Kategorie: Nachrichten
Das neue Mobilmachungsgesetz der Ukraine
Verschärfung der Mobilmachung und Trumps Friedensplan: Die Ereignisse des 11. April
Hunger in Afrika: Russland verschenkt hunderttausende Tonnen Getreide
anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert

Hunger in Afrika: Russland verschenkt hunderttausende Tonnen Getreide
In mehreren afrikanischen Ländern drohen akute Hungersnöte, aber der Westen hilft trotz voller Getreidespeicher nicht. Ganz anders Russland, das hunderttausende Tonnen Getreide an notleidende afrikanische Länder verschenkt hat.
von Thomas Röper
Im Sommer 2022 haben die westlichen Medien wochenlang berichtet, Russland blockiere ukrainische Getreideexporte über das Schwarze Meer und setze so den weltweiten Hunger als Waffe ein, weil das ukrainische Getreide von den ärmsten Ländern der Welt so dringend gebraucht wird. Das ukrainische Getreide sei für die Dritte Welt bestimmt und die EU setzte sich angeblich dafür ein, dass die bösen Russen endlich erlauben, dass das ukrainische Getreide an die ärmsten Länder geliefert werden kann.
In der Folge wurde im Sommer 2022 das Getreideabkommen geschlossen und das ukrainische Getreide konnte über das Schwarze Meer exportiert werden. Die westlichen Medien haben dann schnell aufgehört, darüber zu berichten, denn es stellte sich heraus, dass das ukrainische Getreide gar nicht an die ärmsten Länder der Welt ging, sondern vor allem in die EU. Das konnte man auf der entsprechenden Seite der UNO nachlesen, aber das sollten die Menschen im Westen nicht erfahren.
Russland hat das Abkommen im Sommer 2023 verlassen, was die westlichen Medien nochmal für Desinformation genutzt haben, aber seitdem ist es in den westlichen Medien recht ruhig geworden, was die Frage von Getreidelieferungen an die hungernden Länder der Welt angeht. Der Grund dafür dürfte sein, dass sich am Hunger nichts geändert hat, dass der Westen aber immer noch nicht hilft.
Wer den hungernden Ländern hilft
In der EU wird stattdessen um den Export von ukrainischem Getreide gestritten, weil die Speicher der EU ohnehin voll sind und die europäischen Bauern gegen die Billigimporte aus der Ukraine protestieren, die die Preise in der EU kaputt machen. Auf die Idee, das billige ukrainische Getreide zumindest teilweise aufzukaufen, um es den hungernden Ländern zu schenken, kommt in Brüssel hingegen niemand.
Anders Russland, denn als der Westen die russischen Getreideexporte mit seinen Sanktionen behindert hat, hat der russische Präsident Putin im März 2023 verkündet, den hungernden Ländern hunderttausende Tonnen Getreide zu schenken, wenn die Sanktionen gegen russische Banken es den Ländern unmöglich machen, das Getreide aus Russland zu kaufen. Und Putin hat Wort gehalten und sechs der ärmsten Länder Afrikas (Mali, Burkina Faso, Simbabwe, Eritrea, Somalia und die Zentralafrikanische Republik) 200.000 Tonnen Getreide gratis geliefert. Die letzte für Somalia bestimmte Spende traf dort Ende Januar ein und wurde im Februar gelöscht.
Während die EU Dutzende Milliarden für Waffenlieferungen an Kiew ausgibt und Länder beschimpft, die der anti-russischen Politik nicht folgen wollen, wundert man sich in Brüssel darüber, dass sich die afrikanischen Länder eines nach dem anderen vom Westen ab- und Russland zuwenden. Schuld daran sei die böse „russische Propaganda“ und man wundert sich in Brüssel, warum Russland im globalen Süden so große Sympathien genießt.
Katastrophenzustand in Simbabwe
Nun gibt es ein weiteres Beispiel dafür. So berichtete der Spiegel am 3. April, dass Simbabwe wegen Ernteausfällen den Katastrophenzustand ausgerufen hat. Das Land brauche „finanzielle Hilfsmittel in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar, um Hunger in dem 17-Millionen-Einwohner-Land abzuwenden“, erfährt man im Spiegel. Helfen tut der Westen jedoch nicht.
Was man im Spiegel nicht erfährt, ist, dass Russland Simbabwe bereits 25.000 Tonnen Getreide geschenkt hat und dass Russland im März außerdem auch schon eine humanitäre Charge von 23.000 Tonnen Düngemitteln, darunter Kali- und Mehrnährstoffdünger, nach Simbabwe geliefert hat. Der russische Botschafter sagte bei der Übergabe der Düngemittel, die seien nur Teil eines größeren Projekts, im Zuge dessen Russland etwa 300.000 Tonnen Mineraldünger in Regionen liefern will, in denen die Bevölkerung unter Nahrungsmittelknappheit leide.
Russland bietet den Ländern des globalen Südens eine faire Zusammenarbeit auf Augenhöhe an, anstatt der neokolonialen Ausbeutung, die der Westen dort betreibt. Daher sind die Putsch-Regierungen in Mali oder Niger in ihren Ländern so beliebt, weil sie sich gegen die Ausbeutung ihrer Länder durch den Westen stellen. Und im Senegal hat vor wenigen Tagen ein Kandidat die Präsidentschaftswahl gewonnen, der ebenfalls für diese Politik steht.
Der Beitrag Hunger in Afrika: Russland verschenkt hunderttausende Tonnen Getreide ist zuerst erschienen auf anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert und wurde geschrieben von Redaktion.
Atemnot fürs Klima
anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert

Atemnot fürs Klima
Bei der Behandlung von chronischen Atemwegserkrankungen soll künftig die Klimafreundlichkeit der Medikamente Einfluss auf die Auswahl der Therapieform haben. Auch Kindern soll die Klimaschädlichkeit bestimmter Asthmasprays nahegelegt werden. Immer mehr Ärzte behandeln den Planeten, statt ihre Patienten.
von Larissa Fußer
Stellen Sie sich ein kleines Mädchen vor. Gerade so fünf Jahre alt. Sagen wir, sie heißt Maja. Die Kleine ist noch nicht lange in der Kita, hat sich dort aber bereits einen Ruf gemacht. Immer wieder kann sie irgendwas nicht mitmachen: Fangen spielen, Schatzsuche, überhaupt gemeinsam toben – all das bricht sie schnell ab, fängt an zu keuchen, zieht sich zurück. In der letzten Zeit ist es manchmal so schlimm geworden, dass Maja von ihrer Mutter abgeholt werden musste. Sie war dann ganz blass und aufgebracht, atmete schnell und panisch. Jetzt hat ihre Mutter die Reißleine gezogen und sie zum Kinderarzt gebracht. Schnell ist klar: Maja hat Asthma.
„Was können wir dagegen tun?“, fragt die Mutter. Die Ärztin beginnt über Inhalatoren zu sprechen. Für einen Moment wird die kleine Maja aus dem Raum herausgeführt und in die Spielecke gesetzt. Die Mutter und die Ärztin unterhalten sich eine Weile allein. Dann öffnet sich die Tür, Maja wird ins Zimmer geholt. Die Mutter setzt sich neben das Kind auf die kleine, dort aufgestellte Sitzbank, beugt sich zu ihr hinunter, greift ihre Hände und sagt mit süßlicher Stimme: „Hör mal, die Ärztin kann dir etwas gegen deinen Husten geben. Dann kannst du wieder besser atmen. Und weißt du, was das Beste ist? Du kannst gleichzeitig auch das Klima schützen. Immer wenn du dein Medikament nimmst, hilfst du den süßen Eisbären am Nordpol. Wollen wir das machen, Maja?“
Was wie eine Dystopie klingt, könnte schon bald Alltag in Kinderarztpraxen sein. Der Grund ist eine neu erschienene Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Unter dem vielsagenden Titel „Klimabewusste Verordnung von Inhalativa“ gibt das Papier Handlungsempfehlungen für Haus- und Lungenärzte, Apotheker, Allergologen und eben auch Kinderärzte, die Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder auch chronischer Bronchitis behandeln möchten. Die dafür angewandten Medikamente werden aufgrund der Tatsache, dass sie durch spezielle Apparate eingeatmet werden müssen, Inhalativa genannt.
„Erste Leitlinie mit Fokus Klimaschutz in Deutschland“
Großspurig wird die Leitlinie in Fachblättern wie der „Arzneiverordnung in der Praxis“ von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) als „Erste Leitlinie mit Fokus Klimaschutz in Deutschland“ beworben. Anders als in anderen Leitlinien, in denen meist die beste Therapie für den Patienten im Mittelpunkt steht, hat dieses Papier vor allem zum Ziel, eine möglichst klimafreundliche Behandlung von Atemerkrankungen durchzusetzen. Konkret schreiben die Autoren, dass sie durch ihre Leitlinie eine „Veränderung des Verordnungsverhaltens von inhalativen Arzneimitteln“ ermöglichen möchten, um „dadurch den CO2 Fußabdruck des Gesundheitswesens zu reduzieren“.
Die klimabewussten Ärzte haben es dabei auf die sogenannten Dosieraerosole (Asthma-Sprays) abgesehen. Diese Apparate verteilen das in ihnen enthaltene Medikament durch Treibgase nach einem einfachen Sprühstoß in Mund und Lunge. Die Gase ermöglichen, dass der Patient nicht viel Atemarbeit aufwenden muss, um das vernebelte Medikament zu inhalieren.
Anders ist das bei den sogenannten Pulverinhalatoren, bei denen ein im Apparat erhaltenes Medikamentenpulver durch einen tiefen, schnellen Atemzug allein durch die dadurch erzeugte Sogwirkung in die Atemwege gelangen muss. Derzeit werden in Deutschland überwiegend Dosieraersole an Patienten abgegeben, da diese aus den genannten Gründen in der Regel einfacher zu handhaben sind.
