Horst D. Deckert

Jobmaschine Gesundheits-Apartheid: Kreiert die Diskriminierung der Ungeimpften neue Jobs?

Wenn im Herbst auch in Deutschland die neue immunologische Zweiklassengesellschaft kommt und mit ihr der planmäßige Ausschluss Ungeimpfter von allen Bereichen des öffentlichen, gesellschaftlichen und auch beruflichen Lebens näherrückt, wird folgendes eintreten: Ein Teil der Menschen wird der politischen Erpressung früher oder später nachgeben und sich impfen lassen. Dies dürfte übrigens schon jetzt bei den meisten Geimpften der Aktivbevölkerung, vor allem denen jüngeren und mittleren Alters, der Hauptbeweggrund gewesen sein: Mehr noch als Corona fürchten sie die gesellschaftliche Diskriminierung und Alltagsschikanen.

Ein Kommentar von Daniel Matissek

Doch ein anderer Teil wird gewissermaßen „standhaft“ und seiner inneren Überzeugung treu bleiben, wird auf seiner Selbstbestimmung beharren. Es sind vor allem jene, die entweder das inexistente oder kaum signifikante Risiko eines schweren Verlaufs nicht fürchten, oder die sich aus prinzipiellen Erwägungen weigern, an einer experimentellen Impfkampagne mit ungewissem Ausgang und zweifelhaftem Nutzen teilzunehmen. Für sie werden die Lebensbedingungen absehbar rauh.

Ihnen droht, so wird es ja auch in Deutschland schon angedeutet oder ganz unverhohlen ausgesprochen, ein „Lockdown für Ungeimpfte“: Einschränkungen, die noch im letzten Winter für alle galten, sollen und werden dann speziell und „passgenau“ für sie greifen. Auch im Elementarbereich, etwa bei der täglichen Bedarfssicherung: Noch sind zwar Lebensmittelgeschäfte ausgenommen von der politisch beklatschten „2G“-Grundlinie – Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, nicht jedoch für selbst negativ getestete kerngesunde Ungeimpfte. Noch soll vorerst nur „3G“ gelten, wonach sich Ungeimpfte per Schnelltests die Teilhabe erkaufen können (demnächst dann auf eigene Kosten).

Doch Politiker wie Markus Söder reden schon ganz unverblümt davon, dass früher oder später 2G der einzige Standard wird, und das bedeutet: Selbst beim Einkaufen werden die, die das Versprechen der „Impffreiheit“ ernstgenommen und Nein zur Spritze gesagt haben, keinen Zutritt mehr erhalten. Sie dürfen nicht mehr ins Kino, in Konzerte oder Schwimmbäder, möglicherweise werden sie beim Arzt nicht mehr behandelt, dürfen kein Taxi mehr fahren. Vielleicht gilt für sie auch „ewiges Homeoffice“ – wenn sie nicht gar ihren Job verlieren wegen Unzumutbarkeit für ihre Arbeitskollegen. Dasselbe könnte ungeimpften Schülern drohen – mit Homeschooling respektive Schulverweis.

Hieraus ergeben sich jedoch einige spannende Konsequenzen – zum Beispiel völlig neue Dienstleistungsangebote: Etwa Einkaufs- und Besorgungshilfen für Ungeimpfte. Oder Botendienste. Oder Aufpasser bzw. Personenschützer, falls die neuen „Gefährder“ doch einmal außer Haus müssen und von Nachbarn oder Bekannten erkannt und öffentlich angefeindet werden – erst recht, wenn irgendwann doch eine Kennzeichnungspflicht Ungeimpfter in der Öffentlichkeit kommen sollte.

In einem Stellengesuch, inseriert in einer deutschen Tageszeitung, war kürzlich folgender Text zu lesen: Suche durchgeimpfte Bürger, die für meine noch gesunde ungeimpfte Familie den Einkauf übernehmen, während er epidemischen Lage von nationaler Tragweite (also für immer).“ Wenn es sich dabei um Satire handelt, dann jedenfalls hart an der Grenze zur Realsatire – denn soweit sind wir mental tatsächlich schon.

Die Kleinanzeige schloss übrigens mit den Worten: “Bezahlung Verhandungsbasis oder eine Bockwurst mit Brötchen, denn wer sich für eine Bratwurst impfen lässt, kann auch für ne Bowo für ‚Ungeimpfte‘ einkaufen.“


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