedeutet, den örtlichen Viehzüchter oder Landwirt zu kennen – und im Idealfall Pläne für einen eigenen Garten oder sogar einen Hühnerstall im Hinterhof zu haben.

