Horst D. Deckert

Meine Kunden kommen fast alle aus Deutschland, obwohl ich mich schon vor 48 Jahren auf eine lange Abenteuerreise begeben habe.

So hat alles angefangen:

Am 1.8.1966 begann ich meine Ausbildung, 1969 mein berufsbegleitendes Studium im Öffentlichen Recht und Steuerrecht.

Seit dem 1.8.1971 bin ich selbständig und als Spezialist für vermeintlich unlösbare Probleme von Unternehmern tätig.

Im Oktober 1977 bin ich nach Griechenland umgezogen und habe von dort aus mit einer Reiseschreibmaschine und einem Bakelit-Telefon gearbeitet. Alle paar Monate fuhr oder flog ich zu meinen Mandanten nach Deutschland. Griechenland interessierte sich damals nicht für Steuern.

Bis 2008 habe ich mit Unterbrechungen die meiste Zeit in Griechenland verbracht. Von 1995 bis 2000 hatte ich meinen steuerlichen Wohnsitz in Belgien und seit 2001 in Paraguay.

Von 2000 bis 2011 hatte ich einen weiteren steuerfreien Wohnsitz auf Mallorca. Seit 2011 lebe ich das ganze Jahr über nur noch in Paraguay.

Mein eigenes Haus habe ich erst mit 62 Jahren gebaut, als ich es bar bezahlen konnte. Hätte ich es früher gebaut, wäre das nur mit einer Bankfinanzierung möglich gewesen. Dann wäre ich an einen Ort gebunden gewesen und hätte mich einschränken müssen. Das wollte ich nicht.

Mein Leben lang habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Seit 2014 war ich nicht mehr in Europa. Viele meiner Kunden kommen nach Paraguay, um sich von mir unter vier Augen beraten zu lassen, etwa 200 Investoren und Unternehmer pro Jahr.

Mit den meisten Kunden funktioniert das aber auch wunderbar online oder per Telefon.

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Kategorie: Nachrichten

Kategorie: Nachrichten

„Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang…“

Rasende Wut auf Russland in Eintracht: Weltweite Anti-Putin-Proteste (Foto:Imago)

Der Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar hat in Deutschland einen Zustand kollektiver Irrationalität ausgelöst, der meine schlimmsten Befürchtungen weit übertroffen hat. Man könnte eine historische Analogie zu der falschen Begeisterung ziehen, die im August 1914 den Ausbruch des Ersten Weltkrieges begleitete und – in abgewandelter Form – Kaiser Wilhelm II. zitieren: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Ukrainer!”. Blau-gelbe Fahnen erfüllen die sozialen Netzwerke, Putin-Hass wird zur gesellschaftlichen Konvention, auf Massenkundgebungen („Corona” ist offenbar Geschichte) fordern Hunderttausende ein Ende des Krieges, aber adressieren diese Forderung selbstverständlich nur in Richtung Moskau.

Plötzlich zaubert Bundeskanzler Scholz 100 Milliarden Euro zur Aufrüstung der Bundeswehr aus dem Hut. US-amerikanisches Fracking-Gas, einer der klimaschädlichsten Energieträger überhaupt, soll das russische Erdgas ersetzen. Dass die dafür nötige Infrastruktur erst noch errichtet werden muss, wozu Jahre nötig sind, ist nur ein kleiner Schönheitsfehler. Robert Habeck hält sogar einen Weiterbetrieb von Kernkraftwerken über das Jahresende 2022 hinaus für vertretbar. Trotzdem explodieren die Energiepreise weiter, die Gaszufuhr aus Russland kann jederzeit abgedreht werden, und auch das Blackout-Risiko steigt immer weiter – sei es durch eine Überlastung der europäischen Stromnetze, sei es durch russische Hacker-Attacken. Der Westen bricht in rasendem Tempo alle politischen und wirtschaftlichen Brücken nach Russland ab. In Osteuropa baut die NATO eine gewaltige militärische Drohkulisse auf. Wer an der Berechtigung dieses Handelns leise Zweifel anmeldet oder sich nicht schnell und drastisch genug von Wladimir Putin distanziert, wird zum Opfer des Volkszorns.

Zornige Deutsche

Dieses zornige Volk der Deutschen erinnert mich derzeit an fanatische Zuschauer eines Fußballspieles, die jeden menschlichen Anstand gegenüber der gegnerischen Mannschaft und ihren Anhängern fahren lassen. Was im Fußballstadion immerhin ein kathartisches Erlebnis sein kann, ist in diesen Tagen auf der politischen Ebene leider bitterer Ernst, was der Mehrheit der „Ukraine-Fans” nicht mehr bewusst zu sein scheint. Das beginnt schon damit, dass das „Fußballspiel” gegen Putins Russland nicht einfach mit einem Schlusspfiff endet, der alle Beteiligten wieder in ihren Alltag zurückführt. Mehr noch: Im übertragenen Sinne befinden sich die hasserfüllten Zuschauer selbst auf dem Spielfeld, und dieses ist in Wirklichkeit ein mit konventionellen und nuklearen Waffen reich bestücktes Schlachtfeld. Diese Waffen befinden sich aber nicht in den Händen der aufgepeitschten Massen. Man könnte auch einen anderen, etwas drastischeren, bildlichen Vergleich bemühen: Eine Schar von Mäusen droht der Katze damit, ihr als Sanktion für deren Unartigkeit das Futter wegzunehmen. Dass die Mäuse selbst den Ersatz für dieses Futter darstellen können, haben sie in ihrem Wahn vergessen.

Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang…” erfahren wir beim Studium von Friedrich Schillers „Glocke”. Das Erfreulichste an der gegenwärtigen, misslichen Lage ist, dass der Ukraine-Wahn aller Voraussicht nach tatsächlich nur eine kurze Zeit anhalten kann, weil die Realität schon bald zurückkehren muss. Er wird uns also, anders als der Corona-Wahn, nicht jahrelang plagen. Das Ende des Ukraine-Wahns könnte jedoch schnell und schrecklich zugleich sein. Deshalb sollen hier einige Denkansätze für eine Rückkehr zur Vernunft präsentiert werden. Eine große Resonanz werden sie angesichts der herrschenden Massenpsychose jedoch kaum finden können.

Widerspruch in sich

Zunächst einmal ist es Wahnsinn, einen Staat, der wie Russland tausende von Nuklearsprengköpfen besitzt, an dem wohl empfindlichsten Punkt seines legitimen Sicherheitsbedürfnisses militärisch herauszufordern. Wer Außen- und Sicherheitspolitik betreibt, der muss verinnerlichen, dass es sich dabei um ein Feld handelt, auf dem – anders als innerhalb eines funktionierenden Staatswesens – Macht oftmals keinem Recht unterliegt. „Völkerrecht” lässt sich mangels einer Weltpolizei immer nur mittels zwischenstaatlicher Gewalt erzwingen, und diese Gewalt ist niemals unabhängig von Interessen und eigenen Machtprojektionen. In der Praxis heißt dies, dass die USA und die NATO im Ukraine-Konflikt nichts anderes durchsetzen wollen als ihr eigenes Recht, das sie in Gestalt „westlicher Werte”, Menschenrechte und Demokratie für weltweit gültig erachten, ohne dass die Welt dieser Rechtsetzung zugestimmt hätte. Allein schon die Tatsache, dass Gewalt angewendet wird, um die Völker der Welt mit diesen Dingen zu beglücken, ist ein Widerspruch in sich. In der Ukraine-Krise geht das aber so weit, dass das felsenfeste Vertrauen in die Allgemeingültigkeit der eigenen Moral jede Möglichkeit einer Gegengewalt völlig aus dem Bewusstsein verdrängt. Diese Gegengewalt ist aber in der Ukraine-Krise eine der stärksten Militär- und Nuklearmächte dieses Planeten.

Ich rechtfertige hier keineswegs Putins Angriffskrieg oder ein allgemeines Recht des Stärkeren, bin aber durchaus der Meinung, dass Grenzen akzeptiert werden müssen, die sich einfach in den realen Machtverhältnissen begründen. Während des ersten Ost-West-Konfliktes von 1945 bis 1990 wäre kein verantwortlicher westlicher Politiker auf die Idee verfallen, einen Systemwechsel einzelner Ostblockstaaten mit militärischer Gewalt von außen zu fördern oder gar zu erzwingen. Auch gab es – etwa bei der Niederschlagung des „Prager Frühlings” 1968 oder beim polnischen Militärputsch von 1981 – keine radikalen Kontaktabbrüche zur Sowjetunion und erst recht keine martialischen Drohkulissen. Man wusste damals, anders als heute, dass man mit diesem nuklear bewaffneten Gegner leben und im Interesse der Vermeidung eines endzeitlichen Nuklearkrieges auch politische und wirtschaftliche Beziehungen mit ihm unterhalten musste. Deshalb wurde auch – von Ausnahmen wie Ronald Reagans Rede vom „Reich des Bösen” abgesehen – auf eine Dämonisierung des Ostblocks und seiner politischen Führungsfiguren verzichtet.

Realitätsferne Hyper-Moralisten

Heute ist dies völlig anders, obwohl man Putin bei aller Ablehnung eines gewiss nicht vorwerfen kann – nämlich wie einst die UdSSR ein totalitäres Gesellschaftsmodell mit Gewalt exportieren zu wollen. Ich bin selbst als Jugendlicher durch die Friedensbewegung der 1980er Jahre politisiert worden und habe mich seinerzeit für den Zivildienst entschieden. Neben einer noch heute vorhandenen christlichen Motivation entsprang diese Entscheidung wesentlich der Einsicht, dass noch so hohe moralische Werte des Westens nicht den Untergang der Menschheit in einem nuklearen Inferno rechtfertigen können. Dieser Realismus fehlt den heutigen Hyper-Moralisten, und daraus entspringt der Bellizismus, der in diesen Tagen den berechtigten Ruf nach „Frieden” begleitet. Zum Frieden gehören immer beide Seiten, und deshalb kann es einen Frieden in der Ukraine nicht gegen Russland und Putin geben, sondern nur mit ihnen.

Es gibt einen weiteren kurzlebigen Wahn, der mich – ich gebe dies hier selbstkritisch zu – in den ersten Kriegstagen selbst erfasst hatte: Nämlich den russischen Siegeswahn. Ähnlich wie wahrscheinlich Wladimir Putin selbst hatte auch ich an einen schnellen militärischen Erfolg der Russen geglaubt, der wenigstens dem überheblichen Westen mit seinen Corona-Zwangsregimen einen heilsamen Dämpfer verpasst hätte. Dies ist nicht eingetreten. Der Kampfesmut der Ukrainer verdient auch an dieser Stelle eine Würdigung, aber er ist mit einer militärischen Praxis verbunden, die sich bei näherer Betrachtung als unmenschlich erweist. Der soldatische Ehrenkodex erfordert es normalerweise, nicht mehr weiterzukämpfen, wenn eine Schlacht oder der gesamte Krieg definitiv verloren ist. Kommandeure erfüllen durch die Befolgung dieser Regel ihre Pflicht, das Leben von Untergebenen – und vor allem von Zivilisten – nicht sinnlos zu opfern. Dass die Ukraine den Krieg gegen Russland nicht gewinnen kann, ist klar.

Menschliche Schutzschilde

Deshalb müsste sie ihn beenden, anstatt einen brutalen „Volkskrieg” innerhalb der Metropolen führen zu wollen, wie er sich in Kiew, Charkow und Mariupol immer mehr abzeichnet. Zivilisten werden dort nicht nur zu „menschlichen Schutzschilden” für die ukrainischen Soldaten, sie werden auch – ohne dazugehörige militärische Ausbildung und Ausrüstung – mit Gewehren und Molotow-Cocktails bewaffnet und so der russischen Armee geradezu zum Fraße hingeworfen. Dass westlichen Politiker und Leitmedien dies nicht kritisieren, sondern teilweise sogar bejubeln, lässt Böses ahnen. Werden wir selbst als Bürger der westlichen Staaten bald in ähnlicher Weise zu Geiseln unserer Regierenden, die für „westliche Werte” einen Nuklearkrieg in Kauf nehmen?

Eine andere Erklärung wäre, dass die ukrainische Führung unter Präsident Selenskij immer noch auf einen militärischen Sieg hofft. Dies würde auch die ansonsten als sinnlos erscheinenden Bemühungen um einen EU-Beitritt der nach und nach von der politischen Landkarte verschwindenden Ukraine erklären. Ein solcher Sieg könnte aber nur durch ein direktes militärisches Eingreifen der NATO auf dem ukrainischen Schlachtfeld errungen werden. Dies könnte dadurch erreicht werden, dass der von den Ukrainern selbst provozierte Brutal-Krieg innerhalb von Städten eine Form annehmen könnte, die Vorwürfe wie „Völkermord“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegenüber den Russen als gerechtfertigt erscheinen ließe. An diesem Punkt könnte man den direkten NATO-Einsatz mit dem altbekannten Vorwand einer „Flugverbotszone“ legitimieren. Die Folgen wären fatal.

Eine andere Deutung der gegenwärtigen Ereignisse, die vor allem in Alternativmedien diskutiert wird, ist dass der Westen Wladimir Putin mit dem Ukraine-Krieg bewusst in eine Falle gelockt hat. Dafür spricht der eigenartige Umstand, dass der russische Angriff in den Wochen vor dem 24. Februar von westlichen Politikern und Leitmedien regelrecht herbeigeredet und herbeigeschrieben wurde, während gleichzeitig offensichtlich vorhandene Möglichkeiten eines Kompromisses mit Russland nicht genutzt wurden. Joe Bidens letztjährige Äußerung, dass Putin ein „Mörder” sei, der „persönlich zur Verantwortung gezogen“ werden müsse, war unter Umständen doch nicht geistigen Ausfallerscheinungen geschuldet. Der Hass der westlichen Globalisten auf Putins Russland ist grenzenlos, denn Putins auf nationaler Souveränität und Edmund Burkes Dreiklang „Gott – Familie – Vaterland” gegründetes Staatsmodell, das bis zum Kriegsausbruch keineswegs erfolglos war, steckt wie ein Pfahl im Fleische des Global-Liberalismus.

Keine überzogenen Erwartungen

Es stellt sich allerdings die Frage, wie der gegenwärtige Zustand dem Westen bei dem Vorhaben einer Beseitigung des Putin-Regimes helfen könnte. Ein großer Krieg, womöglich sogar mit Nuklearwaffen, wäre nämlich nichts anderes als ein Untergang, welcher den Westen mit einschließen würde. Der Ausweg könnte nur darin bestehen, dass ein baldiger Sturz des Putins eintritt, weil das russische Volk gegen den Krieg rebelliert. Diese Erwartung ist mit Vorsicht zu genießen. Putin hat allem Anschein nach den russischen Militär- und Sicherheitsapparat fest in der Hand, sonst hätte er nämlich den Ukraine-Krieg gar nicht erst beginnen können. Dieser Apparat könnte aber eine „Farbrevolution” ohne weiteres niederschlagen, wie er schon im Januar in Kasachstan bewiesen hat. Die Stärke der westlich gesinnten russischen Opposition wurde immer schon überschätzt.

Das russische Volk mag nicht von Putin und seiner Politik begeistert sein, aber es erinnert sich gut daran, dass der letzte Versuch einer wirtschaftlichen und politischen Verwestlichung Russlands in den 1990er Jahren unter Boris Jelzin in einer Katastrophe endete, deren Überwindung niemand anderem gelang als Jelzins Nachfolger Wladimir Putin. Dazu kommt, dass selbst ein – hypothetisches – wirtschaftlich und politisch vollständig verwestlichtes Russland immer noch eine Weltmacht wäre, die schon allein durch ihre Geographie andere strategische Interessen besäße als der Westen.

Der große, schnelle Sieg der westlichen Globalisten wird sich auch mit einem anderen Mittel kaum erreichen lassen. Die Wirtschaftssanktionen und vor allem der Ausschluss Russlands vom internationalen Zahlungsverkehr sind zwar in der Tat „wirtschaftliche Atombomben“, weil sie einen Großteil der russischen Devisenreserven vernichten. Sie werden aber Russland nicht in die Knie zwingen, weil sich eben nicht die ganze Welt dieser Politik anschließt. Die VR China und Russland bilden bereits heute ansatzweise ein anti-globalistisches Bündnis, dem sich mit Indien eine weitere nicht-westliche Großmacht zugesellen könnte. In einem solchen eurasischen Rahmen könnten eigene wirtschaftliche und vor allem finanzpolitische Mechanismen entstehen, die am Ende nicht Russland, sondern den Westen selbst ausschließen. Westeuropa wäre dann nur die unbedeutende Halbinsel am westlichen Ende Eurasiens, die es im rein geographischen Sinne immer schon war. Westeuropäer und Nordamerikaner sollten sich nicht größer machen als sie sind. Die Ära der weltweiten westlichen Dominanz geht im 21. Jahrhundert zu Ende. Vergebliche militärische Abenteuer könnten dieses Ende sogar beschleunigen, anstatt es zu verzögern.

