Rypke Zeilmaker
Wer nicht bei „Digitalisierung“ und „Ökologisierung“ mitmacht, wird wirtschaftlich ausgeschlossen
Während der „Corona“-Zeit konntest du in den Niederlanden und anderen Länder deinen Job verlieren, wenn du das digitale Abzeichen des Gehorsams nicht bei dir hattest. Dieses digitale Zertifikat zeigte deine Loyalität gegenüber „dem System“. Natürlich geschah alles offiziell auf freiwilliger Basis. Niemand zwang dich mit einer Waffe zur „Impfung“. Aber ohne diesen digitalen Gehorsamsnachweis konntest du praktisch nicht mehr am wirtschaftlichen Leben teilnehmen. Kein böser Diktator war nötig, keine Gewehrkolben – das System selbst zwang die Masse automatisch zur Unterwerfung. Eine „Diktatur durch Design“.
In der Ukraine braucht es diesmal keine „Pandemie“, um die Menschen in ein ähnliches System bedingter wirtschaftlicher Zugänge zu drängen. Hier schafft der Krieg die Zerstörung, an der die Rüstungsindustrie auf öffentliche Kosten verdient. Danach folgt der Wiederaufbau unter dem Motto „Build Ukraine Better“, inklusive gleichnamiger Website. Es wirkt, als wäre Corona nur die globale Übung gewesen – für eine Gesellschaft, die nun in der Ukraine aufgebaut wird. Eine Blaupause für das, was uns im Westen erwartet, wenn die nächste „Krise“ an die Tür klopft.
Dieser Wiederaufbau macht globale Finanzakteure und multinationale Konzerne reich – mit westlichen Steuergeldern. Die Europäische Investitionsbank und die Weltbank erklärten gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), dass dafür exakt 524 Milliarden US-Dollar benötigt werden. Länder wie die Niederlande füllen diesen Geldtopf mit Milliarden. Wer in der Ukraine künftig Anspruch auf diese Hilfsgelder hat? Menschen, Unternehmen und Institutionen mit einer Digital ID – und solche, die sich in der neuen digitalen Zentralbankwährung, der E-Hrywnja, bezahlen lassen.
Zur beschleunigten Einführung wurde eigens ein Ministerium für digitale Transformation geschaffen. Das Kriegsgebiet wird so zum europäischen Versuchsfeld für die Kombination aus Digital-ID, digitalem Zentralbankgeld (CBDC) und der EU Digital Wallet – der digitalen Brieftasche mit allen persönlichen Daten, in der dieses programmierbare Geld landet. Diese E-Wallet soll 2026 auch in den Niederlanden eingeführt werden; erste Tests liefen bereits in Nijmegen und Rotterdam. Die Ukraine erhält sie ebenfalls – als Schritt Richtung EU-Integration.
Wie schon bei Corona basiert auch dieses Hilfssystem „auf Freiwilligkeit“. Wer bei „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“ nicht mitmacht, wird wirtschaftlich ausgeschlossen. Öffentliche Entwicklungsbanken wie die Weltbank und die Europäische Investitionsbank knüpfen ihre Hilfsgelder an Bedingungen: Die Ukraine muss die Sustainable Development Goals (SDGs) erfüllen und ihr politisches Handeln der EU Green Deal-Agenda unterordnen. Diese Verpflichtungen sind im Nationalen Energie- und Klimaplan sowie in der Nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung der Ukraine festgeschrieben. Wer zahlt am Ende – neben den westlichen Steuerzahlern – die Rechnung? Das Land selbst: mit seiner Landwirtschaft und seinen Rohstoffen.
Im Mai verabschiedete das ukrainische Parlament die sogenannte „Minerals Deal“, um ein Reconstruction Investment Fund zu füllen – ein Wiederaufbaufonds mit zweckgebundenen Hilfsgeldern. Umweltministerin Svitlana Hrynchuk verkauft dafür ukrainische Rohstoffe wie Lithium und seltene Erden an ausländische Privatinvestoren. Das nennt man in der neuen Sprache „Mobilisierung privaten Kapitals“. Diese Vereinbarung fällt unter die EU-Ukraine Facility (Abschnitt 13).
Gleichzeitig lockt die Europäische Investitionsbank private Investoren mit sogenannten „blended finance“-Modellen. Das bedeutet: Öffentliche Entwicklungsbanken übernehmen als „Junior Partner“ das Risiko, während private Investoren als „Senior Partner“ den Gewinn kassieren – also privater Profit bei öffentlichem Risiko. Genau dasselbe Prinzip wie beim Klimageschäft: öffentliche Verluste, private Gewinne. So werden unter dem Deckmantel von „Krisen“ öffentliche Dienste in private Profitmaschinen globalistischer Konzerne verwandelt.
Die Konstruktion erinnert frappierend an die Corona-Impfkampagne: Pfizer verdiente Milliarden an mit Steuergeldern finanzierten Verträgen für die „öffentliche Gesundheit“, während die Regierungen die Haftung übernahmen. In der Ukraine sehen wir nun, wie die SDGs in Kombination mit der „digitalen Transformation“ wirken sollen: Wer keine Digital ID besitzt oder die Nachhaltigkeitsbedingungen nicht erfüllt, kann bald nicht mehr mit dem Staat wirtschaftlich interagieren.
Mit dem Wissen von heute erkennt man, warum die Corona-Pandemie so abrupt verschwand – und stattdessen die Epidemie der blau-gelben Flaggen aufkam. Das Fahnenmeer diente dazu, den politischen Rückhalt für westliche Gelder in die Build Back Better-Projektzone Ukraine zu lenken.
Und man fragt sich: Dienen die vielen Palästina-Flaggen im europäischen Straßenbild womöglich schon demselben Zweck – um den nächsten Hilfsfonds vorzubereiten? Vielleicht für ein künftiges „Build Gaza Better“?

