Von MEINRAD MÜLLER | Tja, wenn die Russen kommen und mit ihren Panzern nicht über die maroden Brücken fahren dürfen, dann wird es ernst an der Brücke am Quai. Im Kriegsfall werden Soldaten von 18 bis 60 Jahren gebraucht. Damit die Armee nicht auf ihr künftiges Kanonenfutter warten muss, übernehmen die Arbeitsagenturen die Einberufung. Und damit die Beamten in der Arbeitsagentur von Chefin Andrea Nahles (SPD) wissen, wie man diese Aufgabe umsetzt, wird jetzt geprobt.
Trotz der Gefahr, Füße, Arme und Köpfe dabei zu verlieren, ist die Ablehnung dieses Jobangebots im Kriegsfall nicht mehr möglich. Die Tätigkeit beim Militär gilt als „zumutbare Arbeit“. Wer auf der Liste steht, wird aus seinem bisherigen Leben herausgerissen und dorthin geschickt, wo er gebraucht wird – ins Lazarett, an die Werkbank einer Rüstungsfabrik oder in die Truppe. Selbst Kriegsdienstverweigerer sind nicht ausgenommen. Frauen können für den Dienst in Lazaretten verpflichtet werden. Das Arbeitssicherstellungsgesetz aus dem Jahr 1968, im Februar 2025 erweitert, gibt der Behörde dafür die Handhabe.
Generalprobe im Hamburger Hafen
Vom 23. bis 27. September 2025 wird diese Machtprobe im Hamburger Hafen durchgespielt. Über 600 Beteiligte aus Bundeswehr, Wirtschaft und Zivilbehörden trainieren unter dem Namen Red Storm Bravo den Ernstfall. Mit dabei sind 75 Beschäftigte der Arbeitsagentur, die probeweise die Rolle übernehmen, die früher die Kreiswehrersatzämter innehatten. Die Liste der kriegswichtigen Bereiche reicht von Energie über Lebensmittelbetriebe, Wasser- und Stromwerke, Logistikkonzerne und Krankenhäuser bis zu Telekommunikationsanbietern.
Ironisch ist, dass die Behörde schon zu Friedenszeiten immer weniger Menschen in Arbeit bringt. Laut Bild.de lag die Quote der direkten Vermittlungen 2024 bei nur 4,9 Prozent, ein historischer Tiefststand. Pro Vermittler gelingt im Schnitt nur noch sechs Mal im Jahr eine Jobvermittlung. Im Kriegsfall aber soll dieselbe Behörde plötzlich Millionen Menschen wie Schachfiguren zu Gesprächen einladen. Und weil das nicht funktionieren wird, ist der Friede eher da als der Krieg. Kein Gleichschritt mehr mit eins, zwo, drei, vier.
Meinrad Müller (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf PI-NEWS gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.
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