Kategorie: Nachrichten
Dringender Weckruf: Starben Tausende Vögel durch 4G/5G-Strahlung?
Bauernaufstände in den Niederlanden – was steckt dahinter?
Eine multipolare Wirtschaftsordnung zur Überwindung der globalen Geldhegemonie
Multipolarität und globale Arbeitsteilung zum gegenseitigen Nutzen
Von HANS BIERI – Wenn wir die ehemaligen west- und mitteleuropäischen Auswanderungsländer wie etwa Deutschland oder die Schweiz betrachten, so stellt sich die Frage, was sich inzwischen ergeben hat, dass ehemalige Auswanderungsländer mit einer damals halb so grossen Bevölkerungszahl im Vergleich zu heute zu Einwanderungsländern geworden sind?
Um zuerst einmal einen Überblick zu erlangen, was wirtschaftlich überhaupt zu verteilen ist, muss geklärt werden, wovon jede Volksgemeinschaft lebt bzw. womit sie ihre Bedürfnisse decken kann? Seit alters sind dies die verfügbare Naturgrundlage in Form von Ackerböden und erneuerbare wie auch fossile Rohstofflager. Alles, was wir im Wirtschaftsprozess aufnehmen, bewegen und verarbeiten kommt aus dem Boden. Mit unserem Geist und unserer Intelligenz und körperlicher Arbeit betreiben so den wirtschaftlichen Stoffwechsel mit der Naturgrundlage im Kreislauf von Produktion und Konsum.
Ist die Bodengrundlage im Vergleich zur Bevölkerungszahl nicht ergiebig genug, so fördert dies die Auswanderung. Diese erfolgte überwiegend nach Amerika oder nach Russland, wo reichlich Ackerboden verfügbar war.
Will ein Land trotz Bodenknappheit seine Bevölkerungszahl ausreichend ernähren, dann muss es fehlende Lebensmittel importieren und dafür Industrieprodukte oder Dienstleistungen exportieren. Der Tausch zwischen Ländern muss folglich wertmässig ausgeglichen sein. Wie aber bewerten sich die getauschten Güter?
Was unterscheidet Industrie von Landwirtschaft?
Bezüglich Industrie und Landwirtschaft als Teile der ganzen Volkswirtschaft zeigt sich beispielsweise, dass die an die Fläche gebundene Bodenproduktion anderen Produktionsbedingungen unterliegt als die gewissermassen standortunabhängige Industrie. Letztere kann sich arbeitsorganisatorisch viel freier entwickeln als die an den Boden und an zu berücksichtigende Naturprozesse gebundene Landwirtschaft. Die Industrie kann ihre Fabrikationsprozesse rationalisieren, das heisst beispielsweise mit gleichbleibendem Arbeitstaufwand und Stoffdurchsatz den Leistungsertrag steigern. Das kann die mit biologischen Prozessen arbeitende Landwirtschaft nicht gleichermassen. Dies bedeutet, bei steigender Zahl der Industrieprodukte, sich der konstante Arbeits- und Stoffaufwand im Vergleich zur Landwirtschaft im Preis deutlich sinken müssten. In Wirklichkeit liegt der Anteil der Landwirtschaft am BIP jedoch weit unterhalb des Anteils der Beschäftigten. Dabei liegt schon dieser Anteil im Hinblick auf die Bodenverschlechterung durch hilfsstoffbedingte Industrialisierung der Landwirtschaft an sich schon zu tief. Somit liegt der Preis der Lebensmittel ab Feld und Stall weit unterhalb von Waren und Dienstleistungen, die einen viel geringeren Gebrauchswert haben.
Dies zeigt sich dann in einer systematischen Unterbezahlung der Landwirtschaft, was sich rückwirkend wegen zu hohem Rationalisierungsdruck auch nachteilig auf die Naturgrundlage auswirkt. Dazu kommt, dass die Landwirtschaft in Industriestaaten ohne ausgedehnte Agrargebiete in einem höheren Kostenumfeld agieren muss als die Agrarproduktion in grossen, zusammenhängenden und meist noch klimatisch begünstigten Agrargebieten. Dies setzt die Landwirtschaft einem zusätzlichen Kostendruck aus. Mit Grenzschutz und Agrarsubventionen wird teilweise unterstützend eingegriffen, soweit die WTO hier einen Spielraum offenlässt. Das vermag jedoch die global verbreitete Unterbezahlung der Landwirtschaft trotz Subventionen nicht auszugleichen. Bei der Arbeitsteilung zwischen Landwirtschaft und Industrie gelingt es offensichtlich nicht, den Nutzen zwischen den Teilnehmern so zu verteilen, dass jeder für seine Leistung so viel erhält, dass er mit den Einkünften seine Produktionskosten decken kann. Oder mit anderen Worten, dass er die Leistungen anderer, die er für seine Produktion benötigt, ebenfalls aus dem Ertrag seiner Leistung entschädigen kann.
Wie bilden sich wirtschaftliche Werte?
Diese naheliegende gegenseitige Bewertung der Leistungen findet in der wirtschaftlichen Praxis jedoch nicht statt. Aber auch in der Industriewirtschaft selbst wirkt sich der ausgedehnte Rohstofffluss billiger und leicht verfügbarer fossiler Energie nicht ausschliesslich Aufwand und Entropie senkend aus, sondern er fliesst in die ständige Ausweitung der Produktion.
Parallel dazu wachsen aber auch die reinen Geldkapitalvermögen in ihrer Gesamtheit weit über die Tauschwerte der Realwirtschaft hinaus.
Gemäss der Weltbank beträgt der Wert von realen Gütern und Dienstleistungen weltweit 90 Billionen Dollar. Demgegenüber beträgt die Blase der Finanzwirtschaft bereits mehr als 500 Billionen Dollar, die ausserhalb der Realwirtschaft von den Black Rocks und Konsorten im Kreis herumgeschoben und die mit Milliarden von aus dem Nichts ins Finanzsystem gepumpten Dollars durch die Banken und Zentralbanken gemästet werden.
