Die Spannungen zwischen der Ukraine und Ungarn eskalieren weiter – und nun auch im Europäischen Parlament. Auslöser sind scharfe Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Streit um einen milliardenschweren EU-Kredit für Kiew.
Ungarn blockiert derzeit die Genehmigung eines europäischen Darlehens von rund 90 Milliarden Euro, das nach Darstellung der ukrainischen Regierung entscheidend für die Fortsetzung der Verteidigungsanstrengungen wäre.
Während einer ausführlichen Regierungssitzung in Kiew machte Selenskyj seinem Ärger über die Blockade Luft. Er erklärte, die Ukraine habe keine Alternative zu dem Kredit und benötige die Mittel dringend, um den Krieg fortzuführen.
Dabei richtete er eine scharfe Warnung an Orbán. Selenskyj sagte, er hoffe, dass „eine Person innerhalb der Europäischen Union“ das Darlehen nicht weiter blockiere – andernfalls könnten ukrainische Soldaten möglicherweise die Adresse dieser Person erhalten, um sie anzurufen und „in ihrer eigenen Sprache“ mit ihr zu sprechen. Quelle
In Budapest wurde diese Aussage als direkte Drohung verstanden. Regierungssprecher Zoltán Kovács reagierte umgehend auf der Plattform X und sprach von „Drohungen und Erpressung“, die weit über das akzeptable Maß hinausgingen. Persönliche Emotionen hätten in internationalen politischen Fragen nichts zu suchen, erklärte Kovács. Ungarn werde sich weder einschüchtern noch unter Druck setzen lassen.
„Drohungen gegen Viktor Orbán sind Drohungen gegen die demokratische Ordnung in Europa. Die EU muss für Rechtsstaatlichkeit, Respekt und Dialog eintreten – nicht für Einschüchterung.“
| @vilimsky
: “Threats against Viktor Orbán are threats against democratic order in Europe. The EU must stand for the rule of law, respect and dialogue – not intimidation.” #Patriots pic.twitter.com/SamLp5q93W
— Patriots for Europe (@PatriotsEP) March 10, 2026
Der Vorfall sollte anschließend im Europäischen Parlament thematisiert werden. Die Fraktion Patriots for Europe beantragte eine Debatte über die Äußerungen des ukrainischen Präsidenten.
Doch dazu kam es nicht: Linke und Mitte-Parteien blockierten die Debatte.
Der Europaabgeordnete Auke Zijlstra, der bei der Sitzung anwesend war, kritisierte die Entscheidung scharf. Das Parlament habe eine Diskussion darüber verweigert, dass Selenskyj vorgeschlagen habe, die Adressen von Gegnern des Ukraine-Kredits an seine Soldaten weiterzugeben.
Das Europäische Parlament hat eine Debatte über Selenskyjs Aussage abgelehnt, seinen Soldaten die Adressen von Gegnern des zusätzlichen Kredits an die Ukraine mitzuteilen.
Het Europees Parlement wijst een debat over de uitspraak van Zelensky, over het verstrekken van het adres van tegenstanders van de extra lening aan Oekraïne aan zijn soldaten, af. pic.twitter.com/c8kVAIVuzb
— Auke Zijlstra (@EconoomZijlstra) March 9, 2026


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: “Threats against Viktor Orbán are threats against democratic order in Europe. The EU must stand for the rule of law, respect and dialogue – not intimidation.”