Horst D. Deckert

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Gnadenlos: Söder-Kritiker und Ex-Gesundheitsamtchef Pürner soll erneut strafversetzt werden

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Dr. Friedrich Pürner war Chef des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg in Bayern. Nachdem er die Corona-Politik von Ministerpräsident Söder kritisierte, wurde er strafversetzt. Der Epidemiologe klagte gegen seine Abordnung, die Verhandlung wurde jedoch abgesagt. Nun soll er erneut versetzt werden.

Der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Aichach-Friedberg war im Herbst 2020 an das Landesamt abgeordnet worden, nachdem er die maßlose Corona-Politik der bayerischen Staatsregierung unter Markus Söder (CSU) über seinen privaten Twitteraccount kritisiert hatte. Pürner hatte es unter anderem gewagt, Söders Corona-Teststrategie als verfehlt zu bezeichnen. Auch die Corona-Vorgaben für Schulen und Kindergärten hatte der Mediziner abgelehnt.

Pürner wurde daraufhin an das Landesinstitut für Gesundheit in Oberschleißheim versetzt. Es selbst sprach von einer „Strafversetzung“. Bei seiner neuen Tätigkeit habe er nach eigenen Angaben nur noch sehr wenig mit jenen Tätigkeiten zu tun, für die er eigentlich abgeordnet worden war, da die besagte Stelle es zum Zeitpunkt seiner „Strafversetzung“ noch gar nicht gegeben habe.

Pürner klagte dementsprechend gegen seine Versetzung. Der Klage wurde stattgegeben und ein Termin für die mündliche Verhandlung festgelegt. Ende Mai jedoch wurde seine Abordnung von der schwäbischen Regierung plötzlich zurückgezogen. Dahinter vermutete der Epidemiologe ein taktisches Manöver, da im Schreiben mitgeteilt wurde, dass eine erneute Versetzung geplant sei. Diesmal soll Pürner, wie er dem Portal nordbayern.de erklärte, zur Regierung von Oberbayern in München versetzt werden, wo er sich ab dem 15. Juni um Angelegenheiten ausländischer Ärzte im Rahmen ihrer Approbation kümmern soll. Pürner erklärt hierzu:

„Für mich ist das reine Schikane. Was ich dort konkret machen soll, ist mir noch völlig unklar. Die genannte Tätigkeit liegt überhaupt nicht in meinem Fachbereich. Aber anscheinend soll ich nun wie ein Wanderpokal weitergereicht werden“, sagte Pürner nordbayern.de.

Am Freitag dann wurde die für den 17.Juni angesetzte Verhandlung vor dem Augsburger Verwaltungsgericht wiederum abgesagt. Das Gericht erklärte auf Anfrage der Aichacher Zeitung, der Termin sei abgesagt worden, da „der Streitgegenstand durch eine zu erwartende Folgeabordnung überholt ist“.

Allein: Wie es nun nächste Woche für ihn beruflich weitergeht, weiß der 54-Jährige nicht: „Es hat keiner mit mir gesprochen.“

Pürner indes bleibt streitbar und kritisierte am Wochenende nun den omnipräsenten Corona-Oberguru und Merkel-Flüsterer Karl Lauterbach für seine unfundierten Aussagen zur Intensivbetten-Lüge. Der angebliche SPD-„Gesundheitsexperte“ Lauterbach zwitscherte am Samstag:

(1) Hier mein Interview zu Betrug und Covid in Krankenhäusern. Die Intensivkapazität war am Limit. Dass wir uns mehr Covid Fälle hätten „leisten“ können, jetzt oft behauptet, ist zynisch. Wer das sagt hat noch nie Todeskampf eines Covid Patienten gesehen. https://t.co/pRpkVyM0j9

— Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) June 12, 2021

Pürner erwiderte auf Lauterbachs Tweet:

Wann sahen Sie einen Todeskampf eines #COVID19 Pat., @Karl_Lauterbach ? In einer Talkshow? Wohl kaum? Im Krankenhaus? In welcher Funktion? Als Zuschauer? Hören Sie auf mit Ihren dramatischen Geschichten. Vor 2 Jahren wollten Sie noch jede 2. Klinik schließen. Das ist Zynismus! https://t.co/Msx4XQtB3i

— Dr. Friedrich Pürner, MPH (@DrPuerner) June 12, 2021

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