Kategorie: Nachrichten
Inflation ist Systemversagen

Von WOLFGANG HÜBNER | Offiziell beträgt die Inflationsrate in Deutschland 10,9 Prozent. Jeder normalkonsumierende Bürger weiß aber, dass die reale Inflation deutlich höher ist. Der Versuch, die Schuld für diese Entwicklung allein dem Ukraine-Krieg und Putin zuzuschieben, ist so verlogen wie lächerlich. Denn die besonders für Deutschland extrem selbstschädigenden Russland-Sanktionen sind die Folgen von politischen […]
Freimaurer: Esoteriker mit grenzenloser Macht für Van der Bellen
Alexander Van der Bellen war ab den 1970er-Jahren Freimaurer. 10 Jahre später sei er eigenen Angaben zufolge ausgeschieden. Obwohl die Freimaurerei dezidiert nicht politisch sein will, gehören viele österreichische Politiker Logen an. Doch ihre Ziele, ihr Wirken und ihre Mitglieder liegen im Verborgenen. Wochenblick sprach mit einem Freimaurer und versuchte zu ergründen, welchen Einfluss der internationale Geheimbund auf Österreichs Politik hat.
Über 20 Jahre lang versuchte Konstantin* dem großen Geheimnis der Freimaurerei näherzukommen und vollzog die Arbeit an seinem rauhen Stein. Um diese eigene Persönlichkeitsbildung und den inneren Ausgleich gehe es, wie er betont. Es sei verboten, das Logenwesen für berufliche Vorteile zu nützen, also “Geschäftemaurerei” zu betreiben. In Deutschland gehörte er einer blauen Loge nach schwedischem Ritus an. Als der Künstler 2016 nach Österreich kam, versuchte er Anschluss in einer hiesigen Loge zu finden. Hier herrscht die humanitäre Freimaurerei vor und er habe davon gehört, dass man auch auf die Charta der Menschenrechte schwören müsse.
Freimaurer für Van der Bellen
Doch was ihn besonders verwunderte, war der Umstand, dass das Duell um die Präsidentschaft – damals zwischen dem grünen Van der Bellen und dem freiheitlichen Norbert Hofer – ein wesentliches Thema in der Loge war. Am schwarzen Brett seien Medien-Artikel zur Wahl ausgehangen, die die FPÖ und Hofer in ein schlechtes Licht rücken sollten. Dass Van der Bellen “ihr” Kandidat sei, das sei eindeutig kommuniziert worden. Konstantin war verwundert, denn Politik sei ebenso wie die “Geschäftemaurerei” verpönt oder gar verboten in der Loge. Doch das sollte nicht der einzige Widerspruch bleiben, den Konstantin in Wien vorfand.
Der Spalter Szekeres
Dass seine Brüder in Wien wesentliche Akteure bei den einschneidenden Corona-Maßnahmen sein sollten, schockiere ihn und andere Brüder heute noch. So sei Thomas Szekeres, der sich als Ärztekammer-Präsident wie kein anderer in der Repression gegen kritische Ärzte wie kein anderer hervortat, selbst angehöriger einer Wiener Freimaurer-Loge. Zwar stehe es einem Freimaurer einerseits nicht zu, andere zu belehren, doch so wie Konstantin die Freimaurerei erlernte, gehe es stets um das Verbinden, das Überwinden von Grenzen und das Kitten der Klüfte in der Gesellschaft. Szekeres habe das Gegenteil betrieben. Konstantin erklärt, was es mit dem Schachbrett als freimaurerisches Symbol auf sich habe. Der Maurer befinde sich dem Ideal nach nicht auf dem schwarzen und nicht auf dem weißen Feld, sondern dem Selbstverständnis nach immer auf der Linie dazwischen. Dass Politik mit diesem Selbstverständnis überhaupt noch möglich ist, ist schwer vorstellbar. Denn die Politik lebt davon, ideologisch Farbe zu bekennen. Und dennoch scheinen die wichtigsten politischen Persönlichkeiten Freimaurer zu sein.
Anmerkung: Auf Anfrage des Wochenblick wollte Szekeres keine Stellungnahme zu seinen mutmaßlichen Freimaurer-Erfahrungen abgeben. Sein Anwalt ließ dem Wochenblick ausrichten, dass dies seinem Privatleben unterliege und sich der Ex-Ärztekammer-Präsident nicht mehr für eine Person des öffentlichen Lebens halte.
Von Gott bis Teufel
Freimaurer müssen traditionell bei Eintritt an eine Göttlichkeit glauben. Sie kann christlich, muslimisch, jüdisch sein. Doch traditionell sei die Bibel Teil der geheimen Rituale. Die Freimaurer selbst hängen einem Kult des höchsten Wesens an, an die Stelle der Göttlichkeit tritt der “Große Baumeister aller Welten”. Obwohl viele Geistliche selbst Freimaurer sind, sagen konservative Katholiken der Freimaurerei satanische Bestrebungen nach.
Die christliche Autorin Melanie Weiss beschreibt in “Jesu Christi steht bevor”, wie die international besetzten Ur-Logen gezielt Staaten und internationale Organisationen unterwanderten und die Medien kontrollierten. Sie stützt sich auf Aussteiger- und Insiderberichte. Dass Ordo ab Chao (Ordnung durch Chaos) ein freimaurerischer Grundsatz ist, liest man auch auf Freimaurerseiten. Für Weiss ist die Freimaurerei die Wurzel der derzeit zu beobachtenden Abschaffung der Nationalstaaten zugunsten internationaler Gesellschaften, die letztlich in eine Eine-Welt-Ordnung münden sollen. Manche vergleichen das System der Freimaurer mit einer Zwiebel. Ihre äußere Schale bildeten die Service-Clubs, die sich durch “Charity” hervortun. Dann folgten die niedrigen Grade. Im Kern der Zwiebel stünde die Hochgradfreimaurerei aus den Ur-Logen. Das System lebe – ähnlich wie die Mafia – davon, dass der Einzelne nicht wisse, welche Ziele wirklich verfolgt würden, unterstellen Kritiker.
Die Vorfeldorganisationen der Freimaurer sind der Rotary Club und der Lions Club. Diese sind noch relativ transparent und sogar Österreichs Parlament verfügt über ein eigenes “Chapter” der Rotarier, das vor allem von ÖVP-Größen aber auch von NEOS-Politikern angeführt wird. Es gibt die niedrigen Grade (blaue Logen) und Hochgrade (rote Logen). Letztere sollen aus ersteren rekrutiert werden. An ihrer Spitze steht das englische Königshaus. Edward, der Cousin der verstorbenen Königin von England, ist der Großmeister der Vereinigten Großloge von England.