Diese Fehlentwicklungen beruhen auf einer althergebrachten historischen Geldbegriff, der davon ausgeht, dass Geldkapital aus sich heraus, wie ein Samenkorn, Ertrag bringe. Die Gewichtseinheit beruhte im historischen Babylon auf dem Samenkorn. 180 Samenkörner mit einem Gewicht von 8 Gramm entsprachen einer Silbermünze, dem Schekel. Dass das Verleihen von Geld zum Kauf von Samen einen Ertrag/Ernte abwirft, der grösser ist als die Aussaat, leuchtet in der Vorstellungswelt der Geldhändler auf Anhieb ein. Doch liegt hier der folgenschwere Irrtum, auf den Aristoteles in der nikomachischen Ethik hingewiesen hat. Geld kann keine Jungen bekommen. Geld ist nicht dinglich, ist kein «goldenes Kalb», sondern reine Verrechnungsgrösse zum Ausgleich der in der Gesellschaft gegenseitig erbrachten Leistungen. Dass ein Samenkorn ein Mehrfaches an Ertrag abwirft, ist wie die Physiokraten betont haben, eine unentgeltliche Leistung der Natur. Woher soll dann der Gewinn für das vorgeschossene Kapital kommen? Er könnte also nur aus einem Preisabzug stammen, der den Produzenten ausbeutet, ihm also die Wiederholung der Produktion bei gleichbleibenden Standards von Produktion und Reproduktion verhindert, wie das in der römischen Sklavenhaltergesellschaft der Fall war.
Das Zinsverbot durch Christentum und Islam
In der Folge galt mit dem Aufkommen des Christentums und des Islam das Zinsverbot.
Damit hat die christliche europäische Gemeinde des Hochmittelalters eine Art der direkten gegenseitigen Leistungsverrechnung entwickelt, welche das Geld zinslos und somit ausschliesslich zur gegenseitigen Leistungsbewertung und ‑entschädigung verwendete. Dieses führte im europäischen Mittelalter zur Verbreitung des sogenannten Brakteaten-Geldes, das nicht der Hortung diente, sondern zu gegenseitig geschuldete Leistungsverrechnung der Haushalte im Alltag von Produktion und Konsum. Dieses Geld für den kurzfristigen Gebrauch benutzte in Anlehnung an die werthaltigen Gold- und Silbermünzen lediglich wenig haltbare Metallfolien oder auch Holzschindeln zur Aufzeichnung der erbrachten oder geschuldeten Leistungsbeträge.
Dabei ist das zünftische Bodennutzungsrecht zu erwähnen, welches entgegen dem römischen Recht der Latifundien den Boden als Lehen und als Lebensgrundlage der ganzen Gemeinde zuordnete und in Nutzungsabschnitte für Wohn- und Ökonomie-Teile sowie auf der Flur nach dem Arbeitsmass des «Tagwerkes» parzellierten.
Das Zinsverbot wurde in der Folge seit der Renaissance und dem Aufschwung des Handels immer weniger eingehalten und im 19. Jahrhundert von der Kirche offiziell aufgehoben.
Konkreter Anlass zur Aufhebung des Zinsverbotes war die Einhegung und die Vertreibung der Häusler, Tagelöhner und ‘überzähligen’ Dorfbewohner und damit die Entstehung eines neuen bürgerlichen Bodenrechts vom 16. Jahrhundert in England bis zum 18./19. Jahrhundert auf dem Kontinent. Dabei wurde die Bodenparzelle als bisher ausschliesslicher Nutzungsanspruch neu als dinglicher, veräusserbarer Sachwert dem Eigentümer allein zur Herrschaft zugesprochen ohne die bisherigen Servitute und gemeinwohlorientierten Belastungen zu Gunsten der bisherigen Ansprüche der Gemeinde an den Boden als Existenzsicherung der ganzen Gemeinschaft.
Damit erhielt der Boden für den Eigentümer einen Sachwert, der nun als Sicherheit die Belehnung des Bodens gegen Geldkredite ermöglichte. Damit waren auch die eigentumsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen für eine grundlegende Neuerung. Wurde der Zins nach dem römischen Recht der Latifundien aus dem Mehrprodukt, was die Natur hervorbringt und was die Niedrighaltung bzw. Ausbeutung der Lebenskosten der Sklaven hergibt, begründet, so wird auf der Basis der neuen Eigentumsordnung der Gewinn (Zins) aus der wirtschaftlichen Mehrleistung (Ertrag minus Kapitalaufwand und Arbeitsleistung) auf vorgeschossenen Geldkapital begründet.
«Locke rechtfertigt diese Eigentumskonzentration, die dem aristotelisch-scholastischen Gerechtigkeitspostulat diametral zuwiderläuft, dadurch, dass die Früchte des Feldes vom Bodenbesitzer verkauft und somit in Geld verwandelt werden können, so dass die Feldfrüchte, die der Besitzer eines großen Landstückes nicht selber verzehren kann, nicht verderben, während er selber ein unverderbliches Gut – das Geld – anhäuft.
Das Geld, von dem hier die Rede ist, ist offensichtlich nicht das Geld, das dem bloßen gegenseitigen Austausch von Überschüssen dient (im Sinne der Oikono miké οικονομικε) [Bedarfswirtschaft], sondern das Geld, mit dem man auch Boden und andere Produktionsmittel kaufen kann (im Sinne der Kapeliké καπελικε) [Erwerbswirtschaft] und das somit den Boden bzw. die anderen Produktionsmittel in einen Geldwert (Kapital) verwandelt, aus dem ein Geldertrag (Gewinn) erzielt wird.
Der Geldwert des Bodens bzw. der Produktionsmittel ist dann der kapitali-sierte Geldertrag. Das Vordringen der Geldwirtschaft führt zu einer Umwer-tung des Eigentums im Sinne der Kapitalisierung desselben und damit zu einer Änderung der Wertgesetze, die ja letztlich auf der Eigentumsordnung auf-bauen. Die Folge ist eine Konzentration von Eigentum an nicht vermehrbaren Ressourcen wie dem Boden. … Das Geld beeinflusst somit sowohl die Vertei-lung wie das Wachstum des Sozialprodukts. Dabei ist entscheidend, dass dieser Konzentrationstendenz bzw. dieser Tendenz zur Vermehrung des Besitzes als solcher keine Grenzen gesetzt sind.“ (Hans Christoph Binswanger, Geld & Natur, 1996, S. 133 f.).
Das Geld in neuer Funktion
Geld bekam damit die Funktion der «Vermehrung des Besitzes», des reinen Gelderwerbs. Es hat somit im Zusammenhang seiner eigentumsbesicherten Schöpfung eine dingliche Funktion nach antikem Muster zurückbekommen und dient nicht mehr wie im Hochmittelalter zum Zweck der reinen Leistungsverrechnung — auf einer Holzschindel festgehalten. Dass die so organisierten europäischen Gemeinden des Hochmittelalters ohne Sklavenwirtschaft sondern mit frei tätigen Bauhütten auf einer gegenüber heute beschränkten Ressourcenbasis die bis heute unübertroffene Kathedralen bauen konnten, weist auf die ökomische und kreative Stärke der damaligen zinslosen Wirtschaftsorganisation der europäischen Gemeinschaftsordnung hin.