Doch das möchten die Autoren der neuen Leitlinie nun ändern. Ihr Argument: In Bezug auf die Therapiewirkung stünden richtig eingesetzte Pulverinhalatoren den Dosieraerosolen in nichts nach. Die Treibgase in den Sprays hätten aber im Gegensatz zum Pulver ein „vielfach höheres Schädigungspotential für die Atmosphäre“, auch genannt „Global Warming Potential“ (GWP). Die Ärzte erläutern: „Während CO2 ein GWP von 1 hat, hat das in den meisten DA verwendete Norfluran (HFA 134a) ein GWP von 1.530, das ebenfalls eingesetzte Apafluran (HFA-227ea) ein GWP von 3.600.“
Grafiken für das schlechte Gewissen
Also möchte man nun Patienten und Ärzte ermuntern, dem Klima zuliebe häufiger auf die klimaschonenden Pulverinhalatoren auszuweichen. Konkret heißt es in der Leitlinie: „Bei Jugendlichen >12J/Erwachsenen mit einer obstruktiven Lungenerkrankung soll eine klimabewusste inhalative Therapie (vorzugsweise mit einem DPI) erfolgen. In der Regel gilt dies auch für den bedarfsweisen Einsatz.“ DPI ist eine Abkürzung für Pulverinhalatoren.
Zwar betont man, dass sichergestellt werden muss, dass die Patienten auch mit den Pulverinhalatoren umgehen können, bevor man auf diese ausweicht und es generell in der Entscheidung des Patienten liegen soll, welche Therapieform er bevorzugt. Dennoch empfehlen die Ärzte explizit, dass Patienten gezielt auf die klimaschädigende Wirkung der Dosieraerosole hingewiesen werden sollen und man beispielsweise durch spezielle Grafiken verdeutlichen könne, in welchem Ausmaß eine Umstellung der Therapie eine Einsparung von CO2 ermögliche.
Als Beispiel wird unter anderem eine Grafik mit einem „ökologischen Handabdruck“ präsentiert, aus der hervorgeht, dass eine Umstellung der Inhalationstherapie genauso viele Emissionen spare wie Flugverzicht und sogar mehr als die Nutzung von Sparduschköpfen. Menschen, die an chronischen Atemerkrankungen leiden und derzeit ein Dosieraerosol verwenden, könnte also schon bald ein unangenehm moralisches Gespräch mit dem Arzt erwarten.
Wer in seiner Meinung gefestigt ist, kann dieses zwar mit etwas gereizten Nerven gut wegstecken – anders ist das jedoch sicherlich bei einigen älteren Menschen, die dazu neigen, sich vom Hausarzt sagen zu lassen, was sie tun sollen – und dieser Empfehlung dann ohne zweiten Gedanken zu folgen.
Kinder sollen gezielt über Klimaschädlichkeit aufgeklärt werden
„Gemeinsame Entscheidungsfindung“, wie sie in der Leitlinie gefordert wird, ist hier eine Illusion – und so hängt die Umstellung der Inhalationstherapie allein an der Einschätzung des behandelnden Arztes. Auch wenn es seine Pflicht ist, die Eignung des Patienten für die Umstellung der Therapie zu prüfen, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass sich besonders klimabewusste Ärzte in Grenzfällen eher für das klimafreundliche Medikament entscheiden werden – ganz nach dem Motto „Wir probieren es einfach mal aus“. Für die Patienten bedeutet dies dann im Zweifel eine kraftaufwendigere Therapie, die möglicherweise durch eine fehlerhafte Anwendung zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führt.
Doch es gibt noch einen viel unheimlicheren Aspekt der Leitlinie, der die Therapie von Kindern und Jugendlichen betrifft. In einem eigenen Unterpunkt halten die Autoren tatsächlich fest, dass in Zukunft „Kinder und Jugendliche und deren Sorgeberechtigte, bzw. Bezugspersonen über die Hintergründe der klimabewussten Verordnung informiert werden“ sollen. Zudem solle die „Inhalationstechnik und -koordination“ geprüft und bei „entsprechender Kompetenz“ eine Umstellung auf einen Pulverinhalator besprochen werden.
Zwar ist in der Leitlinie nachzulesen, dass die Pulverinhalatoren aufgrund des dafür notwendigen speziellen Atemmanövers für Kinder unter fünf Jahren nicht empfohlen werden. An anderer Stelle heißt es jedoch ebenfalls, dass „die Nennung einer Altersgrenze für den Einsatz spezifischer Inhalativa problematisch“ sei, weil diese von der „individuell sehr unterschiedlich ausgeprägten motorischen und kognitiven Kompetenz“ abhängig wäre. Anstatt strenger Altersgrenzen sollen Ärzte daher vielmehr die „individuellen Fähigkeiten“ der Kinder berücksichtigen.
Das muss man sich mal vorstellen: Bald sitzen kleine Kinder zusammen mit ihren Eltern beim Kinderarzt und werden in pseudo-partizipativer Weise gefragt, ob sie lieber das umweltfreundlichere oder das leichter einzuatmende Medikament nehmen wollen. Welches Kind traut sich, das leichter zu verwendende Spray zu fordern, wenn die Mama doch immer sagt, dass man sich für die Umwelt einsetzen muss? Wie viele Eltern wird es geben, denen es wichtiger ist, dass ihr Kind klimabewusst agiert, als dass es einen möglichst unbeschwerten Umgang mit seiner Atemerkrankung findet?
Der moderne Arzt will nicht mehr Patienten, sondern die Welt heilen
Allein, dass diese Fragen gestellt werden müssen, steht einer Behandlungsethik entgegen, die in der Medizin mal als Konsens galt. Wer bei seiner Therapiewahl den Klimaschutz im Blick hat, kann rein logisch nicht mehr nach dem ärztlichen Grundsatz handeln, dass allein das individuelle Wohl des Patienten im Mittelpunkt der Behandlung steht. Doch dieses Umdenken in der Medizin setzt sich immer weiter durch. Vor nicht allzu langer Zeit wurde unter Ärzten und in den Medien der klimabewusste Einsatz von Narkosegasen diskutiert. Mit dem klimafreundlichen Einsatz von Inhalativa ist nun die Klimafreundlichkeit als Aspekt der Therapiewahl erstmals offiziell in eine Leitlinie aufgenommen worden.
Vermutlich sind diese Schritte jedoch erst der Anfang. Bereits 2021 hat sich der Deutsche Ärztetag dafür ausgesprochen, dass das deutsche Gesundheitswesen bis 2030 klimaneutral werden solle. Damals wurde appelliert, insbesondere die CO2-Emissionen der Krankenhäuser und Arztpraxen zu reduzieren. Außerdem sollten Klimaschutzpläne erstellt und Klimaschutzbeauftragte ernannt werden.
Es ist eine Entwicklung, die vor allem eines zeigt: Immer mehr Ärzte verstehen sich inzwischen als Universalheiler, der weniger die Gesundheit seiner sich ihm anvertrauenden Patienten im Sinn hat, sondern gleich die ganze Menschheit und obendrein die Natur, Atmosphäre und womöglich den Weltraum kurieren will.
Wer so eine riesige Aufgabe hat, kann auch mal das Mitgefühl verlieren, wenn eine kleine Maja keine Lust hat, sich einer anstrengenden Inhalationstherapie zu unterziehen, weil sie auch eine angenehmere Lösung für ihre eh schon nervenaufreibende Erkrankung haben kann. Doch genau diese Entscheidung ist das Recht jedes Patienten. Alles andere ist Sozialismus.
Der Beitrag Atemnot fürs Klima ist zuerst erschienen auf anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert und wurde geschrieben von Redaktion.
Kurz vorm Absaufen: Britische Marine – nur noch ein Schatten ihrer selbst
anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert

Kurz vorm Absaufen: Britische Marine – nur noch ein Schatten ihrer selbst
Die Royal Navy kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Technische Probleme und akuter Personalmangel plagen die britische Flotte. Vom Glanz einstiger Tage ist bei der Marine Seiner Majestät kaum noch etwas zu sehen.
von Manfred Ulex
Pleiten, Pech und Pannen – das wäre wohl die passendste Beschreibung für den Zustand der britischen Marine. Und die Liste der Fehltritte ist lang. So hatte Anfang Februar das Flaggschiff der Royal Navy, der erst seit 2017 in Dienst stehende Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth, aufgrund technischer Probleme eine wichtige NATO-Übung verpasst. Zwei Wochen später die nächste Pleite: Die vom Atom-U-Boot HMS Vanguard abgefeuerte Trident-II-Rakete war kaum in der Luft, als sie den Weg Richtung Meeresgrund anvisierte. Der erste britische Atomwaffentest seit 2016 war somit krachend gescheitert.
Rekrutierungsziele seit über einem Jahrzehnt verfehlt
Neben den technischen Problemen ist es vor allem der akute Personalmangel, der der britischen Marine zu schaffen macht. Die Rekrutierungsziele können schon seit einem Jahrzehnt nicht mehr erfüllt werden, weshalb zu Jahresbeginn zwei Kriegsschiffe ausgemustert wurden, da die nötige Besatzung nicht aufzutreiben war. Aus lauter Verzweiflung hat die Navy die Stellenausschreibung für einen U-Boot-Konteradmiral im Karrierenetzwerk LinkedIn platziert, was Angehörige der Marine als “äußerst beschämend” bezeichneten.
Für deren Verdruss sorgt zudem, dass inmitten der angespannten Personallage der “Woke Navy” nichts Besseres einfällt, als Offiziere in Teams für “Vielfalt und Integration” zu versetzen. Personalmangel war laut Medienberichten auch der Grund, warum die beiden Flugzeugträger der Royal Navy im Januar nicht ins Rote Meer zum Einsatz gegen die Huthis entsandt wurden ‒ abgesehen von ihrer technischen Tüchtigkeit.
Neben der HMS Queen Elizabeth, auf der im März während Reparaturarbeiten ein Feuer ausbrach, ist die HMS Prince of Wales der zweite Flugzeugträger, über den die britische Marine noch verfügt. Er absolvierte erst 2019 seine Jungfernfahrt ‒ und wie Ende 2022 bekannt wurde, hatte er bis dahin mehr Zeit im Dock verbracht als auf dem Meer. Und daran hat sich nicht viel geändert, weshalb sich der britische Staatsminister für Sicherheit Thomas Tugendhat bereits öffentlich beschwerte. Das US-Magazin The National Interest sprach jüngst im Zusammenhang mit den beiden Flugzeugträgern folgerichtig von einem “nicht endenden Alptraum”.
