Horst D. Deckert

Die Gefährlichkeit von COVID-19 wurde übertrieben – mit fatalen Folgen

Eines gleich vorweg: eine Infektion mit dem SARS-Cov-2-Virus kann Krankheitssymptome verursachen und tödlich sein, nach wie vor. Der frühere österreichische Bundeskanzler Kurz behauptete im März 2020 bekanntermaßen, dass „bald jeder von uns jemanden kennen wird, der an Corona gestorben ist“. Stellungnahmen von Wissenschaftlern, in denen COVID-19 bereits früh mit der Grippe verglichen wurden, wurden als „Verharmlosung“ bezeichnet. COVID-19 wurde von Politik und Medien als „viel gefährlicher als die Grippe“ eingestuft.  Die Infektionssterblichkeit bei COVID-19 wurde von Politik und Medien lange Zeit übertrieben. Jahrelang wurde von Politik und Mainstream-Medien schlichtweg Panik verbreitet, wurde den Leuten gezielt Angst gemacht.

John Ioannidis, eine Ikone der Qualitätsforschung in der Medizin und einer der meistzitierten und angesehensten Wissenschaftler und Epidemiologen weltweit, setzt sich seit Jahren maßgeblich und vehement für exzellente und evidenzbasierte – auf Fakten beruhende – Wissenschaft ein. Schon 2020 berechnete er die Sterblichkeit nach einer Infektion mit COVID-19 sehr genau. Dabei ergab sich, dass die Infektionssterblichkeit je nach Land variiert, aber in den meisten Ländern mit angemessenen Sicherheitsmaßnahmen bei durchschnittlich 0,27 bis 0,1 Prozent lag. Diese Publikation erschien sogar im Bulletin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Und als in Dänemark Blutspender auf Coronavirus-Antikörper getestet wurden, wurde die Todesrate für COVID-19 mit nur 0,16% berechnet.

COVID-19 nicht gefährlicher als normale Grippe

Es gibt große Unterschiede bei den gemeldeten Todesfällen der Grippe – wie bei allen Viruserkrankungen. Die mittlere Letalität (Sterblichkeit) liegt bei rund 0,1%, bei schwereren Epidemien kann sie aber auch weit höher liegen. Die Daten widersprachen also bereits 2020 der Behauptung, dass die Sterblichkeitsrate bei COVID-19 angeblich viel höher ist als bei Influenza sein soll, sie war bereits damals ungefähr gleich. 

Die Sterblichkeit ist bei der Omikron-Variante, je nach Studie, noch einmal um bis zu 91% geringer. Mit anderen Worten: das Risiko, an der Grippe zu sterben, ist höher als bei einer Infektion mit SARS-COV-2.

Mitte März 2022 zeigten Zahlen der Nationalen Statistikbehörde in Großbritannien, dass das Coronavirus für die Mehrheit der Bevölkerung weniger tödlich ist als die Grippe. Nach einer Auswertung der Financial Times war in England der Anteil tödlicher Krankheitsverläufe bei Coronavirus-Infizierten kleiner als bei der saisonalen Grippe. Diese verlief bei etwa 0,04 Prozent der Erkrankten tödlich. Bei Covid-19 waren es 0,035 Prozent.

COVID-19-Infektion zu 99,9% nicht tödlich

Das ist eine gute Nachricht. SARS-Cov-2 war nie das Killervirus, als das es lange Zeit hingestellt wurde. Für mehr als 99,9% der Bevölkerung verläuft eine COVID-19-Infektion nicht tödlich. Bei den Altersgruppen bis 45 Jahre ist das Sterberisiko praktisch 0, bei Männern zwischen 45 und 54 Jahren 0,1%. Drei Viertel der COVID-19-Toten sind älter als 75 Jahre, das Durchschnittsalter der verstorbenen liegt bei 81 Jahren und damit deutlich über der Lebenserwartung für Männer. COVID-19 ist – überspitzt formuliert – eine Krankheit, an der ganz überwiegend alte, kranke Männer sterben.

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Quelle: AGES-Covid-19 Dashboard

Diese niedrige Infektionssterblichkeit war und ist ein großer Vorteil für das Virus. Wenn alle oder fast alle Menschen an der Infektion sterben würden, wäre bald niemand mehr da, der sich anstecken und das Virus weiterverbreiten könnte. Das Virus will primär überleben und sich vermehren. Das gelingt umso besser, je weniger Menschen an der Infektion sterben.

COVID-Infektionen blieben oft unbemerkt

Die Royal Society berechnete, dass etwa 6,2-mal so viele Menschen infiziert waren wie in den offiziellen Zahlen der Regierungen und der WHO festgestellt. Das bedeutet, dass ein Großteil der Menschen die Infektion durchgemacht hat, ohne es überhaupt bemerkt zu haben. Die offiziell veröffentlichten Infektionszahlen der AGES, des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der WHO sind also unvollständig und viel zu niedrig.

Jedes Jahr endet laut Robert-Koch-Institut eine Grippeinfektion für bis zu 25.000 Menschen in Deutschland tödlich. Das Gesundheitssystem war schon lange vor COVID-19 Winter für Winter überlastet. Das interessierte bis 2020 aber niemanden besonders, und Jahr für Jahr wurde weiter gespart, wurden Intensivbetten und Personal reduziert, Krankenhäuser geschlossen. 