Saint-Chapelle des Palais de la Cité, Paris
Quelle: Oldmanisold, CC BY-SA 4.0 <creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Die Abbildung oben zeigt die noch heute sichtbaren Reste der geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Hochblüte des europäischen Hochmittelalters — Geld war ausschliesslich gegenseitige Leistungsverrechnung innerhalb der arbeitsteiligen Gemeinde. Das Ergebnis war folglich nicht die gefüllte Schatztruhe der Banken, sondern die Kultur der Gemeinde. — Bisher nie erreichte Gebäude durch mehr Intelligenz und nicht durch mehr Steine.
Entgegen diesen Errungenschaften des Hochmittelalters wirft Geld — nach dem sich ab dem 18.Jahrhundert wieder durchsetzenden Verständnis — wie von selbst Ertrag ab, gleich wie ehemals der landwirtschaftliche Boden dem Latifundien Eigentümer nach dem Bankenslogan: «Das Geld arbeitet für Sie». Entsprechend bildet sich der Preis der Waren nicht nach der oben erwähnten gegenseitigen Wertbemessung, sondern nach klassischer Nationalökonomie aus dem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bzw. die Produktion richte sich nach dem sog. Grenznutzen.
Demgegenüber bindet der aristotelische oder mittelalterliche Geldbegriff die Funktion des Geldes an die reine gegenseitige Verrechnung der arbeitsteilig erbrachten Leistungen.
Jedem Produzenten muss für die Erbringung seiner Leistungen jener Wert gutgeschrieben werden, den er zum Bezug jener Drittleistungen benötigt, um seine eigene Leistung erbringen zu können. Die gesellschaftliche Arbeitsteilung, also die Rationalisierung und somit die Einsparung von Arbeit ist die Grundlage für die Kapitalbildung und den Fortschritt.
Reduktion gesellschaftlicher Arbeitsteilung als Quelle des Reichtums und reiner Kostenfaktor aus Sicht des Kreditgebers
Nun beseitigte Locke durch die neue Betrachtung des Bodenrechts das bisher gesellschaftliche Moment der Arbeit, die Quelle der Versorgung der arbeitsteiligen Gemeinschaft. Stattdessen wird nun die wirtschaftliche Tätigkeit auf drei voneinander strickt getrennte isolierte Produktionsfaktoren zurückgeführt, auf den Boden, die Arbeit und das Kapital. Arbeit wird nur noch als reiner Kostenfaktor betrachtet, der in Konkurrenz zum Kapitalertrag steht. Die gesellschaftliche Einbettung der Arbeit — als Zentrum den Stoffwechsel der Gesellschaft mit der Naturgrundlage — geht dabei verloren.
Die Realwirtschaft bringt einerseits dauernd Rationalisierungen hervor, welche mit der gleichen Rohstoff- und Arbeitskräfteausstattung den Ausstoss von Gütern und Dienstleistungen erhöht. Mit der zunehmenden Fülle der Konsumgüter und Dienstleistungen verlangsamt sich dieser Prozess auch mit Blick auf gewisse Grenzen der Naturgrundlage.
Das geldwirtschaftlich angetriebene Wachstum der Realwirtschaft erzwingt die Erweiterung der Produktionszyklen durch die Erweiterung des Ressourcenverbrauches. Auch diese Entwicklung stösst an die Grenzen der Natur, entweder durch die Verknappung endlicher Ressourcen oder durch steigende Abbaukosten oder durch die Grenzen der Dissipation.
Damit nimmt die Profitrate des Geldkapitals gesamthaft ab. Die wirtschaftlichen Wachstumsraten sinken. Seit den 70er Jahren wird deshalb in der westlichen Wirtschaft ein zu geringes Wachstum beklagt, weil damit die Bedienung des Geldkapitals aus den Erträgen der Realwirtschaft immer mehr eingeschränkt wird.
Wachstum über Verschleisswirtschaft, Geldschöpfung & Verschuldung
Dem zu geringen Wachstum wird auf mehreren Ebenen begegnet. Zum einen wird die Verschleisswirtschaft gesteigert. In der sogenannten Wachstumsspirale treiben sich die zusätzliche Geldschöpfung und der zusätzlichen Rohstoffabbau wechselseitig voran.
Ebenso wird auf der Ebene des Geldes direkt durch Nullzinspolitik und Quantitative Easing — Ausweitung der Geldschöpfung — eingegriffen. Dadurch soll der Umsatz der wertschöpfungsschwachen Wirtschaft gestützt und das Immobilen- und Bauwesen bis zur Rüstungswirtschaft massiv vorangetrieben werden. Der Staat, der unter den sinkenden Erträgen leidet, kann zudem seine dadurch ebenfalls wachsenden Aufgaben nur noch durch zunehmende Verschuldung bewältigen. Durch eine Geldpolitik der billigen Anleihen, welche die Zentralbanken den Geschäftsbanken abkaufen, wird systematisch Geld ins System gepumpt: «Whatever it takes».
Mittels immer unübersichtlicheren Finanzkonstruktionen werden Kapitalerträge kreiert, Aktienkurse in die Höhe getrieben, die realwirtschaftlich nicht gedeckt bzw. überbewertet sind.
Am Ende muss diese Differenz zwischen den Geldvermögenswerten und den Werten der Realwirtschaft ausgeglichen werden. So stehen in Zukunft grosse Eigentumsumverteilungen an, was auch Krieg bedeuten kann.
Ursachen der Kriege
Die Kriege der USA von den Irakkriegen bis zum Krieg in der Ukraine gehen aus diesem Grundkonflikt hervor, dass die Profitraten des Geldkapitals sinken. Diese Kriege haben in den betroffenen Ländern die offensichtliche die Zerstörung der Wirtschaft zum Ziel. Damit wird die Möglichkeit beschränkt, die eigenen reichlichen Bodenressourcen für eine eigene industrielle Entwicklung zu nutzen.
Das heisst, die Ressourcen dieser Länder sollen nur in Verbindung mit dem westlichen Geldkapital im Rahmen der One World Order mit Euramerika als sich selbst setzendes Welt-Zentrum inmitten in der Vorstellungswert der «Karte» der aufgeteilten eurasischen Landmasse genutzt werden dürfen. Denn eine multipolare Wirtschaftsentwicklung, die nur auf der Basis des gegenseitigen Vorteils beruhen kann, erhöht das Lebens- und Konsumniveau aller teilnehmenden Volkswirtschaften; aber es beschränkt das Wachstum des Geldkapitals und die Konzentration des Wachstums auf ein einziges unipolares Weltzentrums. Deshalb richtet sich die geldgetriebene Wirtschaftspolitik der USA klar gegen die BRICS-Staaten. Der ganze Bogen dieser globalen Wirtschaftspolitik spannt sich vom Abbruch des Industrieprojektes des Schahs von Persien durch die sogenannte iranisch-islamische Revolution bis zum Verbot der Nordstream 2 Pipeline von Russland nach Deutschland.