Ein Fall von Cäsarenwahn?

Was ergibt sich aus dem Gesagten für die polit-mediale Opposition in Deutschland? Zunächst einmal hat sich der „Putinismus” als eine Sackgasse erwiesen. An der Tatsache des russischen Angriffskrieges und des durch ihn verursachten Leidens des ukrainischen Volkes kommt man nicht vorbei. Ich habe an anderer Stelle (‚wir-selbst.org‘) erörtert, ob vielleicht Oswald Spenglers Idee vom Cäsarismus, also eine populistische Neo-Monarchie, eine mögliche Staatsform des 21. Jahrhunderts sein könnte. Putins Russland repräsentiert dieses Herrschaftsmodell in Reinkultur. Der Nachteil des Cäsarismus ist aber der bekannte „Cäsarenwahn”, dessen Opfer Wladimir Putin unter Umständen geworden ist. Treten wir also lieber für echte Demokratie ein, nicht nur in Russland, sondern auch in der Bundesrepublik Deutschland!

Trotz der eingangs geübten Kritik sollten die gegenwärtigen Friedensdemonstrationen nicht pauschal verdammt werden, weil sie nicht der „reinen Lehre” entsprechen, die es im Konservatismus ohnehin nicht geben kann. Das Eintreten für den Frieden ist richtig und wichtig, nur muss es ein Frieden zwischen der NATO und Russland bei angemessener Berücksichtigung der ukrainischen Interessen sein. Ein totaler Sieg über Putins Russland würde nicht den Frieden bringen, sondern müsste sehr wahrscheinlich mit unermesslichem Leid für die ganze Welt erkauft werden. Eines ist aber klar: Protest kann in einer Demokratie nur dann sinnvoll sein, wenn er sich an die eigene Regierung und die eigene öffentliche Meinung richtet. Putin-Hass und das Schwenken blau-gelber Fahnen schaffen zwar ein kurzzeitiges moralisches Hochgefühl. Sie ändern aber nichts, weil die damit verbundenen Botschaften ihre Adressaten nicht erreichen können. Deshalb kann ein sinnvoller Protest auf nichts anderes abzielen, als die deutsche Regierung und die deutsche Öffentlichkeit zum Frieden zu bewegen

In einer Demokratie darf die Regierung das Volk nicht als Geisel rein machtpolitischer Kriege nehmen. Militärische Gewalt kann nur zum Zweck der Selbstverteidigung gerechtfertigt sein. Natürlich gilt dies auch für ein Bündnis von Demokratien wie die NATO, aber die Ukraine gehört diesem Bündnis nicht an. Daraus ergeben sich zwei Kernforderungen: Erstens ein Kompromiss mit Putin, der berechtigte russische Sicherheitsinteressen mit der gleichfalls völlig berechtigten Forderung nach nationaler Selbstbestimmung der mittelosteuropäischen Völker versöhnt. Zweitens eine Absage an eine Eskalation des Konfliktes zum unmenschlichen Brutal-Krieg durch die Ukraine selbst. Für diese Ziele kann und sollte man mit auf die Straßen gehen. Wer dies tut, wird in der verzweifelt erscheinenden Gegenwart vielleicht auch wieder Hoffnung auf bessere Zeiten finden.

 

Auf Ansage schreiben unterschiedliche Autoren mit ganz unterschiedlichen Meinungen zum Russland-Ukraine-Konflikt. Die Ansichten des jeweiligen Verfassers geben daher nur dessen persönliche Meinung wieder, nicht die der Redaktion.

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Die Ukraine-Krise – Ein Bruch mit der Nachkriegsordnung und eine Zeitenwende

Von heute auf morgen sind wir, bin ich, in einer anderen Welt aufgewacht. Die Generation um 1945, der ich angehöre, ist eine Generation des Kalten Krieges. Wir sind  mit der gegenseitigen atomaren Abschreckung  in einer bipolaren Welt aufgewachsen. Seit dem Fall der Berliner Mauer haben wir uns an den Frieden gewöhnt – warum eigentlich? Die Logik des Erst- und Zweitschlages ist mir vertraut. Wir alle haben uns unter diesem nuklearen Schirm relativ sicher gefühlt. Nur ein geistig nicht mehr zurechnungsfähiger Despot, kann im Ernst daran denken, diese letzte aller Waffengattungen einzusetzen oder damit zu kokettieren.

Nun, ich halte Putin nicht für geistig verwirrt und immer noch für einen kühl kalkulierenden Strategen, der die Drohung mit der atomaren Karte sehr gezielt und dosiert einsetzt. Er hat dies persönlich bekanntgegeben, natürlich als eine Reaktion auf westliche Maßnahmen, vor allem die Verschärfung der Wirtschaftssanktionen, den Beschluss der Deutschen Bundesregierung Waffen an die Ukraine zu liefern und die Bundeswehr massiv aufzurüsten. Die Drohung richtet sich nicht gegen die Ukraine, das wäre auch unsinnig, sondern ist vielmehr als Signal an die USA zu verstehen. Die Alarmbereitschaft ist, wie Militärexperten versichern, nur auf einer niederen Stufe von 0 auf 1(bei einer vierstufigen Skala) erfolgt, aber sie umfasst immerhin strategische Raketentruppen, die Nord- und die Pazifikflotte, sowie die Fernfliegerkräfte.

Militärexperten deuten das Ziehen der atomaren Karte auch als ein Zeichen zunehmender Nervosität Putins und vor allem als Warnung an die Atommacht USA, nicht einzugreifen. Außerdem habe er den erbitterten Widerstand der ukrainischen Streitkräfte unterschätzt und stehe wegen der Wirtschaftssanktionen unter massivem Druck.

Davon betroffen sind immerhin der russische Präsident Putin selbst, sein Außenminister Lawrow, Regierungsmitglieder und Abgeordnete aus seinem Umfeld, sowie fünf Oligarchen, die nicht mehr in die Schweiz einreisen dürfen. Auch die Sanktionen des internationalen Zahlungssystems Swift trägt die Schweiz mit.

Schwierig wird es für Putin, wenn sich zwei Gruppen von ihm absetzen: Die Oligarchen und der berühmte kleine Mann. Die Oligarchen, die zum Teil seine Freunde waren, wie der Aluminium Magnat Oleg Deripaska oder sein wichtigster Finanzier, Michael Friedmann,  äußern sich bereits kritisch: Ersterer fordert das Ende des Staatskapitalismus, Letzterer das Ende des Krieges.

Schwierig wird es, wenn der Normalbürger nicht mehr an sein Bargeld herankommt. Es dürfen nur mehr 20 Euro pro Tag behoben werden, während der Rubel ins Bodenlose stürzt. Das Volk merkt erstmals, dass etwas nicht stimmt, dass ihm Opfer abverlangt werden und sie wissen nicht wofür.

David gegen Goliath

Kämpfen und sterben ihre Söhne für Putin, für russische Größe? Das mag noch bei der älteren Generation verfangen, die den vaterländischen Krieg erlebt hat, den Putins Propaganda heraufbeschworen hat, aber bei der jüngeren Generation? Die Wahrheit wird sich nicht verschweigen lassen. Nicht verschweigen lassen wird sich auch, dass der russische Vormarsch nur schleppend vorankommt, wie diese Karte, die mir von Georg Mader, einem Fachjournalisten übermittelt wurde und vom Institute for the Study of War stammt, deutlich macht. Karte 1

Charkiv, die zweitgrößte Stadt der Ukraine im Nordosten, übrigens mit einer weitgehend russischen Bevölkerung (90%) ist trotz schwersten russischen Beschusses, lange nicht eingenommen worden.

Um die ukrainische Hauptstadt Kiew massieren die Russen zwar eine Panzer Armada, 60 km lang, die bisher allerdings nicht in die Kämpfe eingegriffen hat.

Krieg im Zeitlupentempo

Die Russen drehten bisher vorsichtig an der Eskalationsschraube, weil sie offensichtlich so wenig tote Soldaten wie möglich in Kauf nehmen wollen. Einen Häuserkampf scheuten sie bislang. Vielmehr deutet die Panzerkolonne darauf hin, dass eine Landbrücke zwischen Kiew und dem Donbass, also der Ostukraine, hergestellt werden soll. Kiew selbst soll offenbar eingekesselt und ausgehungert werden. Der Preis für einen Angriff wäre hoch. Auf beiden Seiten.

Wieso kann und konnte der kleine David dem russischen Goliath bisher so erfolgreich die Stirn bieten? Nach informierten Quellen haben die US Streitkräfte zumindest seit der Annektion der Krim durch Russland, die ukrainische Armee aufgerüstet. Mit Tiefladern mit amerikanischen Hoheitszeichen wurden Panzer von der polnischen Grenze aus in den Donbass geschleust, mit amerikanischen LKW wurden Waffen auf ukrainisches Gebiet transportiert. Amerikanische Soldaten sind über den Bahnhof von Lemberg, danach mit Autos und Bussen weiter in die Ostukraine gefahren, als Berater. Von den ehemaligen Militärflughäfen des Warschauer Pakts in der Nähe Lembergs, sind meistens nachts amerikanische Militärtransporter des Typs Herkules mit Rüstungsmaterial aufgebrochen, um die ukrainischen Streitkräfte im Falle eines russischen Angriffs entsprechend zu stärken. Das erklärt auch die Raketenangriffe auf diesen Stützpunkt zu Beginn des Krieges von Weißrussland aus. Der meiste Nachschub wurde von Litauen aus geliefert, wo sich 70 km vom Stadtzentrum Vilnius entfernt der zweitgrößte Militärflughafen der ehemaligen Sowjetunion befindet, den die NATO für Herkulesmaschinen adaptiert und zu einem Raketenstützpunkt ausgebaut hat, von wo Mittelstreckenraketen, die atomare Sprengköpfe tragen, in 3 Minuten Moskau erreichen. Genau dies sollte sich, nach dem Willen Putins, in der Ukraine nicht wiederholen. Daher der Wunsch Moskaus, immer schon, die Ukraine nicht in die NATO zu integrieren und auch nicht in die EU aufzunehmen. Putin hat sich auf die Zersplitterung der EU und auf die Schwäche und Kampfmüdigkeit der NATO verlassen. Zu Unrecht wie man sieht.

Die Ukraine und die EU

Zum Abschluss noch einige Worte zu dem Wunsch des ukrainischen Präsidenten Selenskij, in Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu treten: Während meiner Tätigkeit als EU Parlamentarierin und meinen Missionen in die Ukraine habe ich mich für eine Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union eingesetzt. Ein polnischer Delegierter in der Europäischen Volkspartei meinte sogar, wenn die EU schon wen aufnehme, dann solle es nicht die Türkei, sondern Ukraine sein. Gegen die Türkei habe ich mich ausgesprochen, für die Ukraine habe ich mich eingesetzt. Die damalige österreichische Außenministerin, Ursula Plasnik bremste mich ein: Dazu sei die Zeit nicht reif, man wisse nicht, wie sich die Situation in der Ukraine entwickeln werde – sich offenbar der labilen innenpolitischen Situation, aber auch des russischen Widerwillens gegen einen solchen Schritt, bewusst. Ich muss, zugeben, ich war damals enttäuscht. Und habe das halbherzige Vorgehen der EU in Sachen Ukraine nie wirklich nachvollziehen können. Ich kann es mir nur erklären mit der Angst vor den Kosten und dem freien Personenverkehr. Natürlich wird die Rechtssicherheit immer wieder vorgeschoben. Die Ukraine muss sich erst beweisen, bevor sie aufgenommen wird.

Möglicherweise haben Bundeskanzler Schüssel und die damalige Außenministerin auch die Interessenlage Russlands einkalkuliert und sind in Erinnerung an die schwerwiegenden Vorbehalte gegen Österreichs EU-Beitritt noch zu Sowjetzeiten auf die Bremse getreten.

An den Lippenbekenntnissen in der EU zur Integration der Ukraine hat sich heute nichts geändert. Mehr als eine Beitrittsperspektive bietet sie nicht an.

Dafür haben wir Jahrelang Putin hofiert. Karl Schranz ist mir ihm Schi gefahren, die EX-Außenministerin Karin Kneissl hat vor ihm einen Knicks gemacht. Wir haben zugelassen, dass sich Oligarchen mit und ohne Strohmänner in den schönsten Gegenden eingekauft haben, auch in Wien. Natürlich waren auch ukrainische Oligarchen dabei. So der Putin nahe Dimitro Firtasch, dessen Verstrickung in den Milliardenskandal des Finanzdienstleisters Wirecard evident ist, dessen Chef Jan Marsalek abgetaucht ist und in Russland vermutet wird. Das wird noch viele U‑Ausschüsse beschäftigen.

Die Schattenwirtschaft war das eine, die Wirtschaftsbeziehungen waren das andere und sie haben funktioniert. Durchaus zum Vorteil Österreichs. Russland ist nach Deutschland der zweitgrößte Investor in Österreich und Altkanzler Schüssel immer noch Mitglied des Boards von Lukoil, dem größten russischen Energiehandelsunternehmen.

 

Klimawandel – Notfall oder nicht?

Klimawandel – Notfall oder nicht?

David Coe

Der Einfluss von CO2, H2O und anderen „Treibhausgasen“ auf die Gleichgewichtstemperatur der Erde

Die Rufe nach einem Klimanotstand werden immer lauter. Täglich werden wir von fast allen Medien mit Geschichten über den drohenden Untergang bombardiert, wenn wir nicht sofort und entschlossen handeln, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Zu diesen Maßnahmen gehört die rasche Einführung einer „kohlenstofffreien Wirtschaft“. Aber was bedeutet das eigentlich?

Kohlenstoff ist das Atom, das vor allen anderen die Grundlage des Lebens auf diesem Planeten ist. Seine einzigartige Atomstruktur ermöglicht es ihm, sich mit anderen Atomen zu verbinden, um die erstaunliche Vielfalt komplexer Moleküle zu erzeugen, die für alle Formen des Lebens notwendig sind.

Natürlich ist mit „Null Kohlenstoff“ in Wirklichkeit Null Kohlendioxid gemeint, das Molekül, das als dämonische Quelle der globalen Erwärmung, jetzt bekannt als Klimawandel, Klimanotstand, Klimakatastrophe oder was auch immer der nächste Superlativ ist, der an das Wort Klima angehängt werden kann, gehandelt wurde uind wird.

Wie kommt Kohlendioxid dazu, der Anstifter und Hauptverursacher der globalen Erwärmung zu sein? Ich sage Hauptverursacher, weil auch andere Gase als Mitverursacher in Frage kommen, nämlich Methan und Distickstoffoxid, für die der weltweite Agrarsektor die Schuld trägt, weil Methan von Rindern und Distickstoffoxid von Düngemitteln freigesetzt wird. Die Geschichte geht wie folgt:

Die Atmosphäre enthält 400 Teile pro Million (ppm), also 0,04 %, Kohlendioxid (CO2), das als starkes „Treibhausgas“ bekannt ist. Ein „Treibhausgas“ ist ein Gas, das für die einfallende Sonnenstrahlung durchlässig ist, aber die von der sich erwärmenden Erde abgestrahlte Infrarotenergie stark absorbiert. Je mehr CO2 sich in der Atmosphäre befindet, desto mehr Strahlung wird absorbiert und desto wärmer wird der Planet. Ganz einfach!

Kohlendioxid

Kohlendioxid ist zufällig das Vehikel, das den Kohlenstoff für die Produktion der komplexen organischen Moleküle liefert, die für das Leben notwendig sind, und zwar durch den Prozess der Photosynthese in den Pflanzen, die wiederum den Ausgangsstoff für alle anderen Lebensformen liefern. Ohne CO2 in der Atmosphäre gäbe es kein Leben auf der Erde. Die Photosynthese entzieht der Atmosphäre jahreszeitlich bedingt riesige Mengen an CO2. Dies hat zur Folge, dass die CO2-Konzentration in der nördlichen Hemisphäre im Frühjahr und Sommer rapide abnimmt, wenn die Vegetation aus ihrem Winterschlaf erwacht und mit dem der Atmosphäre entzogenen CO2 zu neuem Leben erwacht (siehe Abbildung 1).