Der Verteidigungsausschuss des Unterhauses fasste die zahlreichen Probleme der Navy im Februar in einem Bericht zusammen ‒ die sich jedoch schon seit Jahren abgezeichnet haben. Beispielhaft für den Niedergang der Royal Navy ist die symbolträchtige Einstellung von Patrouillen mit großen Kriegsschiffen rund um die Falklandinseln.
Unterstützungsflotte nur bedingt einsatzbereit
Aber es kommt noch dicker: Wie The Telegraph am Dienstag berichtete, befindet sich die Hilfsflotte der Royal Navy in einem “noch schlimmeren Schlamassel”. Die Rede ist von der Royal Fleet Auxiliary (RFA), deren Aufgabe es ist, die Royal Navy auf dem Meer mit Nachschub zu versorgen:
“Die RFA hat 13 Schiffe und rund 1.700 Seeleute, die sie unterstützen. Ihre Hauptaufgabe ist die logistische Unterstützung der Royal Navy auf See. Die RFA stellt Tankschiffe zur Verfügung, mit denen die Kriegsschiffe Seiner Majestät auftanken können, und Versorgungsschiffe, von denen sie Munition, Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter beziehen können.”
Wie die Zeitung weiter berichtet, lässt sich die RFA in vier Gruppen unterteilen. Die Erste besteht aus den Tankern. Doch drei der sechs Schiffe befinden sich aufgrund Personalmangels in der sogenannten “erweiterten Bereitschaft”, die Hälfte der RFA-Tankerflotte ist also praktisch nicht einsatzbereit.
Die zweite Gruppe umfasst nur das Flottenversorgungsschiff Fort Victoria, das ebenfalls in “erweiterter Bereitschaft” verharrt. “Eigentlich sollte sie sich auf den Einsatz der Carrier Strike Group im nächsten Jahr vorbereiten, aber sie tut es nicht. Es gibt viele, die der Meinung sind, dass sie nie einsatzbereit sein wird”, bilanziert The Telegraph.
Die dritte Gruppe umfasst drei amphibische Angriffsschiffe der Bay-Klasse. “Der ursprüngliche Gedanke war, dass diese Schiffe eine etwas sicherere Aufgabe erfüllen würden als die amphibischen Schiffe der Royal Navy selbst. Sie sollten die zweite Welle der amphibischen Kräfte anlanden, nachdem die eigentliche Marine die erste Welle abgesetzt hatte.” Doch da sich die beiden amphibischen Angriffsschiffe der Royal Navy ebenfalls in “erweiterter Bereitschaft” befinden, muss die RFA eventuell als Lückenbüßer einspringen, anstatt ihre eigentliche Aufgabe zu erfüllen.
Und die vierte Gruppe umfasst noch das Seeüberwachungsschiff RFA Proteus sowie das Minenabwehrschiff Stirling Castle, und die beide, “obwohl sie nur eine Besatzung von 20 bis 30 Mann benötigen, Schwierigkeiten haben, ihre volle Einsatzfähigkeit zu erreichen”.
RFA-Seeleute stimmen für Streik
Eine weitere Hiobsbotschaft ist dem Umstand geschuldet, dass die RFA-Seeleute Zivilisten sind und nicht der Royal Navy angehören ‒ und mit entsprechenden Rechten ausgestattet und nicht geneigt sind, die Reallohneinbußen der letzten Jahre weiter hinzunehmen: 79 Prozent der Mitglieder einer Gewerkschaft, die Hunderte von RFA-Offizieren vertritt, stimmten für einen Streik, sollten die Bemühungen um bessere Gehaltsvereinbarungen scheitern.
Sollte es zum Streik kommen, hätte dies “eine unmittelbare Auswirkung auf die weltweiten Militäroperationen des Vereinigten Königreichs”, wie Sky News berichtete. Und auch die NATO wäre betroffen, stellen die Briten doch immerhin ein Viertel der maritimen Kräfte der Allianz.
Von Überlegungen, die RFA in die Royal Navy formell einzugliedern, um somit Streiks verhindern zu können, hat man in Großbritannien schnell wieder Abstand genommen. Denn es steht zu befürchten, dass viele Seeleute der Unterstützungsflotte den Arbeitgeberwechsel nicht mitmachen würden ‒ was die Personalnöte der Royal Navy nur noch weiter befördern würde.
Der Beitrag Kurz vorm Absaufen: Britische Marine – nur noch ein Schatten ihrer selbst ist zuerst erschienen auf anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert und wurde geschrieben von Redaktion.
Elitäre Kindersex-Netzwerke: Werden Aufklärer dem Establishment zu gefährlich?
Dumm, dümmer, Dunja Hayali…
anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert

Dumm, dümmer, Dunja Hayali…
Elon Musk hat angekündigt, dass er am 8.8. sein neues „Tesla Robotaxi“ enthüllen wird. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat das Verräterische an diesem Datum sofort erkannt. Was würden wir bloß ohne unsere öffentlich-rechtlichen Volkserzieher machen?
von Josef Kraus
Der/die/das Deutsche (m/w/d) hat es wahrlich nicht leicht mit dem Hauchlaut H. Das war nicht immer so, aber seit rund 80 Jahren ist es „ein Stück weit“ schwierig. Schwierig sind nicht so sehr das Dehnungs-h oder das Silbenfugen-h oder das Silbenabschluss-h. Nein, schwierig ist es mit dem stimmlosen, „glottalen Frikativ“ (Reibe- und Hauchlaut) H am Anfang eines Wortes. Und am allerschlimmsten ist es, wenn man auch noch berücksichtigt, dass H der 8. Buchstabe im deutschen ABC ist.
Das hat eine gewisse Dunja Hayali (H wie Hayali) die Deutschen nun wieder auf hochintellektuell-sensiblem Niveau, doch hinterrücks so ganz unmissverständlich wissen lassen. D.H. wollte laut Wikipedia eigentlich nie mehr in „sozialen“ Netzwerken unterwegs sein. Weil ihr dort ständig Hass und Hetze (beachte das Doppel-H) entgegenschlugen. Nun aber hat sie doch eine Ausnahme gemacht. Und zwar über den Umweg Elon Musk, den bösen Rechten, den Möchtegern-Raketenbauer, den Tesla- und X-(vormals Twitter)-Milliardär, den märkischen Stromfresser, Waldfrevler und Grundwasserabsenker. Dieser Mann hat doch tatsächlich angekündigt, dass er am 8.8. (also am 8. August) sein neues „Tesla Robotaxi“ enthüllen wird. Ein „Full-Self-Driving“-Taxi.
Unsere überaus vigilante (= aufgeweckte, woke) Dunja hat sofort gemerkt, dass das verräterisch ist. Nach Überwindung einer offenbar längeren Schnappatmung postete sie: „Musste lange durchatmen, aber Twitter ist kaputt. Und dann kündigt Elon Musk sein neuestes Produkt auch noch für den 8.8. an.“ Damit habe Musk sich – so suggeriert die 14-fach preisgekrönte ZDF-Moderatorin D.H. – endlich geoutet und seines Pudels Kern präsentiert. D.H.: vigilant eben. Wobei wir mit „vigilant“ wirklich nicht das italienische „vigilante“ (= Spitzel, Blockwart o.ä.) meinen.
Musste lange durchatmen, aber Twitter ist kaputt.
Und dann kündigt Elon Musk sein neuestes Produkt auch noch für den 8.8. an.
Kein Fun-Fact. Keine Pointe. #musk #höcke #goodnight pic.twitter.com/m9RszlnurN
— Dunja Hayali (@dunjahayali) April 8, 2024
Was würden wir bloß ohne unsere öffentlich-rechtlichen Volkserzieher machen? Klar, wir würden ohne die Dunjas im braunen Morast versinken. Denn eines ist klar – siehe achter Buchstabe im ABC: 88 heißt HH, heißt Heil Hitler – nicht Hansestadt Hamburg und nicht Hummelhummel. Zumindest in einer gewissen Szene weiß und praktiziert man das. Haldenwang weiß das wie Hayali längst. Sind wir „dank“ Musk wieder so weit? Nein, bloß nicht: Denn nie wieder ist jetzt!
Im Übrigen gilt laut Großphilosophin D.H.: „Jeder kann seine eigene Meinung haben. Nicht aber eigene Fakten.“ Denn für die Faktenproduktion sind ja schließlich die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Faktencheckern zuständig.
Jaja, die Deutschen und ihr H! Die Franzosen tun sich da leichter, sie sprechen das H vorsichtshalber schon mal gar nicht aus. Wahrscheinlich um die deutsch-französische Freundschaft nicht zu gefährden. Bei ihnen heißt Hitler denn auch „itläär“.
Aber zurück zu den Deutschen und ihrer Sprache und ihrem Zahlensystem: Hier sind endlich Säuberungen angesagt. Es kann doch nicht sein, dass es 57 Autokennzeichen mit Anfangs-H gibt: HH (siehe 88), HB (könnte ja Hitler-Braunau) heißen. Oder gar HI wie angeblich Hildesheim. Es kann auch nicht sein, dass ein Oldtimer am Ende seines Autokennzeichens ein steuerfreies H bekommt. Reicht ja schon, wenn mit H offiziell „historisch“ gemeint ist. Da ist kein Hihihi, Hahaha, Hohoho, Hehehe, Huhuhu angebracht.
Sonst könnte es so kommen wie Ende 2016 in HH (Hamburg). Dort entdeckte ein Politiker der „Links“-Partei auf einem Weihnachtsmarkt doch tatsächlich ein Kinderkarussell: auf ihm Kinderautos mit dem Kennzeichen „HH 88“. Der Hitler-Code also gleich in doppelter Ausfertigung! Peter Gutzeit von den Eimsbütteler „Linken“ (t)witterte auch gleich: „Unglaublich: #Nazi Codes im Kinderkarussell auf Weihnachtsmarkt des Fanny-Mendelsohn-Platzes in #Eimsbüttel Betreiber aus Ort mit NPD-Bezug“.