Gesundheitswesen wegen Sparmaßnahmen am Limit

Diese Einsparungen sind seit Jahren ein Problem für unsere Gesundheitswesen, denn Österreich und Deutschland haben keine Reserven im Gesundheitswesen. Krankenhaus- und Intensivbetten sind sehr schnell aus- und überlastet, und der Ärztemangel und Pflegenotstand geben dem Gesundheitssystem gerade den Rest. Es braucht nur einige hundert bzw. tausend intensivpflichtige COVID-19-Patienten in Österreich bzw. Deutschland, und unsere Gesundheitssysteme kollabieren. Der Chef des Departments Innere Medizin der Universitätsklinik Innsbruck brachte es kurz und prägnant auf den Punkt: „Wir sind in der Bredouille, aber nicht wegen Covid.“

Man möchte sich gar nicht vorstellen, was los wäre, wenn SARS-CoV-2 tatsächlich ein Virus mit einer höheren Sterblichkeit wäre.

COVID-19-Todeszahlen stimmen nicht

Ergänzen muss man noch, dass die offiziellen Zahlen der offiziell an COVID-19-Verstorbenen nicht stimmen. Denn viele COVID-19-Tote sind nicht wegen, sondern mit COVID-19 gestorben. Prof. Dr. Bertram Häussler, der Leiter des IGES-Instituts in Berlin, erklärte bereits 2021 in einem Interview in der Zeitung „Die Welt“, dass die Sterbestatistik zunehmend verzerrt ist und Corona bei 80 Prozent der COVID-Toten nicht die Todesursache ist. 

Der Evaluationsbericht des Sachverständigenausschusses der deutschen Regierung stellte am 30. Juni 2022 dezidiert fest, dass es massive Unzulänglichkeiten bei der Datenerhebung gab. So standen bzw. stehen wichtige aktuelle Versorgungsdaten für wissenschaftliche Auswertungen nicht maschinenlesbar bzw. nur bedingt oder mit erheblichem Zeitverzug zur Verfügung. Unterschiedliche Maße und uneinheitliche Definitionen in Deutschland, aber auch in Europa haben die systematische Auswertung zusätzlich erschwert. Dies betrifft auch so wichtige Daten wie Infektionsraten, Todesfälle, Dunkelziffern, Immunitätsstatus, Vorerkrankungen, Hospitalisierungsraten und den Anteil genesener bzw. geimpfter Personen. Alle diese Daten standen und stehen also nicht zur Verfügung.

Es gibt keine sicheren COVID-19-Todeszahlen

Im April 2022 wurden plötzlich vom österreichischen Gesundheitsministerium über 3400 COVID-19-Tote „nachgemeldet“ – ein mehr als peinliches Datenchaos. Unbestreitbares Faktum ist, dass bis dato niemand sagen kann, wie viele Menschen in Österreich oder Deutschland tatsächlich an oder mit COVID-19 gestorben sind, bei wie vielen der offiziellen COVID-19-Toten also die Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus die Todesursache war oder einfach eine Nebendiagnose, denn eine genaue Unterscheidung ist schwierig bis unmöglich.

Alle Maßnahmen der Regierungen in Europa (Lockdowns, Masken, Impfpflichten etc.) wurden aber mit der besonderen Gefährlichkeit von COVID-19 begründet. Die Sterblichkeitsrate bei Infektionen war aber von allem Anfang an ungefähr die gleiche oder sogar geringer als bei der Grippe. Die verantwortliche Regierungspolitik hatte aber so drastische Maßnahmen bei den Grippe-Pandemien zuvor nie eingeführt. Das lässt einen einfachen Schluss zu: entweder wurde die Grippe über 100 Jahre bagatellisiert und verharmlost – oder COVID-19 maßlos übertrieben. Es bleibt jedem überlassen zu entscheiden, welche der beiden Varianten er für zutreffend hält. 

Fatale Folgen der COVID-19-Panikmache

Die Folgen dieser Panikmache waren und sind jedenfalls massiv. Inflation, überbordende Staatsschulden, Firmenpleiten, Bildungsausfälle, desolate Gesundheitssysteme, übermassive psychische Probleme, eine gespaltene und zutiefst verunsicherte Gesellschaft – das alles sind Folgen dieser verfehlten Corona-Politik. Die Weltbank schätzt, dass die Corona-Pandemie zu einem Anstieg von etwa 100 Millionen Menschen geführt hat, die in extremer Armut leben. Das liegt nicht an COVID-19. Das liegt an den drakonischen und letztendlich unbegründeten Maßnahmen, die die Politik mit aller Macht und Gewalt durchgesetzt hat.

Zum Autor: Universitätsdozent Dr. Hannes Strasser MSc ist Facharzt für Urologie und Notarzt. Er ist Co-Autor der Bestseller „Raus aus dem Corona-Chaos“ sowie „Und die Schwurbler hatten doch recht“. Darüber hinaus ist Dr. Strasser Experte im Gesundheitsausschuss des Österreichischen Parlaments und seit Februar 2022 Kammerrat für die „Interessensgemeinschaft Freie Ärzte Tirol“ in der Tiroler Ärztekammer.

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