
Von RAINER K. KÄMPF | Noch-Kanzler Scholz hat auf dem Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum in Berlin eine Rede gehalten. So weit, so (nicht) gut. Beachtet man den Inhalt, kann von Gehalt keinerlei Rede sein. Scholz eben oder aktuelles deutsches Politiksurrogat.
Das Motto dieses Treffens „Stronger together. Securing the future“ (Gemeinsam stärker. Die Zukunft sichern) läßt beim Leser die Vermutung aufkommen, wir werden von diagnosebedürftigen Wesen regiert, die vorwiegend im intellektuellen Freiraum oszillieren. Ich könnte an dieser Stelle auch Weidel zitieren.
Deutschland selbst, erschreckend marode, mit zerfallender Infrastruktur, sterbender oder bestenfalls flüchtender Industrie und einer Gesellschaft, die sich zunehmend atomisiert, stärkt und sichert die Zukunft, gemeinsam mit einem Staat, der im Krieg seine eigenständige Zukunft schon jetzt verspielt hat. Was geschieht wohl, wenn sich zwei Ertrinkende aneinander klammern? Wäre die Lage in unserem Land nicht so kafkaesk, könnte man meinen, Loriot hätte das Drehbuch geschrieben und sich herzlich amüsieren.
Niemand vermag heute zu sagen, wie die Abstimmung am 16. Dezember im Bundestag ausgehen wird. Wählt Deutschland am 23. Februar tatsächlich neu, bekommen wir Merz mit seiner dunkelgrünen Truppe. Die denkbar schlechteste Option für unser Land. Merz wird Deutschland außenpolitisch an den Abgrund führen, während seine Wurmfortsätze im Inneren die zersetzende Verwesung forcieren werden. Dunkle Aussichten. Würde Scholz noch bis zum Herbst bleiben, wäre da noch der Unterhaltungswert. Und die Hoffnung, daß der Ukrainekrieg bis dahin erledigt ist und der Kelch eines dritten Infernos an Deutschland haarscharf vorbeigegangen ist.
Deutschland an der Schwelle. Wohin kippen wir?
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.