Gutzeit verlangte, dem Karussellbetreiber die Konzession zu entziehen. Dann aber ging die Sache – heute würde man sagen: nach einer Gefährderansprache – doch noch gut aus. Der Linken-Abgeordnete Gutzeit (immer noch bei der „Linken“ aktiv) und der Karussellinhaber Hans-Heinrich Dieckmann haben miteinander gesprochen. Dabei konnte der Schausteller den Politiker davon überzeugen, nie die Absicht gehabt zu haben, NS-Propaganda zu verbreiten. Gutzeit wollte ihm dann auch nicht mehr die Konzession entziehen lassen.
Welche Säuberungen stehen noch an?
Gerade noch einmal gut gegangen! Allerdings ging es da nur um ein Kinderauto! Was kommt erst auf uns zu mit den realen Tesla-Robotaxis!!!??? Schließlich lauert das Böse überall. Zum Beispiel in der (beachte das H) H₂SO₄-Partei. Merke: H₂SO₄ ist die Summenformel für Schwefelsäure. Vor welchen Zahlen- und Buchstabenkombinationen man sich sonst noch hüten soll, darüber gibt der Verfassungsschutz Auskunft: AH geht natürlich nicht, die Zahl 18 auch nicht. Beides könnte ja als Adolf Hitler zu verstehen sein. Aber keine Sorge: Das AH-Autokennzeichen für Ahaus gibt es wohl noch ein Weilchen; Faeser und Haldenwang haben im Moment ein paar noch wichtigere Dinge zu tun.
Ansonsten haben wir eine Idee für den Fall, dass die Kultuskonferenz die Rechtschreibreformkommission auflöst, wenn diese endlich auch brav gendert. Dann könnte man ja einmal eine Kommission zur Säuberung des Dezimalsystems von NS-Codes einrichten: 8, 18, 88 usw. Mit einem Binär-System sind solche NS-Codes nicht so leicht möglich. Oder wir kehren zurück zu den römischen Zahlen I V X L C D M. Dann wäre endlich Schluss mit 18 oder 88. Denn wer versteht schon I-VIII oder VIII-VIII. Das würden nur die „Gebildeten“ kapieren, und die wählen ohnehin zu LXXX Prozent „gegen Rechts“.
Das wären Fortschritte. Denn mit anderen Säuberungen von vermeintlichen NS-Erfindungen hat es ja nicht geklappt. Die erste deutsche Autobahn – nämlich zwischen Köln und Bonn – wurde vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer am 6. August 1932 eröffnet. Vor Hitler! Der Muttertag wurde 1907 in den USA erfunden und 1909 in fast allen US-Staaten Feiertag. Hitlers Lieblingshund, der Schäferhund, wurde ab 1899 gezüchtet. War also auch kein NS-Produkt. Und rein-„rassiger“ Vegetarier – Vegetarier aller Länder bleibt gelassen! – war Hitler auch nicht. Seine Lieblingsspeise sollen Leberknödel gewesen sein.
Der Beitrag Dumm, dümmer, Dunja Hayali… ist zuerst erschienen auf anonymousnews.org – Nachrichten unzensiert und wurde geschrieben von Redaktion.
Der Faden ist durchschnitten – Das Aus der Kernenergie in Deutschland ist nicht mehr aufzuhalten

In einem Markt-Intern Expertengespräch mit Dr. Kaus Wiener (Anlagenelektroniker und Volkswirt) CDU MdB und Manfred Haferburg Kernenergieexperte und dem Moderator Gregor Kunze-Kaufhold wird der gegenwärtige Stand zur Kernenergie in Deutschland besprochen.
Ausgangspunkt war der Rückbau des Kernenergie-Kraftwerkes ISAR II in Bayern.
Der Faden ist durchschnitten – Das Aus der Kernenergie in Deutschland ist nicht mehr aufzuhaltenBeim Gespräch kommt dem Betrachter aus dem Wundern über die Unverfrorenheit des CDU Experten nicht mehr raus. Der darf am Anfang in 16 Minuten, ununterbrochen vom Moderator, die jetzige Position der Union erläutern. Es entfällt dabei jegliche Rückschau auf die Merkelregierung, die den Rückbau eingeläutet und in Bundesgesetze gegossen hat.
Es waren die FDP-Union Regierung, die 2011 nach Fukushima diese Gesetze aus Rücksicht auf die Grünen beschlossen hat. Und damit die volkswirtschaftliche Vernichtung von mindetens 120 Milliarden € von Volksvermögen. Doch das alles spielt für Dr. Wiener keine Rolle mehr, obwohl er diesen Punkt später thematisiert und der jetzigen Regierung an die Backe kleben will. Es war die Union, die heute noch in Kauf zunehmen bereit ist, dass man hingleitet auf einen zivilisationsvernichtenden Blackout. Die anderen machten machtbesessen mit. Und es war die Union, die die „Erneuerbaren“ noch heute hochjubelt, wie man an Wieners Ausführungen sehen kann. Man ersetzt eine Energieversorgung mit Strom guter Qualität unverfroren mit dem aus schlechter Qualität für ein Industrieland und glaubt wirklich, das kann man machen. Er schlägt auch im Ernst vor, Isar II stillzulegen, weil niemand den Stillstand bezahlen könne.
Haferburg (Minute 31:40) erinnert ihn daran, dass die Union im Dezember des vorletzten Jahre (2022) gegen den Weiterbetrieb der verbliebenen 3 Kernkraftwerke gestimmt hat, weil der Antrag dazu von der falschen Partei kam. Dem Wiener ist das richtig unangenehm und meinte.“. das sei ein besonders Thema..“, und der Moderator stimmte im sofort zu.
Wer solche Leute als Volksvertreter in den Bundestag entsendet, braucht sich über die katastrophalen Folgen nicht zu wundern. Schauen Sie selbst.
Israel zahlt einen politischen Preis für die Ermordung von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen – wenn es keine Palästinenser sind
Der Angriff, bei dem sieben freiwillige Helfer der World Central Kitchen getötet wurden, ist Israels jüngster Angriff auf das humanitäre Hilfssystem in Gaza. Dieses Mal sind die meisten der Toten aus dem Westen, so dass Israel es schwer haben wird, den Angriff herunterzuspielen
Amira Hass
Irgendwo in der Befehlskette der israelischen Streitkräfte wurde die Entscheidung getroffen, einen internationalen Hilfskonvoi anzugreifen, weil der Verdacht bestand, dass irgendwann ein bewaffneter Mann in diesem Konvoi unterwegs war. Bei diesem Angriff wurden durch Raketen, die von einer Drohne der Luftwaffe abgefeuert wurden, sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen getötet.
Die Schwere der Entscheidung, das Feuer zu eröffnen, und die Kopfschmerzen, die die Drohnenbetreiber den IDF und Israels PR-Bemühungen bereitet haben, können kaum überbewertet werden. Dieses Kopfzerbrechen hätte es nicht gegeben, wenn die sieben Toten Palästinenser gewesen wären und nicht Menschen aus dem Westen, wie es bei sechs von ihnen der Fall war.
Schließlich hat Israel wiederholt behauptet, dass sich die Hamas hinter Zivilisten versteckt. Wenn die Opfer also Palästinenser sind, kann es die Hamas dafür verantwortlich machen. Normalerweise hätte sich Premierminister Benjamin Netanjahu nicht beeilt, sein “Bedauern über den tragischen Fall auszudrücken, dass unsere Streitkräfte versehentlich unschuldige Menschen im Gazastreifen getroffen haben”.
Israels PR-Bemühungen können den Angriff nicht rechtfertigen oder die Folgen verschleiern – nicht nur wegen der Identität der getöteten Menschen, sondern auch wegen der Bedeutung der World Central Kitchen in dem Prozess, den Israel seit Monaten vorantreibt: die Arbeit des UNRWA zu behindern, bis hin zur Auslöschung der Flüchtlingsorganisation. Und dies geschieht, während Unterernährung und Hunger den Gazastreifen – vor allem im Norden – heimsuchen und der Internationale Gerichtshof von Israel erwartet, dass es den Zugang der Menschen im Gazastreifen zu humanitärer Hilfe gewährleistet.
World Central Kitchen ist der Hauptakteur, der Hilfsgüter auf dem Seeweg in den nördlichen Gazastreifen bringt. Dies ist die Route, die die Vereinigten Staaten für den Norden gefördert haben, seit Israel die Bitten der Hilfsorganisationen abgelehnt hat, die kurze, schnelle und kostengünstige Landroute über die nördlichen Grenzübergänge zu öffnen und so die lange und gefährliche Reise über die Grenzübergänge Rafah und Kerem Shalom im Süden zu vermeiden.
Die erste, von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanzierte Hilfslieferung der World Central Kitchen auf dem Seeweg traf Anfang März in Gaza ein. Die zweite Lieferung, die ebenfalls von den Emiraten finanziert wurde, traf erst am vergangenen Montag in der Nähe der Küste von Gaza-Stadt ein. Von den 400 Tonnen Lebensmitteln und Ausrüstungen für 1 Million Mahlzeiten wurden jedoch nur 100 Tonnen von den Schiffen entladen. Aufgrund des Angriffs und der Entscheidung der Organisation, ihre Tätigkeit in Gaza einzustellen, kehren die Schiffe nun voll beladen nach Zypern zurück.
Unterdessen bleibt die humanitäre Hilfe über die südlichen Grenzübergänge unter dem geforderten Minimum von 500 LKW-Ladungen täglich. Der Tagesdurchschnitt lag im März bei nur 159 Lastwagen, wie die Vereinten Nationen berichten. Die höchste Zahl wurde am 28. März erreicht – 264 Lastwagen. Die Lastwagen müssen viele Tage warten, bis sie bei den israelischen Sicherheitskontrollen an der Reihe sind.
Und dann gelangt nur ein kleiner Teil der Ladung in den nördlichen Gazastreifen, weil die Koordination mit der IDF so kompliziert ist, weil es an den internen Kontrollpunkten der Armee zu Verzögerungen kommt, weil die IDF schießt und weil die Gefahr von Überfällen durch Banden besteht. Solange die Seeroute der World Central Kitchen sicher schien, konnten die Schwierigkeiten der Hilfsorganisationen, den nördlichen Gazastreifen zu erreichen, heruntergespielt werden. Die Ermordung der tapferen Mitarbeiter der Gruppe schadet daher Israels Bemühungen, den Anschein zu erwecken, dass es die Anweisungen des Internationalen Gerichtshofs befolgt.