Politik aus der Loge
Freimaurer entscheiden selbst darüber, ob sie sich offen als solche deklarieren, oder ihre Zugehörigkeit verschweigen. Gleichzeitig ist es ihnen verboten, andere Brüder zu “outen”. Meist erfährt man erst nach ihrem Ableben von ihrer Zugehörigkeit. Sowohl Winston Churchill als auch Che Guevara waren Freimaurer. Auch Lenin soll die Freimaurerei als Mittel gesehen haben, um seine “Internationale brüderliche Union” ausweiten zu können. Die USA sind von Grund auf freimaurerisch geprägt. Sowohl Benjamin Franklin als auch George Washington waren Freimaurer. John Kerry und George Bush gehören beide “Skull and Bones” an. In Italien wurde die Loge “Propaganda Due”, in der sich Mafia und Politik vernetzen sollen, vor allem durch Berlusconi bekannt. Doch auch in Österreich spielt die Freimaurerei immer wieder eine Rolle in der Politik. Erst durch Skandale werden Verbindungen offen gelegt. Über 20 Jahre bestand der Club 45 am Wiener Kohlmarkt. Korruption, Postenschacher und ganze Regierungen sollen dort konstituiert worden sein. Gegründet 1973 durch den späteren Massenmörder Udo Proksch traf sich dort die SPÖ-High Society endete die Loge mit dem Lucona-Skandal, der zum Rücktritt des Nationalratspräsidenten Leopold Gratz und des Innenministers Karl Blecha führte, weil sie Prokschs Freilassung erwirkten. Auch Hannes Androsch und der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer gehörten dem Club, der mit der italienischen Propaganda Due verglichen wird, an.
Doch auch mit dem Buwog-Prozess wurden freimaurerische Abgründe aus Österreichs Politik teilweise öffentlich. Walter Meischbergers Anwalt Jörg Zarbl deckte im dazugehörigen U-Ausschuss Peter Hocheggers Zugehörigkeit zur Großloge “Wien Zukunft” auf. Hochegger habe mitunter versucht, durch seine dortigen Justizkontakte eine Kronzeugenregelung zu erwirken. Laut Meischberger hätten sich die Freimaurer gegen ihn und Karl-Heinz Grasser verschworen.
Ibiza U-Ausschuss
Im Ibiza-Untersuchungsausschuss wurde wieder die Logen-Zugehörigkeit der Sozialdemokraten zum Thema. Denn auf Ibiza polterte Strache mitunter über die Wiener Logen-Tätigkeit von Haselsteiner und der SPÖ. In der Befragung des NEOS-Finanziers und Großunternehmers Hans-Peter Haselsteiner wollte Wolfgang Gerstl von der ÖVP von ihm wissen, was dieser über eine vermeintliche Logen-Zugehörigkeit des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig, des Wiener Rechtsanwalts Gabriel Lansky oder auch des Gatten der NEOS-Abgeordneten Stefanie Krisper sagen könne. Haselsteiner, der offen zu seiner Freimaurerzugehörigkeit steht, erklärte, dass er freilich niemanden outen würde. Das hätten schon Päpste, Jörg Haider und andere versucht, gab er trotzig zu Protokoll. Seine Weigerung über die geheime Vereinstätigkeit zu sprechen, wurde dem Protokoll zufolge unter dem Vorsitz von Doris Bures (SPÖ) einfach hingenommen.
Eine Streitschrift für Kunstautonomie

Die Freiheit der Kunst gehört zu den großen Versprechungen des Bürgertums, das es zunächst gegen die Enge der Kunst des Feudalismus und später gegen Kunstdoktrinen totalitärer Systeme richtete. Mit der Zunahme von Cancel-Culture auch in westlichen Ländern erweist sich die Kunstfreiheit keineswegs mehr als selbstverständlich. Auf Grund innergesellschaftlicher Entfremdung und auch ganz anderer, schon viel älterer Zusammenhänge war sie das nie – das behauptet der israelische Historiker und Kulturtheoretiker Moshe Zuckermann in einer Streitschrift für die Kunstautonomie, mit der er die Kulturtheorie von Theodor Adorno und Max Horkheimer aktualisiert. Von Sabine Kebir.
Die Kunstautonomie stellt die ideale Seite der Kunstfreiheit dar, sofern sich ein Kunstwerk ganz nach seiner eigenen Intention und seinen eigenen inneren Gesetzen entwickeln kann, was sich in großen Beispielen der Kunstgeschichte auch realisierte. Das heißt nicht, dass die Kunst, einschließlich der „autonomen“, frei von gesellschaftlichen Voraussetzungen, Einflüssen und Wirkungen ist. Sie entwickelt sich von ihrer Materialbasis und von ihrer geistigen Basis her mit der Gesellschaft, in der sie entsteht und wirkt auch in sie hinein. Zuckermann erinnert an Horkheimers Diktum, wonach Kunst – jedenfalls große Kunst – jedoch immer ein „Spiel“ ist, in dem sie sich sowohl formal als auch inhaltlich autonom von den repressiven Zwängen ihrer Zeit machen und ein utopisches, emanzipatives Moment gewinnen kann.
Zunächst untersucht Zuckermann eine Episode der Kunstmoderne, der sich die Frankfurter Schule nicht widmete, da sie sich erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts voll entfaltete. Sie begann 1917, als Marcel Duchamp kraft seiner Autorität als anerkannter Künstler ein Urinal in einer Kunstausstellung präsentierte und es zum Kunstwerk erklärte. Duchamps „Fountain“ wurde damals von 500 Experten zum „einflussreichsten Kunstwerk der Moderne“ gekürt. Zuckermann sieht die Konzeptkunst als Sackgasse, tendenziell sogar als Suizid der Kunst, denn sie verzichtet auf ihren spezifischen Herstellungsprozess. Hier führe das der bürgerlichen Kunst immanente „Postulat der permanenten Formüberbietung […] konsequent zugespitzt, zur radikalen Formaufhebung, mithin zur Forderung ihrer totalen Aufhebung“. In dieser Radikalität verzichtet die Konzeptkunst auf jeglichen Autonomieanspruch und damit auch auf einen emanzipatorischen Horizont. Entscheidender für Zuckermann ist jedoch, dass die von der Konzeptkunst suggerierte Aussage präziser im verbalen Diskurs vermittelbar ist.
Freilich gäbe es Ausnahmen wie die Verhüllung des Reichstags, die Christo und Jeanne-Claude 1995 realisieren konnten, nach 24-jähriger Ungewissheit, eine Zeit, in der tausende Zeichnungen, Gemälde, Macketten und schließlich auch Computersimulationen entstanden, die durchaus einen künstlerischen Entwicklungsweg darstellten und dessen Ergebnis beim Publikum Kunstdebatten, auratische Eindrücke sowie intellektuelle Kontemplation über das verhüllte Objekt hervorrief.
Wenn Adorno zeitweise behauptete, dass nach Auschwitz kein Dichten mehr möglich sei, umschrieb er auch die Grenzen der Kunst, zur Menschheitsemanzipation entscheidend beizutragen: Sie hatte Auschwitz nicht vorhergesehen und nicht verhindert. Doch, so Zuckermann, „weder Unbehagen in der Kultur noch Entsetzen über ihr Versagen führen aus der Kultur heraus“. Werde diese “subjektive Unfähigkeit“ der Kunst mit dem „Stand der objektiven Wahrheit rationalisiert“, bliebe eine Spalte geöffnet, sofern sich die Kunst selbst „kritisch reflektiert hinsichtlich ihrer Ohnmacht gegenüber dem, worin sie eingezwängt ist“.
