Horst D. Deckert

Geld-Verbrennungsmaschine Klimaschutz: 190 Millionen Euro für Tram-LKW

Für den Klimaschutz gilt die Parole: „Alles elektrifizieren!“ Daher planten Ingenieure in Deutschland allen Ernstes eine Oberleitungsstrecke für Tram-artige LKW. Das zuvor schon als Schnapsidee bekannte Projekt wurde nun beerdigt: 190 Millionen Euro Steuergeld zum Teufel!

Der bei Klimaschützern verhasste Verbrennungsmotor soll sogar im Transportbereich von Elektroaggregaten ersetzt werden. Ergebnis: Elektro-LKW mit Akku von Tesla und Hybrid-Laster mit Dieselmotor plus E-Oberleitung wie ein ICE oder eine Straßenbahn – ohne den schweren und auch sonst problematischen Akku. Beide Konzepte sind wirtschaftlich und energetisch Unfug, weil der Tesla-Laster mit seiner tonnenschweren Batterie so schwer ist, dass er viel zu viel Totlast mit sich herumschleppt – kein Vergleich mit den relativ leichten Dieselfahrzeugen. 

Unsinniges Konzept

Der Lastkraftwagen mit Stromabnehmer auf dem Dach hat dieses Problem nicht, dafür braucht er aber eine teure Infrastruktur in Form von Hochspannungsleitungen über dem Autobahnnetz. Wenn man bedenkt, dass es so etwas schon gibt, das Eisenbahnnetz, fragt man sich, warum man nicht einfach verstärkt auf Züge setzt. 

Es kann gar nicht funktionieren

Egal, wenn auf irgendeinem Projekt „Klima“ steht, fließen die Millionen aus dem Steuersäckel. Dass der Oberleitungs-LKW außer der angenommenen Einsparung von CO2-Emissionen sonst keine Vorteile hat – im Weltrettungs-Deutschland interessiert so etwas nicht mehr. Und selbst die Einsparung ist fraglich: Nur wenn der Strom in den Leitungen die meiste Zeit zum größten Teil von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen käme, würde die Rechnung aufgehen. Ist aber gar nicht möglich: „Erneuerbare“ Energieträger liefern grundsätzlich nur sogenannten Zappelstrom, der meist entweder zu viel oder zu wenig ist. Man muss also in jedem Fall mit grundlastfähigen Kraftwerken nachhelfen – und das sind nach der Beerdigung der Kernkraft nun einmal „Fossilkraftwerke“, die Erdgas oder Kohle verbrennen.

Projekt wegen Sinnlosigkeit beendet

Das stellten nun Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt offiziell fest: Die Einsparungen auf drei deutschen Teststrecken (A1, A5, B462) beim CO2 betragen höchstens 22 Prozent, meist weniger. Das war aber noch gar nicht einmal der Hauptgrund für die Beendigung des Projektes: LKW mit Stromabnehmern sind technisch derart anspruchsvoll und fragil, dass laufend etwas kaputt ging oder nicht funktionierte – von der Isolierung bis zur GPS-Ortung. Und im Winter sorgte simples Streusalz für die Unterbrechung der Stromzufuhr auf einer Teststrecke im schwäbischen Murgtal. 

Man hatte es gewusst

Die Tests hätte man sich eigentlich auch sparen können. Denn das Konzept von Hybridfahrzeugen mit Oberleitung ist nicht neu und von der Bahn her bestens bekannt. Daher winken Industrie-Experten seit Jahren ab, weil sie wissen, dass die Technik nicht wirtschaftlich auf Lastkraftwagen übertragbar ist. Iveco-Chef Gerrit Marx sagte klar, dass Stromabnehmertechnik ohne Schiene auf einer teils unebenen Straße anfällig sei und dass Hybridfahrzeuge mit Verbrenner, E-Motor und Akkumulator extrem teuer seien – rund 1,5 Millionen Euro. Der Leiter der LKW-Sparte von Daimler, Martin Daum, ergänzte, dass man nicht alle technischen Möglichkeiten zum Klimaschutz in der Mobilität durchspielen solle, weil man sich damit „verzettele“. 

Forschungsgebiet „Klimaschutz“ als Milliardengrab

In der Tat – neue Technologien und Spinnereien aus der Klimawissenschaft werden seit Jahren üppig gefördert, bringen aber nichts. Heraus kommen nur solche Stilblüten wie der Plan eines holländischen Wissenschaftlers, der allen Ernstes gigantische Staudämme quer durch die Nordsee bauen will, um die Küsten vor dem angeblich steigenden Meeresspiegel zu schützen (Denkanstoß: Alle Flüsse fließen ins Meer…). 

Auch andere sinnlose Ideen zur „Klimarettung“ werden mit Steuergeld fleißig beforscht. Wobei meist von vornherein klar ist, dass es nur darum geht, die Fördersumme zu kassieren und nach Ablauf der Subventionszeit die Firma dichtzumachen. Typische Beispiele sind PKW, die mit Photovoltaikplatten gepflastert sind und mit Sonnenstrom fahren sollen – oder etliche Versuche, mechanisch robuste Solaranlagen auf Straßen oder Gehwege zu verlegen, die entweder nicht richtig funktionieren oder doch schnell kaputtgehen.

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