
Robert Bryce
ElektrizitĂ€tsverbrauch und Wirtschaftswachstum gehen Hand in Hand. Und da sich die weltweite Stromnachfrage nach den COVID-19-Abschaltungen weiter erholt, wird auch der Einsatz von Kohle in den EntwicklungslĂ€ndern zunehmen. In der Tat wird erwartet, dass die globale Kohlenachfrage im Jahr 2022 einen Rekordwert erreichen wird, was wahrscheinlich die BemĂŒhungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen behindern wird.
Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der neuesten Ausgabe des BP Statistical Review of World Energy, die am 8. Juli veröffentlicht wurde, und aus dem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) vom 15. Juli ĂŒber den weltweiten Strombedarf.
Selbst als die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr wĂ€hrend der Pandemie zusammenbrach, schwankte die Stromnachfrage laut BP kaum. WĂ€hrend das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2020 um etwa 3,5 Prozent zurĂŒckging, sank der Stromverbrauch um weniger als 1 Prozent â 0,9 Prozent, um genau zu sein. Im Gegensatz dazu sank der weltweite Benzinverbrauch um etwa 13 Prozent, der gesamte Ălverbrauch sank im vergangenen Jahr um 9 Prozent (der gröĂte RĂŒckgang in der Geschichte), der Kohleverbrauch sank um etwa 4 Prozent und der Erdgasverbrauch um etwa 2 Prozent. Wie BP-Chefökonom Spencer Dale feststellte, war der RĂŒckgang des Stromverbrauchs âder geringste RĂŒckgang bei den Hauptkomponenten der Endenergienachfrage.â
Dieser leichte RĂŒckgang zeigt einmal mehr, dass Strom die wichtigste Energieform der Welt ist. Und ein Blick auf die LĂ€nder, in denen die Stromnachfrage am schnellsten wĂ€chst â und auf die Brennstoffe, die diese LĂ€nder zur Erzeugung der benötigten Energie verwenden â zeigt, warum eine drastische Senkung der globalen Treibhausgasemissionen in den ZeitrĂ€umen, die von Klimaaktivisten und Politikern ĂŒblicherweise genannt werden, eine schwierige, wenn nicht gar unmögliche Aufgabe sein wird.
Der letztjĂ€hrige RĂŒckgang der weltweiten Stromproduktion war erst das zweite Mal seit 1985; der andere RĂŒckgang fand 2009 statt. Seit 1985 ist die weltweite Stromerzeugung um etwa 500 Terawattstunden pro Jahr gestiegen, was in etwa der Strommenge entspricht, die Frankreich jedes Jahr erzeugt.
In den EntwicklungslĂ€ndern steigt der Strombedarf sprunghaft an. Zwischen 2009 und 2019 stieg der Stromverbrauch im Irak um 12 Prozent, in Vietnam um fast 11 Prozent und in Bangladesch um etwa 9 Prozent. Im gleichen Zeitraum wuchs Chinas Stromproduktion um durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr. Bei dieser Rate wird sich die Erzeugung des Landes in den nĂ€chsten 10 Jahren etwa verdoppeln. Allein im Jahr 2020 wuchs Chinas Stromerzeugung um 3,4 Prozent â der gröĂte prozentuale Anstieg in Asien. Diese Produktion war einer der HauptgrĂŒnde dafĂŒr, dass China als eines von nur zwei LĂ€ndern im vergangenen Jahr einen Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen verzeichnen konnte. (Das andere war der Iran.)
China und andere asiatische LĂ€nder sind bei der Stromerzeugung stark auf Kohle angewiesen. WĂ€hrend die Kohleverstromung in den USA im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurĂŒckging, stieg die Kohleverstromung in China um 1 Prozent. China allein ist fĂŒr mehr als die HĂ€lfte des weltweiten Kohleverbrauchs verantwortlich. Die Kohleverstromung stieg auch in Malaysia um fast 19 Prozent, in Vietnam um fast 7 Prozent und in Indonesien um etwa 3 Prozent.
