
Von RAINER K. KÄMPF | Es ist wieder soweit. Heute beginnt die Adventszeit, die Zeit der Vorbereitung auf das christliche Weihnachtsfest. Ursprünglich eine Zeit der Einkehr, des Nachdenkens und des inneren Friedens. „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt“ sangen wir als Kinder. Aktuell ist man geneigt, das Lichtlein durch „die Hütte“ zu ersetzen. Von Frieden ist nicht viel zu erkennen, um uns herum. So irritiert Faesers Faseln vom Bündnisfall, weil der Russe uns wieder mal hybrid bedroht. Pünktlich zum heutigen Tag kommt die Ente, die mit der weihnachtlichen in 24 Tagen so rein gar nichts zu tun hat.
Vor uns stehen nicht so besinnliche Wochen, wie wir uns das wünschten. In Übersee laufen die Vorbereitungen zu einem gravierenden Machtwechsel, der so manchem im Berliner Regierungsviertel die Festtagsstimmung deutlich abkühlen lässt. Aber besser unterkühlt als überhitzt. Zumindest für uns. Und bei uns in Deutschland sorgt die Brandung der Wellen des Wahlkampfes für eine eher grollende Stimmung als engelsgleiche festtägliche Harmonie. Die Bescherung wird dann auch auf den 23. Februar nächsten Jahres vertagt. Egal, Hauptsache, wir bekommen, was wir uns wünschen und brauchen. Auf keinen Fall jedoch, was wir verdienen. Gott bewahre!
Zur Vorfreude trägt jedenfalls bei, dass die alternative Partei Deutschlands Anlass zur Hoffnung gibt. Sei es dem Heiligen Geist oder wahlweise dem gesunden Menschenverstand geschuldet, gehen die Blauen mit einem wieder geändertem Wahlprogramm ins Rennen und postulieren, zu unserer Freude, den Ausstieg aus dem Selbstkasteiungsprojekt EU und die Wiedereinführung einer nationalen Währung. Eine Option auf klingelnde Weihnachtsfeste der nahen Zukunft.
Wir gehen natürlich davon aus, dass der Vorsatz für das neue Jahr über den 23. Februar hinaus Bestand hat und die programmatische Volatilität einer stringenten Zielerfassung weicht. Möge auch diese Hoffnung zuallerletzt weichen. Oder diesmal besser nicht.
Die Gebrüder Grimm haben uns in ihrer Sammlung ein wunderschönes Märchen hinterlassen: Das blaue Licht. Möge dem deutschen Volk ein solches aufgehen. Erst eins, dann zwei …
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.

