Nazi-General Martschenko zum Gouverneur von Odessa ernannt
03.03.2022, 15:16 Uhr. Voltaire Netzwerk â https: â Am Abend des 2. MĂ€rz 2022 ernannte PrĂ€sident Selenskyj (Dekrete Nr. 87/2022 und Nr. 88/2022) die GenerĂ€le Igor Taburets und Maxim Martschenko zu Gouverneuren der Regionen Tscherkassy und Odessa. General Igor Taburets ist der ehemalige Kommandeur des MilitĂ€rischen Geheimdienstes. General Maxim Martschenko ist der ehemalige Kommandeur des Nazi-Aidar-BataillonsâŠ
Aktuell dazu: Zelensky replaced the heads of the Cherkasy and Odessa Regional State Administrations
Jubelartikel aus 2017, Marchenko noch nicht ganz oben: âWe Have to Forgive Themâ: Front Lines in Ukraine Divide Families and Friends
Screenshots der beiden Artikel: Siehe Bild oben.
Die Internetseite des ukrainischen PrÀsidenten mit dem entsprechenden Dekret ist leider zur Zeit nicht erreichbar.
Dazu auch âSpiegel nimmt Nazi-Video nach Protesten vom Netzâ sowie dieser Artikel vom MĂ€rz 2016 und Infos zum Odessa-Massaker:
Bataillon Aidar der âukrainischen Pilotinâ Nadija Sawtschenko
Hier einige Informationen aus der Presse zum ukrainischen Aidar- oder Ajdar-Bataillon. Artikel aus der Tagesschau, WELT, Die Presse, Deutschlandfunk etc.. Das Aidar-Bataillon gehört wie die anderen ukrainischen âFreiwilligenbatailloneâ â beispielsweise das berĂŒhmt-berĂŒchtigte Asow-Bataillon â mittlerweile offiziell zur dem ukrainischen Innenministerium unterstellten ukrainischen Nationalgarde, die ĂŒbrigens der NATO als ein dem ukrainischen MilitĂ€r gleichwertiger Partner gilt. Die in Russland wegen zweifachen Mordes an russischen Journalisten verurteilte âukrainische Pilotinâ Nadija Sawtschenko ist Mitglied des Bataillon Aidar und war dies auch zum mutmaĂlichen Tatzeitpunkt. Das Urteil wurde im Westen teils scharf kritisiert, Medien und Politiker forderten die unverzĂŒgliche Freilassung von Sawtschenko.
Die Tagesschau schrieb am 29.09.2014 in dem Artikel âBlutige KĂ€mpfe in der Ostukraineâ (siehe auch Screenshot/Bild oben, rechts): âBesonders berĂŒchtigt ist das Bataillon AIDAR, zu dem rechtsgerichtete ukrainische Nationalisten gehören, von denen sich einige mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen schmĂŒcken, als Abzeichen auf der Tarnkleidung oder als TĂ€towierung auf dem Körper. Die AnfĂŒhrer und viele Mitglieder sind bekennende Neonazis und Mitglieder von rechtsextremen Gruppen. Die pro-russischen Separatisten haben heute angeblich weitere MassengrĂ€ber entdeckt, mit insgesamt, so heiĂt es, rund 400 Leichen. Die GrĂ€ber befĂ€nden sich in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee und den Freiwilligen-Bataillonen kontrolliert worden waren, sagte der SeparatistenfĂŒhrer Andrej Purgin. Eine unabhĂ€ngige BestĂ€tigung gab es dafĂŒr nicht.â.
DIE WELT schreibt in einem Artikel, der voll der lobenden Worte ist, zu den âSelbstverteidigungseinheitenâ des Bataillon Ajdar/Aidar: âVoller Genugtuung verkĂŒndet Todor Panewski den jĂŒngsten Erfolg seiner dem Bataillon Ajdar unterstellten Selbstverteidigungseinheit in der ukrainischen Hafenstadt Odessa: Seine Leute hĂ€tten einen AnhĂ€nger der Separatisten gefasst, sagt Panewski. Er ist ein stĂ€mmiger OpernsĂ€nger und Kommandeur einer bewaffneten Gruppe Patrioten. âWir stellen ihm ein paar Fragen, und dann ĂŒbergeben wir ihn den SicherheitskrĂ€ftenâ, erklĂ€rt er. Dabei schreitet er durch ein GebĂ€ude, das sich seine Truppe zum Hauptsitz erkoren hat. Das malerische Odessa liegt zwar 500 Kilometer westlich der ostukrainischen Frontlinie, wo sich Regierungstruppen einen ZermĂŒrbungskampf mit prorussischen Separatisten liefern. Trotzdem herrscht auch hier in Odessa die Sorge vor einer neuen Front. Sie wird angetrieben von regelmĂ€Ăigen Nachrichten ĂŒber Festnahmen mutmaĂlicher AbtrĂŒnniger, die zum prorussischen Lager wechseln.â. Zur Einordnung des WELT-Artikels: Telepolis schrieb Anfang Juni 2015 in dem Artikel âJournalisten in Odessa leben gefĂ€hrlichâ zur Lage in Odessa: âVerhöre, Durchsuchungen und Festnahmen von Journalisten. Ăber 50 Regierungsgegner in Haft. Gouverneur Michail Saakaschwili wird von Sondereinheit bewacht. Trotz verstĂ€rkten Polizei-Kontrollen und dem Einsatz von Spezial-KrĂ€ften ist die Lage in Odessa weiter angespannt. Die Opposition wagt sich nur selten und in kleinen Gruppen auf die StraĂe. Die Angst vor Ăbergriffen von Nationalisten und SicherheitskrĂ€ften ist groĂ. Die Unsicherheit wirkt sich auch auf den Tourismus aus. Urlauber bleiben weg. An den StrĂ€nden von Odessa ist wenig los.â.