Zusätzlich zu diesen jahreszeitlichen Schwankungen gibt es einen anhaltenden Anstieg des CO2-Gehalts, der auf die Freisetzung von CO2 in die Atmosphäre durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückgeführt wird, die die industrielle Wirtschaft seit Beginn der industriellen Revolution vor etwa 200 Jahren angetrieben haben. Seit dieser Zeit ist der CO2-Gehalt von 280 ppm auf über 400 ppm gestiegen. Es ist auch erwähnenswert, dass die jahreszeitlichen Schwankungen mit dem Breitengrad zunehmen, so dass die jahreszeitlichen Schwankungen am Polarkreis etwa zehnmal größer sind als der jährliche Anstieg, der der Verbrennung fossiler Brennstoffe zugeschrieben wird. Dies unterstreicht die Rolle, welche die Natur bei der atmosphärischen Präsenz von CO2 spielt.

Abbildung 1: Jährliche Schwankungen der CO2-Konzentration in Breitengraden bis 82°N

Es ist jedoch dieser jährliche Anstieg, der die Besorgnis über die Erwärmung des Planeten schürt. Auf den ersten Blick scheinen diese Sorgen begründet zu sein und sollten nicht abgetan werden. Genauso wenig sollten die wirtschaftlichen Folgen einer „Null-Kohlenstoff-Wirtschaft“ ignoriert werden. Es war daher absolut richtig, dass die Vereinten Nationen mit der Einsetzung des IPCC im Jahr 1988 eine führende Rolle bei der Ermittlung der genauen Ursachen und Auswirkungen der „anthropogenen globalen Erwärmung“ übernommen haben. Ihr Auftrag war und ist es, die Beweise für das Konzept der globalen Erwärmung zu ermitteln und nach Methoden zur Abschwächung ihrer Auswirkungen zu suchen.

[Hervorhebung im Original]

Der IPCC ging mit beispielhafter Entschlossenheit an seine Aufgabe heran und suchte nach Beweisen für das Konzept der vom Menschen verursachten Erwärmung, während er leider alle Beweise, die auf eine andere Darstellung hindeuten könnten, eifrig ignorierte. Es gibt also eine eingebaute Voreingenommenheit in den Bedingungen des IPCC und sicherlich in der Art und Weise, wie es arbeitet.

Nach etwa dreißig Jahren intensiver Bemühungen von Tausenden von Klimawissenschaftlern auf der ganzen Welt und der Ausgabe von Milliarden von Dollar, die Universitäten und anderen für die Forschungsarbeit zur Verfügung gestellt wurden, besteht immer noch eine erhebliche Unsicherheit über die Auswirkungen des so genannten „Treibhauseffekts“ auf die globalen Temperaturen. Das britische MET Office fasst dies auf seiner Website „What is Climate Sensitivity?“ treffend zusammen, indem es auf die Gleichgewichts-Klimasensitivität (ECS) verweist, einen Parameter, der vom IPCC erfunden wurde, um den durch eine Verdoppelung der atmosphärischen CO2-Konzentration verursachten Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur darzustellen.

„Da es keine ‚perfekte‘ Methode zur Schätzung der Klimasensitivität gibt, bleibt dies ein heiß diskutierter Bereich der Wissenschaft, und es gibt nach wie vor eine große Bandbreite von Schätzungen, wie hoch die ECS sein könnte.“

Tatsächlich schwankten die Schätzungen der Klimasensitivität im Laufe der Jahre zwischen 1°C und über 6°C und pendeln sich derzeit auf eine Spanne zwischen 1,5 und 4,5°C ein, was immer noch einem Faktor von drei entspricht. Warum gibt es eine solche Unsicherheit? Nun, die Atmosphäre ist zwar eine relativ dünne, etwa 50 km dicke Gasschicht, aber ein unglaublich komplexes Gebilde, das oft als nichtlineares chaotisches System beschrieben wird.

Der Treibhauseffekt

Die Zusammensetzung der Atmosphäre hat sich im Laufe der Geschichte verändert, aber derzeit besteht sie aus Stickstoff (77 %), Sauerstoff (21 %), Argon (1 %), Wasserdampf (1 %), CO2 (0,04 %) (400 Teile pro Million) und Spuren von Methan (1,8 Teile pro Million) und Distickstoffoxid (0,32 Teile pro Million). Von diesen Gasen gelten CO2, Wasserdampf, Methan und Distickstoffoxid als Treibhausgase. Das heißt, sie absorbieren einen Teil der Infrarotenergie, die von der Erde in den Weltraum abgestrahlt wird, während sie die Sonnenenergie ungehindert an die Erdoberfläche durchlassen.

Die Durchschnittstemperatur der Erde wird ausschließlich durch die Energiebilanz an der Oberseite der Atmosphäre (TOA) bestimmt. Die von der Erde abgegebene Strahlung ist eine Funktion ihrer Temperatur. Je wärmer die Erde ist, desto mehr Strahlung gibt sie ab. Wenn die von der Erde in den Weltraum abgestrahlte Energie gleich der von der Sonne empfangenen Energie ist, hat die Erde ein Temperaturgleichgewicht erreicht und ist stabil. Wenn ein Teil dieser abgestrahlten Energie von der Atmosphäre absorbiert wird, ist das Energiegleichgewicht gestört, und die Erde erwärmt sich, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Frage ist nur, um wie viel?

Effektive Temperatur der Erde

Ausgangspunkt für diese Frage ist, welche Temperatur die Erde hätte, wenn es keine Atmosphäre gäbe und die Erdstrahlung ohne jegliche Absorption in den Weltraum abgestrahlt würde. Ausgehend von der Kenntnis der Intensität der von der Erde empfangenen Sonnenstrahlung und der von der Erdtemperatur abhängigen Infrarotstrahlung wird allgemein angenommen, dass die durchschnittliche Erdtemperatur bei –18°C liegen würde.

Atmosphärische Absorption

Die derzeitige Durchschnittstemperatur auf der Erde wird allgemein auf angenehme +15°C geschätzt, so dass die Gesamtwirkung des atmosphärischen Treibhauseffekts zu einer Erwärmung von 33°C führt. Was wir wissen müssen, ist die genaue Auswirkung jedes einzelnen „Treibhausgases“, insbesondere die des CO2. Wie tragen sie jeweils zu dieser Erwärmung bei? Die Antwort auf diese Frage erfordert eine genaue Kenntnis der Infrarot-Absorptionseigenschaften dieser Gase.

Wir sind daher in der glücklichen Lage, dass uns HITRAN, eine frei zugängliche Datenbank mit molekular-spektrographischen Daten, zur Verfügung steht. HITRAN wurde vor fast 50 Jahren eingeführt und hat sich seitdem, insbesondere in den letzten 20 Jahren, zur wichtigsten Datenbank für Molekülspektren von Gasen entwickelt. Aus diesem Datensatz können wir nun mit hoher Präzision die Strahlungs-Absorptions-Eigenschaften dieser „Treibhausgase“ berechnen.

Zunächst muss man jedoch die Art der von der Erde ausgehenden Strahlung kennen. Alle Körper strahlen Energie ab, und je wärmer der Körper ist, desto höher ist die Intensität der abgegebenen Strahlung. Abbildung 2 zeigt die Intensität und die Wellenlänge der Strahlung, die von der Erde bei ihrer derzeitigen Durchschnittstemperatur von 15°C ausgeht. Dieses Strahlungsspektrum reicht vom nahen Infrarot (3 Mikrometer) bis fast zu den Mikrowellen (100 Mikrometer). Mikron ist eine gängige Einheit für die Wellenlänge von Strahlung, die einem Millionstel Meter entspricht. Das sichtbare Licht beispielsweise reicht von blauem Licht bei 0,4 Mikron bis zu rotem Licht bei 0,65 Mikron und wird von der Sonne aufgrund ihrer hohen Temperatur von über 5000 °C in großen Mengen ausgestrahlt. Die Temperatur von 15°C auf der Erde führt zu einer Strahlung mit viel größeren Wellenlängen von bis zu 100 Mikrometern.

Abbildung 2

Absorption durch CO2

Abbildung 3 zeigt die Übertragung der von der Erde ausgesandten Strahlung durch die derzeitigen 400 ppm des atmosphärischen CO2 über das in Abbildung 2 dargestellte Strahlungsspektrum:

Abbildung 3

Die geringe Menge an atmosphärischem CO2 nimmt einen großen Teil der emittierten Strahlung auf und absorbiert etwa 18,7 % der gesamten Strahlungsenergie.

Absorption durch Wasserdampf

Das am häufigsten vorkommende Treibhausgas ist Wasserdampf. Im Gegensatz zu den anderen Treibhausgasen wird die Konzentration von Wasserdampf in der Atmosphäre ausschließlich durch Temperatur und Druck bestimmt und entzieht sich damit dem Einfluss des Menschen. Abbildung 4 zeigt die spektrale Transmission der Strahlungsenergie in den Weltraum durch den atmosphärischen Wasserdampf.

Abbildung 4

Wasserdampf nimmt einen absolut riesigen Teil der abgestrahlten Energie auf, indem er 67 % dieser Energie absorbiert, einschließlich aller Energie bei Wellenlängen jenseits von 20 Mikrometern. Dies würde bedeuten, dass die kombinierte Absorption durch CO2 und Wasser 18,7 % + 67,0 % = 85,7 % betragen würde. Auch das wäre falsch!

Wenn man die Abbildungen 3 und 4 vergleicht, zeigt sich, dass sich die Absorptionsbanden der beiden Gase in hohem Maße überschneiden. Da das Wasserspektrum dominiert, ist der Einfluss von CO2 deutlich geringer, so dass die Absorption bei der Kombination der beiden Spektren wie in Abbildung 5 dargestellt ist. Die beiden Gase streiten sich also um die gemeinsamen Absorptions-Wellenlängen, und natürlich gewinnt der Wasserdampf, weil er viel häufiger vorkommt.

Abbildung 5

Das Ergebnis ist, dass die Gesamtabsorption durch die Kombination von CO2 und Wasserdampf 72,6 % beträgt und die Auswirkung von CO2 auf die Absorption darin besteht, dass die Absorption durch Wasser allein von 67 % auf 72,6 % ansteigt, was einem Anstieg von nur 5,6 % entspricht und nicht den 18,7 %, die auf CO2 allein zurückzuführen sind. Dies hat einen großen Einfluss auf die Rolle von CO2 in Bezug auf sein Treibhauspotenzial.

Absorption durch Methan

Die Rolle von Methan ist nicht nur deshalb wichtig, weil es ein „Treibhausgas“ ist, sondern auch, weil es als „Hauptverursacher“ des Klimawandels identifiziert wurde, was dazu geführt hat, dass heute der Verzicht auf Fleisch und die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung gefordert wird. Dies wird damit begründet, dass landwirtschaftliche Nutztiere, insbesondere Rinder, große Methanemittenten sind. Es wäre daher sehr interessant, den Beitrag von Methan zum Absorptionsvermögen der Atmosphäre genau zu bestimmen.

Abbildung 6 zeigt die Strahlungstransmission durch die 1,8 Teile pro Million (ppm) Methan, die sich derzeit in der Atmosphäre befinden:

Abbildung 6

Das Absorptionsprofil von Methan ist wesentlich geringer als das von CO2 und liegt bei insgesamt 1,6 %. So viel zu den irrigen Behauptungen, Methan sei ein 100-mal stärkeres Treibhausgas als CO2. Wie bei CO2 überschneiden sich die Absorptionsbanden mit denen von Wasserdampf und auch mit denen von CO2, so dass die Auswirkungen von 1,8 ppm Methan die Gesamtabsorption von 72,6 % auf 72,8 % erhöhen, was einem Anstieg von nur 0,2 % entspricht.

Absorption durch Distickstoffoxid

Die Lachgaskonzentration in der Atmosphäre ist mit 0,32 ppm die niedrigste der vier häufig vorkommenden Treibhausgase. Sein Absorptionsspektrum beschränkt sich auf einen kleinen Bereich der Strahlungstransmission, wie in Abbildung 7 zu sehen ist, mit einer Absorption von 1,7 %, ähnlich der Absorption der derzeitigen Methanmengen. Die Absorptionsbanden von Methan überlagern sich mit denen von Wasserdampf und CO2, was zu einem Absorptionsbeitrag von ebenfalls 0,2 % führt, so dass die gesamte atmosphärische Absorption der Strahlungsenergie 73,0 % beträgt.

Abbildung 7

Resultierende atmosphärische Absorption

Die kombinierte Gesamtwirkung der Absorption von Treibhausgasen wird in dem Tortendiagramm in Abbildung 8 verdeutlicht, das die Dominanz von Wasserdampf bei der Absorption der emittierten Strahlung zeigt:

Abbildung 8

Sektion 1 blau – Absorption durch CO2                                                                                                5.6%

Sektion 2 orange – Durch die Atmosphäre übertragene Strahlung 27.0%

Sektion 3 grau – Absorption durch Wasserdampf                           67.0%

Sektion 4 gelb – Absorption durch Methan und Stickoxide            0.4%

Aus diesem Diagramm geht klar hervor, dass Wasserdampf bei weitem der stärkste Absorber für die von der Erde abgestrahlte Energie ist.

Absorbierte Strahlung – wohin geht sie?

Die bisher vorgestellten Daten zum Absorptionsvermögen von Treibhausgasen beruhen auf den gut dokumentierten Spektraldaten von Gasen in der HITRAN-Datenbank und der bekannten Zusammensetzung der Atmosphäre, ohne jegliche Vermutungen oder Annahmen.

Nun geht es darum, die Auswirkungen dieser atmosphärischen Energieabsorption auf die globale Temperatur zu berechnen. Zunächst müssen wir jedoch eine äußerst wichtige Frage beantworten. Was geschieht mit den 73 % der Strahlungsenergie, die von der Atmosphäre absorbiert werden?

[Hervorhebung im Original]

Es ist nicht unvernünftig zu glauben, dass sich die Atmosphäre selbst infolge dieses Energieeintrags erwärmt und einen Teil dieser Energie in den Weltraum abstrahlt, während der Rest von der Erde zurückgehalten wird und sie dadurch erwärmt. Die Frage ist also: Wie viel der absorbierten Energie wird letztendlich von der Erde zurückgehalten? Die Tatsache, dass diese Frage nicht genau beantwortet werden kann, hat dazu geführt, dass die Schätzungen der CO2-Empfindlichkeit des Klimas sehr unterschiedlich ausfallen und die Vorhersagen der globalen Erwärmung bis zum heutigen Tag unsicher sind. Die Versuche, diese Frage durch Computermodellierung der komplexen atmosphärischen Prozesse zu beantworten, haben sich zwar für ein Heer von Klimawissenschaftlern und Universitäten über mehrere Jahrzehnte hinweg als sehr lukrativ erwiesen, waren aber im Wesentlichen erfolglos.

Es gibt jedoch, trotz der Verlautbarungen des britischen Met Office, eine einfache Methode zur Bestimmung der gespeicherten Energie, die keine Kenntnisse oder Annahmen über die komplexen atmosphärischen Prozesse erfordert und die es uns ermöglicht, die Klimasensitivität aller Treibhausgase genau zu bestimmen.

Die derzeitige Temperatur der Erde

Wir kennen die Sonnenenergie, welche die Erde erreicht. Es ist derselbe Wert, der zur Berechnung der effektiven Erdtemperatur von -18°C ohne Atmosphäre verwendet wird. Man ist sich auch einig, dass die durchschnittliche Erdtemperatur etwa 15°C beträgt. Aus dieser Temperatur lässt sich die von der Erde abgestrahlte Energiemenge berechnen. Es handelt sich dabei um die Summe der Energien in dem in Abbildung 2 dargestellten Spektralbereich von 3 bis 100 Mikrometer. Ein Teil dieser Energie wird nun von der Atmosphäre absorbiert und zurückgehalten. Der Rest wird in den Weltraum weitergeleitet. Eine einfache Berechnung unter Verwendung der Energiebilanz am „oberen Ende der Atmosphäre“ zeigt, dass zur Aufrechterhaltung einer Temperatur von 15 °C nur 61,5 % der abgestrahlten Energie in den Weltraum übertragen werden. Somit müssen insgesamt 38,5 % der abgestrahlten Energie von der Atmosphäre/Erde absorbiert und zurückgehalten werden.

Dies ist keine Mutmaßung. Es ist eine einfache Tatsache.

Wir haben jedoch festgestellt, dass die Atmosphäre derzeit 73 % der von ihr ausgehenden Energie direkt absorbiert. Daher ist es eine weitere einfache Rechnung, um festzustellen, dass nur 52,7 % dieser absorbierten Energie tatsächlich von der Erde und ihrer Atmosphäre zurückgehalten wird (52,7 % von 73 % = 38,5 %).

