Tech-Riese schützt Interessen der Pharmaindustrie
Google benachteiligt gezielt Webseiten, die alternative Gesundheitslösungen fördern. Weltweit sorgen rund 16.000 sogenannte „Qualitätsprüfer“ dafür, dass solche Seiten in den Suchergebnissen kaum noch sichtbar sind. Kritiker sprechen von einer Strategie zugunsten der Schulmedizin und der Pharmaindustrie. „Es hat ein regelrechtes Gemetzel im Internet gegeben, viele kleine Seiten haben aufgehört. Wir haben ein Drittel unserer Besucher verloren“, so ein Betroffener.
Ein Beispiel ist das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS). Vor 2018 führten Google-Suchen dazu oft zu Seiten wie thehormonefactor.co.uk von Ralph Moorman, der auf natürliche Heilansätze setzt. Heute erscheinen vorrangig staatliche oder pharmafreundliche Seiten, die medikamentöse Lösungen propagieren. Die drastische Änderung kam mit dem „Medic-Update“ von Google am 1. August 2018 – eine globale Anpassung des Suchalgorithmus, die laut Google Seiten mit „großer Expertise und Autorität“ belohnt. In der Praxis bedeutete das den Ausschluss vieler alternativer Informationsquellen.
Massiver Besucherrückgang durch Algorithmen
Robert Albers, Partner von Moorman, berichtet: „Vor dem Update hatten wir 120.000 Besucher pro Jahr. Nach dem Medic-Update verloren wir schlagartig ein Drittel davon.“ Joseph Mercola, ein US-Arzt und Pionier der natürlichen Gesundheitsbewegung, verlor durch Googles Updates über 99,9 % seiner Besucher. „Google hat unsere besten Rankings gelöscht und durch Seiten ersetzt, die für Junkfood und Medikamente werben“, schreibt Mercola. Er sieht darin eine bewusste Schutzmaßnahme für die Interessen der Pharmaindustrie.
Manipulierte Sichtbarkeit – für Profit
Unterstützt wird diese Kritik durch den Philosophen Bill Dembski. In seinem Text The Evilization of Google beschreibt er, wie der Konzern durch Algorithmus-Manipulation Unternehmen vernichtet und Meinung kontrolliert. Die Dominanz von Google ist enorm: Mit über 136 Milliarden monatlichen Zugriffen und einem weltweiten Marktanteil von fast 90 % hat Google die alleinige Deutungsmacht über das, was als „relevant“ gilt. Bing liegt weit abgeschlagen bei nur 3–4 %.
Google war einst für Transparenz bekannt – dank seines PageRank-Systems, das auf Verlinkung beruhte. Doch spätestens seit 2015, als das Motto „Don’t be evil“ durch „Do the right thing“ ersetzt wurde, vollzog sich laut Dembski ein Wandel zur digitalen Zensur. Heute dominiert bezahlte Werbung, während organische Suchergebnisse verdrängt werden – besonders jene, die nicht dem offiziellen Narrativ folgen.
Systematische Herabstufung alternativer Ansätze
Laut Dembski geht es Google nicht mehr nur um klassische Zensur, sondern um ein System, das unliebsame Gesundheitsansätze gezielt unsichtbar macht – selbst wenn sie von qualifizierten Ärzten und Forschern stammen. Die angeblich „objektiven“ Qualitätsprüfer orientieren sich u. a. an Wikipedia, das selbst eine pharmafreundliche Voreingenommenheit aufweise, wie Kritiker betonen.
Zwei Seiten der Medaille
Der niederländische Ernährungswissenschaftler Juglen Zwaan verweist auf Licht und Schatten der Entwicklung: Zwar seien fragwürdige Seiten verschwunden, doch auch viele seriöse Informationsquellen seien betroffen. Seine Plattform ahealthylife.nl verlor 2020 durch Google-Updates die Hälfte ihrer Besucher – konnte sich aber durch Investitionen in Inhalte teilweise erholen.
Auch dehormoonfactor.nl von Moorman und Albers erholt sich langsam – doch die Sichtbarkeit ist weiterhin stark eingeschränkt: „Wenn man heute ‘PCOS’ googelt, sind wir auf Platz 28. Das ist faktisch unsichtbar.“

