Horst D. Deckert

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Entscheiden Neandertaler-Gene über den Krankheitsverlauf?

Schon vor einigen Monaten sorgte eine Studie des Anthropologen Svante Pääbo in Fachkreisen für Aufmerksamkeit. Damals veröffentlichten Pääbo, Leiter des Bereichs Evolutionäre Genetik beim Leipziger Max-Planck-Institut, und sein Kollege Hugo Zeberg die Ergebnisse ihrer Forschungen zu SARS-CoV-2.

Sie hatten im Rahmen einer genetischen Assoziationsstudie «ein Gencluster auf Chromosom 3 als Risikolocus für respiratorisches Versagen nach Infektion mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) identifiziert».

Eine separate Studie mit 3’199 hospitalisierten Patienten mit Covid-19-Erkrankung und Kontrollpersonen belegte, dass dieser Cluster der wichtigste genetische Risikofaktor für schwere Symptome nach SARS-CoV-2-Infektion und Hospitalisierung ist.

Die Forscher konnten zeigen, dass das Risiko durch ein Gen-Segment vermittelt wird, das von Neandertalern vererbt wurde und heute Menschen vor allem in Europa und Südasien betrifft.

In dieser Region haben zwischen 16 und 50 Prozent der Menschen Neandertaler-Genomanteile. Auch die Menschen Nordamerikas zählen als Einwanderer zu diesem Menschentypus. Anders ist es in Afrika und Ostasien. Hier haben kaum oder nur sehr wenige Menschen «Neandertaler-Gene».

Das Gencluster, dass das höhere Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf bergen könnte, liegt auf Chromosom 3. Doch Pääbo und Zeberg haben kurz darauf noch ein weiteres «Neandertaler-Gen» identifiziert, das Einfluss auf einen Erkrankungsverlauf haben könnte. Es liegt auf Chromosom 12 und könnte neben der schädlichen Variante sogar einen schützenden Effekt haben.

Seit Dezember ist nun eine weitere Studie des Forscherduos veröffentlicht, vorerst als Preprint. Dabei wurde nach ganz bestimmten Haplotypen, also Gruppen verdächtiger Mutationen, gesucht. Die Forscher konnten zeigen, dass das Risiko, an Covid-19 schwer zu erkranken, für diejenigen mit einen bestimmten Neandertaler-Haplotyp ähnlich hoch ist wie die Risikoerhöhung durch die Mutationen auf dem Chromosom 3. Diese beiden Risiko-Haplotypen haben einen stärkeren Effekt als der schützende Neandertaler-Haplotyp auf Chromosom 12, der das Risiko, schwer zu erkranken, sogar um 23 Prozent senkt.

«Auf die Schliche kamen die Forscher der Bedeutung des Neandertaler-Haplotyps, nachdem sie Genome von Patienten analysierten, die schwer an Covid-19 erkrankt waren. So konnten sie schnell herausfinden, dass diese archaischen Gene tatsächlich einen Einfluss darauf zu haben scheinen, wie der heutige Mensch auf das Coronavirus reagiert», schreibt die Pharmazeutische Zeitung.

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