Horst D. Deckert

Im Kriegsfall: Langstreckenmunition der US-Truppen reicht nur für drei Wochen

Laut einer aktuellen Analyse des CSIS (Center for Strategic and International Studies) wären die US-Truppen im Falle eines hypothetischen Kriegsszenarios mit China innerhalb weniger Wochen ohne ausreichende Langstreckenmunition und Raketen. Dies würde eintreten, sofern der Konflikt nicht nuklear eskaliert und die Kriegsparteien Atomwaffen einsetzen.

Um die Ukraine zu unterstützen, hat das Pentagon bereits große Mengen an Munition aus den eigenen Beständen über den großen Teich geschickt. Die Wiederauffüllung verläuft jedoch schleppend. Betrachtet man die Gesamtsituation, scheinen die Vereinigten Staaten nicht einmal ansatzweise auf einen großen Krieg vorbereitet zu sein, wie vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) festgestellt wurde. Dies betrifft insbesondere einen Mangel an wichtigen Langstreckengeschossen, die für die US-Kriegsführung unerlässlich sind.

Gemäß den Berechnungen des CSIS würden die US-Truppen allein in den ersten drei Wochen eines möglichen Konflikts um Taiwan mehr als 5.000 Langstreckenraketen gegen China einsetzen. Ein Bericht über eine potentielle Kriegskoalition aus den USA, Japan und Taiwan gegen das Reich der Mitte konstatiert zudem hohe Verluste an Flugzeugen, Schiffen und Truppen. In dem Bericht heißt es unter anderem auch:

Während des CSIS-Wargamings wurden hypothetisch mehr als 5.000 Langstreckenraketen in den ersten drei Wochen eingesetzt. Diese umfassten 4.000 JASSM- und möglicherweise JASSM-Extended Range (JASSM-ER)-Raketen mit einer Reichweite von über 500 Meilen, 450 LRASMs, sowie 400 Boeing [BA] Harpoon-Schiffsabwehrraketen und 400 [RTX] Tomahawk-Raketen von Raytheon Technologies.

Dies bedeutet für die Vereinigten Staaten, dass ein potentiell größerer Krieg (sei es mit China, dem Iran oder Nordkorea) innerhalb eines Monats entschieden werden müsste. Ohne eine klare Entscheidung durch die Neutralisierung der wichtigsten feindlichen Ziele innerhalb der ersten Wochen, wären der Einsatz großer Bodentruppen und somit der Verlust vieler Soldaten unvermeidlich. Die Amerikaner sind jedoch mental nicht auf solch eine Situation vorbereitet. Folglich wäre in einem solchen Szenario der Einsatz von Atomwaffen fast unvermeidlich.

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