Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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Sie zerstören alles, was Spaß macht, vernünftig oder natürlich ist: Linke Taliban auf dem Vormarsch

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Viele sorgen sich um Islamisierung und verknüpfen dies mit der arabisch-afrikanischen Problemmigration von Muslimen, und wer Exponentialrechnen und Demographie auch nur in Ansätzen etwas versteht, dem muss in der Tat zwingend einleuchten, dass die muslimische „Mehrheitsgesellschaft“ auf deutschem Boden nur eine Frage der Zeit ist. Doch es braucht gar keine Salafisten, Fundamentalisten, keine Scharia-Polizei und keine radikale Prediger, die unsere freiheitliche Lebensweise beerdigen. Das schaffen unsere linksextremen Tugendwächter und gesinnungs-striefen Kulturmarxisten ganz von alleine.

Alles verbieten, was Spaß macht. Über jeden Satz genauestens und zweimal nachdenken müssen, bevor man den Mund aufmacht und sich die Zunge verbrennt. Buße tun, sich von früh bis spät für alles schämen: Für die eigenen Vorfahren, für die eigene Kolonialgeschichte, für den CO2-Fussabdruck, für die zu helle Hautfarbe, den eigenen Wohlstand, für fehlenden Diversitätshintergrund, für Alltagsrassismus und -sexismus. Die richtige „Haltung“ nach außen tragen. Und: Bloß niemanden diskriminieren, der sich diskriminiert fühlen könnte (auch wenn der die Diskriminierung gar nicht als solche wahrnimmt). In den Siebzigern war alles politisch, von der Berufswahl über die Kleidung bis zum Beischlaf. Heute ist alles nicht mehr nur politisch; es ist eine Frage der korrekten Ideologie, des geforderten Tugendgrads.

Kein gesellschaftlicher Bereich bleibt von diesem Haltungs- und Gesinnungsvirus verschont, und der Wille zur geistigen Selbstbehauptung ist nur mehr bei einer – darob umso vehementer angefeindeten – Minderheit zu beobachten, wobei sich Resignation und Hoffnungslosigkeit auch dort breitmachen.    Es scheint, als seien die linken Taliban nicht mehr aufzuhalten. Alles was nach Männlichkeit, Gewalt, martialischem Soupcon oder Althergebrachtem riecht, wird zwangsreformiert. Genderism und Political Correctness karikieren sich selbst. Spione heißen „Auskundschaftende“, Schwangere „gebärender Elternteil“, und beim Bund heißt der Panzerkommandant nun allen Ernstes „Teamleitung“.

Linkidentitäre Dogmen

Dazu kommen linksidentitäre Dogmen. Migrantenquoten, Diversitätsquoten, Paritätsmuster nach Hautfarbarben. Fussball muss regenbogenbunt sein. Man muss knien – für was und für wen konkret, ist sekundär. Emotionale, hitzigen Momenten geschuldete Unüberlegtheiten führen zur Vernichtung; Pardon wird nicht gegeben. Wer im Eifer eines Radrennens die eigene Truppe anfeuert und die afrikanischen Herausforderer „Kameltreiber“ nennt, geht seiner bürgerlichen Ehrenrechte verlustig. So wie ein Filmmanager, der privat mit dem falschen zu Mittag isst, oder ein Fernsehmoderator, der vom „Land der Sushis“ spricht. Mehr Jakobinerhaftigkeit und totalitärer Eifer war nie. Die Cancel-Culture macht vor dem Nächsten nicht halt. Das Mitläufertum, und sei es Vermeidungsverhalten in vorauseilendem Gehorsam, grassiert.

In den späten Vierziger Jahren, als der Personenkult um Stalin seine Höhepunkt erreicht hatte, waren in der Sowjetunion gespenstische Szenen zu beobachten: Nachdem Reden des Diktators öffentlich vom Band, per Lautsprecher auf Plätzen abgespielt wurden, klatschten anschließend tausende Menschen – oft in strömendem Reden oder in sengender Hitze – rhythmisch mit ernster Miene, oftmals für 10, 20 oder 30 Minuten lang und ohne Unterlaß. Keiner traute sich, als erster mit dem Klatschen aufzuhören, weil er befürchten musste, dass anwesende NKWD-Agenten ihm dies als Protest oder Verrat am Großen Führer auslegten und er auf Nimmerwiedersehen verschwand (was auch tatsächlich oft geschah).

Virtue Signalling als fixe Idee der Prominenten

Diese vorauseilende Beflissenheit ergreift die graue Masse der Konformisten heute nicht minder, auch wenn die Konsequenzen für Verfehlungen (noch) nicht ganz zu blutrünstig sind. Doch vor allem für Prominente können sie das Karriereende, ruf- und sponsorenabträgliche Shitstorms oder die berüchtigte damnatio memoriae bedeuten. Das ist der Grund, warum ein Manuel Neuer die Regenbogenbinde ebenso stolz und grundüberzeugt trägt wie vor 80 Jahren die Spielführer ihre Hakenkreuzbinde. Inzwischen hat das Virtue Signalling sogar die Formel Eins erfasst; in Ungarn fuhr Sebastian Vettel mit Regenbogenhelm und sagte sein von ihm erwartetes Sprüchlein auf, als „couragiertes“ Statement gegen Orban als Fürst der Finsternis.

Besonders bizarr, wie ausgerechnet die Frauenbewegung einer neuen Prüderie zum Durchbruch verhilft. 40 Jahre nach der sexuellen Revolution, als Frauen mit selbstbewusster, frecher Verve blankzogen oder ihre Röcke und Kleider immer kürzer trugen, um die züchtige Doppelmoral anzuprangern und sich buchstäblich zu „befreien“, geht der Trend Richtung Verschleierung, Unisex, Bedeckung, De-Sexualisierung und Reizkaschierung. Die deutschen Turnerinnen bei Olympia mit ihren albernen Ganzkörperanzügen näherten sich damit den Erwartungen stockkonservativer Evangelikalen ebenso an wie islamischen Tugendwächtern – ganz im Sinne des neuen Zeitgeistes. (DM)

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