Horst D. Deckert

«Wir haben versagt» – Dänemarks Mainstream-Medien üben Selbstkritik

«Wir haben versagt», hat die führende dänische Boulevardzeitung Ekstra Bladet in einem Leitartikel zugegeben. Seit fast zwei Jahren hätten sich Presse und Öffentlichkeit von den täglichen Corona-Meldungen der Behörden hypnotisieren lassen. Experten, Politiker und Behörden hätten immer wieder vor dem «schlummernden Corona-Monster unter den Betten» gewarnt. Ein Monster, das nur darauf gewartet habe, dass die Medien einschlafen, damit es in der Dunkelheit der Nacht zuschlagen könne.

Ekstra Bladet schreibt:

«Wir – die Presse – müssen also auch eine Bilanz unserer eigenen Bemühungen ziehen. Und wir haben versagt. Wir waren an der Gartenpforte nicht wachsam genug, als die Behörden Antworten darauf brauchten, was es eigentlich bedeutet, dass Menschen mit Corona und nicht wegen Corona ins Krankenhaus kommen. Weil es einen Unterschied macht. Einen grossen Unterschied. Um genau zu sein, wurde festgestellt, dass die offiziellen Einweisungszahlen um 27% höher liegen als die tatsächliche Zahl der Menschen, die nur wegen einer Coronaerkrankung ins Krankenhaus kamen. Das wissen wir erst jetzt.»

Natürlich sei es in erster Linie Aufgabe der Behörden, die Öffentlichkeit korrekt, genau und ehrlich zu informieren. Die Zahlen darüber, wie viele Menschen an Corona erkranken und sterben, hätten aus offensichtlichen Gründen schon vor langer Zeit publiziert werden müssen, damit man sich «ein möglichst klares Bild von dem Monster unter dem Bett» machen könne.

Insgesamt würden die Botschaften der Behörden und Politiker an die Öffentlichkeit viel zu wünschen übrig lassen in dieser historischen Krise. Und so würden sie lügen, wie sie es immer getan haben, wenn Teile der Bevölkerung das Vertrauen in sie verlieren.

Ekstra Bladet führte noch ein anderes Beispiel auf: Man preise Impfstoffe als die «Superwaffe» an, bezeichne Krankenhäuser als «Superkrankenhäuser». Dennoch stünden diese «Superkrankenhäuser» offenbar unter maximalem Druck, obwohl fast die gesamte Bevölkerung mit einer «Superwaffe» ausgestattet sei. Selbst Kinder impfe man in grossem Umfang, was in den Nachbarländern nicht der Fall sei.

Der Autor resümiert: «Hier gibt es etwas, das die Bezeichnung «super» nicht verdient. Ob es an den Impfstoffen, an den Krankenhäusern oder an einer Mischung aus beidem liegt, lässt sich nur vermuten. Aber die Art und Weise, wie die Machthaber mit der Öffentlichkeit kommunizieren, verdient ganz sicher nicht das Prädikat ‹super›. Ganz im Gegenteil.»

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