Die obige Karte aus dem Jahre 1990 im The Economist zeigt die anvisierte ‚Disruption‘ auf dem globalen Schachbrett. Die Karte zeigt Euramerika als Weltzentrum und die restliche Welt aufdividiert in einzelne isolierte ‚Inseln‘, gegen die heute Kriege vorbereitet und bereits geführt werden.
Diesem geostrategischen Konzept entspricht das monetäre Konzept des Geldwachstums im Weltzentrum Euramerika. Die One World Order will mit ihrer Geldwirtschaft eine globale Gliederung Zentrum-Peripherie, um mittels der global zirkulierende Geldwährung durch das Monopol der unbeschränkten Geldschöpfung die Erträge der globalen Peripherie abschöpfen zu können.
Multilateralismus und One World Order stehen sich unvereinbar gegenüber. Der Multilateralismus verfolgt die realwirtschaftliche Kooperation auf der Basis des gegenseitigen Vorteils an und will die kolonialen Abhängigkeiten vom Dollar als installierte Weltwährung ablösen. Denn durch die fortlaufende Flutung der Welt mit Dollar und Euro wird die Ressourcen liefernde globale Peripherie dadurch in der Unterbezahlung gehalten, dass Dollar und Euro sich die Rationalisierungsfortschritte der Peripherie monetär aneignen und die Ressourcenpreise unten halten.
Die One World Order mobilisiert gegen die multipolare Weltordnung
Seit 2014 ist klar, dass Euramerika den fortschreitenden Multilateralismus der BRICS-Staaten aufhalten will. Aktuell soll das durch Unterbrechung der Rohstoffflüsse und Lieferketten sowie durch Kriegführung erreicht werden.
Damit wird der Einbruch der globalen Wohlstandsentwicklung riskiert und ein Klima zunehmender Konflikte geschaffen. Mittels Regimechange werden die Voraussetzungen geschaffen, um den Umbau der Geld- und Eigentumsordnung der betroffenen Länder durchzusetzen, wie das in Russland in den 90er Jahren zum Teil auch umgesetzt wurde. In Zukunft soll die Wohlstandsentwicklung von der globalen Peripherie bzw. den BRICS-Staaten ins Weltzentrum Euramerika umgelenkt werden.
Worauf beruht das Wachstum des Geldkapitals?
Grundsätzlich müssen in einer den Bedürfnissen dienenden Wirtschaft Produktion und Konsum wertmässig gegeneinander aufgehen.
Kapitalgewinn bzw. ein Kapitaleinkommen aus dem Produktionsprozess gehen zu Lasten der Lohneinkommen. Das führt dazu, dass nicht der ganze erzeugte Produktionswert konsumiert werden kann und die Konjunktur gerät ins Stocken. Um dies zu umgehen, muss deshalb zwingend zusätzliches Geld geschöpft und mit zusätzlich steigendem Ressourcenverzehr die Produktion erweitert werden. Dadurch werden die zur Bedienung der Aktienvermögen reduzierten Lohneinkommen ergänzt. Auf diese Weise bleibt die Kaufkraft trotz Kapitalbezug erhalten, sodass der Konsum der bisherigen Produktion gewährleistet bleibt, (dadurch, dass bereits der mit neu geschöpftem Geld erweiterte Produktionszyklus läuft). Es ist somit der Gewinnanspruch auf Geldkapital, welcher den Wachstumszwang verursacht. Der Wachstumszwang verhindert aber die Ausrichtung der Produktion auf die Bedürfnisse wie zum Beispiel eine Reduktion des Rohstoffverbrauches bei unverändertem Niveau der Konsumgüterversorgung. Diese naheliegende nachhaltige Fortschrittsentwicklung macht jedoch in der bestehenden Geld- und Eigentumsordnung grösste Mühe.
Dies Lösung muss deshalb darin liegen, den Rationalisierungsgewinn der Wirtschaft innerhalb der Realwirtschaft zur Stärkung der Kaufkraft zu nutzen und nicht zur mehrheitlich ausserhalb der Realwirtschaft stehenden Geldvermögen zu benutzen.
Die echte wirtschaftliche Kapitalbildung der Realwirtschaft
Energielager und Ackerböden sind die materiellen Grundlagen des volkswirtschaftlichen Reichtums. Die ebenso lebenswichtigen geistigen Grundlagen beruhen auf Intelligenz, Bildung und Wissen, welche ihrerseits die Voraussetzung schaffen, die stofflich/materielle Grundlage zu entwickeln. Die so erweiterte und entwickelte materielle Grundlage ist wiederum die Voraussetzung für die geistig kulturelle Entwicklung der Gesellschaft.
Kleine und rohstoffarme Länder wie die Schweiz, welche keine eigenen Ressourcen zum kostengünstigen Verbrauch zur Verfügung haben, waren deswegen frühzeitig darauf angewiesen, mit der anderen, der geistigen Ressource nämlich, mit Arbeit und Intelligenz Leistungen im Verarbeitungs- und Dienstleistungsbereich zu erbringen, welche im Gegenzug den Erwerb fehlender Rohstoffe von außen ermöglichen.
Arbeit und Intelligenz können deshalb nur zusammen mit verfügbaren Rohstoffen Reichtum schaffen. Im Falle der Schweiz liegen die Rohstoffquellen zum großen Teil außerhalb des Landes.
Führt solch krisenanfällige Entwicklung zum Verlust der Souveränität?
Wenn die wirtschaftlichen Beziehungen über die Landesgrenze hinaus auf der Basis des gegenseitigen Vorteils beruhen, dann sind diese Beziehungen stabil und bieten keine Angriffsflächen, um die Souveränität auszuhöhlen.
Die Voraussetzung bleibt jedoch, dass sich die Handelspartner im Interesse der gemeinsamen Wohlstandsentwicklung an die getroffenen Abmachungen halten. Es gibt deshalb ein wirtschaftliches Gemeininteresse, das über den privaten Interessen der reinen Geldvermögensbildung steht.
Das Problem ist, dass die inzwischen akkumulierten riesigen privaten Geldvermögen in Verbbindung mit Strukturen des Tiefen Staates die internationalen bzw. zwischenstaatlichen Beziehungen im Interesse der privaten Vermögensmehrung und der angestrebten globalen Hegemonie gezielt zu stören und zu unterlaufen beginnen. Wladimir Putin hat in seiner Petersburger Rede vom Juni 2022 eindrücklich auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht.
Bricht eine Partei mittels Sanktionen und Embargo vertraglich vereinbarte Wirtschaftsbeziehungen, so ist die andere Partei berechtigt, ihre Lieferungen ebenfalls einzustellen.