Bei dieser Zahl von 52,7 % der absorbierten Energie wird nicht unterschieden, welche Gase für die Energieabsorption verantwortlich sind. Sie gilt gleichermaßen für die gesamte absorbierte Energie, unabhängig davon, welches Gas dafür verantwortlich ist. Auf diese Weise lässt sich feststellen, wie viel Energieabsorption und -speicherung den einzelnen Treibhausgasen zugeschrieben werden kann. Es sind einfach 52,7 % der in Abbildung 8 dargestellten Absorptionswerte.

Wir können nun das gesamte Budget für Strahlungstransmission und Absorption in Abbildung 9 betrachten:

Abbildung 9

Sektion 1 blau – Absorption durch CO2                                                                        3.0%

Sektion 2 orange – Absorption durch Wasser                      35.3%

Sektion 3 grau – Gesamtstrahlung in den Weltraum            61.5%

Sektion 4 gelb – Absorption durch Metzhan und Stickoxide 0.2%

Wir sehen sofort, dass nur 3 % der von der Erde abgestrahlten Energie tatsächlich vom CO2 in der Atmosphäre absorbiert und zurückgehalten wird.

Auswirkungen auf die Temperatur

Die gesamte von der Atmosphäre absorbierte und zurückgehaltene Energie (38,5 %) führt zu einer Erwärmung von 33 °C, die uns die aktuelle Temperatur von 15 °C beschert. Da wir nun den Absorptionsbeitrag für jedes der Treibhausgase kennen, können wir ihren individuellen Beitrag zur Erwärmung von 33 °C zuordnen ( Abbildung 10 ):

Abbildung 10

1 Blau – Methan und Stickoxide 0.3°C

2 Orange – CO2                          3.3°C

3 Grau – Wasserdampf              29.4°C

Etwa 90 % der derzeitigen Erwärmung, insgesamt 29,4 °C, können direkt dem Wasserdampf zugeschrieben werden. CO2 trägt nur 3,3°C bei, während der kombinierte Einfluss von Methan und Distickstoffoxid kaum messbare 0,3°C beträgt.

Wir können die derzeitige Erwärmung nicht nur einzelnen Treibhausgasen zuordnen, sondern wir haben jetzt auch eine Methode, um die Erwärmung vorherzusagen, die sich aus der Zunahme einzelner Treibhausgase ergibt, und zwar anhand ihrer jeweiligen Infrarot-Absorptionsspektren und der HITRAN-Datenbank.

Erwärmung durch den Anstieg des CO2-Gehalts von 280 auf 420 ppm

Man geht davon aus, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre vor der industriellen Revolution in der Regel bei 280 ppm lag. Seitdem ist der CO2-Gehalt auf 420 ppm gestiegen. Aus den Absorptionsspektren lässt sich errechnen, dass das Absorptionsvermögen der Atmosphäre in diesem Zeitraum aufgrund dieses Anstiegs des CO2-Gehalts von 72,7 % auf 73,0 % gestiegen ist. Der Temperaturanstieg, der sich aus dieser erhöhten Energieabsorption ergibt, beträgt 0,24°C. Es wird allgemein angenommen, dass sich die Erde in diesem Zeitraum tatsächlich um etwa 1°C erwärmt hat. Es ist daher völlig falsch, diesen Anstieg ausschließlich der anthropogenen globalen Erwärmung zuzuschreiben. Nur 25 % dieser Erwärmung können auf den Anstieg des CO2-Gehalts zurückgeführt werden. Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass die Erde regelmäßigen Temperaturschwankungen (in geologischen Zeiträumen) unterliegt, die nichts mit dem CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu tun haben, sondern möglicherweise mit der Hauptenergiequelle der Erde, der Sonne, zusammenhängen.

Erwärmung durch einen künftigen Anstieg der CO2-Konzentration

Das folgende Schaubild (Abbildung 11) zeigt den Anstieg des Absorptionsvermögens, wenn die CO2-Konzentration auf 1600 ppm ansteigt, was etwa dem Vierfachen der derzeitigen Konzentrationen entspricht. Wie aus dem Schaubild ersichtlich ist, hat eine Erhöhung der CO2-Konzentration nur eine geringe Auswirkung auf das Gesamtabsorptionsvermögen, da die emittierte Strahlung, die den Absorptionsbanden der Treibhausgase entspricht, nahezu vollständig absorbiert wird. Die Zufuhr von immer mehr CO2 in die Atmosphäre hat einen immer geringeren Einfluss auf die atmosphärische Absorption und damit auf die globalen Temperaturen. Die massive Zunahme von CO2 würde die atmosphärische Absorption von 73 % auf nur 74,6 % der von der Erde abgestrahlten Energie erhöhen.

Abbildung 11

Dies würde zu einer Erwärmung von nur 1°C führen (Abbildung 12):

Abbildung 12

Klima-Sensitivität von CO2

Die Klima-Sensitivität ist das vom IPCC eingeführte Maß für die Auswirkungen der Treibhausgase. Sie gibt einen Wert für den Temperaturanstieg an, der durch eine Verdoppelung der Treibhausgaskonzentration verursacht wird. Dieser Wert lässt sich für CO2 aus dem obigen Diagramm von Erdtemperatur und CO2-Konzentration ableiten. Bei den derzeitigen CO2-Konzentrationen beträgt die Klimasensitivität für eine Verdoppelung der CO2-Konzentration von 400 auf 800 ppm nur 0,45 °C, was eine durchschnittliche Erdtemperatur von 15,45 °C bedeutet, wenn der CO2-Gehalt 800 ppm erreicht, was bei der derzeitigen Anstiegsrate der atmosphärischen CO2-Konzentration von etwa 1,5 ppm pro Jahr (siehe Abbildung 13) erst in 250 Jahren der Fall sein wird. So viel zum aktuellen Klimanotstand und zur Klimahysterie.

Abbildung 13

Klima-Sensitivität von Methan und Stickoxid

Die Medien sind voll von Berichten darüber, wie der Klimawandel durch eine Einschränkung des Fleischkonsums bekämpft werden kann, da Nutztiere, insbesondere Rinder, bei der Verdauung von Gräsern Methan ausstoßen. Es ist interessant festzustellen, wie hoch die Klimasensitivität von Methan ist. Dies ist in der nachstehenden Grafik dargestellt (Abbildung 14):

Abbildung 14

Eine Verdoppelung der derzeitigen Methankonzentration von knapp 2 ppm auf 4 ppm würde die globalen Temperaturen um 0,06°C erhöhen. Wie viele Menschen wären angesichts dessen bereit, von Rindfleisch auf Insekten umzusteigen, um „den Planeten zu retten“, vor allem, wenn der Methananstieg durch die natürliche Oxidation von Methan zu Kohlendioxid und Wasserdampf in der Atmosphäre begrenzt wird?

Die Klimaempfindlichkeit gegenüber Distickstoffoxid ist kaum anders:

Abbildung 15

Eine Verdopplung der derzeitigen Lachgaskonzentration würde die Temperaturen um insgesamt 0,08°C erhöhen.

Diese Werte des potenziellen Temperaturanstiegs sind so gering, dass sie fast nicht messbar sind. Dennoch stellen sie laut der allwissenden Riege der Klimawissenschaftler und der kriecherischen Medien eine existenzielle Bedrohung für das Klima und unsere Zukunft dar.

Klima-Rückkopplungseffekte

Wenn man ihnen Daten vorlegt, die darauf hindeuten, dass es kein Problem gibt, berufen sich die Anhänger des Klimawandels natürlich auf die Behauptung, dass die durch diese Gase verursachte Erwärmung durch die Rückkopplungseffekte des Wasserdampfs verstärkt wird. Wie bereits erwähnt, hängt die Wasserdampfkonzentration in der Atmosphäre ausschließlich von der atmosphärischen Temperatur ab. Wenn die Temperatur steigt, nimmt auch die Wasserdampfkonzentration zu, was wiederum die Absorption in der Atmosphäre erhöht und damit die Temperatur in einem nicht enden wollenden Kreislauf weiter ansteigen lässt. Es lässt sich leicht argumentieren, dass dieser Prozess letztendlich zu einem „Kipppunkt“ und einer Überhitzung führen wird. Ein echter Klimanotstand!

Es ist immer sinnvoll, auf der Grundlage von Fakten zu argumentieren.

Tatsache 1: Die Wasserdampf-Konzentration ist aufgrund ihrer Beziehung zu Temperatur und Druck vorwiegend in der unteren Atmosphäre vorhanden. Sowohl die Temperatur als auch der Druck nehmen mit der Höhe ab, und damit auch der Wasserdampf. Dies ist in der nebenstehenden Grafik in Abbildung 16 deutlich zu erkennen:

Abbildung 16

Oberhalb von 10 km Höhe gibt es nur sehr wenig Wasserdampf.

Tatsache 2: Die Geschwindigkeit, mit der die Wasserdampfkonzentration (ausgedrückt als Sättigungsdampfdruck SVP) mit der Temperatur ansteigt, variiert ebenfalls mit der Höhe und geht oberhalb von 10 km fast auf Null zurück. Die größte Veränderung findet auf Meereshöhe statt und beträgt typischerweise 0,088 % Konzentration pro °C Temperaturanstieg (Abbildung 17):

Abbildung 17

Tatsache 3: Wasserdampf ist ein sehr, sehr starker Absorber von Infrarotstrahlung. Selbst wenn der Wasserdampf auf ein Zehntel des derzeitigen atmosphärischen Niveaus sinken würde, würde die Atmosphäre immer noch über 50 % der Erdstrahlung absorbieren (Abbildung 18). Paradoxerweise würde die Absorption in der Atmosphäre nur geringfügig von den derzeitigen 73,0 % auf 73,9 % ansteigen, wenn der Wasserdampf um 20 % auf ein Niveau ansteigen würde, bei dem die Atmosphäre vollständig gesättigt wäre, was zu einem Temperaturanstieg von nur 0,5 Grad Celsius führen würde. Dies ist darauf zurückzuführen, dass geringe Mengen Wasserdampf den größten Teil der Strahlung in ihren Absorptionsbereichen schnell absorbieren, so dass eine weitere Erhöhung der Wasserkonzentration nur sehr geringe Auswirkungen auf die Temperatur hat.

Abbildung 18

Tatsache 4: Aufgrund dieser bekannten Eigenschaften von Wasserdampf würde der Wasserdampf-Rückkopplungseffekt nicht zu einem Temperaturanstieg führen, sondern dazu, dass eine Temperatur von 1 °C um 12 % auf 1,12 °C ansteigt. Einen Klimakipppunkt gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Die Erde verdankt ihre Temperaturstabilität zu einem großen Teil den Eigenschaften des Wasserdampfes, auf die wir absolut keinen Einfluss haben. Große Schwankungen in der Wasserdampfkonzentration haben relativ geringe Auswirkungen auf die atmosphärische Absorption und damit auf die Erdtemperatur.

Schlussfolgerungen

Als direkte Folge des Treibhauseffekts ist die Erde 33°C wärmer als sie es sonst wäre. Ohne die Treibhausgase, die die Erde erwärmen, wären wir nicht da, um uns über die Folgen zu ärgern. Von den 33 °C Erwärmung sind 29,4 °C ausschließlich auf die Absorptionseffekte des Wasserdampfs zurückzuführen. 420 ppm CO2 tragen nur 3,3 °C zu dieser Erwärmung bei, während Methan und Distickstoffoxid zusammen nur 0,3 °C ausmachen.

Entgegen der Propaganda gibt es keinen Klimanotstand oder auch nur einen signifikanten Temperaturanstieg aufgrund steigender CO2-Werte. Die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber einer Verdoppelung des CO2 liegt bei 0,45°C, die sich auf 0,5°C erhöht, wenn man die Rückkopplung von Wasserdampf berücksichtigt. Eine Vervierfachung der CO2-Konzentration auf 1600 ppm würde zu einem Temperaturanstieg von 1°C führen, und es würde etwa 800 Jahre dauern, bis dieser Punkt bei der derzeitigen CO2-Anstiegsrate erreicht wäre. Dies hätte jedoch zahlreiche positive Auswirkungen, wie höhere Ernteerträge und die Begrünung von Wüstengebieten. Die Einführung einer kohlenstofffreien Wirtschaft, die nicht nur Milliarden, sondern Billionen von Dollar kosten würde, hätte keinerlei erkennbare Auswirkungen auf das Klima, selbst wenn alle Länder eine solche Politik verfolgen würden. Die Verlautbarungen des IPCC, die die Grundlage für den überstürzten Vorstoß in Richtung „Null-Kohlenstoff“ bilden, sind schlichtweg falsch. Ihre Schätzungen der Klimasensitivität liegen mindestens um den Faktor drei, möglicherweise sogar um den Faktor zehn daneben!

Die Panikmache wegen der Methanemissionen von Rindern ist genau das: Panikmache. Die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber einer Verdoppelung des Methanausstoßes beträgt nur 0,06°C. Und dafür sollen wir den Verzehr von Rindfleisch einschränken und es sogar durch Insekten und Mehlwürmer ersetzen. Nein, danke!

Es ist bekannt, dass Schwankungen der Erdtemperatur von mehreren Grad Celsius über Jahrtausende hinweg durch völlig natürliche Phänomene verursacht wurden, insbesondere durch Schwankungen der Sonneneinstrahlung. Die mittelalterliche Warmzeit und die kleine Eiszeit sind zwei Beispiele aus jüngster Zeit. Die Wissenschaft könnte sich vielleicht besser auf die Möglichkeit, ja Wahrscheinlichkeit konzentrieren, dass wir uns dem Ende einer Zwischeneiszeit nähern, an dem die Erde in eine neue Eiszeit eintreten wird. Unsere Unfähigkeit, das Klima zu beeinflussen, wird uns dann klar und schmerzlich bewusst werden.

The data for this article is derived from the paper “The Impact of CO2 and Other Greenhouse Gases on Equilibrium Earth Temperature” published in the International Journal of Atmospheric and Oceanic Science.

The link to the paper is http://www.ijaos.org/article/298/10.11648.j.ijaos.20210502.12 .

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/02/26/climate-change-an-emergency-or-not/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Inflation, Entdollarisierung und Russlands ultimative Ziel für den Krieg in der Ukraine

Inflation, Entdollarisierung und Russlands ultimative Ziel für den Krieg in der Ukraine

War die Ukraine nur ein Faustpfand für die großen Ambitionen von Wladimir Putin und Xi Jinping?

Viele Beobachter vermuten, dass Putin in die Ukraine einmarschiert ist, weil er verhindern wollte, dass sich die NATO bis an die russische Grenze ausdehnt. Er fühlte sich zunehmend von einer ukrainischen Regierung bedroht, die nach einem von Obama unterstützten Putsch 2014 gebildet wurde. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Wladimir Putin in die Ukraine einmarschiert ist, ohne zuvor die stillschweigende oder ausdrückliche Zustimmung von Chinas Xi Jinping erhalten zu haben.

Was dachten Wladimir Putin und Xi Jinping, würden die westlichen Nationen als Reaktion auf Russlands Einmarsch in der Ukraine tun? Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union würden sich höchstwahrscheinlich weigern, sich an einem kinetischen Krieg gegen die größte Atommacht der Welt zu beteiligen. Daher würden sie sich darauf beschränken, militärische Hilfe zu leisten, Wirtschaftssanktionen zu verhängen und Russland allenfalls aus dem SWIFT-Finanzsystem auszuschließen.

Diese Art von Wirtschaftssanktionen war vorhersehbar, denn genau so hat der Westen reagiert, als Russland der Ukraine 2014 die Halbinsel Krim abnahm. Strategisch gesehen entschied sich Putin für eine Invasion zum jetzigen Zeitpunkt, weil die USA und die EU nicht in der Lage waren, am Ende des globalen langfristigen Schuldenzyklus eine ernsthaftere Antwort zu geben, als ihre Volkswirtschaften mit rekordverdächtig hohen Schuldenständen, der höchsten Inflation seit 40 Jahren und Lieferkettenengpässen konfrontiert waren, die durch die als Reaktion auf Covid-19 eingeführte Abschottungspolitik geschürt wurden.

Mit anderen Worten: Russland und China haben dieses Ergebnis möglicherweise nicht nur vorhergesehen, sondern es sogar gewollt, denn ihr oberstes Ziel war nicht einfach die Annexion der Ukraine. Ihr ultimatives Ziel war es immer, die USA an der Spitze der globalen Pyramide zu verdrängen und damit die Rolle des Dollars als globale Reservewährung zu beenden.

