Horst D. Deckert

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BAG meldet junge Covid-19-Tote über die Festtage – am Coronavirus gestorben sind sie offenbar jedoch nicht

Im Zeitraum zwischen dem 21. und 27. Dezember seien dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zufolge aus zwei Kantonen je ein Todesfall in der Alterskategorie null bis neun Jahre aus dem Kanton St. Gallen und 20 bis 29 Jahre aus dem Kanton Zürich gemeldet worden, teilte BAG-Sprecherin Katrin Holenstein auf Anfrage von 20 Minuten mit.

Nun hat sich herausgestellt, dass bei beiden Todesfällen nicht das Coronavirus die Ursache war, berichtet das Boulevardmagazin Nau.ch. Patrick Borer, Mediensprecher der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, habe auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt, dass im Kanton Zürich ein 29-jähriger Mann verstorben sei, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. «Aufgrund des ärztlichen Befundes kann jedoch ausgeschlossen werden, dass COVID-19 die Todesursache war», wird Borer von 20 Minuten zitiert. Aus Persönlichkeitsschutzgründen könne die Gesundheitsdirektion nicht näher auf die Todesursache eingehen. Die Todesursache war dem BAG nicht bekannt. Trotzdem wurde die Meldung von vielen Medien noch am selben Tag verbreitet.

Wie Roger Lauener, Chefarzt der Pädiatrie am Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen gegenüber der Boulevardzeitung Blick erklärt, sei auch bei dem Buben nicht klar, ob er am Coronavirus gestorben sei. «Das Kind wurde beim Eintritt in das Spital positiv auf COVID-19 getestet. Im Verlauf verschlechterte sich sein Zustand, bis es schliesslich verstarb. Inwiefern COVID-19 tatsächlich zum tragischen Verlauf beigetragen hat, ist derzeit noch unklar», wird Lauener vom Blick zitiert.

In der BAG-Statistik werden «alle Todesfälle» von Personen mit einem laborbestätigten positiven COVID-19-Test erfasst, unabhängig von der tatsächlichen Todesursache. Beim BAG heisst es: «Die Todesfälle von SARS CoV-2-positiven Personen werden uns von den Ärztinnen und Ärzten obligatorisch gemeldet. Damit kommt der Todesfall unverzüglich in die COVID-19 Sterbestatistik des BAG.»

Obschon es mindestens beim 29-Jährigen nun klar ist, dass er nicht an COVID-19 verstarb, taucht er beim BAG noch immer in der Corona-Todesfallstatistik auf. Der Grund dafür sei, dass die Todesursache vom Bundesamt für Statistik (BFS) nur mit zeitlicher Verzögerung erfasst werden könne. Bei den täglich gemeldeten Zahlen des BAG handele es sich um eine epidemiologische Statistik. Diese zeige nur, wie viele der SARS CoV-2-positiven Patienten in der Schweiz gestorben seien, so Holenstein gegenüber 20 Minuten.

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