In ihrer Schrift zur industriellen Massenkultur hatten Horkheimer und Adorno diese als originären Ausdruck der Entfremdung in entwickelten kapitalistischen Gesellschaften entlarvt: Die Kulturproduktion findet hier von vornherein als reine Warenproduktion statt, weshalb sie sich am Bildungsstand und den unmittelbaren geistigen und sexuellen Wünschen des Publikums orientiert, diese aber nur reproduziert, ohne emanzipatorische Ansprüche hervorzurufen. Sie will nichts anderes als Ware sein und wenn sie ein eigenes Interesse hat, dann nur dies: die Menschen im Zustand unreflektierter Konsumenten zu halten. Die Einlösung des Versprechens der Aufhebung des Gegensatzes zwischen „hoher“ und „niederer“ Kultur wird so verhindert: die Subalternen bleiben unfähig, sich „Hochkultur“ mit emanzipatorischem Potential anzuverwandeln.
Die Kritischen Theorie sah den heutigen Zustand nicht voraus, in dem Formen der Massenkultur nicht nur in die Hochkultur eindringen, sondern alle Bereiche des Lebens kolonisieren. Freier Wille herrscht nur scheinbar, realiter werden die Individuen den Erfordernissen des permanenten Konsums immer mehr angepasst: „Ob Kunst, Unterhaltung, politisches Ereignis oder Naturkatastrophe, ob Mord oder Hungertod, Ziehung der Lottozahlen oder Abdankung des Ministers“ – alles werde im Stil warenförmiger Massenkultur vermittelt: „Sterben in Afrika hat einen ökonomisch kalkulierbaren prime-time-Wert; es wird als item konsumiert und hat eine Wirkungsdauer, die sich am nächsten item, an der nächsten Sensation, an der ihr folgenden Unterhaltungssendung bemisst.“ Die fetischisierte Hinnahme dieser “Totalvirtualisierung des Lebens“ produziere im globalen Maßstab das, was Erich Fromm „ autoritäre Charaktere“ nannte – die Grundlage, auf der totalitäre oder gar faschistoide Entwicklungen im Bereich des Möglichen liegen.
Moshe Zuckermann: Die Kunst ist frei? Eine Streitschrift für die Kunstautonomie, Westend Verlag, Frankfurt am Main 2022.
Arbeitgeber sauer auf Regierung:„Wir brauchen keine Sitzkreise!“
Es wird, es kommt, wir tun, wir schauen… Der Worte sind genug gewechselt, mit weiteren Versprechen von der Regierung, die keine schnellen wirksamen Verbesserungen zur Folge haben, werden die Österreicher bald nicht mehr hinzuhalten sein. Denn neben den Arbeitnehmern, für die sich das Leben trotz Energiebonus nicht erleichtert hat, begehren nun auch die Arbeitgeber der Industriebetriebe auf, denen vor allem wegen der galoppierenden Teuerungen auf dem Energiesektor das Wasser bis zum Hals steht.
„Ich bin mit einem vielfach verteuerten Energiepreis konfrontiert, der es mir nicht mehr ermöglicht, kostendeckend zu produzieren, klagt ein Unternehmer aus dem Welser Raum und seufzt: „Ich fühle mich schachmattgesetzt!“ Warum? „Weil ich mich im internationalen Wettbewerb behaupten muss und den Preis meiner Erzeugnisse nicht einfach erhöhen kann.“ Es müsse etwas geschehen…
Produktion wird gedrosselt
Wirtschaftsminister Martin Kocher hat zwar Hilfe versprochen, doch darauf können weder der Welser noch andere Unternehmer warten. Die Ausgestaltung der Richtlinie für den Energiezuschuss sei zwar in Arbeit, hieß es in der Vorwoche noch aus dem Wirtschaftsministerium, doch da diese von Brüssel noch genehmigt werden müsse, wird es vermutlich noch dauern. „Bis dahin sind wir pleite“, monieren andere Arbeitgeber aus dem Zentralraum. Um dies zu vermeiden, haben schon einige mit dem Drosseln ihrer Produktionen begonnen, wie beispielsweise der Autozulieferer Polytec.
Wo bleibt Hilfe?
Fünf oberösterreichische Ziegelproduzenten werden ihre Werke in der nächsten Zeit noch stilllegen. Schnelle Hilfe sei also nötig, fleht der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Knill, sonst drohen steigende Arbeitslosigkeit und Insolvenzen und auch Michael Fürtbauer, der Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft, konstatiert: „Wir brauchen keine weiteren Sitzkreise und Expertenmeinungen. Wir brauchen rasch Hilfe.” Doch die Regierung scheint es nicht eilig zu haben, was die schnelle Hilfe betrifft, was immer mehr Unternehmern den Kragen platzen lässt. Einer von ihnen ist der Trauner Küchenhersteller Gerhard Hackl. Während sich Bundeskanzler Karl Nehammer mit einigen Regierungsmitgliedern bei der UNO in New York tummelte und nebenher noch ein wenig Sightseeing machte, ließ Hackl auf seinem Haka-Werksgelände in Traun seine Firmenfahnen auf Halbmast setzen – aus Protest gegen die Untätigkeit und wohl auch Unfähigkeit dieser Regierung. Angesichts der vielen Teuerungen fühlt sich der Unternehmer von der Politik im Stich gelassen. Seinen 200 Beschäftigten und ihren Familien wie auch weiteren 300 zuliefernden Kleinbetrieben würde die Existenzgrundlage mutwillig entzogen, wettert Hackl und fordert betroffene Kollegen auf, ebenfalls ein Fahnenzeichen zu setzen. Einer davon könnte vielleicht der Betreiber der Friseurkette Klipp sein, die auch mit exorbitanten Energiepreisen zu kämpfen hat. Der Handel ist nicht viel besser dran. In dieser Branche werden vom KSV1870 bis Jahresende 900 Pleiten erwartet.
Neue Belastung
Im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Vorjahres sind die Firmenpleiten in Oberösterreich um 165 Prozent gestiegen. Nach Ansicht von Gerhard Weinhofer, dem Geschäftsführer des Creditreformverbands, ist die Verunsicherung enorm. Das hindert die Regierung aber nicht daran, die Österreicher ab 1. Oktober auch noch mit der CO2-Steuer zu belasten, was Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusätzlich unter Druck bringen wird, weil die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl spürbar teurer werden. Mit dem bereits erhaltenen Klimabonus sei das ja wohl zu verkraften, ließ der Kanzler sinngemäß aus New York verlauten. Wörtlich sagte er zum Vertreter eines mitgereisten Mainstream-Mediums vorm Ground Zero: „Der Klimabonus und die CO2-Steuer hängen zusammen und der Klimabonus ist bereits ausgezahlt.“ Soll das heißen, dass nun nichts mehr passieren muss, fragen sich verstörte Unternehmer. Einer von ihnen will sich jetzt sogar eine Firmenfahne machen lassen, um sie auf Halbmast hängen zu können.
Unterm Radar: Wie die Massenmedien 85 Prozent der Menschheit übersehen
Ungeheuerliche Wassermassen haben ein Drittel Pakistans überschwemmt, mindestens 1.500 Todesopfer gefordert und zahllose Menschen ins Elend gestürzt. In Presse, Funk und Fernsehen bekommt man praktisch nichts davon mit. Ein bedauerlicher Einzelfall? Im Gegenteil: die traurige Regel. Der Germanist und Historiker Ladislaus Ludescher liefert mit seiner Langzeitstudie über „Vergessene Welten und blinde Flecken“ ein beschämendes Lagebild einer „westlich“ dominierten Medienlandschaft, in der für den Globalen Süden mit über 800 Millionen Hungernden nur ein Nischenplätzchen übrig ist. Schuld seien „Fehler im System“ und ein „Diskurskarussell“, das sich immer um sich selber dreht, erklärte er im Interview mit den NachDenkSeiten. Mit ihm sprach Ralf Wurzbacher.