Seit mehr als einem Jahrzehnt sind China und Russland bestrebt, die Verwendung des US-Dollars zu reduzieren oder ihre Volkswirtschaften zu „entdollarisieren“, um ihre Volkswirtschaften vor US-Sanktionen zu schützen, die Anfälligkeit für die Auswirkungen der US-amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik zu verringern und die globale wirtschaftliche Führung zu behaupten.

Im Jahr 2015 wurden 90 Prozent des bilateralen Handels zwischen China und Russland in Dollar abgewickelt. Bis 2020 werden nur noch 46 Prozent der bilateralen Transaktionen in Dollar abgewickelt werden. Der Ausschluss Russlands aus SWIFT wird der russischen Wirtschaft zwar kurzfristig schaden, er wird aber auch dazu dienen, den Prozess der globalen Entdollarisierung erheblich zu beschleunigen.

Das 1973 gegründete, in Belgien ansässige SWIFT wird von Banken weltweit für grenzüberschreitende Finanztransaktionen genutzt. Es erleichtert grenzüberschreitende Zahlungen in Höhe von Billionen Dollar zwischen 11 000 Finanzinstituten in mehr als 200 Ländern und ist damit das Rückgrat des internationalen Finanztransfersystems.

Im Jahr 2014 führte Russland das System für den Transfer von Finanznachrichten (SPFS) ein, eine russische Alternative zu SWIFT. Im Jahr 2015 führte China das Cross-Border Interbank Payment System (CIPS) ein, eine chinesische Alternative zu SWIFT. CIPS verarbeitete im Jahr 2021 rund 12,68 Billionen US-Dollar, was einer Steigerung von 75 % gegenüber 2020 entspricht. An CIPS sind rund 1.280 Finanzinstitute in 103 Ländern und Regionen angeschlossen.

Kombiniert man das russische System für die Übermittlung von Finanznachrichten (SPFS) mit dem chinesischen grenzüberschreitenden Interbankenzahlungssystem (CIPS), so entsteht ein neues russisch-chinesisches grenzüberschreitendes Zahlungssystem, das SWIFT umgeht und die globale Entdollarisierung beschleunigt.

Ein Bloomberg-Artikel bringt die kollektiven Ängste des westlichen Finanzsystems auf den Punkt:

„Ein Ausschluss Russlands aus dem kritischen globalen System – das 42 Millionen Nachrichten pro Tag verarbeitet und als Lebensader für einige der größten Finanzinstitute der Welt dient – könnte nach hinten losgehen, die Inflation in die Höhe treiben, Russland näher an China heranführen und Finanztransaktionen vor der Kontrolle durch den Westen schützen. Es könnte auch die Entwicklung einer SWIFT-Alternative fördern, die schließlich die Vorherrschaft des US-Dollars gefährden könnte.“

Warum gerade jetzt? Dies alles geschieht in den späten Phasen eines Phänomens, über das ich ausführlich geschrieben habe: den langfristigen Schuldenzyklus. Ein Zeitraum, der durch hohe Verschuldung, Zinssätze nahe Null und extremes Gelddrucken gekennzeichnet ist.

Wenn die Zinssätze den Nullpunkt erreichen, beginnt das Ende des langfristigen Verschuldungszyklus und der Beginn einer Phase des Schuldenabbaus, in der die Zentralbanker ihre Währungen abzuwerten beginnen.

Wenn die Zinssätze bei Null liegen, haben die politischen Entscheidungsträger nur noch zwei Möglichkeiten: Quantitative Lockerung (Geld drucken und Finanzanlagen kaufen) oder Geld drucken und es in Form von Konjunkturprogrammen direkt in die Hände der Menschen geben.

So fielen beispielsweise sowohl die globale Finanzkrise von 2008 bis 2009 als auch die Große Depression von 1929 bis 1933 mit dem Erreichen der Null-Prozent-Marke bei den Zinssätzen zusammen. In beiden Fällen druckte die Federal Reserve Geld, wertete den Dollar ab und kaufte Finanzanlagen. Diese Phase der Währungsabwertung endet, wenn die Inflation ansteigt und die Zentralbanker kein Geld mehr drucken oder die Zinssätze bei null Prozent halten können.

Als Reaktion auf Covid-19 hat die Federal Reserve ihre Gesamtaktiva von 4,1 Billionen Dollar im Januar 2020 auf 8,3 Billionen Dollar im August 2021 erhöht. Dieses historische Ausmaß des Gelddruckens hat dazu geführt, dass die Inflation in den USA den höchsten Stand seit 40 Jahren erreicht hat.

Diese Inflation wurde von den politischen Entscheidungsträgern noch verschärft, die die Energiepreise in die Höhe getrieben haben, indem sie die Keystone XL-Pipeline abgesagt, neue Gas- und Ölbohrungen auf Bundesland verboten und die Abhängigkeit der USA von ausländischen Energieimporten erhöht haben.

Russland entschied sich für den Einmarsch in die Ukraine, als die US-Staatsverschuldung zum ersten Mal die Marke von 30 Billionen Dollar überschritt und die Federal Reserve mit einem 40-Jahres-Hoch bei der Inflation konfrontiert war, das mit dem Ende des langfristigen Schuldenzyklus zusammenfiel. Der Zeitpunkt für den Einmarsch wurde auch deshalb gewählt, weil sich die politischen Entscheidungsträger der USA und der EU dafür entschieden haben, zunehmend von russischem Gas und Öl abhängig zu werden.

Russland ist einer der größten Ölexporteure der Welt, und die Vereinigten Staaten importieren mehr als 600.000 Barrel pro Tag. Russisches Öl macht mehr als ein Drittel der gesamten europäischen Einfuhren aus.

Es gibt vier große Länder, die den Großteil des russischen Rohöls abnehmen: Die Niederlande, Deutschland, Polen und Weißrussland. Im Jahr 2017 entfielen auf diese vier Länder siebzig Prozent des gesamten Exportvolumens. Zu den anderen Ländern mit den größten Ausfuhren im Jahr 2020 gehören Italien, Finnland und die Slowakei.

Russland ist ebenfalls einer der größten Gasexporteure der Welt. Zu den Ländern in Europa, die den höchsten Prozentsatz ihres Erdgases aus Russland beziehen, gehören Nordmazedonien (100 Prozent), Finnland (94 Prozent), Bulgarien (74 Prozent), die Slowakei (70 Prozent), Deutschland (49 Prozent), Italien (46 Prozent), Polen (40 Prozent) und Frankreich (24 Prozent).

Russland ist der größte Weizenlieferant der Welt und hat zusammen mit der Ukraine einen Anteil von 29 % am weltweiten Weizenhandel und von fast 20 % am weltweiten Maishandel. Als Reaktion auf die westlichen Sanktionen gegen Russland hat China die Beschränkungen für die Einfuhr von russischem Weizen gelockert. Diese Vereinbarung bietet Russland einen sicheren Abnehmer in einer Zeit, in der die Ausfuhren in andere Länder durch Finanzsanktionen oder andere Störungen erschwert werden könnten.

Darüber hinaus ist Russland der weltweit größte Exporteur von Düngemitteln, und die Vereinigten Staaten importieren jedes Jahr Düngemittel im Wert von 700 Millionen Dollar aus Russland. Ein Krieg, Sanktionen oder Störungen auf den russischen Düngemittelmärkten werden erhebliche Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise in der ganzen Welt haben.

Im Jahr 2020 werden aufgrund der globalen Abschottungspolitik bereits 150 Millionen Menschen verhungern, was eine Umkehrung des fünfzehnjährigen Trends der Unterernährung bedeutet. Wie der Stanford-Professor für Medizin, Dr. Jay Bhattacharya, sagte: Millionen von Menschen werden mehr durch Kollateralschäden der Abriegelung sterben als durch die dadurch geretteten Leben. In ähnlicher Weise werden Krieg und Wirtschaftssanktionen gegen Russland in den Bereichen Energie, Lebensmittel und Düngemittel den größten Kollateralschaden für die ärmsten Bevölkerungsschichten der Welt verursachen.

Folglich können die Vereinigten Staaten und Europa die russische Öl- und Gasindustrie nicht mit Sanktionen belegen, wenn sie nicht mit einer massiven Inflationskrise rechnen wollen, die die Energiepreise in ihren eigenen Ländern in die Höhe treibt. Ohne russisches Öl, Gas und Weizen werden die Europäer einen kalten und hungrigen Winter erleben.

Da die russische Wirtschaft in hohem Maße von den Gas-, Öl- und Rohstoffpreisen abhängt, könnte Putin taktisch eingeschätzt haben, dass sich der Weltmarkt an der Wende eines Rohstoff-Superzyklus befindet (Rohstoffe steigen im Preis und sind im Vergleich zu Aktien historisch unterbewertet), und beschlossen haben, dass seine Wirtschaft die Sanktionen verkraften kann, wenn sein Einmarsch zu Preissteigerungen bei den Rohstoffen führt, von denen sein Land abhängig ist.

Erst am 16. November 2019 sagte Wladimir Putin: „Der Dollar genießt weltweit großes Vertrauen. Aber aus irgendeinem Grund wird er jetzt als politische Waffe benutzt, um Beschränkungen aufzuerlegen. Sie werden bald zusammenbrechen. Viele Länder wenden sich jetzt vom Dollar als Reservewährung ab.“

Dank der Inkompetenz der politischen Entscheidungsträger in den USA und der EU haben die westlichen Länder dummerweise ihre eigene Energieunabhängigkeit im Tausch gegen russisches Öl und Gas aufgegeben. Infolgedessen sind Russland und China in die Ukraine eingedrungen, mit dem Ziel, die Inflation im Westen anzuheizen, die Kosten für Lebensmittel und Energie zu erhöhen und den globalen Prozess der Entdollarisierung zu beschleunigen.

Dies geschieht, nachdem die Federal Reserve ihre Bilanz in den letzten zwei Jahren verdoppelt hat, die Inflation ein 40-Jahres-Hoch erreicht hat und die US-Staatsverschuldung zum ersten Mal die Marke von 30 Billionen Dollar überschritten hat. Wladimir Putin und Xi Jinping fühlen sich durch eine Biden-Regierung ermutigt, die die Energieunabhängigkeit der USA beendet, Afghanistan im Chaos zurückgelassen und die höchste Inflation seit 40 Jahren verursacht hat.

Sie fühlen sich nicht bedroht von einem Vorsitzenden der Generalstabschefs, der immer noch auf seinem Posten sitzt, nachdem er vor dem Kongress zugegeben hat, dass er seinen chinesischen Amtskollegen vorwarnen würde, falls die Vereinigten Staaten jemals einen Angriff starten würden. Möglicherweise haben sie sogar mehr Kontrolle über die Situation, als irgendjemandem bewusst ist, wenn man bedenkt, dass die Bank of China und andere staatlich kontrollierte chinesische Banken 1,5 Milliarden Dollar an einen Investmentfonds gegeben haben, der dem Sohn von Joe Biden gehört.

Ukraine-Krise: Kriegsflüchtlinge JA – illegale Sozialmigranten NEIN!

Der Städte- und Gemeindebund rechnet mit mehr als 100.000 Menschen, die hierzulande Zuflucht vor dem Krieg in der Ukraine suchen. Können wir die Kriegsflüchtlinge zusätzlich zur Masseneinwanderung von illegalen Sozialmigranten aller Herren Länder überhaupt schultern?

Es ist die größte Flüchtlingswelle in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg: Schon eine Million Menschen fliehen vor dem Krieg in der Ukraine; 5.000 sind dem Bundesinnenministerium zufolge bereits in Deutschland angekommen.

Den Frauen, Kindern und älteren Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine flüchten, schlägt überall in Europa eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen, auch in Deutschland. Polen, wo nach Regierungsangaben 500.000 Kriegsflüchtlinge gestrandet sind, trägt aktuell die Hauptlast. Viele Ukrainer wollen weiter nach Deutschland, 5.000 sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums (Stand 2. März) bereits eingetroffen. 

Die EU-Innenminister haben sich über eine schnelle und unbürokratische Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine verständigt. Zu diesem Zweck soll die sogenannte Massenzustrom-Richtlinie von 2001 aktiviert werden. Sie garantiert Kriegsflüchtlingen ohne aufwändiges Asylverfahren vorübergehend Schutz in der EU. Die EU-Kommission schlägt zunächst drei Jahre vor, in denen die Flüchtlinge auch arbeiten dürfen.

Es sei davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit „deutlich mehr als 100.000 Menschen am Ende auch in Deutschland ankommen werden“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, dem „Handelsblatt“ (Düsseldorf).

„Gesamtgesellschaftliche Herausforderung“

Städte und Gemeinden sind laut Landsberg bereit, die Menschen „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ (!) aufzunehmen, zu versorgen und zu integrieren. „Neben Unterkunft und Verpflegung gehören insbesondere auch Kitaplätze und die Bereitstellung von Unterrichtsmöglichkeiten in den Schulen zu den erforderlichen Maßnahmen“, sagte der Städtebundchef. Die Kosten dieser „gesamtgesellschaftlichen Herausforderung“ müssten aber dauerhaft vom Bund und den Ländern übernommen werden.

Womit wir beim Kern des Problems wären! 

„Im Rahmen der Möglichkeiten“ heißt im Klartext: Diese Möglichkeiten sind nicht unendlich! UND: Die Kosten dieser „gesamtgesellschaftlichen Herausforderung“ tragen auch nicht Bund, Länder und Gemeinden, sondern die deutschen Steuerzahler – und zwar zusätzlich zu den zweistelligen Milliardenlasten, die ihnen durch die Masseneinwanderung vornehmlich nahöstlich-islamischer und afrikanischer Prägung in die deutschen Sozialsysteme aufgebürdet werden.

300.000 ausreisepflichtige Ausländer

Knapp zwei Millionen „Geflüchtete“ halten sich laut Ausländerzentralregister (AZR) aktuell in Deutschland auf. Etwa 300.000 von ihnen sind „Statista“ zufolge ausreisepflichtig. Mehr als 172.000 neue Asylanträge allein bis Ende November 2021 zeigen nach Ansicht des innenpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Gottfried Curio, dass Deutschland weiterhin EU-Hauptzielland für Asyleinwanderung ist. Deutschland ist damit das Land mit den meisten illegalen Zuwanderern pro Kopf der Bevölkerung.

Warnung vor Trittbrettfahrern

Hinzu kommt: Auf der Welle der (echten) Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine dürften sehr schnell arabische und afrikanische „Trittbrett-Refugees“ mitsurfen. Es drängt sich sogar der Eindruck auf, dass die „Ampel“-Regierung unter dem Deckmantel der Ukraine-Krise die Asylregeln weiter aufweichen will. 

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Luise Amtsberg („Grüne“), fordert denn auch die Aufnahme von aus der Ukraine flüchtenden Menschen unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Reisepass. Es handele sich um einen „ Krieg gegen alle, die in der Ukraine leben oder gelebt haben“, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). 

Angesichts der Herausforderungen durch den Krieg mitten in Europa kann es allerdings nur eine Schlussfolgerung geben: JA zur Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine – aber Grenzen dicht für illegale Sozialmigranten und sofortige Abschiebung aller ausreisepflichtigen Ausländer!

Merke: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht…

Spiegel nimmt Nazi-Video nach Protesten vom Netz

Spiegel nimmt Nazi-Video nach Protesten vom Netz

Der Spiegel hat eine tolle Homestory über einen Nazi-Kämpfer an der ukrainischen Front gelöscht, nachdem Menschen aufgefallen war, dass es sich beim Helden des Spiegel-Videos um einen Nazi handelt. Dem Spiegel war das leider rein zufällig vorher nicht aufgefallen.

„Generation Krieg: Für Alina und Dmytro markierte der #Maidan 2014 der Wendepunkt im Leben – heute sind sie gemeinsam an der Front.“

„An dieser Stelle war ein Videobeitrag zu finden über ein ukrainisches Paar im Kriegseinsatz und den jüngsten Kommandeur an der Front im Osten der Ukraine. Was wir im Video nicht thematisiert haben: Die Einheit des Kommandeurs hat einen rechtsnationalistischen Hintergrund. Es war ein Fehler, das Video ohne diese Einordnung und weitere Recherchen zu veröffentlichen. Wir haben es deswegen wieder gelöscht.“

Der Nazi wird vom Spiegel nach dem Löschen des Beitrags beschönigend als „Rechtsnationalist“ bezeichnet (Wieso musste dann das Video dringend gelöscht werden, wenn er doch angeblich kein Nazi ist?).

Kleiner Tipp an den Spiegel: Die mit den Hakenkreuzen und SS-Runen, die dauernd nach Hitler, Bandera, Goebbels schreien, das sind die Nazis.