Dass in einer internationalen Arbeitsteilung der Schaden gegenseitig ist, zeigt sich darin, dass der Handelskrieg Deutschlands gegen Russland auch Deutschland hart trifft. Was ist dann das Motiv des Handelskrieges aus deutscher Sicht?
Nach Auffassung des derzeitigen deutschen Wirtschaftsministers hat sich Deutschland durch die Handelsbeziehungen mit Russland insbesondere durch den Bezug des unter den fossilen Energien am wenigsten umweltschädlichen russischen Erdgases in eine wirtschaftliche Abhängigkeit gebracht, die rückgängig gemacht werden müsse.
Interessant an dieser Begründung ist, dass hier die Argumente des Freihandels durch den Wirtschaftsminister grundsätzlich in Frage gestellt werden.
Die daraus zwingend notwendige wirtschaftliche Autarkie Deutschlands sei zwar nicht ganz so einfach, aber mittels alternativer erneuerbarer Energien, die auf deutschem Territorium gewonnen werden könnten, sei dies machbar, so der Wirtschaftsminister.
Die Umstellung der Wirtschaft auf erneuerbare Energie, während gleichzeitig die fossile Energie reduziert wird, also der Verzicht auf fossile Energie, bevor die Umstellung auf stabile erneuerbare Energieversorgung erreicht ist, lässt jede Logik vermissen.
Wie in dieser Stresssituation der Wirtschaft ein Umsteigen auf erneuerbare Energie gelingen soll, ist mehr als fraglich.
Infrastrukturen sind in der Republik immer öffentlich: Privatisierung als Falle, wie z. B. bei Energieversorgung oder dem Hafen Piräus
Damit stehen wir heute vor einer Situation, dass ohne plausibles Konzept, die Wirtschaft angewiesen wird, sich auf die ausbleibende Versorgung mit eigenen Notstromaggregaten abzusichern. Hier werden Strukturen der Einflussnahme sichtbar, welche nationale Strukturen der politischen und wirtschaftlichen Entscheid Findung umgehen.
Wem dient dieser angeordnete Rückschritt in die Ineffizienz und Ressourcenverschwendung? Vorschläge, mit z.B. Dieselmotor betriebenen Notstromaggregaten den eingetretenen Versorgungsengpass aufzufangen, belegen die Auflösung der Planung der Infrastrukturen, die eine öffentliche Aufgabe ist. Die Privatisierung dieser Versorgungsaufgaben wurde durchgesetzt, um auch die Infrastrukturen als neues Geschäftsfeld der privaten Kapitalverwertung zu öffnen. Die steigenden Energiepreise zeigen, wem diese Privatisierung nützt, und die Mangellage zeigt, wem sie schadet, nämlich derjenigen Wirtschaft, die von sicheren nationalen Versorgungskonzepten abhängig ist.
Damit wird der „Sinn“ des eingetretenen Versorgungsengpasses und der „Disruption“ deutlich.
Dass diese überstaatliche bzw. transnationale Regie unmittelbar den industriellen Wertschöpfungsprozess trifft und zwar genau in dem Masse der aktiv herbeigeführten Reduktion des Energieflusses, wird verschwiegen und stattdessen mit dem „Sachzwang“ begründet, der Energieexport Russlands nütze allein der russischen Wirtschaft und der militärischer Rüstung. In gleicher Weise werden die stark ansteigenden Energiepreise nicht der Privatisierung der Infrastrukturen, sondern Russland in die Schuhe geschoben.
Angesprochen darauf, dass der ökonomische Schaden in einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland grösser sei als in einer Volkswirtschaft, welche unbeschränkt eigene Rohstoffe zur Verfügung hat, entgegnet der Wirtschaftsminister, Deutschland müsse zur Friedenssicherung in Europa halt eben Opfer bringen. Dies ist keine ökonomisch plausible Begründung.
Dass eine zerrüttete deutsche Wirtschaft und die daraus folgende Destabilisierung Europas keinen Beitrag zum Frieden leisten kann, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.
Anstatt Ressourcen gemeinsam zum gegenseitigen Vorteil zu nutzen, bestehen klare Absichten, eine solche Entwicklung zu unterbinden. Begleitet wird dieses Vorgehen durch das Vorrücken der NATO gegen Russland als begehrtes Rohstoffland, flankiert von vertragswidrig errichteten Raketenbasen in Polen und Rumänien, denen der Regimechange in der Ukraine im Jahre 2014 vorherging.
Nehmen wir an, es gelänge den USA in ihren wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland dort weiterzufahren, wo sie seit August 1999 ihr Ausgreifen nach den Erdgasressourcen Russlands abbrechen mussten, könnte dann die Krise des Dollar-Geldsystems gelöst werden? Die riesigen, die Realwirtschaft um ein Mehrfaches überragenden Finanzvermögen suchen Anlage. Soll ein Krieg diese Voraussetzungen schaffen? Und liegt hier die Erklärung für das offensive Vorgehen der NATO gegen die Sicherheitsinteressen Russlands, wobei ohne Rücksicht auch die Sicherheitsinteressen Westeuropas geopfert werden?
Kapital kann nur wachsen und somit Gewinn bzw. Zins abwerfen, wenn gleichzeitig die Produktion erweitert wird. Dies setzt den Verbrauch großer Energiemengen voraus. Dieser Energiebedarf kann mit alternativer Energie nicht abgedeckt werden. Die Einsparung von Rohstoffen durch Rationalisierung kann, wie wir gesehen haben, als Gewinn monetarisiert werden, wenn die Produktion ausgeweitet und dazu weiteres Geldkapital geschöpft wird. Für diese Ausweitung der materiellen Basis ist die Energiedichte der erneuerbaren Energie viel zu gering. Damit ist die Industrie Westeuropas, die von den bisherigen Erdgaszufuhr auf Drängen der USA abgeschnitten wird, gefährdet.
Anstelle des Kapitalgewinnes durch Wirtschaftswachstum auf der Grundlage des Verbrauches nichterneuerbarer fossiler Energie gibt es vor allem für die USA enorme Kapitalgewinne allein aus der Stellung des Dollars als Weltwährung. Durch die global vorherrschende Währung des Dollar findet durch die Geldschöpfung der USA ein dauernder Werttransfer von der Peripherie Eurasiens und der BRICS-Staaten nach Euramerika statt. Aufgrund der global zirkulierenden Dollarmasse konnten die USA ihren Konsum bisher mit Gelddrucken finanzieren.
Jetzt allerdings ist die Inflation in den USA angesprungen nach gut dreissig Jahren dieser ungestörten Entwicklung. Damit verengen sich auch auf der rein monetären Ebene die bisherigen Kapitalerträge.