Schon vor dem maritimen Pilotprogramm im März hatte die World Central Kitchen, die den Palästinensern vor dem Krieg nicht bekannt war, ihr Profil geschärft. Seit Oktober hat sie mehr als 35 Millionen warme Mahlzeiten ausgegeben und mehr als 60 Gemeinschaftsküchen eingerichtet. Die Menschen bemerkten, dass die Küchen über Kochgas verfügten, das andere Organisationen nicht hatten, und dass sie frisches Gemüse anboten, das auf den Märkten nicht oder nur zu überhöhten Preisen erhältlich war.
Nach Angaben einer Quelle bei einer Hilfsorganisation erreichte World Central Kitchen fast über Nacht eine Größe, die nur vom UNRWA übertroffen wird, die es seit 1949 gibt. Die Schnelligkeit des Starts lässt darauf schließen, dass die israelische Bürokratie den Prozess erleichtert hat. Das bedeutet, dass die Drohnenbetreiber eine Organisation getroffen haben, deren Präsenz und Arbeit für Israel nicht nur aus humanitären Gründen, sondern auch aus politischen Gründen wichtig war: das Ziel, das UNRWA von der Landkarte zu tilgen.
Wie alle Hilfsorganisationen, die während des Krieges in Gaza tätig waren, stimmte sich auch World Central Kitchen mit der Armee ab. Wie bei den anderen Organisationen kennt die IDF den Standort jeder ihrer Einrichtungen, die Fahrzeuge sind mit Flaggen und Schildern gekennzeichnet, und die Mitarbeiter tragen Schutzwesten, auf denen sie sich zu erkennen geben. Die Identität eines jeden Mitarbeiters ist den Militärbehörden bekannt, die jeden Freiwilligen überprüfen. Die Route, die jedes Fahrzeug und jeder Konvoi nimmt, muss von Israel genehmigt werden. Im Jargon der Armee und der Hilfsorganisationen wird dieser Vorgang “Dekonfliction” genannt.
Anfang Dezember kündigte Israel die Einrichtung des Dekonflictionsmechanismus zum Schutz von Helfern und Zivilisten an und folgte damit einer Forderung von David Satterfield, dem Sonderbeauftragten von Präsident Joe Biden für humanitäre Fragen im Nahen Osten. Vertreter von Hilfsorganisationen unterstehen den Verbindungsleuten des israelischen Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Gebieten, die sich mit den Streitkräften vor Ort abstimmen.
Dies war nicht der erste Vorfall in diesem Krieg, bei dem die IDF Fahrzeuge und Einrichtungen internationaler oder lokaler Hilfsorganisationen angriffen; die UNO geht davon aus, dass seit Beginn des Krieges etwa 196 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet worden sind. Sechs Palästinenser, die für die Organisation Ärzte ohne Grenzen tätig sind – Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und ihre Familienangehörigen, darunter zwei Ärzte und ein kleines Mädchen – wurden durch das Feuer der IDF getötet, das auch Fahrzeuge der Organisation beschädigt hat. Palästinenser, die sich in einem Gebäude der britischen Gruppe Medical Aid for Palestinians aufhielten, wurden verwundet. Fünfzehn Sanitäter des Roten Halbmonds wurden durch israelisches Feuer getötet, als sie auf dem Weg zu Verwundeten waren.
Mindestens 16 Mal hat Israel auf Lastwagen geschossen, die Lebensmittel anlieferten, und auf Menschen, die sich um sie herum drängten, sei es, weil die Männer, die die Lastwagen bewachten, als Hamas-Leute identifiziert wurden oder weil die Soldaten in einem Panzer ihre Sicherheit bedroht sahen. Dies war der Fall, als eine Panzerbesatzung am 29. Februar auf die Menschenmassen schoss, die einen Lebensmittelkonvoi umgaben – etwa 100 Menschen wurden getötet, einige von der verängstigten Menge erdrückt, andere durch Schüsse aus dem Panzer.
Die meisten dieser Vorfälle wurden in den israelischen Medien mit Schweigen bedacht, und die IDF entschuldigte sich nicht und gab keinen Fehler zu. Das liegt daran, dass die Toten, die Verwundeten und die unverletzten, aber traumatisierten Menschen Palästinenser waren, und daran, dass das UNRWA und der Rote Halbmond automatisch als Kollaborateure der Hamas abgestempelt werden.
Die Ermordung der Freiwilligen der World Central Kitchen, ein Anschlag, der nicht der erste seiner Art ist, bringt drei grundlegende Elemente der IDF-Operationen in Gaza ans Licht. Das erste ist die fehlende Koordination zwischen den verschiedenen Kräften, trotz gegenteiliger Erklärungen. Das zweite ist der relativ niedrige Rang, der die Befugnis hat, aus der Luft zu töten. Der dritte Grund ist die große Flexibilität der IDF bei der Beurteilung von Kollateralschäden: die große Zahl unbewaffneter Menschen, darunter auch Kinder, die getötet werden dürfen, um ein legitimes Ziel” zu treffen.
Bei dem Vorfall am späten Montag bestand der Verdacht, dass eine “bewaffnete Person” (deren Identität wir immer noch nicht kennen) anwesend war. Dies reichte den IDF-Drohnen aus, um sieben Personen zu töten, die weder verdächtig noch bewaffnet waren. Diese Leichtigkeit, das Feuer zu eröffnen, ist eine der Erklärungen für die 14.000 Kinder, die Israel bisher im Gazastreifen getötet hat, eine Zahl, die von UNICEF genannt wird.
Neuralink kann keine Gedanken lesen und wird es auch nie können
Die Schlagzeilen schreien:
„AI Mind-Reading ist da!“
„Neuralink ermöglicht es dem Menschen, den Computer mit seinen Gedanken zu steuern!“
„KI-Implantate chinesischer Soldaten verbessern Fähigkeiten und Reaktionszeiten“.
Jedes neuronale Implantat, ob von Elon Musks Unternehmen oder anderen Forschungseinrichtungen, ist in der Lage, elektrische Impulse zur motorischen Steuerung zu empfangen. Diese Geräte entschlüsseln keine Gedanken.
Gedanken über Objekte, Erinnerungen, Überzeugungen und Absichten sind komplexe, widerhallende Beziehungen zwischen mehreren gleichzeitigen Prozessen in mehreren Regionen des Gehirns. Gedanken sind kein „Code“ – eine lineare Abfolge von Zeichen – die in einem bestimmten Bereich des Gehirns gespeichert wären.
Im Januar dieses Jahres implantierten die Mitarbeiter von Neuralink ein Fitbit-ähnliches Gerät in das Gehirn der ersten menschlichen Versuchsperson. Das Gerät verfügt über 64 Fäden, die tief in das Gewebe der motorischen Hirnrinde reichen, mit etwa 3.000 Elektroden, die elektrische Entladungen auffangen, die auftreten, wenn eine Person versucht, ihren Körper zu bewegen. Die Entscheidung, sich zu bewegen, der Wille, sich zu bewegen, und die Motivation, sich zu bewegen, sind komplexere Prozesse, die vor dem Feuern der motorischen Neuronen stattfinden.
Die Forscher, die einen Hype um „Gedankenlesegeräte“ veranstalten, sind vielleicht in ihren mechanistischen Fachgebieten so engstirnig ausgebildet, dass sie nicht erkennen, dass das Gerät keine Gedanken liest und dies auch nie tun wird – oder vielleicht verstehen sie dies, aber sie wollen die motorischen Impulse von Menschen mit elektrischem Strom kontrollieren können.
Wie die toten Frösche von Galvani.
In diesem Aufsatz beschreibe ich drei verschiedene Nervenimplantate, die an gelähmten Menschen erprobt werden, obwohl es sicherere Kommunikationsgeräte gibt, die genauso gut, wenn nicht sogar besser funktionieren könnten. Die Patienten selbst scheinen zu verstehen, dass die implantierten Geräte begrenzt sind, aber sie hoffen, dass ihre Aufopferung eines Tages große Fortschritte in der Technologie zum Nutzen anderer ermöglichen wird.
Nachdem ich beschrieben haben werde, wie die Implantate bei diesen Probanden funktionieren, werde ich versuchen zu ergründen, warum unsere Kultur so sehr an der Vorstellung festhält, dass eine Maschine jemals erkennen könnte, was wir denken. Vielleicht ist es so, wie Iain McGilchrist in seinem 2009 erschienenen Buch „The Master and His Emissary: The Divided Brain and the Making of the Western World“ festgestellt hat, dass die linke Gehirnhälfte, die den Menschen für eine Maschine hält, die Oberhand gewonnen hat.
Patient 1: Ann
Im Jahr 2023 wurde Ann am „Weill Institute for Neurosciences“ der University of California San Francisco ein Brain-Computer-Interface-Gerät (BCI) implantiert. Anns Arme und Beine sind gelähmt, und sie kann nicht sprechen. Aber sie ist zu Mimik und Gestik fähig. Wenn sie ihren Mund bewegt, als ob sie sprechen würde, kann das Implantat Impulse in ihrem motorischen Kortex auffangen, die zu ihren Gesichtsmuskeln gehen.
Die vom neuronalen Implantat erfassten Pulsmuster werden in einen Computer eingespeist, ein so genanntes „neuronales“ Netzwerk, das die mit bestimmten Gesichtsbewegungen verbundenen Pulse für verschiedene Phoneme kategorisiert und identifiziert. Um die künstliche Intelligenz zu trainieren, musste Ann wochenlang immer wieder verschiedene Laute wiederholen, bis der Computer die mit allen grundlegenden Sprachlauten verbundenen Gehirnaktivitätsmuster erkannte. Nach Angaben der Forscher musste der Computer nur 39 Phoneme (Vokal- und Konsonantenkombinationen) lernen, um jedes englische Wort zu erkennen. Sie verfügt nun über einen Wortschatz von 1024 Wörtern, den sie mit diesem Gerät nutzen kann.
