Von MEINRAD MÜLLER | Es waren nicht Tausende. Nicht einmal Hunderte. Gerade einmal zwei Dutzend Menschen mit Trillerpfeifen, Trommeln und einem „FCK AfD“-Plakat standen am Sonntagnachmittag vor dem Reichstag – und dennoch reichte ihre Lautstärke, um das ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel komplett unverständlich zu machen. Ein Zwischenfall? Ein unglücklicher Zufall? Oder war das Ganze minutiös von der ARD vorbereitet – mit dem Ziel, die politische Gegnerin im entscheidenden Moment zum Verstummen zu bringen?
Weidel saß auf der Dachterrasse des Paul-Löbe-Hauses. ARD-Mann Markus Preiß stellte Fragen. Doch kaum hatte sie den Mund aufgemacht, setzte der Krawall ein. Trillerpfeifen schrillten, Trommeln dröhnten, aus Lautsprechern plärrte später sogar der berüchtigte „Scheiß-AfD-Jodler“ des Corner-Chors. Weidel versuchte sich Gehör zu verschaffen – „Moment, bitte, es ist extrem laut im Hintergrund“ –, doch ihre Stimme ging unter. Auch die technisch aufbereitete Live-Übertragung konnte den Lärm nicht ausblenden.
Ein akustischer Anschlag – kein Zufall
Die AfD wird nachbohren, ob dieses „spontane“ Gruppe einer NGO angehört, die mit Steuergeldern gemästet wird. Ob die Gesichter der Demonstranten bekannt sind aus anderen TV-Berichten. Gemietete Söldner wie beim WDR und BR? Es wirkte wie ein akustischer Anschlag – keine spontane Meinungsäußerung, sondern ein präzise getaktetes Störmanöver. Und während die AfD-Vorsitzende hörbar mit einem Echo im Ohr kämpfte, sich selbst doppelt hörte, den Knopf aus dem Ohr nahm, versuchte der Moderator, die Situation ins Lächerliche zu ziehen: „Frau Weidel sagt gerne mal, dass sie etwas nicht verstanden hat …“ So sprach er. Mitten im Getöse. Als würde hier nicht gerade ein Gespräch torpediert, das Millionen Menschen sehen sollten.
Was war das also? Ein technisches Versehen? Ein Kommunikationsdesaster? Oder doch eine stille Übereinkunft – zwischen Aktivisten, Senderverantwortlichen und denen, die partout nicht wollen, dass bestimmte Meinungen noch öffentlich ausgesprochen werden dürfen?
Wenn Pfeifen zur Waffe werden
Was am Sonntag geschah, war kein harmloses Späßchen von ein paar Trommlern. Es war ein Eingriff in die demokratische Debattenkultur. Man kann sofort erkennen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Wer politische Gegner nicht mehr mit Argumenten, sondern mit Dezibel übertönt, hat sich aus der Demokratie verabschiedet. Wer zulässt, dass eine öffentliche Sendeanstalt dieses Schauspiel nicht unterbindet, sondern – durch Ort, Zeit und Kameraperspektive – möglicherweise sogar begünstigt, der verletzt den Auftrag zur Ausgewogenheit.
Noch einmal: Es waren 20 Menschen. Und sie haben mit Leichtigkeit ein Interview gesprengt, das Millionen erreicht hätte. Wer hat ihnen den Ort genannt? Wer hat die Uhrzeit durchgestochen? Wer hat ihnen gesagt, wo genau sie stehen müssen, um Weidels Stimme auf dem Bildschirm durch schrille Pfeifen zu ersetzen? Dreimal dürfen Sie raten…
Meinrad Müller (71), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf PI-NEWS gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.
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