Wie wollen die USA ihre Vormachtstellung behalten? Dieses System des Dollar als Weltwährung hat bisher die BRICS-Staaten mit Ausnahme von China daran hindert, ihren ökonomischen Rückstand gegenüber Euramerika aufzuholen. Eine Reihe von Interventionen, welche die fossile Energie weltweit verteuern, könnte ein Versuch sein, die wirtschaftliche Entwicklung der BRICS-Staaten zu bremsen oder möglicherweise mitmilitärischen Mitteln nachzuhelfen. Ziel bleibt es, die wirtschaftliche Dominanz monetär zu erhalten.
Notwendiger Interessenausgleich durch Multipolarität — Zur Funktion des Geldes in einer arbeitsteiligen Wirtschaft
Die unipolare Welt und der dingliche Geldbegriff mit Zins- bzw. Ertragsanspruch auf Geldkapital bedingen einander. Denn das Inkrement des Geldkapitals beruht zwingend auf einer ständigen Ausweitung der Kapitalverwertungssphäre. Das sich ständig ausweitende Kapital verlangt zusätzlichen Geldertrag. Damit sind die heutigen Konflikte vorprogrammiert.
Dieser aktuelle, sich maßlos steigernde Prozess gerät inzwischen an eine monetäre und an eine geographische Grenze.
Die monetäre Grenze äußert sich darin, dass eine ständig wachsende Geldmenge weit über den realwirtschaftlichen Geldwert zwingend zu schweren Krisen führen muss.
Die geographische Grenze zeigt sich darin, dass die One World Hegemonie zunehmend in Konflikt gerät mit der Diversität und dem Anspruch auf Souveränität der BRICS-Staaten und weiterer Länder und auf die geforderte Entkolonialisierung.
Die internationale Entwicklung der Arbeitsteilung beruht auf der Multipolarität der Welt und der Beziehungen zwischen den Ländern auf der Basis des gegenseitigen Vorteils. Eine solche wirtschaftliche Entwicklung durch fortschreitende internationale Arbeitsteilung nach dem Prinzip des gegenseitigen Vorteils liegt im Interesse der Handelspartner, sich gegenseitig frei zu entwickeln. Eine solche Entwicklung begründet internationale Stabilität zwischen den Handelspartnern. Aktuell stört die Hegemonie eine solche sich selbst stablisierende Entwicklung, da sie ihre ökonomische Macht laufend dazu benutzt, ungleiche Handelsbeziehungen zu erzwingen.
Zur zukünftigen Funktion des Geldes
Nach neuem Verständnis wird Kapital von der bestehenden Wirtschaft geschaffen und nicht durch den Kredit aus dem Nichts. Die Kapitalbildung erfolgt durch organisatorisch/industrielle Maßnahmen, welche Stoff- und Energiedurchsatz sowie Arbeitsaufwand senken und dadurch real Kapital für die Erweiterung des Wirtschaftsprozesses schaffen.
Diese Vorleistung bzw. dieses Kapital kann je nach den Bedürfnissen eingesetzt werden: für die Erweiterung bisheriger Produktion oder neuer Produkte, für Forschung, Entwicklung, Bildung oder Kunst, Kultur und Soziales. Dadurch erhöht sich die Kaufkraft im nationalen Währungsraum. Dabei bleibt die gesamte Währungssumme an die Bevölkerungszahl gebunden. Der Preis der Leistungen muss sich daher innerhalb der Währungssumme aufteilen, wodurch die Preise bei steigendem wirtschaftlichem Angebot entsprechend sinken und die Kaufkraft steigt. Die einzelnen Leistungen teilen sich innerhalb dem Gesamtwert der Währung. Dadurch ist jederzeit transparent, wie viel in der Volkswirtschaft investiert, verteilt und konsumiert werden kann. Der Währungsraum und die Nation sind deckungsgleich. Die Währung ist stabil an die jeweilige Zahl der Bevölkerung gebunden.
Die internationalen Handelsbeziehungen zum gegenseitigen Vorteil sichern zwischen den Staaten eine ausgeglichene Handelsbilanz.
Die internationale Arbeitsteilung schafft nicht politische Abhängigkeiten, wie sie der deutsche Wirtschaftsminister dem deutsch-russischen Gasgeschäft unterstellte. Er folgt dabei der Sicht der One Word Hegemonie, welche davon ausgeht, dass grenzüberschreitenden Wirtschaftsbeziehungen allein dem eigenen Vorteil zu dienen hätten und die internationale Politik der Ort sei, diese Interessen einseitig durchzusetzen.
Die Erkenntnis der Multipolarität der Welt und in der Folge die Reform der Geldordnung sind dringend erforderlich, um diesen gefährlichen Krisenprozess noch aufzufangen.
Zum Autor: Dipl. Arch. ETH/SIA, Raumplaner. Hans Bieri ist seit 1988 Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung Industrie und Landwirtschaft (SVIL). Die Vereinigung verfolgt seit 1918 in Folge des damaligen Generalstreiks und der Ernährungskrise wichtige stabilitätspolitische Ziele wie die Versorgungssicherheit in einem stark mit dem Außenhandel verflochtenen Land.
HB 31. August 2022
Alice Weidel (AfD) kritisiert Corona-Maßnahmen: „Grundrechte sind keine Gnadenrechte!“
Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Alice Weidel, hat die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes und die ab Oktober geltenden Corona-Zwangsmaßnahmen scharf kritisiert. Der Staat habe die Aufgabe, die Freiheitsrechte der Bürger zu schützen – diese seien unveräußerlich und keine „gewährten Gnadenrechte“, sagte die AfD-Politikerin der „Welt“. Die aktuelle Corona-Politik bezeichnete Weidel als „ultragefährlich“ für das demokratische System in Deutschland. Sie nannte es mit Blick auf die neuen Corona-Regelungen „unglaublich schockierend“, wie die „Ampel“-Regierung „die Verfasstheit eines Staates“ angreife.
Immer mehr Gesetze und Regeln einzuführen, halte sie für völlig falsch, betonte Weidel und unterstrich: „Jegliche Entscheidung, die der Staat meint, treffen zu können, verschlechtert die Dinge letzten Endes für die Bürger.“ Der FDP warf die AfD-Partei- und Fraktionschefin vor, liberale Werte immer mehr aufzugeben. Die AfD verstehe sich hingegen „als konservativ-liberale Partei in der Kontinuität des klassischen Liberalismus“. Dazu gehörten insbesondere der Schutz von Eigentums und Freiheit.
Allerdings gebe es auch Fälle, in denen der Staat eingreifen müsse, schränkte Weidel ein. Als Beispiel führte sie den Schutz von Freiheit im Kontext der Migration an. „Wenn wir nicht wissen, wer in unser Land einwandert, wenn wir die Einwanderung nicht steuern“, sei das Wohl der Bürger gefährdet. Der Fall des islamistischen Terroristen Anis Amri (Berliner Weihnachtsmarkt) habe dies in aller Deutlichkeit vor Augen geführt.