Zur Person
Ladislaus Ludescher, Jahrgang 1983, hat Germanistik, Geschichte und Europäische Kunstgeschichte in Heidelberg studiert und wurde 2017 mit einer Arbeit über die Rezeption der Amerikanischen Revolution in der deutschen Literatur promoviert. Aktuell habilitiert er an der Goethe-Universität Frankfurt (Main) über die Rezeption der US-amerikanischen Präsidenten und ist unter anderem am Historischen Institut der Universität Mannheim als Lehrbeauftragter tätig. Seit fünf Jahren widmet er sich der Langzeitstudie „Vergessene Welten und blinde Flecken. Die mediale Vernachlässigung des Globalen Südens. Quantitative geografische Mediendiskursanalyse über die Berichterstattung der Tagesschau und ausgewählter Leitmedien.“
Herr Ludescher, Ihr Herz schlägt für den Globalen Süden unserer Erde, von dem Sie sagen und dies belegen Sie anhand akribischer Recherchen, dass er in der medialen Berichterstattung in Deutschland beziehungsweise den Ländern des sogenannten Westens deutlich zu kurz kommt. Ganz taktlos gefragt: Muss man sich für diese Erkenntnis 5.000 Folgen der ARD-Tagesschau reinziehen?
Einen Eindruck von der Unausgewogenheit in der Medienberichterstattung gewinnt man schon, wenn man sich nur regelmäßig die einschlägigen Formate, also etwa die Tagesschau oder die ZDF-heute-Sendung anschaut. Noch extremer sieht es in den Nachrichtensendungen der Privatsender aus. Ich wollte allerdings meine persönlichen Erfahrungen auf eine wissenschaftliche Datenbasis stellen und dafür habe ich tatsächlich viel Material gesichtet, nicht nur weit über Tausend Stunden Tagesschau. In die Auswertung kamen auch der Deutschlandfunk, die Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel oder die TV-Sendungen Brennpunkt, Anne Will, Hart aber Fair, Maischberger, Maybrit Illner sowie für eine internationale Perspektive CBS Evening News, die Washington Post, Time, The Guardian und Le Monde.
Wie hat man sich Ihre Arbeit vorzustellen? Sie hocken stundenlang vor der Glotze mit der Stoppuhr im Anschlag?
Zum Beispiel habe ich mich aus dem Archiv der Tagesschau bedient und die entsprechenden Sen-dungen heruntergeladen. Das alles anzusehen und auszuwerten, ist schon herausfordernd. Zur Sichtung habe ich dann häufig längere Zugfahrten genutzt.
Aber wirklich überrascht haben die Ergebnisse Ihrer Arbeit Sie nicht?
Mein subjektives Gefühl, dass die Medien einseitig und vornehmlich aus dem Blickwinkel des sogenannten Westens berichten, wurde bestätigt. Dennoch war es für mich überraschend, in welcher Intensität andere Weltregionen vernachlässigt werden. Begleitend zu meiner Studie gibt es eine Wanderausstellung, die schon in zahlreichen Städten Station gemacht hat. Vielen Besuchern, mit denen ich gesprochen habe, ist es wie mir ergangen: Sie haben sich sehr wohl gedacht, dass der Globale Süden medial unterbelichtet wird. Dass die Ungleichgewichte aber so eklatant sind, war für viele doch schockierend – auch für mich.
Können Sie diese Unwucht anhand von Beispielen beziffern?
Ich spreche immer vom „Verschwinden der 85 Prozent“. Der Globale Süden beheimatet mit schätzungsweise 6,7 Milliarden Menschen 85 Prozent der Weltbevölkerung. Von der Gesamtberichtszeit der Tagesschau in der ersten Jahreshälfte 2022 wurden den betreffenden Staaten jedoch bloß sechs Prozent gewidmet. Selbst der Sport nahm einen leicht größeren Raum ein als der Globale Süden.
Greift man sich das Thema Hunger heraus, der ja fast ausnahmslos die Länder der südlichen He-misphäre betrifft, dann wird die Bilanz noch düsterer. Dabei hat ja die Zahl der Hungernden im Gefolge der Corona-Pandemie laut Vereinten Nationen massiv zugenommen und beträgt inzwischen weit über 800 Millionen. Hier zeichnet sich eine furchtbare Katastrophe ab und trotzdem nehmen wir kaum Notiz davon. Auf den globalen Hunger entfielen im ersten Halbjahr gerade einmal 0,5 Prozent der Tagesschau-Sendezeit. Über Sportereignisse wurde 13 mal mehr berichtet und sogar das briti-sche Königshaus – lange vor dem Tod der Queen – erschien der Redaktion offenbar wichtiger als der drohende Hungertod von Millionen von Menschen.
Welche anderen Ereignisse neben dem Hunger bleiben für gewöhnlich unter dem Radar der Leitmedien, obwohl sie eigentlich erhöhte Aufmerksamkeit verdient hätten?
Ganz allgemein alle Arten von Katastrophen, die im Globalen Süden stattfinden. Es heißt ja sehr treffend: Sobald etwas Schlimmes im Westen passiert, sind sofort die Kameras da. Dagegen braucht es in den ärmeren Weltregionen schon ein viel größeres Unheil, bis sich die Augen der Weltöffentlichkeit darauf richten.
Aktuell steht ein Drittel Pakistans unter Wasser, etliche Millionen Menschen sind obdachlos und von Seuchen bedroht. Anfangs war das für kurze Zeit ein Randthema in den Medien, aber heute ist es praktisch irrelevant. So verhielt es sich mit nahezu allen großen Überflutungen in diesem Jahr. Die Medien nahmen sie allenfalls kurz zur Kenntnis, mehr aber auch nicht. Dabei enden die Probleme nicht, sobald der Pegel sinkt. Und die Spendenbereitschaft der Menschen im Westen hängt ent-scheidend davon ab, wie präsent eine Krise auf dem Bildschirm ist.
Wobei Naturkatastrophen, auch die in großer Ferne, ja durchaus ihren Platz haben in den Nachrichten. Zu denken wäre an den Hurrikan Katrina, der 2005 große Teile von New Or-leans unter Wasser setzte.
Es gibt so etwas wie einen Filter, der bestimmt, was berichtenswert ist und was nicht. Nachrichten-formate sind damit sogenannte Gatekeeper. Größeren Nachrichtenwert hat offenbar alles, was sich im Westen beziehungsweise im Globalen Norden ereignet. Mehr noch gilt das, sofern Deutsche unter den Opfern sind. Ein Beispiel, das zeigt, wie mit zweierlei Maß gemessen wird: 2017 forderte Hurrikan Harvey in Texas etwa 100 Todesopfer. Das lief über alle Kanäle. Zeitgleich wurden Bang-ladesch, Indien, Nepal und Pakistan von gewaltigen Fluten heimgesucht. 45 Millionen Menschen waren davon betroffen und es gab über 2.100 Tote. Von dem menschlichen Leid erfuhr die westliche Welt damals kaum etwas. Das Berichtsverhältnis im Vergleich beider Ereignisse betrug etwa zehn zu eins.