Ein KI-Avatar auf dem Bildschirm, der Ann ähnelt, spricht über einen Sprachsynthesizer die Wörter, die Ann ausspricht.
Ich frage mich, warum Ann nicht die ausgeklügelte KI-Software benutzt, die für das Lippenlesen entwickelt wurde, da sie ja Wörter aussprechen kann. Mit dem Lippenleseprogramm und einer Kamera, die auf ihr Gesicht gerichtet ist, statt auf ein Implantat in ihrem Gehirn, könnte sie einen Wortschatz von 1.024 Wörtern wahrscheinlich leicht überschreiten.
Patient 2: Bravo1
Der zweite Patient in seinen 40ern heißt Bravo1. Er kann seine Gesichtsmuskeln nicht bewegen, wie Ann es kann. KI-gestütztes Lippenlesen ist keine Option. Im Jahr 2021 implantierten Forscher der UC San Franscisco ein Gerät, das die an seine Stimmbänder gesendeten Pulse erkennt. Das System ist in der Lage, bis zu 18 Wörter pro Minute mit einer Genauigkeit von 75-93% zu erkennen, wenn es eine „Autokorrektur“-Funktion einsetzt. Da die verschiedenen Muster der Stimmbandaktivierung selbst für eine KI-Mustererkennungssoftware schwer zu unterscheiden sind, liefert ihm das System zusammen mit der Textvorhersage etwa 50 Wörter, mit denen er arbeiten kann.
Es muss betont werden, dass die von den Systemen von Ann und Bravo1 verwendete KI keine elektrischen Muster mit Sprachmustern in Verbindung bringen kann, ohne dass der Patient umfassend geschult wird und mitarbeitet.
Diese Implantate werden nie einsatzbereite Geräte sein, die die an die Stimmbänder oder Gesichtsmuskeln gesendeten Impulse entschlüsseln können, um festzustellen, welche Wörter gemeint sind. Die Person, deren Gehirnaktivität gemessen wird, muss die KI trainieren.
Bravo1 musste zum Beispiel versuchen, das Wort „Wasser“ immer wieder zu sagen, während die KI dieses Muster aufzeichnete und dann ein verallgemeinertes Modell des Musters erstellte, das jedes Mal leicht anders ist. Er musste dies mit jedem der 50 Wörter tun, die das Programm jetzt erkennen kann.
Ich stelle fest, dass dieser Mann blinzeln kann. Es scheint mir, dass er das Morsealphabet lernen könnte. Wiederum könnte man eine Kamera auf sein Gesicht richten – und mit Hilfe der KI den nächsten Buchstaben und das nächste Wort vorhersagen – und er wäre in der Lage, viel effizienter und sicherer im Morsecode zu kommunizieren – ohne sich einer Gehirnoperation zu unterziehen und ohne ein Gerät ertragen zu müssen, das irgendwann gefährliche Entzündungen hervorrufen könnte.
Patient 3: Nolan
Die erste menschliche Testperson von Neuralink ist der 29-jährige Nolan, der ein Implantat erhielt, das im Gegensatz zu den Implantaten von Ann und Bravo1 nicht vollständig entfernt werden kann. Die Fäden der motorischen Signaldetektoren sind so fein, dass sie sich in das Hirngewebe einarbeiten.
Anders als Ann und Bravo1 kann Nolan sprechen. Er kann auch seinen Kopf und seine Schultern bewegen. Er hatte die Möglichkeit, einen sprachgesteuerten Computer zu benutzen. Er hätte auch ein Gerät bekommen können, mit dem er seinen Kopf wie einen Joystick bewegen kann, um einen Cursor zu steuern.
Stephen Hawking tippte auf einer Tastatur, indem er mit seinen Wangenmuskeln zuckte; er hatte kein Implantat.
Wie bei den anderen Patienten erfasst auch Nolans Implantat Nervenimpulse, die Bewegungen steuern. Nolan muss versuchen, seine Hand zu bewegen, wie er es tun würde, um eine Computermaus zu steuern, und diese Impulse werden vom Implantat aufgenommen und drahtlos an einen Computer gesendet, der sie kategorisiert und nach einem Training die Maus entsprechend bewegt.
Der Neuralink-Ingenieur in dem Video, dessen Name Bliss ist, scherzt, dass Nolan telekinetische Kräfte hat. In den meisten Kommentaren unter dem Video werden solche Behauptungen wiederholt.
Ich weiß nicht, ob Nolan in der Lage ist, die Maus zu bewegen, ohne sich bewusst darum zu bemühen. Wie das Gehen gehört auch das Bewegen einer Maus zu den Fähigkeiten, die man unbewusst beherrschen sollte.
In der nächsten Phase der Forschung möchte das Neuralink-Team ein zweites Gerät zur Stimulation der Muskeln implantieren, wobei die beiden Geräte als Brücke über den geschädigten Bereich von Nolans Rückenmark fungieren sollen. Eine solche Technologie, vielleicht in Verbindung mit einem Exoskelett, könnte Nolans Lebensqualität wirklich verbessern. Ich hoffe, dass er als Ergebnis dieses Experiments eines Tages wieder laufen kann. Ich hoffe nicht, dass seine Gedanken jemals von einem Computer gelesen werden können.
Als Bliss Nolan fragte, was er mit seinen neuen Kräften anstellen könne, antwortete er, dass er bis 6 Uhr morgens Videospiele spielen könne.
Ich denke, Nolan könnte einen der sprachgesteuerten Roboter von Telsa als persönlichen Assistenten einsetzen. Vielleicht lässt sich Musk dazu überreden, Nolan einen solchen Roboter zur Verfügung zu stellen.
Ist dies erst der Anfang für die KI-Technologie zum Gedankenlesen? Oder sehen wir schon, dass das nicht der richtige Weg ist, weil keines dieser Implantate Gedanken per se aufnimmt? Sie nehmen motorische Impulse auf.
Gehirnchirurgie könnte Ihnen helfen, schneller zu klicken und zu swipen
Elon Musk sagt, dass in naher Zukunft auch nicht behinderte Menschen ein Neuralink-Implantat haben wollen, mit dem sie direkt mit einem Computer, dem gesamten Internet und sogar der KI interagieren können.
Einen Moment mal. Was will er eigentlich damit sagen? Werden Menschen mit Neuralink mit der KI verschmelzen und alle Daten auf den Servern von Google mit ihrem „geistigen Auge“ erfassen?
Musk spekuliert, dass Menschen mit Neuralink in der Lage sein werden, schneller zu klicken und zu swipen.
Es ist ja nicht so, dass KI in die neuronale DNA injiziert werden soll. Menschen mit Neuralink werden immer noch externe Computer und Bildschirme benutzen.
Mit einem Neuralink würde man lediglich seine Hand – ein Schnittstellenwerkzeug, das in Milliarden von Jahren der Evolution perfektioniert wurde – durch eine Bluetooth-Verbindung zu einem Fitbit-ähnlichen Gerät ersetzen, das möglicherweise nicht so gut funktioniert.
Wer würde das wollen? Professionelle Videospieler?
Die linke Gehirnhälfte als Symbolmanipulator vs. die rechte Gehirnhälfte als Denker
In seiner Arbeit über die Funktionsweise und Interaktion der linken und rechten Gehirnhälfte versucht Iain McGilchrist nicht, die äußerst komplizierte Chemie zu beschreiben, die der Aktivität der Gehirnwellen zugrunde liegt. In der Tat sind Forscher wie McGilchrist hauptsächlich darauf angewiesen, das Verhalten von Menschen mit Hirnschäden zu beobachten, um zu verstehen, wie das Gehirn funktioniert. Wenn eine der Hemisphären geschädigt ist, kommt es zu vorhersehbaren neurologischen Defiziten.
Aber insgesamt wird bei der Lektüre von McGilchrist deutlich, dass Denken und Handeln, Glauben und Erinnern äußerst komplexe Prozesse sind, die sich auf die verschiedenen Regionen des Gehirns verteilen und voneinander abhängen, um Bedeutung zu erzeugen.
Ich leite ein monatliches Webinar mit dem Titel „Wir sind keine Maschinen„, in dem ich diejenigen kritisiere, die glauben, künstliche Intelligenz sei tatsächlich intelligent, und ich versuche zu zeigen, dass biologische Prozesse viel komplexer sind als Computerprozesse. Ich könnte meinen Studenten sagen, sie sollen McGilchrist zuhören und einfach mit dem Webinar fertig werden. Er macht deutlich, dass es illusorisch ist zu glauben, man könne Gedanken entschlüsseln, indem man ein paar tausend Sonden in das Gehirn eines Menschen steckt.
Laut McGilchrist ist die linke Hemisphäre mechanistisch. Sie ist an der Verwendung von Werkzeugen beteiligt und behandelt Objekte in der Welt als unbelebt und kontextlos. Die linke Hemisphäre ist an der Produktion von Sprache beteiligt, so wie man mit einem Werkzeug umgeht, indem man vordefinierte Verfahren mit vorhersehbaren Ergebnissen anwendet.
Die rechte Hemisphäre sorgt für die Kontextualisierung von Wörtern, d. h. für die Bedeutung der Wörter.
Verschiedene Arten von Zeichen: Symbole, Icons und Indizes
In meinem Fachgebiet, der Biosemiotik, würde ich sagen, dass die rechte Hemisphäre mehr mit dem zu tun hat, was wir geerdete Zeichen, Icons und Indizes nennen. Intelligentes Denken und Handeln ist etwas, was alle Lebewesen, auch Mikroben und einzelne Zellen, tun können. Und sie scheinen in der Lage zu sein, dies mit Hilfe von geerdeten Zeichen zu tun.
Das Icon als Zeichen assoziiert etwas mit einer anderen Sache aufgrund einer physischen Ähnlichkeit. Wenn ich zum Beispiel eine Katze darstellen möchte, könnte ich sie imitieren und sagen: „Miau, miau“, und Sie würden verstehen, was ich meine, denn mein Miau klingt ähnlich wie das Geräusch einer Katze. In den Zellen eines Körpers kann ein Symbolzeichen ein Molekül sein, das aufgrund seiner ähnlichen Form in einen Rezeptor passt. Physikalische Ähnlichkeit führt zu einer Assoziation. Auf diese Weise können Dinge aufgrund kontextualisierter Beziehungen zu Zeichen für andere Dinge (oder Ergebnisse) werden.
