Am 1. Juli 2025 diskutierte Colonel Douglas Macgregor in der Sendung „Judging Freedom“ mit Moderator Andrew Napolitano die geopolitischen Folgen von Präsident Donald Trumps fehlgeschlagenem Bombenangriff und die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und im Nahen Osten. Der folgende Artikel fasst die zentralen Punkte seiner Analyse zusammen und beleuchtet die komplexen Zusammenhänge, die die globale Sicherheitslage prägen.
Wirtschaftliche Bedrohungen durch wachsende Konflikte
Zu Beginn wies Napolitano auf die wirtschaftlichen Risiken globaler Konflikte hin. Steigende Staatsausgaben, wachsende Schulden und ein schwächerer Dollar bedrohen die finanzielle Stabilität der USA und damit auch die der Bürger. Besonders alarmierend sei die Prognose von Goldman Sachs, dass der Goldpreis bis 2026 auf 4.500 US-Dollar pro Unze steigen könnte, da Zentralbanken und Investoren Gold als Schutz vor Währungskollaps, Inflation und Marktvolatilität horten.
Ukraine: Ein Krieg am Wendepunkt
Macgregor analysierte die Lage in der Ukraine, die trotz nachlassender internationaler Aufmerksamkeit weiter eskaliert. Ukrainische Angriffe auf Donezk mit britischen Storm-Shadow-Raketen, die zivile Opfer forderten, zeugen von der Verzweiflung Kiews. Donezk und Luhansk seien mittlerweile vollständig von ukrainischen Truppen befreit, und russische Einheiten, unterstützt durch tschetschenische Kämpfer, rücken Richtung Kiew vor, um Mitglieder des neonazistischen Asow-Bataillons zur Rechenschaft zu ziehen.Präsident Wladimir Putin stehe unter Druck, den Krieg schneller zu beenden, doch er bleibe seiner vorsichtigen, methodischen Strategie treu, um eine direkte Konfrontation mit der NATO zu vermeiden. Macgregor prognostiziert, dass bis Ende September 2025 die Landkarte der Ukraine erheblich verändert sein wird. Putin warte zudem auf politische Veränderungen in Europa, insbesondere in Frankreich und Deutschland, die die Dynamik des Konflikts beeinflussen könnten.
Trumps Bombenangriff: Ein Fehlschlag mit weitreichenden Folgen
Im Mittelpunkt der Diskussion stand Trumps jüngster Bombenangriff, der laut Macgregor von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erbeten wurde, um einen Waffenstillstand zu erzwingen. Israel befand sich in einer prekären Lage, da iranische Raketen erhebliche Schäden anrichteten und die israelischen Raketenabwehrsysteme an ihre Grenzen stießen. Der Angriff, der keine iranischen Opfer forderte, wurde von Trump als Erfolg dargestellt, doch Macgregor betonte, dass der Konflikt keineswegs beendet sei. Ein iranischer Gegenangriff auf US-Einrichtungen in Bahrain unterstreiche dies. Die Bitte um einen Waffenstillstand kam eindeutig von Israel, das laut Macgregor von der Präzision und Zerstörungskraft iranischer Raketen überrascht wurde. Der israelische Finanzminister warnte zudem vor einem drohenden wirtschaftlichen Kollaps, sollte der Konflikt andauern. Die Kosten für den Wiederaufbau Israels dürften letztlich von den USA getragen werden, wobei amerikanische Großunternehmen die Aufträge erhalten könnten.
Geopolitische Langzeitfolgen
Macgregor warnte, dass die USA durch den Bombenangriff de facto Kriegspartei geworden seien, was die Beziehungen zu Iran, Russland und China nachhaltig belaste. Iran sehe Trump als Instrument Israels, was Verhandlungen erschwert. Zudem spiele Aserbaidschan eine zunehmend problematische Rolle, da es Israel als Operationsbasis gegen Iran dient und gleichzeitig Russlands Interessen in der Region gefährdet. Die Türkei unter Präsident Erdogan unterstütze diese Dynamik, indem sie Syrien als Plattform für Angriffe gegen schiitische Gruppen in Irak und Iran nutze.Ägypten, das größte arabische Land, stehe ebenfalls unter Druck. Die Regierung von Präsident Sisi sei wirtschaftlich von den USA abhängig, was ihre Handlungsfähigkeit einschränke. Dennoch brodelt es in der Bevölkerung aufgrund der Untätigkeit gegen Israel im Gazakonflikt. Macgregor betonte, dass die Vision eines „Großisrael“ von Suez bis zum Euphrat weiterhin die Agenda vieler Akteure präge, unterstützt von Finanzinteressen in New York, London und Washington.
Kontroverse um Geheimdienstinformationen
Ein weiterer Punkt war die Aussage von Senator John Kennedy, der nach einer Unterrichtung erklärte, Iran sei „Tage davon entfernt“ gewesen, eine Atombombe zu besitzen. Macgregor kritisierte, dass Kennedy die Quelle dieser Information – ob israelisch oder amerikanisch – nicht kenne. Dies werfe Fragen zur Glaubwürdigkeit auf, da Israel seit Jahrzehnten ähnliche Warnungen verbreite. Die enge Verflechtung von US-Geheimdiensten und israelischen Interessen, insbesondere durch Figuren wie General Kurilla von US Central Command, verstärke die Skepsis gegenüber der Unabhängigkeit amerikanischer Entscheidungen.
Fazit: Eine gefährliche Eskalation
Macgregor schloss mit einer düsteren Prognose: Die USA seien tief in einen Konflikt verstrickt, dessen Auswirkungen kaum absehbar seien. Die Gefahr eines erweiterten Krieges, möglicherweise sogar mit dem Einsatz von taktischen Nuklearwaffen, bleibe real. Die Abhängigkeit von ausländischen Interessen und die mangelnde Transparenz in der Entscheidungsfindung gefährden nicht nur die nationale Sicherheit, sondern auch die Unabhängigkeit der USA. Macgregor rief dazu auf, die Lehren von George Washington zu beherzigen, der vor der Einflussnahme fremder Mächte gewarnt habe.Die Analyse zeigt, dass Trumps Bombenangriff nicht nur ein militärischer Fehlschlag war, sondern die USA in eine gefährliche geopolitische Lage manövriert hat, mit potenziell verheerenden Folgen für die Region und die Welt.