Nun besteht die bittere Ironie Ihres Unterfangens darin, dass die Medien, die Sie der Einseitigkeit überführen, sich für Ihre Forschung genauso wenig interessieren wie für die „Ver-gessenen Welten“ unterhalb des Äquators. Die meisten der wenigen bei namhaften Presseerzeugnissen erschienenen Beiträge zu Ihrer Studie haben Sie als Gastautor selbst geschrieben. Sind Sie frustriert?
Ja, bis zu einem gewissen Grad. Natürlich wünsche ich mir, dass meiner Studie beziehungsweise meinem Anliegen größere Beachtung zukommt. Eine Fernsehsendung darüber, worüber das Fernsehen nicht berichtet, wäre einmal etwas Neues. Ich habe meine Ergebnisse wiederholt an die Tagesschau geschickt, geändert hat das ihr Berichtsschema aber nicht.
Hat die Redaktion auf Ihre Eingaben reagiert?
Meine Beschwerden wurden an die ARD-aktuell-Redaktion weitergereicht und ich habe auch in zwei Schreiben Rückmeldung erhalten, zuletzt Anfang August. Sinngemäß heißt es darin, dass sich Nachrichtenwürdigkeit nicht primär daran bemessen würde, wie viele Einwohner etwa ein Staat hat, sondern dass andere Faktoren ausschlaggebend wären. Man müsste einmal nachhaken, welche diese Faktoren sind. Mir jedenfalls stellen sich Fragen: Ist das Leben eines Menschen im Westen mehr wert als das eines Menschen aus dem Globalen Süden? Oder wird beispielsweise über die USA so viel berichtet, weil sie politisch, ökonomisch und militärisch so mächtig sind? Den Nachrichtenwert eines Ereignisses ausschließlich daran zu bemessen, fände ich sehr bedenklich.
Aber ans Aufgeben denken Sie nicht. Sie machen immer weiter und bringen die Analyse vor dem Hintergrund neuerer weltpolitischer Entwicklungen wie der Pandemie oder des Ukraine-Kriegs ständig auf den neuesten Stand. Wie sehr drücken allein diese beiden Er-eignisse der deutschen Nachrichtenwelt ihren Stempel auf?
In den Jahren 2020 und 2021 war die Pandemie das absolut dominante Thema, wobei wiederum nur ein Bruchteil der Berichte, rund fünf Prozent, auf die Staaten des Globalen Südens entfielen, dafür um so mehr auf Deutschland, Länder des Globalen Nordens, insbesondere die USA und die EU-Staaten. Dabei waren Länder wie etwa Brasilien und Indien extrem betroffen von der Krise. Aber die Medien interessierte das nur ganz am Rande.
Und dasselbe Muster zeigt sich seit dem russischen Angriff auf die Ukraine?
In den ersten Wochen war der Krieg an sich das alles beherrschende Thema. Inzwischen hat sich der Fokus auf die Energiekrise verlagert, vor allem die Situation in Deutschland. Bezeichnend war die Art, wie über die Weizenkrise und die wieder aufgenommenen Ausfuhren aus Odessa berichtet wurde. Dabei lag der Schwerpunkt auf technischen, militärischen und politischen Aspekten. Dass die Liefereinbrüche verheerende Auswirkungen auf die Ernährungslage im Globalen Süden hatten, wurde so gut wie gar nicht thematisiert. Das erinnert an die Flüchtlingskrise im Jahr 2015. In den Medien erfuhr man viel über die Flüchtlinge in Deutschland und Europa, aber praktisch nichts über die Situation in den Herkunftsländern, darüber, was die Menschen dazu nötigt, ihre Heimat zu verlassen.
Ticken die Medien unter dem Eindruck von Corona und dem Ukraine-Krieg noch einmal anders als davor?
Die Konzentration auf ein einziges Thema in dieser Intensität ist in der Tat etwas Neues. Verschärft hat sich damit natürlich die „Blindheit“ für andere Ereignisse. Der Globale Süden ist seither nahezu vollständig aus der Berichterstattung verschwunden. Zum Beispiel in der Tagesschau: Von den über 3.000 Beiträgen, die 2020 in der Hauptsendung ausgestrahlt wurden, befassten sich knapp 1.300 mit der Pandemie und lediglich neun mit dem Thema Hunger.
Jetzt könnte man sagen: Ich lebe in Deutschland – was interessiert mich der Sack Reis, der in China umfällt. Womit halten Sie dagegen?
Das ist eine sehr kurzsichtige und zynische Sichtweise. Durch die Globalisierung sind die Staaten der Erde miteinander verbunden und gerade wir im Westen profitieren sehr stark von Produkten aus Übersee oder seltenen Erden aus Subsahara-Afrika. Dass diese Rohstoffe unter häufig menschenunwürdigen Arbeits- und Lohnbedingungen gewonnen werden, ist dabei wieder so ein blinder Fleck in der Berichterstattung. Von Interesse wäre das dann wohl erst, wenn es plötzlich beim Nachschub an Rohstoffen für Handys hakt.
2017, zur Zeit dieser großen Überschwemmungen in Asien, nannte es der Auslandskorrespondent Arne Perras in einem Kommentar der Süddeutschen Zeitung „verstörend, wie unterschiedlich der Westen Leid wahrnimmt“. Außerdem schrieb er: „Wenn mediale Aufmerksamkeit auch ein Gradmesser für Werte einer Gesellschaft ist, muss sich Europa einige Sorgen machen.“ Das gilt heute vielleicht mehr denn je.
Die Nöte des Globalen Südens hängen wesentlich mit dem kolonialen Erbe zusammen, was sich bis heute in ausbeuterischen Machenschaften westlicher Konzerne fortschreibt. Liegt hier nicht der entscheidende Beweggrund für diese mediale Nabelschau des Westens. Man tut den Teufel, die Verantwortung der führenden Industrienationen für den Hunger in der Welt oder die Verwüstungen durch den Klimawandel an die große Glocke zu hängen. Will man solche Zusammenhänge dem Publikum vielleicht schlicht nicht vermitteln?
Ich glaube nicht an eine irgendwie geartete Intention der Medienmacher, Themen und Ereignisse zu verheimlichen oder zu unterdrücken. Ich wehre mich gegen die Vorstellung, dass hier dunkle Kräfte im Hintergrund wirken würden, um die Menschen mit nichts als Propaganda abzuspeisen. Das Problem liegt im System selbst, speziell bei der Verteilung der Ressourcen.
Die Standorte der Korrespondenten der ARD decken sich sehr weitgehend mit den Orten ihrer Berichterstattung. Ein Beispiel: Die in Prag sitzenden ARD-Reporter sind für zwei Länder – Tschechien und die Slowakei – mit 16 Millionen Einwohnern zuständig. Das Team in Nairobi kümmert sich hingegen um 38 Staaten mit 870 Millionen Einwohnern. Natürlich fällt die Berichterstattung in Europa damit viel dichter aus als in Afrika.
