Horst D. Deckert

UNTERNEHMER-BERATER, SERIENUNTERNEHMER BZW. MEHRFACHGRÜNDER Parteilos und damit völlig unabhängig von irgendwelchen Parteien, Organisationen, Verbänden, etc. Seit 1971 im Dienst von Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmern. 1971: Gründung einer Werbeagentur mit dem Schwerpunkt Marketing für Kleinbetriebe im Alter von 19 Jahren. Seit 1977 Firmengründer in Europa, USA und Südamerika. Fragen?
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USA plant Pentagon-Zweigstelle in Deutschland: Ukraine wird zum zweiten „Afghanistan“

Das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) plant eine Filiale im deutschen Wiesbaden zur gezielteren Aufrüstung der Ukraine, berichtet die New York Times unter Berufung auf anonyme Militär-Quellen. Insbesondere will man „die Art und Weise überarbeiten“, wie die USA und ihre Verbündeten das ukrainische Militär ausbilden und ausrüsten. Als Vorbild dienen 20 Jahre Erfahrung im Irak und Afghanistan. Die USA bekräftigen damit, was Russlands Präsident Wladimir Putin wiederholt betonte: Die USA führe Krieg gegen Russland, die Ukraine sei nur Aufmarschgebiet. Europa bekommt damit ein neues „Afghanistan“ vor die Haustür gesetzt.

Europa bekommt sein eigenes „Afghanistan“

Das Pentagon hat erst kürzlich erneute Kriegshilfe für die Ukraine in Höhe von 16 Mrd. US-Dollar beschlossen. Dies als Kombination direkter Lieferungen aus Lagerbeständen und Verträgen für Waffen, die in den nächsten drei Jahren geliefert werden sollen. Am Mittwoch erneut Hilfen von 1,1 Mrd. als langfristige Militärhilfe für die Ukraine. Inklusive 18 HIMARS, ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesysteme, die im Gegensatz zu den vorher 16 gelieferten HIMARS, erst bei Lockheed Martin bestellt werden müssen und deren Anfertigung Jahre dauert. Auch das macht deutlich, dass die USA es auf einen Dauer-Krieg anlegen. Die USA bezeichnen ihre Pläne als „Sicherheits-Assistenz für unsere ukrainischen Partner“. Das Pentagon äußerst sich nicht dazu – laut New York Times, u.a., um nicht das erwähnte Putin-Narrativ zu untermauern.

Weißes Haus begrüßt den Plan

Den Vorschlag hat der höchste US-Offizier in Europa, General Christopher G. Cavoli, dem US-Verteidigungsminister Lloyd J. Austin III kürzlich vorgelegt. Cavoli übernahm am 1. Juli 2022 seine Aufgaben als Chef des US-Europa Kommandos und am 4. Juli 2022 als „Supreme Allied Commander Europe“ (SACEUR). Sein Schwerpunkt ist Eurasien, er spricht Italienisch, Russisch und Französisch. Der Plan wird gerade überprüft, eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. In jedem Fall begrüßen das Weißes Haus und das Pentagon den Ansatz. Stützpunkt der neuen Pentagon-Mission ist Wiesbaden, Hauptquartier der US-Armee in Deutschland. Er soll mit 300 Mann bestückt werden.

Wiesbaden trainiert Ukraine-Soldaten

Dort werden jetzt schon laufend ukrainische Soldaten ausgebildet, berichtet die New York Times ganz offen. Bisher durchliefen ca. 2.000 Soldaten dieses Training. Auch Großbritannien bildet auf heimischen Stützpunkten ukrainische Soldaten aus – in diesem Sommer rund 10.000 Personen. Dänemark kündigte dieses Monat an, es werde mit ähnlichen Programmen beginnen. In Polen ist ein 50-Mann-Team damit beschäftigt, ukrainischen Soldaten zu zeigen, wie beschädigte US-Waffen repariert werden – darunter auch die M777 Haubitze. Ukrainische Hersteller versuchen bereits, Ersatzteile nachzukonstruieren.

Geheime 40-Länder-Kontakt-Gruppe

Das neue Kommando in Wiesbaden, mit Berichtspflicht an General Cavoli, würde die Entscheidungen der „Ukrainischen Verteidigungs-Kontakt-Gruppe“ ausführen. Dies ist einer von den USA, zu Beginn des Ukraine-Russland-Konflikts geschaffene Koalition aus 40 Ländern, um den Bedürfnissen und Anforderungen der Ukraine nachzukommen. Hochrangige Mitglieder dieser Kontakt-Gruppe trafen sich diese Woche in Brüssel. Wie lange dieser Plan schon gehegt wird, zeigt auch die Einrichtung einer Gruppe von Logistik-Spezialisten im Sommer in Wiesbaden. Ihre Aufgabe ist es, die Bedürfnisse der Ukraine mit den Waffen- und Ausrüstungs-Spenden aus über 40 Ländern in Einklang zu bringen. Diese in der Öffentlichkeit kaum bekannte Gruppe, besetzt mit hochrangigen Beamten aus über 25 Ländern, spielt eine zentrale Rolle bei der militärischen Unterstützung der Ukraine, deren „Schlachtfeld immer komplexer wird“, schreibt die New York Times.

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