DiePresse.com (Ăsterreich) schreibt in dem Artikel âDie Kriegsverbrechen des Kiew-treuen Aidar-Bataillonsâ unter anderem folgendes: âEin 31-jĂ€hriger GeschĂ€ftsmann will in Starobilsk bei Luhanks auf einer aufgelassenen Tankstelle eine Klopause einlegen, als plötzlich drei maskierte MĂ€nner aus einem Wagen springen. Sie ziehen ihm eine Waffe ĂŒber den Kopf, nehmen ihm umgerechnet knapp 1700 Euro ab. Immer wieder werfen sie ihm vor, ein Separatist zu sein. âDreimal wurde ich verhört. Und dabei immer geschlagen â mit dem Gewehr, mit dem stumpfen Ende einer Axt in die Nierenâ, sagt der Mann. [âŠ] Der Kommandant des Aidar-Batiallons gibt gegenĂŒber Amnesty International die brutalen Methoden teilweise zu: âDas ist nicht Europa. Es ist alles ein bisschen anders. Die Prozeduren wurden vereinfacht. Wenn ich will, kann ich einen Sack ĂŒber deinen Kopf ziehen und dich fĂŒr 30 Tage einsperren â wegen des Verdachts der Hilfe fĂŒr Separatisten.â Er gibt auch zu, dass VerdĂ€chtige geschlagen und dass ihnen die Augen verbunden wurden. Und dass sein Bataillon ein eigenes Gefangenenlager unterhĂ€lt.â
Deutschlandfunk, Artikel âUkraine. Wachsende Kritik an Freiwilligen-Bataillonenâ. Zitat: âMoskal ist Gouverneur des weitgehend von Separatisten besetzten Bezirks Luhansk und hat von vielen Verbrechen des Bataillons Ajdar erfahren. âSchon etwa 30 Ajdar-KĂ€mpfer sind festgenommen worden, wegen brutaler Morde, wegen ErschieĂungen, wegen EntfĂŒhrungen. Sie gehen auch gegen ukrainische Beamte vor. So haben sie das Haus eines Landrats beschossen, dessen Frau Vorsitzende des Regionalgerichts ist.â. Moskal hat der Staatsanwaltschaft jetzt eine Liste mit 65 solcher Straftaten ĂŒbergeben â und auch das sei nur ein Bruchteil, sagte er. Aus der Liste ergibt sich, dass zumindest ein Teil des Bataillons wie eine skrupellose Mafia-Organisation vorgeht. Immer wieder plĂŒndern MĂ€nner in Uniformen Wohnungen und verschleppen Menschen, um von den Angehörigen Lösegeld zu erpressen.â.
Amnesty International: âUrgent Action. Zivilist âverschwundenââ. Zitate: âVon Aleksandr Minchenok aus Lisichansk fehlt seit Juli jede Spur. Damals wurde er auf einer Reise mit seiner GroĂmutter in der Ostukraine von Kiew nahestehenden KrĂ€ften âfestgenommenâ. Seine Eltern haben seitdem nichts von ihm gehört und fĂŒrchten um sein Leben. [âŠ] Daraufhin eilten die Eltern von Aleksandr Minchenok, Ekaterina Naumova und Yuriy Naumov, zu dem Kontrollpunkt, wo man ihnen erzĂ€hlte, dass ihr Sohn vom Bataillon Ajdar festgenommen worden sei. Das Bataillon ist einer von ĂŒber 30 sogenannten freiwilligen KampfverbĂ€nden, die sich infolge des Konflikts in der Ukraine gebildet haben und der Regierung in Kiew nahestehen.â.
