Von RAINER K. KÄMPF | Die Berliner Zeitung merkt an, daß sich die Diskussion nach dem Messerangriff auf den amerikanischen Staatsbürger John Rudat in Dresden nicht beruhigt. Genau das darf auch nicht geschehen!
Jetzt melden sich Steve Bannon und die US-Botschaft in Berlin. Dresden rückt in den Fokus und läßt Beobachtern und Kritikern des bundesdeutschen Systems einen Schauer über den Rücken kriechen.
Allerdings nicht wegen der AfD-Erfolge und herbei phantasierter rechtsextremer Umtriebe, sondern wegen des Fehlens des bedingungslosen Rechts im öffentlichen Raum.
Alle Welt erfährt, daß unsere Städte nicht sicher sind, unsere Frauen Freiwild und daß wir Deutschen eine Lehrvorführung in Sachen Zivilcourage von einem Ausländer (!) brauchen.
Die Berliner Zeitung selbst stellt im Artikel fest: „Kein deutscher Passagier bewies Zivilcourage.“
Schlechte Zeiten für Spiegelhersteller. Wir alle haben Frauen, Schwestern, Töchter; wir alle wünschen uns, daß ihnen nichts geschehen möge. Das setzt zwingend voraus, daß keiner Frau etwas geschehen kann.
Zivilcourage ist gefährlich. Sie erfordert Mut, Haltung und eine Bereitschaft zum Risiko. Mag sein, daß es heute schon ein Risiko ist, den Not-Halt-Knopf zu drücken. Allein schon das wäre ein Zeichen der Solidarität.
Wenn wir unsere Sicherheit gänzlich verlieren, verlieren wir unsere Städte, unser Land … und unsere Selbstachtung. Dann haben wir es nicht verdient, daß jemand seine Gesundheit und sein Leben riskiert, um uns zu retten.
Selbst ist der Mann. Eben: der Mann.
Vielleicht ist es deshalb so peinlich beschämend still von offizieller Seite um diesen Helden von Dresden. Sie haben Angst. Wir können diese Angst riechen. Die Angst davor, daß es Schule macht, sich für seine Mitbürger, für sein Land einzusetzen.
Sie haben Angst davor, daß sich integre Staatsbürger bewußt werden, daß uns Freiheit, Sicherheit und der freie Blick geradeaus nicht geschenkt werden. Und nicht gewährt.
Freiheit wird geholt und mit Zähnen und Klauen verteidigt. Danke, John Rudat für die Lehrvorführung! Danke für den Spiegel, den Du uns vorhältst.
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
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