Whitney Webb wirft Teilen der alternativen Medienlandschaft vor, den Fall Jeffrey Epstein gezielt umzudeuten, um Tech-Oligarchen wie Peter Thiel und Elon Musk sowie die Trump-Regierung zu schützen, und kritisiert insbesondere das englische Compact Magazine, das von Akteuren mit Verbindungen zu George Soros und Peter Thiel finanziert wird, als treibende Kraft hinter einer sogenannten „Epstein-Mythologie“. Webb argumentiert, dass die Debatte erst dann massiv Fahrt aufgenommen habe, als neue Veröffentlichungen für einflussreiche Tech-Milliardäre politisch unangenehm wurden, und bemängelt, dass viele Stimmen, die heute angebliche „Verschwörungstheorien“ rund um Epstein entkräften wollten, zuvor Vertrauen für eben jene Machtzentren aufgebaut hätten. Ihrer Darstellung zufolge werde der Fokus bewusst auf sexuelle Aspekte des Falls gelenkt, während finanzielle Verbrechen und mögliche supranationale Netzwerke, für die Epstein gearbeitet haben könnte, in den Hintergrund rückten.
I just think it’s really interesting that the leading outlet pushing the “Epstein Mythology” narrative is Compact Magazine, which is funded by Soros’ Open Societies and Peter Thiel. Thiel has a lot of egg on his face with respect to Epstein given the releases of the last 12… https://t.co/jpmvhhnbCt
— Whitney Webb (@_whitneywebb) February 27, 2026
Zudem kritisiert Webb den Journalisten Michael Shellenberger für die Annahme, die bisher veröffentlichten E-Mails stellten die vollständige Beweislage dar, und weist darauf hin, dass es sich nur um einen kleinen, unverschlüsselten Teil der Kommunikation handele. Sie hält es für naiv anzunehmen, Geheimdienstverbindungen würden sich in expliziten E-Mails widerspiegeln, und verweist auf ihre eigene Arbeit, wonach US-amerikanische und israelische Geheimdienste seit Jahrzehnten eng mit Oligarchen und dem Privatsektor verflochten seien, häufig über Mittelsmänner und Technologiefirmen. Geheimdienste fungierten ihrer Ansicht nach nicht als autonome Strippenzieher, sondern als Instrumente mächtiger wirtschaftlicher Eliten, die staatlichen Schutz zur Absicherung ihrer Netzwerke nutzten.
Abschließend betont Webb, Journalismus müsse die Mächtigen zur Rechenschaft ziehen, statt deren mögliche Verstrickungen zu relativieren, nur weil prominente Milliardäre oder politische Akteure in Bedrängnis geraten.

