Horst D. Deckert

Wochenblick-Leser haben Recht: Afghanen-Flüchtlingswelle droht

Die Taliban versprachen ursprünglich, keine weiteren Afghanen außer Landes zu lassen. Vergangene Woche fragte Wochenblick auf Telegram: „Werden sie ihr Wort halten?“ – Fast die Hälfte der Wochenblick-Leser glaubte nicht daran, dass die Taliban daran festhalten. Und tatsächlich handelte es sich um ein leeres Versprechen: Bereits jetzt knicken die Taliban ein und sagten zu, Afghanen mit gültigen Reisedokumenten aus dem Land zu lassen. Aus Deutschland erschallen bereits große Einladungsbekundungen. Die neue Flüchtlingswelle aus Afghanistan steht vor der Tür.

Von Bernadette Conrads

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  • Taliban versprachen, keine „Fachkräfte“ aus dem Land zu lassen
  • Wochenblick-Leser glaubten nicht an Taliban-Versprechen
  • Sie hatten Recht: Außenminister Schallenberg schildert Wende bei Taliban-Regierung
  • Mit gültigen Reisedokumenten dürfen Taliban ausreisen
  • Afghanische Fachkräfte – Nach Ermittlungen: Ex-Minister liefert jetzt Pizza in Deutschland aus
  • Afghanen: In Kriminalitätsstatistik überrepräsentiert
  • Deutsche Einladungspolitik soll weitergehen: Baerbock will 50.000 Afghanen
  • IS-Terror gegen Taliban: Islamisten „zu liberal“
  • Folgt Kopf-an-Kopf-Rennen um das strengere islamische Kalifat?

Wochenblick berichtete über das Versprechen der Taliban, keine Afghanen außer Landes zu lassen. Ihre Begründung: Sie hätten Angst vor einer Abwanderung von „Fachkräften“. Daraufhin befragte Wochenblick die Leser auf Telegram, ob dem Versprechen der Taliban zu trauen sei.

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In der Kriminalstatistik überrepräsentiert, in Deutschland willkommen

Aus Deutschland erklingen bereits die Einladungsbekundungen. Und das, obwohl längst erwiesen ist, dass die Afghanen – wie Wochenblick berichtete – in der Kriminalitätsstatistik stark überrepräsentiert sind. Vor allem durch Gewalt- und Sexualdelikte treten immer mehr afghanischstämmige Männer in den Mittelpunkt des öffentlichen Entsetzens. Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock forderte unlängst trotzdem die Aufnahme von 50.000 Afghanen.

Fachkraft: In Afghanistan Minister, in Deutschland Pizzabote

Beeindruckt zeigt man sich beim deutschen Nachbarn auch bereits über eine afghanische Fachkraft, die bereits vor einem Jahr als Asylwerber ins Land kam: Der ehemalige afghanische Minister Syed Ahmad Shah Sadaat floh nach Ermittlungen gegen ihn vor über einem Jahr nach Deutschland. Er erklärte hierzu, dass er nicht von Sozialhilfe leben wolle, den Deutschen nicht auf der Tasche liegen. Na immerhin!

Jetzt liefert der afghanische Ex-Minister in Leipzig Pizza aus und stellt große Forderungen: „Die Welt muss jetzt an der Seite des afghanischen Volkes stehen“.

Wochenblick-Leser glaubten den Taliban nicht

37% waren der Meinung, dass wenn jemand die Afghanen von ihrer Reise nach Europa abhalten könne, es die Taliban seien. 16% waren sich unsicher. Das Gros der Wochenblick-Leser glaubte den Worten der Taliban nicht. 47% waren der Meinung, dass es sich bei den Versprechungen der neuen afghanischen Regierung ebenso um leere Worte handelte, wie man es von unseren Regierenden gewohnt ist. Sie votierten für „Alles nur heiße Luft“ und „Ich glaube den Taliban kein Wort“.

Wochenblick-Leser haben Recht

Jetzt zeigt sich: Sie sollten Recht behalten. Denn mittlerweile erklärten sich die Taliban bereit, Afghanen mit gültigen Reisedokumenten weiterziehen zu lassen, wie Außenminister Alexander Schallenberg in der ZIB2 bei Armin Wolf feststellte. Er beklagte im Interview die „abwertende Tonalität“ der Grünen, denen dessen starke Bemühungen, Afghanen nach Österreich zu holen, immer noch nicht weit genug gehen.

Fast nur Männer: Afghanen im Flugzeug in Richtung Westen
Imago

Ex-Asylwerber aus Afghanistan sollen um jeden Preis zurückgeholt werden

Im ZIB2-Gespräch mit Armin Wolf betonte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) Österreichs Bemühungen, afghanisch-stämmige Österreicher in unser Land zurückzuholen. Sie kamen zuvor großteils als Asylwerber nach Österreich, weil es in Afghanistan nicht sicher für sie sei. Jetzt befanden sie sich auf Heimaturlaub und wurden offenbar von der Taliban-Machtübernahme überrumpelt.

Koste es, was es wolle? Deswegen soll Österreich – geht es nach dem Mainstream und den Grünen – keine Kosten und Mühen scheuen, um diese Menschen zurück nach Österreich zu holen, wie sich auch im verhörartigen Wolf-Interview zeigte.

Schallenberg bestätigt: Taliban lassen Afghanen ausreisen

Schallenberg beschwichtigte untertänigst, dass Österreich bemüht sei, die Afghanen zurückzuholen. Mittlerweile hätten die Taliban auch zugesagt, Personen mit gültigen Reisedokumenten außer Landes zu lassen, so der Außenminister. Die Wochenblick-Leser hatten also Recht: Die Taliban werden uns nicht vor einer Asylwelle aus Afghanistan bewahren.

„Zu liberal“: IS-Terror gegen Taliban

Gerade einmal eine Woche in der Regierung befürchten die Taliban den Verlust von „Fachkräften“ offenbar nicht mehr so stark und wollen sie weiterziehen lassen. Sie müssen sich allerdings mittlerweile auch mit anderen Problemen herumschlagen: So ist Afghanistan nun Anschlägen durch den Islamischen Staat ausgesetzt. Angeblich, weil die Taliban dem IS zu liberal seien, wie Medien berichten. Der Konflikt um die Vorherrschaft in Afghanistan könnte damit in die nächste Runde gehen. Wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das strengere islamische Kalifat?

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