Aber nun könnte man doch mehr Korrespondenten nach Afrika entsenden?
Das ist natürlich auch eine Frage des Geldes oder der Sicherheit, die in solchen Ländern, etwa dort, wo ein Bürgerkrieg wütet, nicht immer gewährleistet ist. Und ein Argument lautet eben auch immer, dass sich die deutschen Zuschauer mehr für das interessieren, was geographisch und kulturell näher liegt.
Dazu kommen Automatismen, in der Form, dass bestimmte Themen, Regionen und Personen so etabliert in den Medien sind, dass immer wieder darauf zugegriffen wird, sobald es entsprechende Neuigkeiten gibt. Wollte man aber über den Hunger im Kongo eine Talkshow machen, würden die meisten Zuschauer die geladenen Experten nicht kennen und man müsste zunächst viel erklären, um die Hintergründe zu beleuchten. Und dann stellt sich natürlich gleich die Frage: Schalten dann die Menschen ein?
Eher nicht …
Vielleicht ja doch. Die Grundsatzfrage ist, ob wir länger Medien haben wollen, die nur einen stark begrenzten Ausschnitt der Welt abbilden. Oder wollen wir Medien, die uns die ganze Welt mit all ih-ren Menschen, Problemen, Katastrophen und Zusammenhängen zeigen? Ich bin guter Hoffnung, dass sehr Viele eigentlich Letzteres wollten. Dafür müssten sich die Medien aber zunächst der Welt öffnen. Im Moment können viele Leser, Zuschauer und -hörer gar nicht ahnen, was sie alles verpassen.
Abseits der genannten Faktoren, die die Beschränktheit der Medien erklären mögen, existieren aber doch sehr wohl auch ideologische Motive, die die Berichterstattung prägen. Es ist ja fraglos so, dass bestimmte politische Denkmuster, die den polit-ökonomischen Status quo stützen, absolut dominant in den Leitmedien zum Ausdruck kommen, während etwa Kapitalismuskritik keine Schnitte macht.
Das will ich nicht abstreiten, ich sehe dahinter aber eben keine Verschwörung oder einen bösen Masterplan. Entscheidend sind für mich diese festgefahrenen Muster und Gewohnheiten, wodurch wiederum ein Publikumsinteresse geschaffen wird, das nach immer Demselben verlangt. Wenn die Tagesschau oder Der Spiegel ein Thema setzen, greifen die anderen Medien das auf. Aus diesem Diskurskarussell, das sich so herausbildet und immer weiter verstärkt, ist nur schwer auszubre-chen. Und so kommt es, dass, sofern einmal abseits des Mainstreams berichtet wird, entspre-chende Sendungen und Artikel in Spartenkanälen oder auf den hinteren Seiten der Zeitungen lan-den, wo es nur Wenige mitbekommen.
Aber wäre es nicht auch eine Untersuchung wert, die Medienschaffenden auf den Zahn fühlt, ob und wie sie sich durch Vorgaben der Chefredaktion, der Geschäftsführung oder ein politisch-ideologisches Meinungskorsett in ihrer journalistischen Freiheit eingeschränkt sehen?
Da müsste man in der Tat vielleicht einmal mit Journalisten darüber reden, inwieweit sie sich einge-schränkt fühlen. Allerdings ist mein Metier die Betrachtung der quantitativen Berichterstattung in den Medien.
Welche Projekte stehen auf Ihrer Agenda?
Mich würde sehr interessieren, wie die Medien in China oder Russland die Welt wahrnehmen oder in den Ländern des Globalen Südens selbst. Zunächst aber führe ich meine Analyse für 2022 fort unter besonderer Berücksichtigung des Hungers in der Welt. Das Welternährungsprogramm der UN hat Hunger als das größte lösbare Problem der Welt bezeichnet. Aktuell gibt die Staatengemein-schaft jährlich zwölf Milliarden Dollar für die Hungerbekämpfung aus. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen und Forschungsinstituten könnten pro Jahr weitere 14 Milliarden Dollar genügen, um den Hunger bis 2030 weitgehend zu besiegen.
Wir haben ja von der Absicht der Bundesregierung gehört, ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr einzurichten. Vielleicht könnte man darüber nachdenken, ein Sonderver-mögen von 100 Milliarden Euro zugunsten der Bekämpfung des globalen Hungers einzurichten?
Titelbild: Asianet-Pakistan / shutterstock.com
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Auch von Wind und Regen im hohen Norden lässt sich das Team der Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) am heutigen Samstag nicht davon abhalten, die Bürger der Stadt Kiel über die Gefahren des Politischen Islam aufzuklären. Nach der erfolgreichen Kundgebung am Freitag in Flensburg (PI-NEWS berichtete) werden Hauptredner Michael Stürzenberger und die zahlreichen Ex-Moslems in Reihen […]
Ist Neutralität überhaupt möglich? Hans Gaiswinkler bei “Soldaten für Neutralität”
Zweiter Sprecher bei der Kundgebung am 21.09.2022 – dem Tag des Weltfriedens – war Hans Gaiswinkler, dessen Rede heute publiziert wird. Gaiswinkler ist hauptberuflichaktiver Berufssoldat, adressierte das Thema Neutralität in Wien aber philosophisch. Der Titel seiner Rede lautete: “Ist Neutralität überhaupt möglich? Der Versuch einer philosophischen Annäherung”.
Wie es dazu kam, erläutert er folgendermaßen “Als mich vor einigen Wochen ein Bekannter im Zuge einer Diskussion nach meiner Haltung zur Neutralität Österreichs in der jetzigen geopolitischen Lage befragte und ich ihm ein klares Bekenntnis hierzu gab, erhielt ich eine Antwort, die ich so nicht erwartete. Er meinte, dass in der nunmehrigen Lage dieses Bekenntnis für ihn ein klares Zeichen der Parteiung sei. Weiter führte er aus, dass man mit der Neutralitätshaltung automatisch Russland bzw. Präsident Putin unterstütze. Für ihn ist klar, dass Neutralität ein Begriff in der Theorie sei, aber real nicht existieren könne. Dieser Diskurs ist der Hintergrund meiner Ausführungen.”
Die Rede
Zur Person
Der Tiroler Familienmensch mit fünf Kindern und vier Enkelkindern und Naturmensch – er ist leidenschaftlicher Bergführer – sieht sich der nächsten Generation verpflichtet. Er setzt sich schon lange sehr kritisch mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen auseinander. Bekannt wurde er durch seine Auftritte in der mittlerweile zensurierten Youtube Plattform Quo Vadis, bei Oval Media oder im Corona Ausschuss. Seine kritischen Auftritte haben ihm sehr viele berufliche bzw. persönliche Nachteile, sowie Verfolgung durch die Medien gebracht. Trotz alledem war er bei der Kundgebung dabei und wird nicht müde für seine Überzeugung aufzutreten.
Hintergrund-Informationen zu der Kundgebung und ihrer Motivation findet man unter www.soldaten-fuer-neutralitaet.at
Bundespolizei: „Wir stecken mitten in einem neuen 2015!“
Die Bundespolizei schlägt Alarm! Mit dramatischen Worten wendet sich Heiko Teggatz, Vorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft DPolG, jetzt an die Öffentlichkeit: „Wir stecken mitten in einem neuen 2015!“ In einem Brandbrief an Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) fordert er die Einführung von Kontrollen an der zum Schengen-Raum gehörenden Grenze zu Tschechien.
