Von MEINRAD MÜLLER | Der deutsche Generalmajor und künftige Heeres-Inspekteur Christian Freuding verkündete es am Freitag im Gespräch mit ZDF-heute journal-Moderatorin Dunja Hayali stolz: Hunderte weitreichende Raketen sollen für die Ukraine geliefert werden, die tief ins russische Mutterland vordringen können – zu Depots, Führungseinrichtungen, Flugplätzen. Ziel: die russische Militärmaschinerie lahmlegen. Alles aus sicherer Entfernung, ferngesteuert, mit deutscher Technik.
Stalingrad – kaum 400 km östlich der ukrainischen Grenze – scheint vergessen. Ein warnender Ort, an den sich niemand gern erinnert, mit 500.000 deutschen und verbündeten Soldaten und mehr als 500.000 auf russischer Seite. Und jetzt wieder ein lautes „Hurra“, Deutschland liefert Waffen. Und zwar Raketen, hart wie Kruppstahl, montiert von Frauen und Männern in der Heimat – wie damals, als die Front ebenso noch fern schien, aber die Todesnachrichten täglich eintrafen.
Krieg per Fernbedienung – bezahlt von uns
Das Gerät rollt per Bahn nach Osten. Finanziert aus deutschen Kassen. Deutschland zahlt – wieder einmal. Nicht für unsere marode Infrastruktur, nicht für Lehrer, Pfleger, Brücken oder Schienen, sondern für Waffen, die anderswo explodieren. Für einen Präsidenten, den man zwar hofiert, aber nicht liebt. Für einen Krieg, den viele nicht verstehen und noch weniger wollen.
Der russische Präsident hat mit ernsten Gegenschlägen gedroht. Nicht zum ersten Mal. Aber diesmal ausdrücklich gegen jene Länder, die Waffen mit Reichweite tief ins russische Territorium liefern. Das wäre ein Bruch jeder roten Linie und Deutschland marschiert nun schnurstracks darüber hinweg. Wer nicht hören will, wird fühlen müssen. Nur: Wer muss dann eigentlich fühlen? Die Entscheider im Atombunker? Oder das Volk?
Was hier passiert, ist keine Verteidigung
Die Bürger wollen keinen Krieg mit Russland. Kein deutsches Logo auf Raketen, die Moskau treffen könnten. Im Regierungsviertel trägt man die Nase hoch und zeigt sich stur. Der Wille der Bevölkerung wird ignoriert. Der Unmut wächst. Die Faust in der Hosentasche ballt sich.
Es ist ein riskantes Spiel mit dem Feuer. Ohne Plan, ohne Rückhalt, aber mit Sendungsbewusstsein. Und wenn es schiefgeht, wird man wieder einmal sagen: „Das haben wir nicht gewusst“.
Meinrad Müller (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf PI-NEWS gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.
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