Der Spiegel weiß übrigens, dass in der Ukraine Nazis kämpfen (und nicht nur solche aus der Ukraine):

Im Dezember 2021 stimmten in der UN-Generalversammlung nur zwei Staaten gegen ein Verbot von Nazi-Verherrlichung und Rassismus-Praktiken: die USA und die Ukraine. Deutschland (Außenministerin Baerbock, Bundeskanzler Scholz) verweigerte seine Zustimmung zu dem Verbot durch Enthaltung. Israel und 129 andere Staaten stimmten für das „Nazi-Verbot“.

Der Spiegel weiß übrigens auch, dass die ukrainische Politik von Nazis durchsetzt ist, spart dieses wertvolle Wissen allerdings gerne für die Leser seiner englischsprachigen Ausgabe auf. Den deutschsprachigen Leser könnte das wohl „verwirren“… So berichtete beispielsweise 2014 die englischsprachige Ausgabe des Spiegel über die von Andrij Parubij gegründete “ukrainische NSDAP”, die “Sozial-Nationalistische Partei”, und ihre Nachfolgeorganisationen unter anderem Folgendes:

“Indeed, anti-Semitism is part of the extremist party’s platform; until 2004, they called themselves the Social-National Party of Ukraine in an intentional reference to Adolf Hitler’s National Socialist party. Just last summer, a prominent leader of party youth was distributing texts from Nazi propaganda head Joseph Goebbels translated into Ukrainian.”

Hier ein paar Informationen zu den ukrainischen Kampf-Nazis, die unter anderem von den USA ausgebildet werden (Fotobeleg unten anbei). Für alle, die immer noch meinen, dass Frauen ja keine Nazis sein können, auch zwei aufschlussreiche Fotos vom Odessa-Massaker. Der Nazi-Held des Spiegels hat ja auch seine Frau dabei (vielleicht vergewaltigt er dann etwas weniger).

Die freiwilligen Nazis

An der NATO-Ostflanke wüten Bataillone Rechtsradikaler im Auftrag der Westlichen Wertegemeinschaft.

In den Medien werden sie mittlerweile fast nur noch „Freiwillige“ – im Sinne von edlen Nothelfern – genannt. Doch gerade zu Beginn des Ukraine-Konflikts konnte man auch in der sogenannten Qualitätspresse lesen, dass es sich bei den bewaffneten Kämpfern im Osten der Ukraine, die dort im Rahmen einer „Anti-Terror-Operation“ (ATO) gegen die vorwiegend russischsprachige Bevölkerung vorgehen, um waschechte Nazis handelt. 

Bild: links Screenshot aus ZDF-Beitrag mit Hakenkreuz, rechts Screenshot aus den ARD-Tagesthemen mit SS-Rune des Asow-Bataillons (1)

Ab und zu durchbricht eine Meldung über die faschistischen Kampftrupps den Propagandaschleier – das unkommentierte Zeigen von Nazisymbolen bei gleichzeitiger Bezeichnung der Nazis als „Freiwillige“ in ARD und ZDF gehört hier höchstens unfreiwillig dazu -, doch auch angesichts der zunehmenden NATO-Manöver gegen Russland ist es heutzutage leider nicht verwunderlich, dass die Medienkonzerne schweigen (2-5). Mehr noch: Sie decken diese Kämpfer. Die taz brachte es fertig, die Angehörigen des Asow-Bataillons in einem einzigen Beitrag neun Mal als Freiwillige zu bezeichnen (6)! Das dürfte Rekord sein.

Im Folgenden einige Meldungen aus der Presse zu den Nazikämpfern, die dort im Osten der Ukraine aktiv sind, wo auch schon unter Hitler das Hakenkreuzbanner wehte. Viele der Beiträge enthalten die zum jeweiligen Veröffentlichungszeitpunkt übliche Propaganda – aber das soll hier nicht der entscheidende Punkt sein und auch nicht weiter ausgeführt werden. Wichtiger ist die Aussage, dass es sich hier tatsächlich um Neonazis handelt.

Der Spiegel: „Rechtsextremismus. Neonazi-Söldner in der Ukraine“ (7):

„Das rechtsextremistische Freiwilligenbataillon Asow, das im Ukrainekonflikt gegen prorussische Separatisten kämpft, bekommt verstärkt Zulauf aus Europa, auch aus Deutschland. (…) Grund ist eine Rekrutierungsoffensive für eine ‚Rückeroberung Europas‘, mit der das Regiment auch unter deutschen Neonazis um Nachwuchs wirbt.“

Tagesanzeiger: „Schweizer Neonazis liefern Geld in die Ostukraine“ (8):

„Als die Revolution auf dem Maidan losbrach, war die Misanthropic Division die erste Einheit, die sich bewaffnete. (…) Im letzten Herbst gründeten gemäss der ‚SonntagsZeitung‘ Rechtsradikale die Misanthropic Division Schweiz. Die Organisation agiert als direkter Ableger der gleichnamigen Division in der Ukraine. Diese gilt als brutalste Freiwilligen-Einheit im Kampf gegen die russischen Separatisten. Ihre Anhänger verehren Hitlers Waffen-SS, viele von ihnen sind verurteilte Straftäter.“

Focus Online: „Das Bataillon Asow. Schmutziger Kampf in der Ukraine: Neonazis im Dienst der Regierung“ (9):

„Wie der ‚Telegraph‘ berichtet, schickt das ukrainische Militär das rechtsradikale Bataillon an vorderster Front in den Kampf. In der Stadt Marinka seien die Milizionäre noch vor den Panzern der Armee vorgerückt und hätten einen Checkpoint erobert. ‚Das Wichtigste ist, dass wir einen Brückenkopf für den Angriff auf Donezk geschaffen haben. Und wenn dieser kommt, werden wir vorangehen‘, so Bilezki.“

Frankfurter Rundschau: „Neonazis im Häuserkampf“ (10):

„Die ukrainische Armee rückt im Osten auf Donezk vor und delegiert den Häuserkampf an ein Bataillon von Neonazis. Eine Reportage aus dem Kampfgebiet. […] Mit Beginn dieses Monats ist der Krieg in der Ostukraine in eine neue Phase eingetreten. Die Kämpfe haben die Millionenstadt Donezk erreicht, den Hauptsitz der Rebellen. Das Gefecht im Vorort Marjinka am 4. August hat es gezeigt. Es hat zugleich aber auch etwas anderes gezeigt: Die Rolle jener Freiwillligeneinheiten, die die reguläre Armee stützen. Je mehr sich der Kampf in die Städte verlagert, desto wichtiger werden sie. Das Bataillon Asow ist eine dieser Einheiten, und es ist die auffälligste. Offiziell ist es eine Sondereinheit der Polizei, faktisch geben hier Neonazis und Neuheiden den Ton an. Asow wirkt wie ausgedacht von der Propaganda des Kreml, aber es ist echt.“

jungeWelt: „Söldner und Veteranen“ (11):

„Kroatische Freiwillige kämpfen auf seiten des neofaschistischen ‚Asow-Bataillons‘ in der Ukraine. Die Regierung in Zagreb hat kein Problem damit.“ und weiter „Organisiert wird die Anwerbung internationaler Söldner unter anderem von der neonazistischen ‚Misanthropic Division‘ […] Deren Ziel ist die ‚Wiedereroberung Europas‘ in einem ‚Rassekrieg‘.“ und „Auch während des Kroatien-Kriegs entstanden paramilitärische Einheiten wie das Asow-Bataillon. Vor allem die Organisation ‚Hrvatske obrambene snage‘ (Kroatische Verteidigungskräfte), deren Symbolik in der Tradition der faschistischen Ustascha-Miliz stand, war ein Sammelbecken kroatischer und europäischer Neonazis.“

DiePresse.com: „Die Kriegsverbrechen des Kiew-treuen Aidar-Bataillons“ (12):

„Ein 31-jähriger Geschäftsmann will in Starobilsk bei Luhanks auf einer aufgelassenen Tankstelle eine Klopause einlegen, als plötzlich drei maskierte Männer aus einem Wagen springen. Sie ziehen ihm eine Waffe über den Kopf, nehmen ihm umgerechnet knapp 1700 Euro ab. Immer wieder werfen sie ihm vor, ein Separatist zu sein. ‚Dreimal wurde ich verhört. Und dabei immer geschlagen – mit dem Gewehr, mit dem stumpfen Ende einer Axt in die Nieren‘, sagt der Mann. […] Der Kommandant des Aidar-Batiallons gibt gegenüber Amnesty International die brutalen Methoden teilweise zu: ‚Das ist nicht Europa. Es ist alles ein bisschen anders. Die Prozeduren wurden vereinfacht. Wenn ich will, kann ich einen Sack über deinen Kopf ziehen und dich für 30 Tage einsperren – wegen des Verdachts der Hilfe für Separatisten.‘ Er gibt auch zu, dass Verdächtige geschlagen und dass ihnen die Augen verbunden wurden. Und dass sein Bataillon ein eigenes Gefangenenlager unterhält.“

SonntagsZeitung (Artikel nicht mehr online verfügbar): „Schweizer Neonazis liefern Geld und Militärkleider an die Front„ (13):

„Im Osten der Ukraine wüten Neonazis. Rechtsextreme Kämpfer der ukrainischen Freiwilligen-Miliz plündern Wohnungen, foltern gefangene Separatisten und verschleppen Medienschaffende. Terror im Namen der Maidan-Revolution. Amnesty International wirft den regierungstreuen Banden gravierende Menschenrechts-Verletzungen vor – unterstützt werden sie auch aus der Schweiz. Recherchen zeigen: Neonazis aus den Kantonen Genf, Waadt, Wallis und St. Gallen pflegen enge Kontakte zu den kämpfenden Extremisten und liefern Geld und Hilfsmaterial an die Front.“

Tagesspiegel: „Ukraine-Konflikt im ZDF. Hakenkreuz und SS-Rune – Protest von Zuschauern“ (14):

„Für den neuen Moderator Christian Sievers war es am Montag die erste ‚heute‘-Sendung – und wegen dieser Sendung hat das ZDF nun gleich heftigen Ärger. Denn in der Sendung, in der auch ausführlich um den Ukraine-Konflikt ging, wurden auch Mitglieder des nationalistischen Asow-Bataillons gezeigt, das im Osten des Landes an der Seite der Regierungstruppen gegen die Separatisten kämpft. An ihren Stahlhelmen: Hakenkreuze und SS-Runen.“

20min.ch: „Ukraine setzt Neo-Nazis gegen Separatisten ein“ (15):

„Beim Kampf in der Ostukraine will die Regierung in Kiew offenbar den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: Bekennende Neo-Nazi-Gruppen sind an vorderster Front dabei. Die Bataillone heissen Asow, Dnjepr oder Donbass. Es sind Gruppierungen Rechtsextremer, die im Frühjahr 2014 gegründet wurden und die sich zurzeit im Kampf gegen die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine hervortun.“

Jüdische Allgemeine: „Ukraine: Mit Nazis gegen Putin. Das ZDF lässt Hakenkreuze auf den Helmen des Asow-Bataillons unkommentiert„ (16):

„Wird unsere sogenannte westliche Freiheit in Mariupol nun auch schon von paramilitärischen, faschistischen, der NS-Ideologie anhängenden Einheiten verteidigt? Amnesty International hat den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk aufgefordert, dem entsetzlichen Treiben der marodierenden Milizen ein Ende zu setzen. Mehr als 40 selbst ernannte Freischärler-Gruppen dürfen derzeit mit Duldung der ukrainischen Führung mit Waffengewalt die viel beschworene nationale Einheit der Ukraine torpedieren.“

Tagesschau.de: „Blutige Kämpfe in der Ostukraine“ (17):

„Besonders berüchtigt ist das Bataillon AIDAR, zu dem rechtsgerichtete ukrainische Nationalisten gehören, von denen sich einige mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen schmücken, als Abzeichen auf der Tarnkleidung oder als Tätowierung auf dem Körper. Die Anführer und viele Mitglieder sind bekennende Neonazis und Mitglieder von rechtsextremen Gruppen. Die pro-russischen Separatisten haben heute angeblich weitere Massengräber entdeckt, mit insgesamt, so heißt es, rund 400 Leichen. Die Gräber befänden sich in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee und den Freiwilligen-Bataillonen kontrolliert worden waren, sagte der Separatistenführer Andrej Purgin. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür nicht.“

Deutschlandfunk: „Ukraine. Wachsende Kritik an Freiwilligen-Bataillonen„ (18):

„Moskal ist Gouverneur des weitgehend von Separatisten besetzten Bezirks Luhansk und hat von vielen Verbrechen des Bataillons Ajdar erfahren. ‚Schon etwa 30 Ajdar-Kämpfer sind festgenommen worden, wegen brutaler Morde, wegen Erschießungen, wegen Entführungen. Sie gehen auch gegen ukrainische Beamte vor. So haben sie das Haus eines Landrats beschossen, dessen Frau Vorsitzende des Regionalgerichts ist.‘. Moskal hat der Staatsanwaltschaft jetzt eine Liste mit 65 solcher Straftaten übergeben – und auch das sei nur ein Bruchteil, sagte er. Aus der Liste ergibt sich, dass zumindest ein Teil des Bataillons wie eine skrupellose Mafia-Organisation vorgeht. Immer wieder plündern Männer in Uniformen Wohnungen und verschleppen Menschen, um von den Angehörigen Lösegeld zu erpressen.“

Amnesty International: „Urgent Action. Zivilist ‚verschwunden‘„ (19):

„Von Aleksandr Minchenok aus Lisichansk fehlt seit Juli jede Spur. Damals wurde er auf einer Reise mit seiner Großmutter in der Ostukraine von Kiew nahestehenden Kräften ‚festgenommen‘. Seine Eltern haben seitdem nichts von ihm gehört und fürchten um sein Leben. […] Daraufhin eilten die Eltern von Aleksandr Minchenok, Ekaterina Naumova und Yuriy Naumov, zu dem Kontrollpunkt, wo man ihnen erzählte, dass ihr Sohn vom Bataillon Ajdar festgenommen worden sei. Das Bataillon ist einer von über 30 sogenannten freiwilligen Kampfverbänden, die sich infolge des Konflikts in der Ukraine gebildet haben und der Regierung in Kiew nahestehen.“

jungeWelt: „Mediale Deeskalation? Berichte über Neonazis in Ukraine„ (20):

„… die konservative US-Nachrichtenwebseite Fox.com titelte am Montag: ‚Hat die Ukraine ein Monster geschaffen, das sie nicht kontrollieren kann?‘. Fox meinte die russophoben und zumeist offen faschistischen Truppen, die auf Seiten der Kiewer Junta in der Ostukraine an vorderster Front im Einsatz sind und dabei zahllose Kriegsverbrechen begangen haben: laut Fox ‚Entführungen von Zivilisten, Folter und Exekutionen‘ sowie Einsatz von ‚Hunger und Durst gegen Zivilisten als Kriegswaffe‘. Über 30 ‚Neonazifreiwilligenverbände‘ gibt es demnach. Ein Teil, wie das berüchtigte ‚Asow-Bataillon‘, unterstehe dem Innenministerium, ein anderer, wie z.B. der ‚Rechte Sektor‘, operiere unabhängig von Kiew. Eine dritte Gruppe – wie das ‚Dnipro-Bataillon‘ – trete als Privatarmee von mit der Junta verbandelten Oligarchen auf. Die Anführer aller drei Kategorien sitzen laut Fox inzwischen in Schlüsselpositionen der sogenannten Sicherheitsministerien und –behörden.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Gefangenenaustausch. Ukrainische Kampfpilotin Sawtschenko frei„ (21):

„Nach dem Examen im Jahr 2009 wurde sie als Kampfhubschrauberpilotin eingesetzt. Doch wollte sie eigentlich ans Steuer von Kampfjets. Wohl aus Frustration über das langsame Fortkommen nahm sie im Frühjahr 2014 eine ‚Auszeit‘ und verpflichtete sich beim rechtsextremen Freiwilligenbataillon Aidar. Diese Formation wird von Moskau als ‚faschistisch‘ gebrandmarkt und wurde auch vom UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) der Folter von Gefangenen bezichtigt. Zur Zeit ihrer Festnahme war Sawtschenko für das Aidar-Bataillon im Einsatz.“

Tagesspiegel: „Irreguläre Kämpfer in der Ukraine. Zu den Waffen„ (22):

„Zudem sollen die Freiwilligen-Heere dazu dienen, einen neuen Sicherheitsapparat aufzubauen. Der Berater von Präsident Petro Poroschenko, Anton Gerschtschenko, wird nicht müde zu wiederholen, dass die Männer und Frauen, ‚die ihre Heimat derzeit vor den russischen Terroristen im Donbass verteidigen, die erste Wahl beim Aufbau einer neuen Polizei sind‘. Die Regierung versucht zudem, Teile der Freiwilligen in die regulären Streitkräfte zu holen. Allerdings ist das bisher nicht sehr erfolgreich, weil viele Freiwilligen-Bataillone nach wie vor besser ausgestattet sind als die regulären Kräfte.“

n-tv: „Rechte Söldner in Ukraine. Kiews Problem in den eigenen Reihen„ (23):

„Die Anschuldigungen Moskaus, dass in der Ukraine Faschisten ihr Unwesen treiben und Russen bedrohen, sind nicht völlig unbegründet. Im ‚Asow Bataillon‘ kämpfen sogar Ausländer dafür, den ‚weißen Mann‘ in dem Land zum Sieg zu führen. (…) So berichtet die britische BBC über einen schwedischen Scharfschützen, der mit dem sogenannten Asow-Bataillon gegen die Separatisten kämpft. Mikael Skilt sei ein ehemaliger Angehöriger der Schwedischen Armee, auf dessen Kopf mittlerweile ein Preisgeld von 5000 Euro ausgesetzt sein soll. Skilt, der nach eigenen Angaben Kommandant einer Aufklärungseinheit ist, bezeichnet sich selbst als Nationalist. Seine Ansichten gleichen jedoch eher denen eines typischen Neonazis.“

Bild: US-Soldaten treffen sich zur Lagebesprechung mit Nazis des Asow-Bataillons; Asow-Nazis beim Gruppenfoto; Asow-Nazis rekrutieren beim Nazifestival im thüringischen Themar; Bild-Journalist postet „lustige Hakenkreuze“; Bild-Journalist feiert Nazipartys mit Asow und Mikael Skilt; Spiegel meldet im Kleingedruckten 2500 europäische Nazis an der Ostfront (24-28).

