Horst D. Deckert

Die Ankunft des „grünen“ Königs

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Adam Houser

In die Höhe schießende Energiepreise. Ein Gesundheitssystem in der Krise. Ein wachsendes Haushaltsdefizit.

Wo sollen die Bürger Großbritanniens Antworten auf diese existenziellen Bedrohungen finden? Keine Angst, hier kommt der „grüne“ König, strahlend mit all seiner ökologischen Pracht und bringt eine Lösung für die wirklichen Probleme, über die sich die Briten Sorgen machen sollten: Klimawandel, Umweltverschmutzung und Nachhaltigkeit.

König Charles III. wurde am vergangenen Samstag gekrönt, und um seine Leidenschaft für die Umwelt und den Planeten zu unterstreichen, wurden im Zusammenhang mit der Zeremonie mehrere umweltfreundliche Initiativen durchgeführt.

Wie inews.co.uk berichtet, soll die Krönung von König Charles die nachhaltigste aller Zeiten sein, mit tierversuchsfreiem heiligem Öl und recycelten Zeremoniengewändern. Aber das ist noch nicht alles.

Gehen wir kurz die symbolischen Initiativen des „grünen“ Königs durch.

Erstens: die Einladung zur Krönung. Besonders bemerkenswert ist das Design des Kunstwerks auf der Einladung, das als „Grüner Mann“ bekannt ist. Einige behaupten, dass der Grüne Mann, ein Bild eines grünen Gesichts aus Blumen, Blättern und Pflanzen, aus dem Heidentum stammt, während andere behaupten, dass es sich nur um ein Stück britischer Folklore handelt, das sogar in englischen Kirchen zu sehen ist. Wie dem auch sei, das Bild des Grünen Mannes wurde groß und prominent am unteren Rand der Einladung platziert, um König Charles‘ Engagement und Leidenschaft für die Umwelt zu unterstreichen. Oh, und die Karte wurde natürlich aus Recyclingpapier hergestellt.

Als Nächstes: das tierversuchsfreie heilige Öl. i.news berichtet:

„Das heilige Öl, mit dem der König gesalbt wird, wurde mit tierversuchsfreien Zutaten hergestellt. Frühere Versionen enthielten Zibetöl aus den Drüsen der kleinen Säugetiere und Ambra aus den Eingeweiden von Walen.

Dr. George Gross, Gastwissenschaftler für Theologie am King’s College London und zusammen mit Dr. David J. Crankshaw Mitbegründer des British Coronations Project sagte, die Verwendung von tierversuchsfreiem Salböl sei ein „großes Statement“ und spiegele Charles‘ „tierfreundliche Empfindlichkeiten“ wider.

Als Nächstes werden die wiederverwendeten Gewänder vorgestellt. Während frühere Könige sich dafür entschieden, ihre Roben für ihre Krönungen neu anfertigen zu lassen, hat sich König Charles für die Wiederverwendung der Robe entschieden, die König Georg VI. bei seiner Krönung 1937 trug. Königin Camilla verwendet den Staatsmantel, den Königin Elisabeth II. 1953 trug.

Die Abgeordneten wurden gebeten, ihre Roben nicht zu tragen, damit weniger neue Materialien und neue Roben angefertigt werden müssen.

Angesichts der umweltfreundlichen Initiativen ihres neuen grünen Königs können die Briten nun sicher sein, dass das Königreich in sicheren Händen ist.

Dennoch kann es verwirrend sein, wie viel Zeit wir ohne diese Maßnahmen wirklich haben. Vergessen wir nicht die früheren Äußerungen des damaligen Prinz Charles zum Thema Umwelt.

Im Jahr 2020 sagte Prinz Charles, wir befänden uns „buchstäblich in der letzten Stunde“ im Kampf gegen den Klimawandel. Im Jahr 2019 sagte er, wir hätten noch 18 Monate Zeit. Im Jahr 2015 verkündete Charles, dass wir eigentlich 35 Jahre Zeit hätten, um den Planeten zu retten.

Nun, in jedem Fall sollten wir lieber auf Nummer sicher gehen. Während die Briten also darauf warten, dass ihr lebensrettender medizinischer Eingriff geplant wird, oder den Großteil ihres Gehaltsschecks für Heizung und Kraftstoff ausgeben, wird der „Grüne Mann“ auf Recyclingpapier zurück lächeln.

Autor: Adam Houser coordinates student leaders as National Director of CFACT’s collegians program and writes on issues of climate and energy.

Link: https://www.cfact.org/2023/05/11/the-coming-of-the-green-king/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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