Horst D. Deckert

Das Bemühen um „Net Zero“ ist weder sauber noch grün

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Kevin Mooney

Indem sie die Öl- und Gasexploration als Teil einer globalen Kampagne zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen bis 2050 stoppen, lenken mit Klimaaktivisten verbündete politische Entscheidungsträger „knappe Innovationsressourcen in die falsche Richtung“, so eine Analyse der Energiewende-Bemühungen.

Während die Befürworter von Investitionen in Umwelt, Soziales und Governance [ESG] weiterhin den Fahrplan der Internationalen Energieagentur (IEA) für das Erreichen von Netto-Null-Emissionen als Argument für ihre Ambitionen nutzen, kommen die Autoren einer neuen Studie nach einer Untersuchung der Prognosen der Agentur zu dem Schluss, dass diese auf fehlerhaften Annahmen beruhen.

Die von der IEA prognostizierten Netto-Null-Initiativen können nur verwirklicht werden, wenn die Nachfrage nach Kohle, Erdöl und Erdgas drastisch sinkt, während sich die Verbraucher auf so genannte erneuerbare Energien in Form von Wind- und Sonnenenergie verlegen. Doch wie der Bericht der RealClearFoundation und der Energy Policy Research Foundation deutlich macht, ist dies eine zweifelhafte Annahme.

„Das Verschwinden der Nachfrage nach Kohlenwasserstoffen ist keine plausible Beschreibung der Zukunft, sondern eher Ausdruck eines politischen oder ideologischen Wunsches und keine objektive Einschätzung der Zukunft“, heißt es in dem Bericht. „Das Versäumnis, in ein größeres Angebot zu investieren, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Preisspirale nach oben führen, da die Nachfrage das Angebot zunehmend übersteigt, wie die Regierung Biden erkannte, als sie die strategische Erdölreserve für den nicht strategischen Zweck der Dämpfung der Benzinpreise einsetzte“.

Die Stiftung ist eine gemeinnützige Gruppe, gegründet um die Energiewirtschaft und -politik mit Schwerpunkt auf der Energiesicherheit zu untersuchen. Die geopolitischen Auswirkungen von Netto-Null-Strategien und ESG-Investitionen fließen in ihre Analyse des IEA-Fahrplans ein. Ein großer Teil des Problems liegt bei der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und dem Einfluss, den sie auf die westlichen Länder einschließlich der USA ausüben könnte.

Sollte die Nachfrage nach Erdöl höher ausfallen als in der IEA-Roadmap prognostiziert, was sehr wahrscheinlich ist, könnte nach Schätzungen der Stiftung der Anteil der OPEC am weltweiten Ölmarkt bis 2050 auf erstaunliche 82 Prozent steigen. Zur OPEC gehören der Iran, der Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela.

„ESG-Investoren untergraben bewusst oder unbewusst die Sicherheitsinteressen des Westens in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen“, warnt die Stiftung in ihrer Analyse. Das Ergebnis ist, dass der Westen gut positioniert ist, um mit der richtigen Mischung von Maßnahmen ein gesundes Maß an Unabhängigkeit von der OPEC zu bewahren. Die Stiftung weist darauf hin, dass die IEA ursprünglich als Reaktion auf den „ersten Ölpreisschock“ Anfang der 1970er Jahre gegründet worden war, „um als Käufergruppe westlicher Länder zu agieren und der Marktmacht der OPEC entgegenzuwirken“. Aber angesichts der Tatsache, dass „Netto-Null“-Bestrebungen politisch in Mode gekommen sind, hat sich die Agentur eindeutig von ihrem Auftrag entfernt.

„Die IEA hätte sich dafür entscheiden können, ihrem ursprünglichen Auftrag treu zu bleiben, aber wie der Bericht der Energy Policy Research Foundation zeigt, hat die IEA, indem sie versucht hat, ein Cheerleader für Netto-Null zu werden zugelassen, dass sie als Werkzeug für den Klima-Extremismus benutzt wird. Sie hat die politischen Entscheidungsträger in die Irre geführt sowie die Weltwirtschaft und die westliche Sicherheit gefährdet, während sie den Zweck, für den sie geschaffen wurde, aufgegeben hat.“

Ein wichtiger Teil des Stiftungsberichts befasst sich mit den negativen Folgen eines Investitionsstopps in neue Öl- und Gasfelder, der auf der Vorstellung beruht, dass ein nahtloser Übergang zu erneuerbaren Energien möglich ist. Die amerikanischen Energieverbraucher müssen damit rechnen, dass sie die Folgen zu spüren bekommen.

Die Stiftung schätzt, dass die weltweiten Einnahmen für Öl- und Gasbrennstoffe in den ersten zehn Jahren nach dem Netto-Null-Emissionsausstoß zwischen 12,2 Billionen Dollar und 52,6 Billionen Dollar höher sein werden als die von der IEA in ihren politischen Szenarien angenommenen. Einfach ausgedrückt: Die Verbraucher werden mehr für weniger Öl und Gas zahlen müssen, und zwar zusammen mit allen Kosten, die mit der Energiewende verbunden sind.

Die Analyse der Stiftung hebt auch die Umweltzerstörung hervor, die sich aus einem überstürzten Streben nach Netto-Null-Emissionen ergeben könnte, was die finanziellen und technologischen Realitäten außer Acht lässt.

„Die Verringerung der Öl- und Gasversorgung wird weltweit zu verschiedenen Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen beitragen. Erstens wird dies wahrscheinlich zu einem Wiederanstieg des Kohleverbrauchs führen, da viele Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen sich das teurere Erdgas zum Heizen, Kochen und zur Stromerzeugung nicht leisten können“, warnt der Bericht. „Infolgedessen könnte die Umstellung von Kohle auf Gas in vielen Ländern zurückgehen, was die lokale Luftverschmutzung erhöhen und die Gesundheitskrise in vielen städtischen Gebieten verschlimmern würde.

(Siehe auch diesen Beitrag)

Selbsternannte Umweltschützer sollten sich auch einmal genau ansehen, wie viel Land Wind- und Solaranlagen verschlingen könnten. Die Stiftung hat errechnet, dass die zur Erreichung der Netto-Nullstellung erforderliche Solar- und Windenergiekapazität eine Fläche benötigt, die der Größe von Kalifornien und Texas zusammen entspricht, während die für die Stromerzeugung benötigte Bioenergie etwa die Größe von Frankreich und Mexiko zusammen ausmachen würde.

Offensichtlich geht es hier um mehr als nur die reine Wirtschaftlichkeit. Was Umweltschützer üblicherweise als sauber und grün bezeichnen, ist weder das eine noch das andere.

Die geopolitischen, wirtschaftlichen und ökologischen Kosten der Netto-Nullenergie erfordern eine politische Kurskorrektur.

[Hervorhebungen vom Übersetzer]

Kevin Mooney is the Senior Investigative Journalist at the Commonwealth Foundation, Pennsylvania’s free-market think tank, and writes for several national publications. 

Originally published by The Daily Caller. Republished with permission. Content created by The Daily Caller News Foundation is available without charge to any eligible news publisher that can provide a large audience. For licensing opportunities of our original content, please contact licensing@dailycallernewsfoundation.org. 

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Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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