Ein Index assoziiert etwas mit einer anderen Sache (oder einem Ergebnis) aufgrund eines physischen Vektors. Ein Kleinkind kann seine Wünsche mitteilen, indem es mit seinem Zeigefinger auf etwas zeigt. Sie sehen, dass der Säugling auf das Objekt gerichtet ist. Als biologisches Beispiel können wir uns vorstellen, wie ein Schleimpilz anfängt, schnell in eine bestimmte Richtung zu pulsieren, was ihn dazu veranlasst, sich in Richtung eines erkannten Nahrungsgefälles zu bewegen.
Diese Art von Zeichen erhält ihre Bedeutung aus dem Kontext und muss nicht erlernt werden.
Im Gegensatz dazu muss eine andere Art von Zeichen, die als Symbol oder Code bezeichnet wird, erlernt werden, da sie nicht auf physischen Beziehungen beruht. Das Wort „Katze“ zum Beispiel bezieht sich willkürlich auf das Tier, das miaut.
In Ergänzung zu McGilchrists Argument würde ich sagen, dass die so genannte „Sprache“ der linken Hemisphäre keine Symbole oder Indizes verwendet, deren Bedeutungen auf einem Kontext beruhen. Die linke Hemisphäre scheint sich ausschließlich der Symbolmanipulation zu bedienen.
Wie bereits erwähnt, steht ein Symbol als eine Art von Zeichen für etwas, das durch Konvention festgelegt ist, d. h. ein Zeichen, ein Ton oder ein Muster wird willkürlich mit etwas anderem verbunden. Beim Morsealphabet zum Beispiel stehen Striche und Punkte willkürlich für Töne oder Zahlen.
Computerdesigner haben kein Konzept für Icons oder Indizes oder irgendeine Art von geerdeten Zeichen. Deshalb müssen Computer programmiert werden, direkt von einem Programmierer oder indirekt durch Versuch und Irrtum.
Computer verwenden keine Icons und Indexzeichen. Wie die linke Hemisphäre sind auch Computer ausschließlich mit Symbolen beschäftigt. Einsen und Nullen sind Symbole, die Muster bilden, die andere Arten von Symbolen, Wörtern und Zahlen darstellen.
Soweit KI die menschliche Intelligenz imitieren kann, scheint sie nur die linke Gehirnhälfte zu imitieren, also den Teil, der nicht wirklich viel denkt.
Die linke Hemisphäre kann halluzinieren
Obwohl in einem Computer keine Zeichen kontextualisiert werden, wie bei Icons und Indizes in lebenden Organismen, können Computer statistische Ähnlichkeiten in Mustern von Einsen und Nullen erkennen. Auf diese Weise scheint ein Computer auf der Grundlage von Ähnlichkeiten zu verallgemeinern, beispielsweise bei der Rechtschreibprüfung. Computer können auch die Häufigkeit des gemeinsamen Auftretens verschiedener Muster erkennen und so vorhersagen, dass das Wort „Huhn“ mit größerer Wahrscheinlichkeit auf „gegrillt“ folgt als auf „Katze“. Aber diese Art von falscher Kontextualisierung muss auf massiven Daten beruhen, die die Leitwahrscheinlichkeiten liefern. Dieses System funktioniert wie ein manipuliertes Rouletterad.
Eine KI mit einem großen Sprachmodell (Large Language Model, LLM) wie Chat-GPT oder Gemini oder Bard kann behaupten, dass A und B miteinander verbunden seien, und zwar auf der Grundlage einer falschen Identifizierung von Ähnlichkeiten oder häufigen Paarungen. Dies muss die Ursache für die so genannte „Halluzinationstendenz“ von LLM sein.
Hirngeschädigte Patienten, bei denen die linke Hemisphäre dominiert, neigen ebenfalls zu Halluzinationen.
Wollen wir, dass die linke Hemisphäre das Sagen hat?
McGilchrist hat festgestellt, dass computergenerierte Antworten die Sprachproduktion der linken Gehirnhälfte nachahmen.
Er hat auch argumentiert, dass unsere Gesellschaft mehr und mehr von denjenigen geführt zu werden scheint, deren linke Hemisphäre dominanter ist als die, deren rechte Hemisphäre einen größeren Einfluss auf ihre Denkprozesse hat.
Die linke Gehirnhälfte ist bürokratisch und mechanistisch. Sie bleibt in Spurrillen stecken und ist darauf angewiesen, dass die rechte Gehirnhälfte ihr hilft, den Kurs zu ändern. Menschen mit einer Schädigung der rechten Gehirnhälfte, die sich ausschließlich auf die linke Gehirnhälfte verlassen, halten an einem Weg fest, auch wenn dieser offensichtlich falsch ist.
Die positivistische linke Hemisphäre tut so, als ob sie bereits alle richtigen Antworten zur Lösung von Problemen kennt. Die Dominanz der linken Hemisphäre veranlasst die Menschen dazu, darauf zu vertrauen, dass die institutionellen Führer die richtigen Programme umsetzen, die dann auch funktionieren. McGilchrist sagt, dass die linke Hemisphäre, wenn die Dinge nicht wie erwartet funktionieren, nicht die Möglichkeit in Betracht zieht, dass ihre Lösung einfach falsch sein könnte, und stattdessen annimmt, dass sie noch mehr vom Gleichen tun muss. Doppelt so viel.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
“Bisher lief alles ganz gut” – Bidens US-Finanzsystem auf der Kippe
Stimmen aus den US-Finanzeliten werden merklich lauter, dass Bidens Wirtschaftsplan ein bereits angezündetes Kartenhaus sei. Nun beginnt ein Tanz, der die breiten Massen den Rauch nicht riechen lassen soll – während der Hegemon beim Sturz sein Gesicht zu wahren sucht.
Von Elem Chintsky
Ein ehemaliger US-Finanzminister unter Clinton, Lawrence Summers, publizierte im vergangenen Februar mit einem Wirtschaftspapier ein indirektes Eingeständnis, dass zuletzt die Biden-Regierung (de facto aber seit der Ronald Reagan-Administration) mit vielen staatlich kuratierten und erhobenen Wirtschaftszahlen mutmaßlich falschliegt. Auch andere jüngste Quellen legen mittlerweile dar, dass wichtigste Indikatoren für den Zustand einer Volkswirtschaft – also Arbeitslosenzahlen, neue Arbeitsplätze, offizielle Inflationsrate – in den USA vollkommen verfälscht sind.
Jedenfalls zielt das Papier von Summers teilweise darauf ab, ein alternatives und genaueres Bild der Inflation zu zeichnen, indem es das System des Wirtschaftswissenschaftlers Arthur Okun aus der Zeit vor 1983 einbezieht. Dadurch würden persönliche Zinssätze und die Kosten für Heimfinanzierung berücksichtigt. An dieser Stelle sofort die Frage: Das hat man seit 1983 bereits nicht mehr gemacht? Warum?
Dadurch, dass man diese Messgrößen, die zuletzt vor 42 Jahren als relevant erachtet wurden – ignorierte, entstand ein ungenaueres Bild der Inflation in den USA, so der sich diplomatisch ausdrückende Summers.
Nach der Publikation gab Summers eine Zusammenfassung seiner These über X (ehemals Twitter) ab:
“Vor 1983 waren die Hypothekenkosten im Verbraucherpreisindex enthalten, ebenso wie die Zahlungen für Autos vor 1998. Jetzt enthalten die Preisindizes keine Kreditkosten. Als die Zinssätze im letzten Jahr sprunghaft anstiegen, erfasste die offizielle Inflation daher nicht in vollem Umfang die Auswirkungen, die dies auf das Wohlbefinden der Verbraucher haben würde …
Wir zeigen, dass wir, wenn wir uns bemühen, den Verbraucherpreisindex der Okun-Ära zu rekonstruieren – bei dem die Inflation im letzten Jahr einen Höchststand von etwa 18 Prozent erreicht hätte – 70 Prozent der Kluft in der Verbraucherstimmung erklären können, die wir im vergangenen Jahr gesehen haben.”
Ferner kommen Summers und seine Co-Autoren in ihrem Februar-Papier zu einer karikaturhaft evidenten Schlussfolgerung (S. 25): “Länderübergreifende Untersuchungen bestätigen, dass die Verbraucher in aller Welt auf die Kosten des Geldes achten.”
Heureka. Mit anderen Worten – Verbrauchern im Westen, besonders die der ohnehin rasant schwindenden Mittelklasse, die bisher versucht hatten zu sparen und jeglicher auch nur bescheidener Zukunftsvorsorge (z. B. ein Eigenheim) nachzukommen, ist die tragisch schwindende Kaufkraft ihrer Nationalwährungen wichtig. Ähnlich, wie mit dem Sauerstoff zum Atmen, postulieren Summers und Konsorten per purer Didaktik, dass auch ein stabiles, gesetzliches Tauschmittel zum Wertetransfer (Geld) durchaus wichtig für das Überleben im banalen Alltag sein könnte. Das Papier ist dahin gehend begrenzt, dass es einfach aufzustellende Prognosen weitestgehend verweigert und ein komplexeres Rätsel präsentiert, als es eigentlich sein müsste. Höchstens über ein “neues, wirtschaftliches Paradigma” (S. 26) wird spekuliert. Klartext: Das US-dominierte, westliche Finanzsystem steht kurz davor, in die Ära der Multipolarität gedrängt und entlassen zu werden. Dabei werden für die dort ansässigen großen Massen von Menschen enorme Verluste entstehen, nicht nur materieller Natur. Simultan zu dem schwindenden monetären US-Einfluss in der restlichen Welt, werden die gegenwärtigen und bald kommenden Kriege (Ukraine, Israel – Palästina und Taiwan), in die die USA so tief involviert sind und noch sein werden – die gewaltsame, eskalierende Entbindung Washingtons von der einstigen, hegemonialen Größe, unbarmherzig illustrieren.
