
Von RAINER K. KÄMPF | In Tianjin in der Volksrepublik China haben sich die Vertreter der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) zu einem Gipfeltreffen zusammengefunden (PI-NEWS berichtete). Die Geopolitik wird neu eingenordet und Westeuropa bleibt lediglich übrig, das Geschehen weitab vom Spielfeldrand zu betrachten. In der Historie bewanderte Kommentatoren ziehen Vergleiche zu Jalta und konstatieren, daß sich gerade Geschichte wiederholt.
Zur gleichen Zeit fanden in Peking Feierlichkeiten zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs statt. Als einziger Regierungschef aus der EU war der slowakische Ministerpräsident Robert Fico vor Ort. Erwartungsgemäß traf er sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (Video oben).
Zum x-ten Mal und fast schon mantraartig versicherte Putin, daß Rußland keinerlei Interesse verspürt, Europa militärisch zu attackieren. Wozu auch? Es wäre ein überflüssiges Unterfangen und die Russen haben kein Interesse daran, Merz, Macron und Stamer aufzuwerten und denen die Würde eines respektablen Gegners zukommen zu lassen.
Die erledigen sich selbst und deshalb hat Moskau auch keinerlei Einwände, wenn sich Kiew dem Club der politisch Todgeweihten anschließt. Im Gegenteil, im Kreml wird der Krimsekt kaltgestellt und man ist voll freudiger Erwartung.
Der EU-Beitritt der Ukraine wird die Covid-Spritze für Brüssel und Kiew das Spikeprotein für das hochgradig lavede Konstrukt entnationalisierter Staatenkadaver sein. Sie sehnen das herbei, so wie der Bahnhofsjunkie im Endstadium nach dem letzten Crackpfeifchen lechzt.
Während also in China eine neue Weltordnung aus der Taufe gehoben wird, zelebrieren die Systemeuropäer ihren definitiven Abgang. Mit etwas Optimismus klammern wir uns an die Hoffnung, die kultivierten Völker des Ostens mögen den geschundenen Opfern unserer prekären Eliten ihre sprichwörtliche Freundlichkeit angedeihen lassen. Es wäre zu schön, wenn sie merken, daß wir das wollen.
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
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