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Komiker Somuncu fühlt sich von Youtuber Flesch „missbraucht“

In seinem von Zwangsgebühren finanzierten Podcast „Schroeder & Somuncu“ regte sich der Kabbaretist Serdar Somuncu darüber auf, dass der auf Mallorca lebende Youtuber Oliver Flesch ein paar Ausschnitte aus seinem Podcasts für zwei Videos für den Deutschland-Kurier verwendete. Augenscheinlich hat es der gute Mann nicht so mit dem deutschen Zitatrecht. Obwohl – und das ist […]
Hass im Netz – ZurZeit Nr. 34
Hass im Netz – ZurZeit Nr. 34
Wie jede Woche dürfen wir Ihnen unsere aktuelle Ausgabe des Wochenmagazin ZurZeit präsentieren. Diesmal mit folgenden Thema:
Linker Hass im Netz
- Von Werner Reichel und Bernhard Tomaschitz: Linke Hassprediger Seite 30–39
- H.-C. Strache im ZZ-Gespräch Seite 30
- Rotraud A. Perner im ZZ-Gespräch Seite 34–37
- Norbert Hofer im ZZ-Gespräch Seite 38–39
Gastkommentare und Interviews:
- Manfred Tisal über den Fall Kellermayr Seite 14–15
- Alexis Pascuttini über die neue FPÖ in Graz Seite 15
- H.-C. Strache über das Wegsehen der öffentlichen Stellen bei Hass gegen Rechte Seite 30
- Rotraud A. Perner über Hass in der Gesellschaft, seine Ursachen, die Rolle von Politik und Medien Seite 34–37
- Norbert Hofer über die unehrliche Debatte über den Hass im Netz Seite 30
Was gibt es sonst noch zu lesen?
- Finnische Premierministerin: Saufen gegen Putin Seite 5
- Editorial: „Volksverräter“ Seite 6–7
- Tassilo Wallentin: Ein weiterer Kandidat Seite 7
- Hygiene Austria: Alles der Maske wegen Seite 8–10
- FP-Obmann Kickl im Sommergespräch Seite 10–11
- Farce um die Neutralität Seite 12
- Mehrheitsbeschaffer: Entzauberung der FDP Seite 16–17
- Im Daueralarm: Kriegsgefahren um Taiwan Seite 18–20
- Scheitern der Globalisten: Mehrheit für Trump Seite 21–23
- Simbabwe: Rückkehr zum Goldstandard Seite 24–25
- Klimapolitik: Rot–grüne Politik wirkt Seite 27–29
- Andreas Mölzer: Das globale Netz als Sieg der Anarchie Seite 40–41
- Feuilleton: Kirchenbeitrag gehört weg! Seite 41–42
- Wachau: Sommerfestspiele in Weißenkirchen Seite 45
- Spätsommer 1922: Aus Smyrna wird Izmir Seite 48–49
- Wissenschaft: Die Oderkatastrophe Seite 50–51
- Linksextremismus: Der ungewollte Prozess Seite 52–53
- „A schiache Sau“ Seite 55
- Linke Jagd: Hetze gegen Andersdenkende Seite 59
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Wo der Preis keine Rolle spielt: Mit 500.000 Euro-Expeditionsfahrzeug aus Ukraine nach Wien geflüchtet
Es sind Sonderfertigungen für die reichsten Menschen der Welt: Expeditionsfahrzeuge der Firma Unicat. In Wien-Brigittenau parkt so eine Rarität in der Fußgängerzone. 11 Meter lang, 23 Tonnen schwer, in Militärgrün lackiert, mindestens eine halbe Million Euro teuer – und natürlich ohne Parkschein. Nicht nur in Wien fragen sich angesichts der Flut ukrainischer Luxusfahrzeuge immer mehr Menschen, ob das Märchen der “armen ukrainischen Flüchtlinge” wirklich der Wahrheit entspricht.
Ein Kommentar von Florian Machl
Maserati, Lexus, Porsche, diverse SUVs. Speziell im ersten Wiener Gemeindebezirk ist man ukrainische Luxusfahrzeuge inzwischen gewohnt. Sie parken in der Regel im Halteverbot oder auf Kurzparkzonen, natürlich ohne dafür ein Parkticket zu lösen. Angesichts der Teuerungswelle, Inflation, Gas- und Strompreiskrise und vielen realen Problemen mehr stellen die Menschen die Frage, weshalb die so genannten “Luxusflüchtlinge” nicht einfach ihre Fahrzeuge verkaufen und vom Erlös leben, anstelle auch noch mit Steuergeld durchgefüttert werden zu müssen.
Diese Frage stellte ich auch auf Twitter – und erhielt viel Zuspruch – während ich mich zeitgleich wieder von einer Meute bezahlter System-Poster unter der Gürtellinie beschimpfen lassen musste.
Liebe Ukrainische Luxusfahrzeug-Flüchtlinge: Könntet ihr bitte ein paar Euros für eure Gastgeber spenden, damit diese sich Essen, Heizung, Treibstoff und Strom leisten können? Wär ganz lieb, Bussi! #ukraine #krise #Gaspreis #Strompreis
— Florian Machl (@FMachl) August 29, 2022
Der Luxus-Camper der in Wien-Brigittenau parkt, ist ein Sonderbeispiel für solche Luxusflüchtlinge. Klar ist nach geltender Rechtslage, dass die Eigentümer in der Ukraine ausreichend Geld auf den Tisch gelegt haben, um – speziell als wehrfähige Männer – mit ihrem Fahrzeug das Land verlassen zu dürfen. Der Wert eines MAN MD72h der Firma Unicat ist astronomisch. Der Hersteller gibt in der Regel keine Preise für seine Einzelstücke bekannt – allerdings weiß man, dass sie in etwa bei einer halben Million Euro beginnen.

Pressefotos Firma Unicat
Was man ebenso weiß, ist die Ausstattungsliste, die Sie hier nachlesen können sowie Impressionen vom Innenleben, die hier verfügbar sind.
Neben der Frage nach dem Wiener “Parkpickerl” oder einer notwendigen Zulassung in Österreich, sobald man seinen ordentlichen Wohnsitz in Wien hat, könnte man auch noch die Frage nach einer gültigen Lenkerberechtigung in Österreich stellen. Denn mit 23 Tonnen sprechen wir bei dem 6×6 Dreiachser von einem LKW – mit allen notwendigen, strengen Vorschriften. Aber der brave österreichische Steuerzahler kann sich gewiss darauf verlassen, dass die Behörden all das genau so streng geprüft haben wie bei einem kleinen einheimischen Unternehmer – nicht?