In dem ökonomischen Forschungspapier Summers’ werden zum Beispiel “government debt”, “public debt” beziehungsweise “sovereign debt” (Staatsschulden bzw. staatliche oder öffentliche Zahlungsverpflichtungen) mit keiner Silbe erwähnt. “Debt”, also Zahlungsverpflichtungen, werden zwar diskutiert, aber lediglich für den Verbraucher in Bezug auf den privaten Sektor: die Automobilindustrie, Kreditkarten-Schulden, Studienkredite. Dabei hätte man auch denken können, dass die mittlerweile eine Billion (Anmerkung: das sind 1.000 Milliarden) US-Dollar, die Joe Bidens Regierung mittlerweile alle 100 Tage auf die gesamten US-Staatsschulden (34,63 Billionen US-Dollar) obenauf stapelt, eine flüchtige Erwähnung wert wäre. Das sind immerhin, 3,6 Billionen US-Dollar in nur einem Kalenderjahr – knapp 10 Prozent Wachstum per annum.
Dieses “neu gedruckte” Geld, das nie direkt den herkömmlichen Verbrauchermarkt erreicht, sind Währungseinheiten, die von der privaten US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) direkt in den US-Bankensektor eingespeist werden. Sie werden also praktisch an sich selbst weitergegeben – sind doch die größten Inhaber der mächtigsten US-angelsächsischen Geldinstitute seit hundert Jahren per klassischer Kartell-Struktur gleichzeitig die namenlosen Gönner und Stifter hinter der Fed. Erst in pathologisch multipler Verzinsung erreichen diese neuen, aber schon zerschnipselten US-Dollar den inländischen Verbraucher und den nichts ahnenden Auslandsinvestor in der Form neuer US-Staatsanleihen. Nur dank des noch am seidenen PR-Faden hängenden “guten Rufs” des US-Dollars in den Vasallen-Ländern von Onkel Sam ist es überhaupt noch möglich, dieses Pyramidenspiel, mit einer bunten Nebelmaschine obenauf, weiter rattern zu lassen – zum gravierenden Nachteil auch der EU und anderer US-Satelliten. Hier ein analoges Zitat dazu von Edward Gibbons aus “The Decline and Fall of the Roman Empire” (zu Deutsch “Verfall und Untergang des Römischen Imperiums”):
“Das römische Imperium schien ewig zu bestehen, basierte aber auf dem zerbrechlichen und vergänglichen Fundament der öffentlichen Meinung, die durch die Laune eines einzelnen Herrschers oder einer wankelmütigen Bevölkerung schnell verändert werden kann.”
Erst kürzlich hat die Fed eingestanden, dass staatlich kuratierte Statistiken über den US-Arbeitsmarkt um 800.000 Arbeitsplätze überschätzt worden sind. Dieser Prozess der Verfälschung – aus der Feder der Biden-Regierung – bahnte sich schleichend seit 2022 an. Konkret hatte Washington der US-Öffentlichkeit von einem verheißungsvollen monatlichen Arbeitskräftezuwachs von 230.000 Personen erzählt – laut neuester Erkenntnisse seien es im relevanten Zeitraum (Kalenderjahr 2023) lediglich 130.000 gewesen. Ganz zu schweigen davon, dass man die “Gewinnung einer Arbeitskraft” als Kategorie so breit und verschleiert wie möglich darzustellen versuchte, um die extrem niedrige Qualität dieser Neuzugänge in den US-Arbeitsmarkt zu kaschieren.
Einem so gründlichen Wirtschaftsinsider wie Summers sind Schusseligkeitsfehler in seiner Präsentation “Die Kosten des Geldes sind Teil der Lebenshaltungskosten: Neue Erkenntnisse über die Anomalie der Verbraucherstimmung” schwer vorzuhalten. Zumal dieser als einer der Architekten der US-Finanzkrise von 2008 und ihrer neoliberalen “Schlichtung” gilt – eine Zeit, in der die “weisen Beobachtungen von 2024” tatsächlich noch etwas hätten bewirken können.
Eher handelt es sich wohl um eine penibel dosierte Art eines “kontrolliertes Medien-Lecks”, um den bald kommenden Wirtschaftskollaps des internationalen US-Dollar-Systems irgendwie zu rationalisieren und ihm ein Antlitz der gründlichen, empirischen Wirtschaftlichkeit zu verleihen. Auf den zweiten Blick zeigt sich hier der Versuch einer auffällig verspäteten Expertise des selbst verschuldeten US-Systems, eine pseudo-kompetente und weise vorausschauende Miene zu verleihen. Deshalb wurde Summers vorgeschickt, um das zu “offenbaren”, was aufmerksame Normalsterbliche ohnehin bereits seit Jahren besorgt beobachten konnten. Seiner akademisch-moralischen Pflicht, dies bereits im Jahr 2008 zu tun, kam er mit allem opportunistischen Vorsatz nicht nach.
Allein die beiden Indikatoren – US-Staatsschulden und ihr Hauptinstrument, andere Länder mit den eigenen Schulden überzubelasten, nämlich die US-Staatsanleihen – spielen hinter den Kulissen enorme Rollen bei den eigentlichen “Kosten des Geldes”, für welche durchschnittliche Verbraucher solch ein existenzielles Interesse hegen – zur “großen intellektuellen Überraschung” westlicher Wirtschaftsweisen wie Summers.
Weitet man den Blick auf andere Disziplinen wie die Kulturanthropologie und die moralisch-ethische Zusammensetzung einer Zivilisation aus, so gibt ein weiteres Zitat von Gibbons Hinweise darauf, wohin die US- und EU-Reise geht:
“Der Niedergang und der Fall Roms war ein langsamer und qualvoller Prozess, der durch interne Streitigkeiten, ausländische Invasionen und die Zersetzung moralischer Werte gekennzeichnet war. Es war die tragische Geschichte einer einst großen Zivilisation, die durch ihre eigene Selbstüberschätzung zu Fall gebracht wurde.”
Schon heute sieht man in der westlichen Staatsräson – ihrer blutrünstig ausgehöhlten Deutungshoheit, ihrer stumpfsinnig-bösartigen Diplomatie, ihrer kleingeistigen wirtschaftlichen Beziehungen und der eigenen moralischen Überheblichkeit, der sie sich scheinbar unwiderruflich verpflichtet hat, dass es dort ein gewisses Instrument gibt, das weitaus kostbarer und rarer geworden ist, als der inflationäre US-Dollar (sowieso), aber sogar der galoppierende Bitcoin oder pures, Äonen überdauerndes Gold – nämlich: die Demut.
*
Elem Chintsky ist ein deutsch-polnischer Journalist, der zu geopolitischen, historischen, finanziellen und kulturellen Themen schreibt. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit RT DE besteht seit 2017. Seit Anfang 2020 lebt und arbeitet der freischaffende Autor im russischen Sankt Petersburg. Der ursprünglich als Filmregisseur und Drehbuchautor ausgebildete Chintsky betreibt außerdem einen eigenen Kanal auf Telegram, auf dem man noch mehr von ihm lesen kann.
Innsbruck: Innenministerium stiftet Verwirrung und Ärger bei EU-Wahlberechtigten
Beim Innsbrucker Bürgerservice laufen aktuell die Telefone heiß: Wer seine Wahlberechtigten-Informationen für die EU-Wahl verifizieren will, muss das plötzlich durch Verwendung eines QR-Codes erledigen. Dafür fehlen bei einem großen Teil der Österreicher aber die technischen Voraussetzungen und die erforderlichen Kenntnisse im Umgang mit dieser Technologie – von deren bekannten Sicherheitsproblemen ganz zu schweigen.
Ein Gastbeitrag von Bernd Stracke
Bis vor wenigen Tagen war für den Innsbrucker Stimmbürger die Welt noch in Ordnung: Die Hauskundmachungen zur Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl am kommenden 14. April enthielten die Namen der Wahlberechtigten, damit sie verifizieren konnten, ob sie auch tatsächlich und richtig im Wählerverzeichnis eingetragen sind.
Für die knapp zwei Monate später am 9. Juni stattfindenden EU-Wahlen ist alles ganz anders: Die gesetzlich verpflichtend zu verteilenden Hauskundmachungen enthalten diese Wahlberechtigten-Information nicht mehr, sondern stattdessen einen QR-Code des Innenministeriums, über den der Bürger mittels Handy seine Wahlberechtigung abfragen kann. Wer die QR-Code-Prozedur aber aus Hardwaregründen (älteres Handymodell) nicht nutzen kann oder die QR-Prozedur technisch nicht beherrscht, dem bleibt nur die Möglichkeit, sich zur Wahlbehörde zu bemühen oder – was datenschutzrechtlich bedenklich ist – vom Amt eine diesbezügliche Telefonauskunft einzuholen zu versuchen.
Laut dem „Digitalen Amt“ der ID Austria verfügen derzeit aber lediglich ca. 30 Prozent aller Österreicher theoretisch über die technischen Voraussetzungen für eine QR-Kommunikation, und davon sind seriösen Schätzungen zufolge wieder nur ein Drittel mit der Handhabung dieser Einrichtung vertraut. Das bestätigt z.B. auch der Bürgerservice der Stadt Innsbruck, bei dem auch zu hören ist, dass das zuständige Innenministerium (das sich sonst durch großzügige steuergeldfinanzierte Image-Inserate nachhaltig einen schlechten Namen gesichert hat), bei der Kommunikation dieser überfallartigen Neuerung kläglich versagt hat. Die Wähler sind verwirrt und/oder verärgert, die Telefone des Innsbrucker Bürgerservice laufen derzeit heiß.
Zudem sind die QR-Codes nicht ganz ungefährlich, da sie leicht manipuliert werden können: https://www.dr-datenschutz.de/qr-codes-die-geheimnisvollen-schwarz-weisse-kaestchen/
Eine neue Untersuchung deckt unterschätzte Sicherheitslücken auf: https://www.basicthinking.de/blog/2021/08/30/qr-codes-sicher/
Fälschlicherweise verwendet übrigens das Innenministerium auf seiner Homepage für den Urnengang am 9. Juni die Bezeichnung „Europawahl“, obwohl es sich lediglich um die Wahl für die fünfjährige Funktionsperiode des Europäischen Parlaments, also eine „EU-Wahl“, handelt.