Verweise

(1) http://blauerbote.com/2019/02/05/das-hakenkreuzaehnliche-symbol/
(2) http://blauerbote.com/2014/09/11/zdf-bezeichnet-nazis-erneut-als-freiwillige-programmbeschwerde/
(3) http://blauerbote.com/2014/09/07/ard-bezeichnet-nazis-als-freiwilligenverbande/
(4) http://blauerbote.com/2015/02/10/faz-bezeichnet-nazi-bataillon-weiter-verharmlosend-als-freiwilligenregiment/
(5) http://spiegelkabinett-blog.blogspot.com/2015/04/udo-lielischkies-und-ard-tagesthemen.html
(6) http://blauerbote.com/2015/12/07/taz-verharmlost-nazi-kaempfer-als-idealistische-freiwillige/
(7) http://blauerbote.com/2018/09/06/spiegel-2500-europaeische-nazis-kaempfen-in-der-ukraine-der-spiegel-vergisst-zu-erwaehnen-dass-die-nato-eng-mit-den-nazis-zusammenarbeitet/
(8) https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Schweizer-Neonazis-liefern-Geld-in-die-Ostukraine/story/13160853
(9) http://www.focus.de/politik/ausland/das-bataillon-asow-schmutziger-kampf-in-der-ukraine-neonazis-im-dienst-der-regierung_id_4058717.html
(10) http://www.fr-online.de/ukraine/ukraine-neonazis-im-haeuserkampf,26429068,28083302.html
(11) https://www.jungewelt.de/2015/02-25/022.php
(12) http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3866833/Die-Kriegsverbrechen-des-Kiewtreuen-AidarBataillons
(13) http://www.sonntagszeitung.ch/read/sz_08_02_2015/nachrichten/Schweizer-Neonazis-liefern-Geld-und-Militaerkleider-an-die-Front-27020
(14) http://www.tagesspiegel.de/medien/ukraine-konflikt-im-zdf-hakenkreuz-und-ss-rune-protest-von-zuschauern/10685462.html
(15) http://www.20min.ch/ausland/dossier/ukraine/story/Ukraine-setzt-Neo-Nazis-gegen-Separatisten-ein-23925388
(16) http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20268
(17) http://blauerbote.com/2016/03/23/bataillon-aidar-der-ukrainischen-pilotin-nadija-sawtschenko/
(18) http://www.deutschlandfunk.de/ukraine-wachsende-kritik-an-freiwilligen-bataillonen.795.de.html?dram:article_id=322212
(19) https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-297-2014/zivilist-verschwunden
(20) https://www.jungewelt.de/2015/02-24/065.php
(21) http://www.faz.net/aktuell/politik/gefangenenaustausch-ukrainische-kampfpilotin-sawtschenko-frei-14252411.html
(22) http://www.tagesspiegel.de/politik/irregulaere-kaempfer-in-der-ukraine-zu-den-waffen/10284478.html
(23) http://www.n-tv.de/politik/Kiews-Problem-in-den-eigenen-Reihen-article13305646.html
(24) http://blauerbote.com/2018/09/06/spiegel-2500-europaeische-nazis-kaempfen-in-der-ukraine-der-spiegel-vergisst-zu-erwaehnen-dass-die-nato-eng-mit-den-nazis-zusammenarbeitet/
(25) http://blauerbote.com/2019/05/05/julian-roepcke-und-die-hakenkreuzflaggen/
(26) https://www.anti-spiegel.ru/2019/bild-verantwortlicher-fuer-politik-bezeichnet-das-hissen-von-hakenkreuzflaggen-als-humor/
(27) http://blauerbote.com/2015/09/25/bild-journalist-und-nazi-fan-julian-roepcke-besucht-hauptquartier-von-bekannter-nazi-moerderbande/
(28) http://blauerbote.com/2015/04/13/bataillon-asow-ukrainische-nationalgarde/

Odessa-Massaker

Zum Massaker von Odessa, dem Angriff auf das Gewerkschaftshaus durch Nazis und „Nationalisten“ samt der Ermordung etlicher Demonstranten, gibt es einen frei verfügbaren deutschsprachigen Film von Ulrich Heyden, Marco Benson und leftvision: „Lauffeuer“ (Mehr dazu hier: www.lauffeuer-film.de). Der Film wurde von den Dokumentarfilmern auch als Video via Youtube zur Verfügung gestellt:

„Ein Film über die Brandangriffe auf das Gewerkschaftshaus in Odessa zu Beginn des ukrainischen Bürgerkrieges, die Rolle von Ultranationalen, der Polizei und Politik im Post-sowjetischen Raum. Dies ist eine Dokumentation über ein Schlüsselereignis des ukrainischen Bürgerkrieges und eine Stadt die dadurch zerrissen wurde.“

Der deutsche Journalist und Osteuropa-Spezialist Ulrich Heyden hat später auch zwei Überlebende des „Brandes von Odessa“ interviewt. Hier das Video mit den beiden bei Youtube:

Ulrich Heyden schreibt zu dem Video: „Igor und Anschela Polownow überlebten den Brand im Gewerkschaftshaus von Odessa am 2. Mai 2014. In diesem Video berichten sie über das, was sie erlebt haben. „. Auf Twitter schreibt Heyden dazu: „Mein Video-Interview mit zwei Überlebenden des Brandes im #Gewerkschaftshaus von #Odessa am 2. Mai 2014 gibt es jetzt auf Deutsch. Die Produktion hat etwas länger gedauert, aber ich hoffe, das Ergebnis überzeugt.“

Im Rubikon-Magazin gibt es einen passenden Beitrag Heydens zu dem Bericht der Überlebenden: „Das Massaker. Zwei Überlebende berichten über die Ereignisse in Odessa 2014.„.

Die Dokumentation/Reportage „Masken der Revolution“ des französische Journalisten Paul Moreira vom französischen Privatsender canal+ über die „Maidan-Revolution“ und das Odessa-Massker gibt es auch mit deutschen Untertiteln als Video bei Youtube: „Ukraine – die Masken der Revolution – Franz. TV – Deutsche Untertitel„. Das ist auch gut so, denn das Original ohne Untertitel wurde mittlerweile von Youtube gelöscht.

Die folgenden beiden Bilder zeigen ukrainische Nazi-Mädels beim Bau von Molotow-Cocktails (primitive Brandsätze), die von ihren Jungs dann gegen beziehungsweise in das Gewerkschaftshaus von Odessa geschleudert wurden, in das sich die überwiegend linken Demonstranten geflüchtet hatten.

Bild: „Ukrainische Nationalisten“-Mädchen beim Bau von Molotov-Cocktails zur Ermordung der ins Gewerkschaftshaus geflüchteten Menschen.

Bild: „Ukrainische Nationalisten“-Mädchen bringen die Molotov-Cocktails zu den Werfern vor das Gewerkschaftshaus.

Blackout in Taiwan: Über 5 Millionen Haushalte ohne Strom

Blackout in Taiwan: Über 5 Millionen Haushalte ohne Strom

Weil eine Umspannanlage Probleme hatte, waren mehr als 5 Millionen Haushalte in Taiwan am Donnerstag ohne Strom. Das Beispiel des 23 Millionen Einwohner zählenden Inselstaates zeigt einmal mehr, wie empfindlich die Stromversorgung ist. Hängt dies mit dem China-Konflikt zusammen? Wie Wochenblick berichtete, entsendete China unlängst im Schatten des Ukraine-Konflikts Kriegsschiffe nach Taiwan! Könnte die Volksrepublik die Stromversorgung etwa durch Hackerangriffe ausgeschaltet haben?

Der massive Stromausfall in Taiwan zeigte, wie schnell es gehen kann. Ampeln fielen aus, Aufzüge blieben stecken, teilweise war die Wasserversorgung unterbrochen und auch Hochgeschwindigkeitszüge blieben stehen. Grund waren Probleme mit einer Umspannanlage, die dazu führte, dass das Hsinta Kraftwerk in der südtaiwanischen Hafenstadt Kaohsiung abgeschalten werden musste.

Ausfall beeinträchtigte auch Norden des Inselstaates

Diese Probleme und das abschalten des Kraftwerks im Süden hatte auch Folgen für die Mitte und den Norden der Insel. Denn aus Sicherheitsgründen mußte zudem auch ein Kernkraftwerk heruntergefahren werden. Dadurch war dann auch der Nordteil des Inselstaates und Teile der Hauptstadt Taipeh von Stromausfällen betroffen. Zwar konnten die Fehler relativ schnell behoben werden und 70 Prozent der Haushalte hatten rund drei Stunden nach der Störung wieder Strom, aber eine halbe Million Menschen in Kaohsiung mussten auch viereinhalb Stunden nach dem Ausfall noch immer ohne Strom auskommen.

Blackout-Gefahr für Europa

Dabei ist die Fläche des Inselstaates mit 39.179 Quadratkilometern noch überschaubar, ebenso wie das Stromnetz, zumindest im Gegensatz zu Europa. Hier warnen Experten schon seit Jahren vor den Folgen eines Blackouts und halten das eintreten eines solchen in den nächsten Jahren für sehr wahrscheinlich (Wochenblick berichtete unter anderem hier, hier und hier). Zuletzt machte auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf die Gefahren eines Blackouts und auf die mangelnde Vorbereitung in Deutschland auf eine derartige Katastrophe aufmerksam. Neben Hackerangriffe oder Unglücksfällen wird auch die verfehlte Politik der Energiewende für die zunehmende Netzinstabilität und steigene Gefahr eines großflächigen Stromausfalls verantwortlich gemacht.

Bereiten Sie sich auf den Ernstfall vor!

Ein Blackout kann auch in Europa jederzeit eintreten. Seit Jahren warnt Wochenblick vor der großen Gefahr, die mittlerweile auch der Mainstream nicht mehr verschweigen kann. Immer mehr Menschen setzen auf Notstromaggregate wie zum Beispiel diesen tragbaren Stromgenerator von Hyundai. Im Ernstfall kann ein Funkgerät zur Kommunikation mit der Außenwelt lebensrettend sein. Vor allem ist es wichtig, sich einen Notvorrat zuzulegen.

Das österreichische Bundesheer rät außerdem zu folgender Vorsorge:

  • Radio mit Batterien (Autoradio!) oder Solar-Power-Bank
  • Taschen- bzw. Stirnlampen (inklusive genügend Ersatzbatterien)
  • Kerzen, Zünder, Feuerlöscher, Kohlenmonoxid-Melder
  • Wasser bzw. Wasserfilter, Getränke, Tee, Kaffee
  • Haltbare Lebensmittel für 2 Wochen (Nudeln, Reis, Konserven …)
  • Wichtige Medikamente für 2 Wochen, Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Hygieneartikel, Müllsäcke, Klebebänder, Kabelbinder
  • Gaskocher, Griller, Brennpaste
  • Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen
  • Schlafsäcke, Decken, warme Kleidung
  • Spiele, Blöcke, Kugelschreiber
  • Auto immer zumindest halb voll getankt.

Kriegsschiffe: Chinas Militär-Manöver

Im Schatten des Ukraine-Krieges startete China vor wenigen Tagen militärische Manöver gegen Taiwan, wie Wochenblick berichtete. Die Luftwaffe Taiwans hat vor einer Woche einen Einsatz geflogen, weil neun chinesische Flugzeuge in die Luftverteidigungszone eingedrungen waren, wie das taiwanesische Verteidigungsministerium mitteilte. Medienberichten zufolge sind auch chinesische Kriegsschiffe in die Hoheitsgewässer der Insel eingedrungen.

Technische Probleme statt Sabotage

Laut der taiwanischen Regierung in Taipeh war auch hier ein technischer Defekt für den Ausfall verantwortlich. „Es zeigt die Verwundbarkeit der Stromübertragung zwischen dem Süden und Norden“, so ein Regierungssprecher. Für dieses Mal… Denn das Verhältnis zwischen Taiwan und China ist alles andere als entspannt. China betrachtet die Inselrepublik nach wie vor als “unabtrennbaren Teil des eigenen Territoriums” und nicht als souveränen Staat. Jede Einmischung wird Seitens der Chinesen daher als Einmischung in innere Angelegenheiten betrachtet. Im Zuge des Ukraine-Russland-Konflikts wuchs daher auch die Sorge, dass China auch versuchen könnte Taiwan wieder einzugliedern. Zumal Taiwan international kaum diplomatische Anerkennung genießt. Selbst die USA als Hauptunterstützer mit finanziellen Mitteln und Waffen haben die Inselrepublik nie diplomatisch anerkannt. Daher läge auch die Vermutung nahe, dass ein großflächiger Stromausfall durch chinesische Hackerangriffe verursacht worden sein könnte.

Das nächste Imperium

Im Laufe der Geschichte haben politische, finanzielle und militärische Führer versucht, Imperien zu schaffen. Im Westen denkt man oft an das antike Rom als erstes Imperium. Später entstanden zeitweise auch andere Imperien. Spanien wurde dank seiner Armada, der Eroberung der Neuen Welt und des im Westen gewonnenen Goldes und Silbers zu einem Imperium. Großbritannien besaß das 19. Jahrhundert, verlor sein Imperium aber vor allem aufgrund kostspieliger Kriege. Die USA übernahmen im 20. Jahrhundert die Macht und entwickelten sich wie Rom zu einer Republik mit minimaler zentraler Kontrolle, die nun aber unter ihrem eigenen Regierungsgewicht zusammenbricht.

Die letzten, die den Zusammenbruch eines Imperiums verstehen, sind immer diejenigen, die in ihm leben. Als britischer Staatsbürger erinnere ich mich an meine jungen Jahre, als sich viele meiner britischen Mitbürger, obwohl das britische Empire schon lange vorbei war, immer noch pompös benahmen, als ob die britische „Überlegenheit“ immer noch existierte. Heute ist das nicht mehr so. (Man kann nur so lange so tun, als ob.)

Aber das deutet darauf hin, dass diejenigen, die im gegenwärtigen Imperium leben – die USA – die letzten sein werden, die wirklich begreifen, dass das Spiel so gut wie vorbei ist. Die Amerikaner scheinen zu hoffen, dass der dramatische Niedergang ein vorübergehender Rückschlag ist, von dem sie sich wieder erholen werden.

Das ist unwahrscheinlich. Historisch gesehen wird ein Imperium, sobald es von seinem Thron gestoßen wurde, durch eine aufstrebende Macht ersetzt – eine, die in jeder Hinsicht produktiver und zukunftsorientierter ist. Doch die USA halten sich hartnäckig, und wie jedes sterbende Imperium werden ihre Führer immer rücksichtsloser, sowohl im Inland als auch im Ausland, in der Hoffnung, den Schein zu wahren.