Bei einem Artikel der Zeit zu dem aktuellen Prozess um Sawtschenko (âRussland: Gericht erklĂ€rt Nadija Sawtschenko fĂŒr schuldigâ) verweist ein ein Zeit-Leser auf Nazisymbole beim Aidar-Bataillon und den zugehörigen The-Guardian-Artikel âThe women fighting on the frontline in Ukraineâ und schreibt im Kommentarbereich: âZu Aidar: Hier die Aidar-KĂ€mpferin âAnacondaâ vor Dirlewanger-Emblem (gekreuzte Handgranaten) und â1488â (14 Wörter, HH): http://www.theguardian.coâŠÂ [âŠ] Das heiĂt nicht, dass Sawtschenko schuldig im Sinne der Anklage ist, wirft aber ein bezeichnendes Licht auf Ihre UnterstĂŒtzer. Zu diesen UnterstĂŒtzern gehören auch jene, die verschweigen, dass es sich um ein rechtsradikales Bataillon handelt und sich damit dem Verdacht aussetzen mĂŒssen, Oskar Dirlewanger und Konsorten in Ordnung zu finden, solange es gegen Russland geht.â. â14 Wörterâ ist ein beliebter Nazicode (Es geht um 14 bestimmte Wörter, die ein rassistisches âGlaubensbekenntnisâ darstellen), HH ist die Kurzfassung von âHeil Hitlerâ.
Odessa-Massaker
Zum Massaker von Odessa, dem Angriff auf das Gewerkschaftshaus durch Nazis und âNationalistenâ samt der Ermordung etlicher Demonstranten, gibt es einen frei verfĂŒgbaren deutschsprachigen Film von Ulrich Heyden, Marco Benson und leftvision: âLauffeuerâ (Mehr dazu hier: www.lauffeuer-film.de). Der Film wurde von den Dokumentarfilmern auch als Video via Youtube zur VerfĂŒgung gestellt:
âEin Film ĂŒber die Brandangriffe auf das Gewerkschaftshaus in Odessa zu Beginn des ukrainischen BĂŒrgerkrieges, die Rolle von Ultranationalen, der Polizei und Politik im Post-sowjetischen Raum. Dies ist eine Dokumentation ĂŒber ein SchlĂŒsselereignis des ukrainischen BĂŒrgerkrieges und eine Stadt die dadurch zerrissen wurde.â
Der deutsche Journalist und Osteuropa-Spezialist Ulrich Heyden hat spĂ€ter auch zwei Ăberlebende des âBrandes von Odessaâ interviewt. Hier das Video mit den beiden bei Youtube:
Ulrich Heyden schreibt zu dem Video: âIgor und Anschela Polownow ĂŒberlebten den Brand im Gewerkschaftshaus von Odessa am 2. Mai 2014. In diesem Video berichten sie ĂŒber das, was sie erlebt haben. â. Auf Twitter schreibt Heyden dazu: âMein Video-Interview mit zwei Ăberlebenden des Brandes im #Gewerkschaftshaus von #Odessa am 2. Mai 2014 gibt es jetzt auf Deutsch. Die Produktion hat etwas lĂ€nger gedauert, aber ich hoffe, das Ergebnis ĂŒberzeugt.â
Im Rubikon-Magazin gibt es einen passenden Beitrag Heydens zu dem Bericht der Ăberlebenden: âDas Massaker. Zwei Ăberlebende berichten ĂŒber die Ereignisse in Odessa 2014.â.
Die Dokumentation/Reportage âMasken der Revolutionâ des französische Journalisten Paul Moreira vom französischen Privatsender canal+ ĂŒber die âMaidan-Revolutionâ und das Odessa-Massker gibt es auch mit deutschen Untertiteln als Video bei Youtube: âUkraine â die Masken der Revolution â Franz. TV â Deutsche Untertitelâ. Das ist auch gut so, denn das Original ohne Untertitel wurde mittlerweile von Youtube gelöscht.
Die folgenden beiden Bilder zeigen ukrainische Nazi-MĂ€dels beim Bau von Molotow-Cocktails (primitive BrandsĂ€tze), die von ihren Jungs dann gegen beziehungsweise in das Gewerkschaftshaus von Odessa geschleudert wurden, in das sich die ĂŒberwiegend linken Demonstranten geflĂŒchtet hatten.
Bild: âUkrainische Nationalistenâ-MĂ€dchen beim Bau von Molotov-Cocktails zur Ermordung der ins Gewerkschaftshaus geflĂŒchteten Menschen.
Bild: âUkrainische Nationalistenâ-MĂ€dchen bringen die Molotov-Cocktails zu den Werfern vor das Gewerkschaftshaus.