Der Strom illegaler Migranten nach Deutschland reißt nicht ab. Die Zugstrecke Prag–Dresden ist inzwischen eine der Hauptrouten. Teggatz wirft den Tschechen laut „Welt“ Untätigkeit vor. Da die deutsche Bundespolizei mittlerweile aber in den Zügen kontrolliert, weichen viele Migranten auf die Mitnahme mit dem Auto über Landesstraßen aus. Die Einreise mit dem Auto kostet ca. 400 Euro Schleusergebühr pro Person.
DPolG-Chef Teggatz dringt auf die Einführung zumindest temporärer stationärer Grenzkontrollen zur Tschechischen Republik. In einem Brief an Bundesinnenministerin Faeser berichtet er von „explosionsartig ansteigenden Feststellungen“ unerlaubter Einreisen nach Deutschland. „Wir stecken mitten in einem neuen 2015“, warnt der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft.
Die Zugstrecke Prag–Dresden ist dabei eine der Hauptrouten, soweit die Migranten nicht auf Landstraßen ausweichen. Bis zu siebenmal am Tag verkehrt der Eurocity von der tschechischen Hauptstadt in die sächsische Landeshauptstadt. In Papieren der Sicherheitsbehörden ist die Region als Hotspot klar benannt. Sie spiele eine gewichtige Rolle bei der stetig steigenden Anzahl von Migranten, die nach Deutschland wollen: 36.100 verbotene Grenzübertritte wurden in der ersten Jahreshälfte festgestellt – knapp 50 Prozent mehr als im Vorjahr!
Die Lage sei schon wieder so wie 2015, bestätigen auch Beamte vor Ort. Mit anderen Worten: Der Herbst 2015 ist zurück, ohne dass es jemand angesichts der Überlagerung durch das weltpolitische Geschehen (Ukraine-Krieg, Energiekrise) groß bemerkt hat!
Alarmstufe Rot auch in Österreich
Auch an der österreichisch-ungarischen Grenze eskaliert die Lage. Der Strom von Migranten ins Burgenland hält unvermindert an. Laut der Landespolizeidirektion werden pro Tag im Schnitt 400 Illegale aufgegriffen. Allein in dem Städtchen Deutschkreutz (Bezirk Oberpullendorf) gab es in der vergangenen Woche einen wahren Ansturm illegaler Migranten aus Syrien, Indien, der Türkei und Afghanistan. „Polizei und Bundesheer standen im Dauereinsatz, kamen mit dem Aufgreifen der Fremden kaum hinterher“, berichteten österreichische Medien (Krone.at).
Doch zurück an die deutsch-tschechische Grenze. Ein Bundespolizist, der verständlicherweise nicht genannt werden möchte, wirft vor Ort eine sehr berechtigte Frage auf: „Was sollen Grenzkontrollen überhaupt bewirken, solange das Zauberwort ‚Asyl‘ die Eintrittskarte ins Sozialparadies Deutschland ist.“
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Interview mit Dr. Wolfgang Schuhmayer – “Können 100 Ärzte lügen?”
Interview mit Dr. Wolfgang Schuhmayer – “Können 100 Ärzte lügen?”
01.10.2022, 11:23 Uhr. apolut.net – https: – “Ist die Pharmaindustrie schlimmer oder die Mafia?” Diese Frage stellte ich Dr. Wolfgang Schuhmayer, als ich ihn vergangenen Winter persönlich in Österreich besucht habe. Seine Antwort lautete: „Wo ist der Unterschied?“ Diese Antwort hat es in sich, zumal sie nicht von irgendjemanden ohne tiefere Einblicke in die Strukturen und Vorgehensweise…
Hier einige weitere Interviews mit Ärzten zur Coronakrise:
Interview mit Dr. Paul Brandenburg – “Können 100 Ärzte lügen?”
22.09.2022, 09:19 Uhr. apolut.net – https: – Im Zusammenhang mit der Reihe “Können 100 Ärzte lügen?“ präsentieren wir Ihnen heute den Arzt und Publizisten Paul Brandenburg. Paul Brandenburg hat in Berlin und Japan studiert und wurde für seine medizinische Forschung mehrfach ausgezeichnet. Er ist selbstständiger Arzt mit den Schwerpunkten Notfallmedizin und Tauchmedizin. Während…
Interview mit Prof. Dr. Dr. Harald Walach – “Können 100 Ärzte lügen?”
10.09.2022, 19:38 Uhr. Blauer Bote Magazin – Wissenschaft statt Propaganda – blauerbote.com – Interview mit Prof. Dr. Dr. Harald Walach – “Können 100 Ärzte lügen?”10.09.2022, 19:12 Uhr. apolut.net – https: – Prof. Dr. Dr. Walach ist klinischer Psychologe, Wissenschaftstheoretiker und -historiker. Neben seinem Studium der Psychologie, hat er zudem Philosophie studiert. Walach beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit…
Neues Interview mit Dr. Gudrun Ströer – “Können 100 Ärzte lügen?”
07.09.2022, 09:07 Uhr. apolut.net – https: – Frau Dr. Ströer ist eine resolute, mutige und dabei auch eigenwillige Medizinerin, die vor Kraft und Stolz nur so strotzt. Nachdem sie öffentlich Markus Söder und die Corona-Maßnahmen kritisierte, folgte eine Hausdurchsuchung. Ihre jahrzehntelange Erfahrung als Betriebsärztin gibt ihr eine große Expertise, diese Corona-Krise einzuschätzen. Man…
Interview mit Dr. Michael Nehls – “Können 100 Ärzte lügen?”
05.09.2022, 13:25 Uhr. apolut.net – https: – Immer wieder wird im Zuge der ganzen Überlegungen, was Krankheit und Gesundheit in der sogenannten Corona-Zeit angeht, über einen Zusammenhang von einem gut eingestellten Vitamin-D3-Spiegel und entsprechenden Krankheitsverläufen gesprochen. Diese Woche möchten wir Ihnen aus der Reihe “Können 100 Ärzte lügen?” das Interview mit Dr…
Martin Sichert (AfD): „Maskenpflicht für Pflegebedürftige ist inhuman!“
Seite heute, 1. Oktober, gelten bundesweit verschärfte Maskenregeln. Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und der „Ampel“-Koalition durchgesetzten Regeln sehen vor, dass u.a. in Zügen, in Kliniken und in Pflegeheimen verpflichtend FFP2-Masken getragen werden müssen. Auch pflegebedürftige Menschen sind von der neuen Regelung betroffen. Das hält der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Sichert, für einen „völlig inhumanen Eingriff“ in Leben und Würde von Senioren. Er fordert: „Die Maskenpflicht für Pflegebedürftige in Pflegeeinrichtungen muss abgeschafft werden!“.
