Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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«Wir handeln nach dem Gesetz, doch die Politiker machen das Gegenteil»

Die Schweizer Regierung hat die Gastronomen zu Privatpolizisten verdammt. So will es die Covid-19-Verordnung, die der Bundesrat am 13. September erlassen hat. Gemäss dieser müssen Gastronomen die Zertifikate der Besucher kontrollieren. Eine Regelung, die längst nicht allen Restaurantbetreibern passt.

Kein Verständnis dafür haben die Brüder Ivan und Patrick Aufdenblatten, die das Restaurant Walliserkanne in Zermatt führen. In einem Video von kla.tv erzählen sie, warum sie die Zertifikatspflicht nicht mehr mittragen können (Minute 01:23 bis 03:39):

«Wir wurden zu verschiedenen Massnahmen gezwungen, obwohl bis jetzt nie nachgewiesen wurde, dass überhaupt eine Pandemie existiert. Mit oder an Corona starben weit weniger Menschen, als es anfänglich noch geheissen hatte. Die Massnahmen wurden ständig willkürlich angepasst. Erst hiess es, dass Gesichtsmasken nichts taugen würden. Dann wieder doch. Dann hiess es bei den Take-Away-Restaurants, man solle nur im Stehen Maske tragen, dann wieder nur im Sitzen», sagt Patrick Aufdenblatten.

Wenn immer nur dieselbe Branche mit willkürlichen Massnahmen bestraft werde, sei dies seltsam. «Wir handeln nach dem Gesetz, doch die Politiker machen das Gegenteil». Bruder Ivan ist überzeugt, dass die Bürger mehr Selbstvertrauen an den Tag legen sollten (Minute 03:41 bis 04:22):

«Wir würden uns freuen, wenn sich mehr Menschen gegen dieses gesetzeswidrige Handeln des Bundesrates wehren würden.» Wir dürften uns keine Angst einflössen lassen. Die Menschen brauchen mehr Selbstvertrauen. Wir halten uns an die Bundesverfassung, die unsere Rechte schützt. Die Regierung tut dies nicht.»

Die zwei Brüder betonen weiter, dass sie nicht zum Ungehorsam aufriefen. Doch jeder sei aufgefordert, sich an die Verfassung zu halten. Das sei ganz einfach: «Wir sind das Volk, wir sind der Souverän und wir entscheiden. Nicht die Politiker.» Mit der korrupten Regierung und der absoluten Kontrolle müsse es nun endlich ein Ende haben. Es könne nicht sein, dass der Bund gegen 25 Gesetze der Bundesverfassung verstosse: «Wir unterstützen dieses Apartheidsystem nicht. Und auch nicht die Spaltung der Gesellschaft, die Diskriminierung und eine Zweiklassengesellschaft», sagt Ivan.

Sie seien schon wegen des «Maskentheaters» in den Medien negativ aufgefallen, da sie sich geweigert hätten, sich das Gesicht zu verhüllen. Die Restaurantbetreiber kritisieren auch die Medien, die zensieren würden. «Sie verdrehen alles und hinterfragen nichts. Die Politiker lügen wie gedruckt und die Medien drucken die Lügen der Politiker.»

Einer der 40 Mitarbeiter hätte wegen der Maske Atemprobleme (Minute 06:40 bis 07:10):

«Acht Stunden lang mit einer Maske rauf und runter zu laufen, ist eine Zumutung», sagt Ivan. Er und sein Bruder hätten sich die Frage stellen müssen, wer dafür verantwortlich sei, wenn dem Mitarbeiter wegen des Maskenzwangs etwas passiere. «Wir sind verantwortlich, sagte uns der Kanton. Doch wieso eigentlich, wenn uns doch der Bund dazu zwingt?», fragt sich Patrick.

Das Gesetz sei so geschrieben, dass gar niemand eine Maske tragen müsste. Aber leider wüssten dies nur die Wenigsten, erklärt Patrick weiter. Deshalb hätten sie sich entschieden, auf die Eigenverantwortung ihrer Mitarbeiter zu setzen. Die Mitarbeiter dürften in der Walliserkanne eine Maske tragen oder auch nicht. Ungeachtet ihrer Entscheidung, würden alle gleich behandelt. Fünf Mitarbeiter hätten sich für die Maske entschieden, 35 dagegen.

Das habe sich im Dorf schnell rumgesprochen. Ende April sei dann erstmals die Polizei erschienen. Diese hätte gedroht, dass das Restaurant geschlossen werden müsse, falls das Personal die Maske nicht trage. Die Polizei sei sechsmal in der Walliser Kanne gewesen und hätte erneut gedroht. Sie hätten sich geweigert, denn es gebe ja gar kein Gesetz dafür, sagt Patrick «Und siehe da, sechs Monate später haben wir noch immer geöffnet.»

Kurz nach Einführung der Zertifikatspflicht seien acht Polizisten erschienen und hätten von allen Seiten das Restaurant belagert und alle Eingänge versperrt. Sie seien einfach hineingestürmt und hätten die Zertifikate der Gäste kontrolliert. Auf die Frage nach der Legitimation für ihre Handlung hätten die Polizisten keine Antworten geben können (Minute 10:25 bis 10:40):

«Wir haben die Polizisten auf ihre Straftaten aufmerksam gemacht. Dann sind sie wieder gegangen. Die Gäste durften weiteressen. Seither, also seit rund zwei Wochen, ist nichts mehr passiert. Wir haben keinen Brief oder sonst etwas erhalten und die Polizei kreuzte auch nicht wieder auf.»

Die Polizisten seien darüber erstaunt gewesen, dass die zwei Gastronomen die Gesetze so gut kennen. «Man muss sich halt über diese Gesetze schlau machen», erklärt Patrick. Mit der Zertifikatspflicht gehe das Spiel nun von vorne los. Doch die Einstellung der Gäste hätte sich inzwischen geändert, erzählt Patrick (Minute 08:25 bis 09:04).

«Anfang April waren es so ungefähr 40 Prozent, die unserer Meinung waren. Inzwischen sind es locker 80 Prozent. (…) Es gibt auch kritische Stimmen. Und das ist auch gut, denn in einer Demokratie darf und soll das auch möglich sein.»

Das ganze Video sehen Sie hier.

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