
Von RAINER K. KÄMPF | Man hat in Deutschland wieder ein Problem verortet: eine „hochprofessionelle Bandenkriminalität“. Und nein: es geht hier nicht um das Parteiensystem.
Stein des Anstoßes sind effektive Diebes- und Räuberbanden, die durch unsere Städte ziehen und die Handelseinrichtungen plündern. Offensichtlich ein lohnenswertes Gewerbe, denn nach Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), läuft die Konjunktur gerade erst an. Anscheinend ist die Ausübung des Gewerbes weitgehend unproblematisch, da wohl 98 Prozent des großflächigen Eigentumstransfers erst gar nicht zur Anzeige kommen. Wozu auch?
Mit irgendwelchen Konsequenzen müssen die Ingenieure für Umlagetechnik sowieso nicht rechnen. Wobei dem Leser dieser Nachrichten vorenthalten wird, um welche Charge Fachkräfte es sich vornehmlich handeln könnte. Sauerländische Rentner auf Städtetour, australische Austauschstudenten oder japanische Pauschaltouristen. Man weiß es nicht.
Da nach Aussage von Genth die Staatsanwaltschaften eventuelle Verfahren regelmäßig einstellen, ist davon auszugehen, es handelt sich um besonders staatlich protegierte Exoten, die für „UnserenRechtsstaat“ unerreichbar sind.
Wäre das Ziel der ineffektiven Ermittlungen, den Tätern räuberischen Diebstahl nachzuweisen, könnte man getrost davon ausgehen, daß die Einstellungen aus Effizienzgründen Strafvereitelung im Amt sein dürften.
Auf der anderen Seite hätte das System ein Kommunikationsproblem, den Geschädigten zu erklären, daß man nicht gewillt oder überfordert ist, offen marodierenden Verbrecherbanden Einhalt zu gebieten.
Wie auch immer: Die Gesellschaft hat schon kapituliert.
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
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