Gerade für ältere Menschen stelle das Tragen von FFP2-Masken ein erhebliches gesundheitliches Risiko dar. Sichert verweist auf das Robert-Koch-Institut (RKI), dem zufolge diese Masken maximal 100 Minuten am Stück getragen werden dürften. Der AfD-Gesundheitsexperte betont: „Pflegebedürftige Senioren sind gesundheitlich stark eingeschränkt, für sie bedeutet die FFP2-Maske einen unverhältnismäßigen Eingriff – auch in Bezug auf das soziale Zusammenleben in den Pflegeeinrichtungen und das Interagieren mit den Pflegekräften.“Senioren zum Tragen zu zwingen, ist nach Sicherts Worten „ein völlig inhumaner Eingriff in ihr Leben und ihre Würde.
Die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag fordert schon seit Anfang des Jahres, Corona wie eine ganz normale Infektionskrankheit zu behandeln, ebenso, wie dies über 90 Prozent aller anderen Länder auch tun. Daher braucht es weder eine Masken- noch eine Impfpflicht in Deutschland“, unterstrich der AfD-Politiker.
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Das Schweigen der NATO-Freaks
Es ist schon bezeichnend, wie einige pseudoalternative konservative, „regierungskritische“ mitte-rechte Journalisten und Blogger zur Sprengung der Nord-Stream-Pipelines durch die USA oder im Auftrag der USA dröhnend schweigen. So erbärmlich es ist, so zeigt es doch deren Agenda.
Putins große Beitrittsrede: Komplettabrechnung mit dem Westen und neuer Antikolonialismus
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Putins große Beitrittsrede: Komplettabrechnung mit dem Westen und neuer Antikolonialismus
Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einer großen Rede zum Beitritt der vier neuen Gebiete den Westen als globalen Diktator an den Pranger gestellt. Sein Auftritt war aber weder Kritik noch bloße Kampfansage, er war eine komplette Abrechnung mit der westlichen Hegemonie.
von Manfred Ulex
Wladimir Putin hat am Freitag das Abkommen über den Beitritt vierer neuer Gebiete zu Russland unterzeichnet. Vor der feierlichen Zeremonie hat er diesen Schritt in einer Rede historisch und ideologisch begründet. Er begrüßte die ehemals ukrainischen Gebiete der Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie Cherson und Saporoschje in der russischen “historischen Heimat”. Die letzte große Grenzverschiebung im Rahmen der Auflösung der Sowjetunion nannte er “nationale Katastrophe”, die tiefe Narben hinterlassen habe.
Die Referenden zum Beitritt zum russischen Staatsgebiet nannte Putin Ausdruck des Volkswillens. “Es gibt nichts Stärkeres als den Willen von Millionen von Menschen.” Er rief Kiew dazu auf, diese freie Willensäußerung zu respektieren und zu Verhandlungen zurückzukehren. Den Menschen in den neuen Gebieten “des Donbass und Neurusslands” versprach er, dass “alles” wiederaufgebaut werde, auch das Rentensystem, die Krankenversorgung und das Bildungswesen.
Putin sprach auch die in Russland mobilisierten Soldaten und Offiziere, die freiwilligen Kämpfer und deren Familienangehörigen an und erklärte, wofür “unser Volk kämpft, was für ein Feind ihm gegenübersteht und wer die Welt in neue Kriege und Krisen stürzt”.
“Unsere Landsleute, unsere Brüder und Schwestern in der Ukraine, der verwandte Teil unseres geeinten Volkes hat mit eigenen Augen gesehen, was die führenden Eliten des sogenannten Westens für die ganze Menschheit bereithalten. Im Grunde ließen sie ihre Masken fallen und zeigten ihr wahres Gesicht.”
An dieser Stelle seiner Rede fing Putin das an, was man als komplette Abrechnung mit dem nach uneingeschränkter Macht strebenden westlichen Kolonialismus bezeichnen kann. Er erinnerte die Versammelten daran, dass Russland im 20. Jahrhundert schon einmal an der Spitze der antikolonialen Bewegung gestanden hatte. Er nannte die Opiumkriege in China, die Ausplünderung Indiens, den Vietnam-Krieg, die grausame Bombardierungen Koreas, Dresdens, Kölns und Hamburgs sowie den Einsatz von Atombomben in Hiroshima und Nagasaki als Beispiele für menschenfeindliches Kolonialverhalten.
Die Rhetorik des russischen Präsidenten klang unversöhnlich. An keiner Stelle seiner Rede ließ er durchblicken, dass derzeit eine Einigung zwischen Russland und dem Westen möglich wäre. Das jetzige Verhalten des Westens im Krieg in der Ukraine und der sogenannten Getreidekrise, beim Sanktionsdiktat sowie der die menschliche Natur negierenden Gender-Politik sind für Putin ein Beleg dafür, dass unter jetzigen Bedingungen keine Verhandlungen möglich sind. Er betonte:
“Die Hegemonie ist eindeutig totalitärer, despotischer und der Apartheid entsprechender Natur. Sie teilen die Welt schamlos in ihre Vasallen, die sogenannten zivilisierten Länder, und alle anderen, die nach Ansicht der heutigen westlichen Rassisten zu den Barbaren und Wilden gezählt werden sollten. Falsche Etikette – ‘Schurkenstaat’, ‘autoritäres Regime’ – stehen sofort zur Verfügung. Sie stigmatisieren ganze Völker und Nationen … Wir haben einen solchen politischen Nationalismus und Rassismus nie akzeptiert und werden ihn auch nie akzeptieren.”
Mehrmals erwähnte Putin, dass das Ziel der westlichen Hegemonie die Schwächung und darauf folgende Zerstückelung Russlands, die Versklavung seiner Bevölkerung und die Auslöschung seiner Kultur sei. Er betonte, dass die Diktatur des Westens nicht nur gegen andere Länder und Gesellschaften gerichtet sei, sondern auch gegen die eigenen Völker. “Dies ist eine Herausforderung für alle. Es ist die komplette Verleugnung der Menschheit, die Untergrabung des Glaubens und der traditionellen Werte. Die Unterdrückung der Freiheit hat Züge einer Religion angenommen: des astreinen Satanismus.”
Putin erklärte, dass Russland auf der ganzen Welt viele Gleichgesinnte habe, und sah eine sich neu formierende Bewegung kommen, die ihrem Wesen nach einen befreienden, antikolonialen Charakter habe. “Wir wollen, dass Despotie Geschichte bleibt. Wir wollen diese beschämende Geschichte überblättern.” Im Kampf gegen diese ungerechte Weltordnung sieht Putin die Hauptaufgabe Russlands. Dieses Russland betrachtet er in seinen historischen Grenzen.
“Dies ist ein Schlachtfeld für unser Volk, für ein größeres historisches Russland, für zukünftige Generationen, für unsere Kinder, Enkel und Urenkel. Wir müssen sie vor der Versklavung, vor den monströsen Experimenten, die ihren Geist und ihre Seele verkrüppeln wollen, schützen. Heute kämpfen wir dafür, dass niemand auf die Idee kommt, dass Russland, unser Volk, unsere Sprache, unsere Kultur aus der Geschichte verschwinden könnten.”
Nur einmal hat der russische Präsident in seiner Rede Atombomben erwähnt. Mit deren Abwurf über die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki hätten die USA einen Präzedenzfall geschaffen, so Putin. Die komplette Rede des russischen Präsidenten ist in russischer und englischer Sprache auf der Website des Kremls veröffentlicht. Ein Video mit der deutschen Simultanübersetzung wurde von RT DE übertragen.
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