Kriege sind oft das Todesurteil für ein untergehendes Imperium – sowohl wegen ihrer extremen finanziellen Kosten als auch wegen ihrer Fähigkeit, die Völker anderer Länder zu entfremden. Im neuen Jahrtausend sind die USA in mehr Länder einmarschiert als je zuvor in ihrer Geschichte und scheinen sich in einem Zustand ständiger Kriegsführung zu befinden. Dies geschieht sowohl militärisch als auch wirtschaftlich, indem die USA Wirtschaftssanktionen gegen die Länder verhängen, die sie zu erobern versuchen.

Diese Bemühungen sind für die Welt so bedrohlich geworden, dass sich andere Großmächte, auch wenn sie in der Vergangenheit keine Verbündeten waren, nun zusammenschließen, um den USA entgegenzutreten.

Die USA werden in ihrem Bestreben durch ein unnatürliches Bündnis zwischen den europäischen Ländern bestärkt. Obwohl Europa aus vielen kleinen Ländern mit oft dramatisch unterschiedlichen Kulturen besteht, die seit Jahrhunderten miteinander streiten, hat die Europäische Union sie zu einem schlecht durchdachten „Vereinigten Staaten von Europa“ zusammengeschustert.

Obwohl die relativ neue EU bereits deutlich ins Straucheln geraten ist und am Rande des Auseinanderbrechens steht, versuchen ihre Führer verzweifelt, das unwahrscheinliche Bündnis mit Hilfe der USA zusammenzuhalten. Unterdessen arbeiten die anderen Großmächte der Welt mit Hochdruck daran, dass der Rest der Welt unabhängig vom sterbenden Imperium weitermachen kann, wenn die USA und die EU ihr Waterloo erleben.

Sie warten nicht einfach am Rande des Geschehens auf den Zusammenbruch und darauf, dass sie an der Spitze der Hackordnung an die Reihe kommen. Sie bereiten ihre Position aktiv vor, um den Staffelstab so nahtlos wie möglich zu übernehmen.

Das Ende der Dollar-Hegemonie

Seit der Konferenz von Bretton Woods im Jahr 1944 hat der US-Dollar als Standardwährung der Welt die Vorherrschaft inne. Im Jahr 1944 besaßen die USA mehr Gold als jedes andere Land, aber 1971 gaben die USA den Goldstandard auf, und seitdem ist der Dollar eine Fiat-Währung. Die USA haben den Dollar immer unbekümmerter missbraucht – oft auf Kosten anderer Länder.

Russland und China haben sich mit dem größten Energieabkommen der Geschichte gegen die jüngste Runde von Zwangsmaßnahmen der USA zur Beibehaltung des Petrodollars gewehrt. Dieses und der gesamte Handel zwischen den beiden Ländern werden in Rubel und Yuan abgewickelt. Seitdem hat Russland aktiv Abkommen mit anderen Abnehmern von Energieträgern geschlossen, ebenfalls unter Umgehung des Petrodollars.

Mit diesen Abkommen haben die asiatischen Mächte inoffiziell den Untergang des Petrodollars angekündigt. Jahrzehntelang haben die USA mit Hilfe des Petrodollars ihre Macht über andere Länder ausgeübt. Das chinesisch-russische Abkommen bedeutet also nicht nur das Ende des Petrodollar-Monopols, sondern auch einen allgemeinen Rückgang der US-Macht in der Welt.

Ein neues SWIFT-System

Gegenwärtig läuft die überwiegende Mehrheit der wirtschaftlichen Überweisungen in der Welt über das SWIFT-System, das in Brüssel angesiedelt ist, aber von den USA kontrolliert wird. In den letzten Jahren haben die USA andere Länder vom SWIFT-System ausgeschlossen oder mit einem solchen Ausschluss gedroht, was es den Banken praktisch unmöglich macht, Geld zu überweisen, und in der Folge den Zusammenbruch ihrer Bankensysteme verursacht. Russland hat daraufhin sein eigenes SWIFT-System geschaffen.

Wenn russische Handelspartner wie der Iran von der Nutzung des Brüsseler SWIFT-Systems ausgeschlossen werden (oder ihnen sogar ein Ausschluss droht), ist es durchaus wahrscheinlich, dass Russland die Nutzung seines SWFT-Systems auf sie ausdehnen wird.

Die Schaffung eines zweiten weltweiten SWIFT würde die SWIFT-Drohung als Wirtschaftswaffe aus der Trickkiste der USA entfernen. Solange Russland einen effektiven Geldüberweisungsdienst anbietet und dies ohne die Einschüchterungsversuche der USA tut, ist es vorhersehbar, dass andere Länder sich dem neuen System anschließen und SWIFT vorziehen würden. Sobald andere Länder vollständig an Bord sind, hätten die USA keine andere Wahl, als sich dem neuen System anzuschließen oder den Handel mit diesen Ländern zu verlieren.

Eine neue Zentralbank

In den letzten Jahrzehnten haben China und Russland ihre wirtschaftliche Macht dramatisch ausgebaut und sich regelmäßig darüber beschwert, dass ihre Sitze am IWF-Tisch angesichts ihrer Bedeutung für den Welthandel unrealistisch niedrig sind. Im Jahr 2014 hat China die USA offiziell als größte Volkswirtschaft der Welt abgelöst, doch der IWF hat immer wieder versucht, Chinas Platz am Verhandlungstisch zu minimieren.

Es hat den Anschein, dass der Westen glaubt, alle Karten in der Hand zu haben und dass die Chinesen und andere Mächte eine Position der armen Schwester akzeptieren müssen, wenn sie überhaupt am IWF-Tisch sitzen dürfen. Der Westen scheint irgendwie nicht zu erkennen, dass die anderen Mächte, wenn sie ausgeschlossen werden, die Möglichkeit haben, Alternativen zu schaffen. Wie beim SWIFT-System haben die asiatischen Mächte auf die Übervorteilung durch die USA reagiert, und zwar nicht, indem sie ihre Wunden leckten, sondern indem sie einen zweiten IWF schufen.

Die russische Staatsduma (das Unterhaus der russischen Legislative) hat jetzt die Neue Entwicklungsbank gegründet. Sie wird über einen Pool von 100 Milliarden Dollar verfügen, der für die BRICS-Länder verwendet werden soll. Ihre fünf Mitglieder werden zu gleichen Teilen zu ihrer Finanzierung beitragen. Der Sitz der Bank wird in Schanghai sein, Indien wird den ersten fünfjährigen turnusmäßigen Vorsitz übernehmen, und der erste Vorsitzende des Verwaltungsrats wird aus Brasilien kommen. Der erste Vorsitzende des Gouverneursrats wird wahrscheinlich der russische Finanzminister Anton Siluanov sein. Sie ist also wirklich multinational strukturiert.

Mit der Schaffung all dieser Einrichtungen haben die BRICS de facto eine komplette zweite Wirtschaftswelt geschaffen.

In den letzten Tagen des britischen Weltreichs schienen wir Briten der Illusion zu unterliegen, dass wir, selbst wenn unsere Machtbasis bröckelt, durch Drohungen und Getöse irgendwie die Kontrolle behalten könnten. Das Vereinigte Königreich lag damit völlig falsch und hat damit nur Handelspartner, Kolonien und Verbündete verprellt.

Das Gleiche geschieht heute wieder. China, Russland und der Rest der Welt werden angesichts amerikanischer Drohungen und Drohgebärden nicht einfach ihre Zelte abbrechen und akzeptieren, dass den USA gehorcht werden muss. Sie werden stattdessen Alternativen schaffen. Und das tun sie außerordentlich gut und schnell. An diesem Punkt ermöglicht die Übermacht der USA nicht nur den Aufstieg anderer Mächte, sondern zwingt sie buchstäblich dazu, das nächste ausgewachsene Imperium zu schaffen.

Anmerkung der Redaktion: Wie Bourne schon sagte, war es schon immer so, dass „Krieg die Gesundheit des Staates ist“. Aber es ist besonders wahr, wenn die wirtschaftlichen Zeiten schwierig werden. Das liegt daran, dass Regierungen ihre Probleme gerne auf Außenstehende schieben; selbst eine imaginäre Bedrohung aus dem Ausland führt dazu, dass sich die Meinungen auf die der Regierenden einigen.

Da die Wirtschaft auf der ganzen Welt schwächelt und sich die politischen Führer in ihren Grundeinstellungen ähneln, gibt es gute Gründe für die Annahme, dass sich der Trend zum Dritten Weltkrieg beschleunigt.

Leider gibt es wenig, was der Einzelne tun kann, um den Verlauf dieses Trends praktisch zu ändern. Das Beste, was Sie tun können und sollten, ist, informiert zu bleiben, damit Sie sich bestmöglich schützen und sogar von der Situation profitieren können.

Sind russische Oligarchen die besten Freunde von Klaus Schwab? Ein Gespräch mit Riley Waggaman

Sind russische Oligarchen die besten Freunde von Klaus Schwab? Ein Gespräch mit Riley Waggaman

Riley Waggaman (alias „Edward Slavsquat“): Er ist ein amerikanischer Schriftsteller, der in Moskau lebt. Er arbeitete fast vier Jahre lang bei RT (seine offizielle Position war „leitender Redakteur“, aber seine täglichen Aufgaben waren nicht so illuster, wie der Titel vermuten lässt)

Ist mein altes Heimatland ein Labor der Vierten Industriellen Revolution?

Diese Geschichte ist ein Gespräch mit Riley Waggaman, der über COVID-Russland schreibt – und das auf brillante Weise. Wir haben das Interview vor ein oder zwei Wochen für meinen Podcast aufgenommen, bevor der Krieg begann. Mein Aufschrei über den Krieg ist hier, ich habe ihn gerade verschickt.

Zunächst möchte ich sagen, dass Rileys Arbeit erstaunlich ist. Ich war so froh, sie zu entdecken!

Irgendwann im Jahr 2020 fiel mir auf, dass zwischen meinem Geburtsland und dem Weltwirtschaftsforum eine seltsam herzliche Beziehung bestand. Ich war überrascht, als ich sah, dass Russland in der Simulation „Cyber Polygon 2020“ überall vertreten war, und zwar in ungewöhnlich hohem Maße.

(Übrigens habe ich gerade Cyber Polygon 2020 gegoogelt und auf der Seite russischen Subtext gesehen. Ich vermute, dass es sich dabei um Schlamperei handelt, wahrscheinlich haben sie russische Programmierer mit der Erstellung der Webseite beauftragt, und die Programmierer haben wahrscheinlich vergessen, den Text zu ersetzen, oder so etwas in der Art … aber es ist witzig, und außerdem so hochtechnisch … vivat Vierte Industrielle Revolution! …)

Die ungewöhnlich engen Beziehungen zwischen Russland und dem Weltwirtschaftsforum haben mich schon seit einiger Zeit verwirrt, und als ich Rileys Arbeit entdeckte, war ich begeistert.

In unserem Interview ging Riley sehr detailliert auf die Verbindungen zwischen der russischen Elite und dem WEF ein, ebenso wie auf lustige Verbindungen zu verschiedenen Pharmaunternehmen.

Einige Highlights:

  • Der Chef der Sberbank (der Zentralbank Russlands), Herman Gref, ist WEF-Trustee (eine ganz besondere Bezeichnung).
  • Im Februar 2020 kündigte er seine Pläne zur Entwicklung eines Systems zur Gesichtserkennung in Masken an.
  • Er behauptet auch, dass er „Sputnik V“ im April 2020 eingenommen habe – noch vor Beginn der klinischen Studien – und dass es ihn gerettet hätte.
  • Nebenbei bemerkt: „Herman Gref hat einen großen Teil der Goldreserven der Sberbank exportiert. Warum?“
  • Der Moskauer Bürgermeister Sobjanin hat einen Plan, der merkwürdigerweise „Moskau 2030“ heißt (Smart City, implantierbare Geräte, die das Herz der Menschen überwachen und die Versicherungstarife bestimmen, usw.).
  • Einer der größten langjährigen Diebe der postsowjetischen Wirtschaft, Tschubais, ist … warte mal … für „nachhaltige Entwicklung“ zuständig, nachdem er das größte russische Nanotechnologieunternehmen fast in den Bankrott getrieben hätte (Rileys Artikel dazu hier).
  • Derselbe Betrüger – mit verschlagenen Augen und allem Drum und Dran – gibt sich fast als Bill Gates aus (den er angeblich liebt) und sagt von der Bühne aus, dass einflussreiche Wissenschaftler einen erheblichen Bevölkerungsrückgang bis zum Ende des Jahrhunderts vorausgesagt haben, von 7 Milliarden auf 1,5 bis 2 Milliarden (auf Russisch: das Ereignis fand 2011 statt). Er sagt jedoch, dass dies schrecklich wäre und wir versuchen sollten, es zu verhindern.

Doch jetzt ohne weitere Vorrede zum Interview. Ich hoffe, es gefällt euch genauso gut wie mir! Video ansonsten noch auf Rumble.

Ich glaube nicht, dass wir vor dem Dritten Weltkrieg stehen – Interview mit Daniele Ganser

Die Atommächte USA und Russland wollen eine direkte Konfrontation in der Ukraine vermeiden, meint der Friedensforscher Daniele Ganser im Gespräch mit «Corona-Transition».

Die Ereignisse in der Ukraine überschlagen sich. Unlängst hat der Kreml die Separatistengebiete Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine anerkannt. Am 24. Februar hat das russische Militär einen grossflächigen Angriff auf die Ukraine gestartet. Berichten zufolge sind inzwischen sogar erste russische Einheiten bis in die Hauptstadt Kiew vorgedrungen. Der Historiker Daniele Ganser befasst sich seit Jahren mit dem Ukraine-Konflikt. Gegenüber Corona-Transition gibt der Friedensforscher seine Einschätzung ab.

Corona-Transition: Herr Ganser, Putin spricht davon, die russischsprachige Bevölkerung im Donbass vor einem «Genozid» zu schützen. Der ukrainische Präsident wiederum sieht sein Land bedroht vor einer russischen Invasion. Wie schätzen Sie die gegenwärtige politische Situation ein?

Daniele Ganser: Die Invasion von Russland in die Ukraine ist für mich ein klarer Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot und daher illegal. Aber die Invasion hat eine Vorgeschichte. Die Volksrepubliken Luhansk und Donezk, auch als Donbass bezeichnet, befinden sich seit acht Jahren im Konflikt mit der Regierung in Kiew. Weil es ein bewaffneter Konflikt ist, gibt es Tote auf beiden Seiten. Wir haben also hier schon seit Jahren einen mehr oder weniger stillen Krieg, über den in unseren Medien aber kaum berichtet wurde. Das Thema Corona hat alles andere verdrängt.

Weshalb ist die Situation zuletzt derart eskaliert?

Eine dramatische Wendung in diesem Konflikt kam, als Russlands Präsident Putin am 21. Februar 2022 die Volksrepubliken Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten anerkannt und zudem erklärt hat, er werde russische Soldaten in die Ostukraine entsenden. Kurz darauf, am 23. Februar, haben diese neuen Staaten Moskau um Hilfe gebeten. Woraufhin am 24. Februar Russland mit Truppen in die Ukraine einmarschiert ist.

Verteidigt Putin legitime russische Sicherheitsinteressen?

Putin verteidigt sich gegen die NATO-Osterweiterung. Russland ist der Meinung, die Ukraine

Das russische Motiv

Im Interview mit Muslim-Markt erläutert der Publizist Wolfgang Bittner, dass Russlands aktuelle Handlungen unter Ausklammerung des historischen Kontextes bewertet werden.

Die Furcht vor einer russische Expansion geht um. Europa ist zutiefst verunsichert und blickt mit sorgenvollem Blick in Richtung Russland. Vielen stellt sich die Frage, ob uns nun ein russischer Eroberungsfeldzug ins Haus steht. Die Bewertung der kriegerischen und völkerrechtswidrigen Handlungen des Kremls erfolgen zumeist unter Auslassung der jüngsten historischen Entwicklungen. Nicht, dass das eine das andere entschuldigt, doch ist das Heranziehen dieser historischen Fakten von Nöten, um die heutige Kriegshandlung zu verstehen. Der Publizist Wolfgang Bittner gab dem Portal Muslim Markt ein ausführliches Interview über die Hintergründe der westlichen Russlands-Politik der letzten Jahre.

MM: Sehr geehrter Herr Bittner, wir können unsere Fragen gar nicht so schnell stellen, wie die Weltgeschichte sich aktuell entwickelt. Sie haben einstmals ein Buch geschrieben mit dem Titel  „Die Eroberung Europas durch die USA“. Aktuell ist die vorgezeichnete Wahrnehmung aber die Eroberung Europas durch die Russen. Entspricht das ihrem weiteren Buchtitel „Der neue West-Ost-Konflikt“?