Der BP-Bericht verweist auch auf den sprunghaften Anstieg der Stromerzeugung aus Sonnen- und Windenergie in China und anderen LĂ€ndern. Im Jahr 2020 produzierte China etwa 727 Terawattstunden Energie aus diesen beiden Quellen. Aber China erzeugte auch fast siebenmal so viel Strom â etwa 4.918 Terawattstunden im vergangenen Jahr â durch die Verbrennung von Kohle.
Diese Zahlen spiegeln einen breiteren globalen Trend wider. Erneuerbare Energien wachsen und sind politisch beliebt, aber ihr Wachstum hĂ€lt nicht Schritt mit der steigenden Nachfrage nach Strom in einer Welt, in der Stromarmut weit verbreitet ist. Mehr als 3 Milliarden Menschen leben an Orten, an denen weniger Strom verbraucht wird als es ein durchschnittlicher amerikanischer KĂŒhlschrank tut, nĂ€mlich etwa 1.000 Kilowattstunden pro Jahr.
Der BP-Bericht erkennt diese LĂŒcke an und sagt, dass der Energy for Growth Hub, eine gemeinnĂŒtzige Gruppe, âein Modernes Energie-Minimum von 1.000 kwh pro Person und Jahr vorschlĂ€gt, das ihrer Meinung nach mit LĂ€ndern ĂŒbereinstimmt, die den Status eines Landes mit niedrigem bis mittlerem Einkommen erreichen. Das ist etwa viermal so viel wie die Definition der Vereinten Nationen.â Und weiter: âFast die HĂ€lfte der Weltbevölkerung lebt unterhalb des Modern Energy Minimum. Die HĂ€lfte der Weltbevölkerung â das gibt einem zu denken.â
Die IEA erwartet unterdessen, dass die globale Stromnachfrage âim Jahr 2021 um fast 5 Prozent und im Jahr 2022 um 4 Prozent wachsen wird. Der GroĂteil dieser ZuwĂ€chse wird in der Asien-Pazifik-Region stattfinden.â Sie erwartet, dass mehr als die HĂ€lfte dieses Wachstums in China stattfinden wird und etwa 9 Prozent auf das Wachstum in Indien entfallen. Die Agentur sagt voraus, dass die erneuerbaren Energien weiterhin âstark wachsenâ werden, stellt aber fest, dass sie ânicht mit der steigenden Nachfrage mithalten können.â
Die IEA erwartet, dass âStrom aus fossilen Brennstoffen 45 Prozent der zusĂ€tzlichen Nachfrage im Jahr 2021 und 40 Prozent im Jahr 2022 abdecken wird.â Sie sagt, dass die kohlebefeuerte Stromproduktion wahrscheinlich âum fast 5 Prozent im Jahr 2021 und um weitere 3 Prozent im Jahr 2022 steigen wirdâ und dass âdie Kohle-Stromerzeugung 2021 das Niveau vor der Pandemie ĂŒbersteigen und 2022 ein Allzeithoch erreichen wird.â
Sicherlich werden diese Fakten diejenigen nicht erfreuen, die darauf bestehen, dass die Kohleverstromung eingestellt werden muss, um einen katastrophalen Klimawandel zu vermeiden. Aber die Daten von BP und die Prognosen der IEA zeigen, dass LĂ€nder auf der ganzen Welt tun, was sie tun mĂŒssen, um den Strom zu erzeugen, den ihre Menschen brauchen, und zwar zu Preisen, die sie sich leisten können. Nennen Sie es eine unbequeme Wahrheit, aber die Weltwirtschaft wird durch Strom angetrieben, der zu einem groĂen Teil aus Kohle erzeugt wird, und das wird sich so schnell nicht Ă€ndern.
Autor: Robert Bryce is a research fellow at the Foundation for Research on Equal Opportunity. He is the author of âA Question of Power: Electricity and the Wealth of Nations,â co-producer of the documentary âJuice: How Electricity Explains the World,â and the host of the âPower Hungry Podcast.â
Link: https://thehill.com/opinion/energy-environment/564014-global-electricitys-demand-and-coal-use-are-soaring-after-covid-19?mc_cid=bf3d32181f&mc_eid=08ba9a1dfb via GWPF-Rundbrief
Ăbersetzt von Christian Freuer fĂŒr das EIKE
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