Fazit: Es kann sich glücklich schätzen, wer sich so ein exklusives Fahrzeug leisten kann. In der Ukraine herrscht ein gesetzlicher Mindestlohn von 215 Euro pro Monat, der Durchschnittslohn bei 400 Euro, in Kiew bei 600 Euro. Da kann man sich in etwa ausrechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass “arme, bedürftige Menschen” mit ihren Luxusfahrzeugen jenseits von 100.000 Euro Anschaffungskosten nach Wien geflüchtet sind. Und man kann sich in etwa ausrechnen, wie Menschen in einem der korruptesten Länder der Welt zu solchen Fahrzeugen kommen. Und man kann sich auch in etwa vorstellen, wie sich ein Wiener Mindestpensionist fühlt, der genau weiß, dass solchen Flüchtlingen vom Staat alles bezahlt wird, während er selbst überlegen muss, ob er sich wirklich jeden Tag sein Brot leisten kann. Denn die Spendierfreudigkeit des österreichischen Staates ist nicht an eine Bedürftigkeitsprüfung gebunden.
Kiew behindert IAEA-Inspektion des AKW: Die Chronologie des Tages
Acht Mäuse als “Evidenz”: EMA empfiehlt Omikron-Genspritzen
Am heutigen Donnerstag verkündeten Presseagenturen, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung für die spezifischen Corona-“Impfstoffe” gegen die Omikron-Variante empfiehlt. Dies gilt für die Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna gleichermaßen. Die Evidenz, welche dieser mutmaßlichen Freigabe zugrunde liegt, spottet jeder Beschreibung.
Acht Mäuse für ein Impf-Königreich
Während man sich bei den ursprünglichen – wirkungsarmen, aber nebenwirkungsreichen – Gen-Behandlungen gegen den Wildtyp zumindest die Mühe machte, eine klinische Studie zu fingieren, reicht den Herstellern nun der Tierversuch. Demnach hätte man an acht (!) Mäusen demonstrieren können, dass diese vermehrt Antikörper bildeten. Diese dünne Evidenz reichte vor einigen Tagen bereits aus, um die US-Zulassungsbehörde FDA milde zu stimmen.
Nun zog die EMA postwendend nach. Eine ausreichende Samplegröße unter Menschen, etwa um Nebenwirkungen ausschließen zu können, ist offenbar nicht mehr vorgesehen. Zwar spricht das Originaldokument von der Absicht klinischer Studien. Doch die Resultate werden erst im Oktober oder November erwartet. Ahnt man etwa bereits, dass die Wirksamkeit zu niedrig und die Nebenwirkungsrate zu groß für eine Zulassung sein könnte?
Auf die absurde Lage wies ein Mediziner schockiert hin:
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Kleine Studien: Bei Gen-Spritzen hui, bei wirksamen Mitteln pfui
Die Argumentation der Corona-Jünger ist umso absurder, wenn man deren bisherige Arznei-Argumentation bedenkt. So etwa, als zahlreiche kleine Studien die mutmaßliche Wirksamkeit des nobelpreisgekrönten Antiparasitikums Ivermectin gegen schwere Corona-Verläufe bescheinigten. Seine Kritiker ließen dieses medial als “Pferdeentwurmungsmittel” vernadern. Gaben sie sich wenigstens einer offenen Diskussion hin, verwiesen sie stets auf menschliche Samplegrößen, die angeblich zu klein seien, um Schadwirkungen ausschließen zu können.
Nun zeigt sich endgültig: Der Impf-Lobby ging es nie um Samplegrößen, ernsthafte Studien oder gesundheitliche Bedenken. Für ihr heiliges Impf-Experiment ist ihnen alles billig. Nach der weitgehenden Wirkungslosigkeit der vielfach tödlichen “Original”-Spritzen gibt man den Hersteller der Schrott-Vakzinen einen Vertrauensvorschuss auf der Basis von acht Mäusen. Natürlich unter den Jubelpersern befand sich der SPD-Panikguru und deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Er erhofft sich einen “sehr viel besseren” Impfschutz”. Aber gut, er behauptete ja bei deren Vorgängern auch schon faktenwidrig, dass diese “nebenwirkungsfrei” seien…
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Fachmedizin: Wirksamkeit ist “hart vorherzusagen”
Gerechterweise sollte man sagen: Variantenspezifische Spritzen wurden nicht ausschließlich an Mäusen erprobt, das gilt “nur” für die neuen BA4/BA5-Omikron-Subvarianten. Sehr wohl an Menschen getestet wurden BA1-spezifische Präparate. Dieser Typ kursiert aktuell allerdings in keinem Land mehr – und die Kreuzimmunität zwischen BA1 und BA4/5 wird sogar von Mainstream-Experten infrage gestellt.
Der kritische Forscher Stefan Homburg teilte einen Artikel der renommierten Fachzeitschrift “Science”. Selbst dort ist die Rede davon, dass die Wirksamkeit der neuen Spritzen “hart vorherzusagen ist.” Dies habe auch damit zu tun, welche Variante zum Zeitpunkt der Impfgabe dominant ist. Sprich: Sogar “die Wissenschaft”, auf die sich Lauterbach beruft, ist sich unsicher, wie sinnvoll und notwendig die neue Geldmühle der Pharma-Konzerne ist.
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Twitter: #8Mäuse trendet
Die Twitter-Nutzer vernehmen die Botschaft der Impf-Lobby. Einzig: ihnen fehlt der Glauben, dass diese mangelhaft erprobte Spritze nun der “Game Changer” sein soll. Und wie von Homburg angedeutet, machen sie such unter dem Hashtag #8Mäuse über die Zulassungsmodalitäten und die damit einhergehende Total-Entlarvung der Corona-Paniker-Blase lustig. Dieser Nutzer probierte es mit schneidender Ironie:
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Geradezu fabelhaft soll die Wirkung sein… oder etwa nicht?
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Angeblich soll ja ein Bild manchmal mehr als tausend Worte aussagen:
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Diese Nutzerin drehte den Spieß um und vertrat die Ansicht, dass sich selbst die kleinen Nager wohl vor den gefährlichen Spritzen zieren würden. Dies wurde mit dem tragischen Ableben zweier Mäuse aus der Testgruppe untermauert.
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Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Auch Kinderlieder wurden dem Anlass entsprechend angepasst.
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Der Mainstream hat nach Monaten der lückenhaften und verdrehten Berichterstattung kein sonderlich gutes Standing bei den Kritikern mehr. Satirisch schlägt man der Systempresse schon neue Überschriften vor…
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Oder ist es eine Erfolgsgeschichte, die sogar Hollywood erzählen sollte? Die ersten Postervorschläge wären bereits da:
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Auch wenn sich weitgehend die Belustigung über die Dummdreistigkeit breitmachte, dass man den Menschen eine Impfung anhand einer Mini-Mausstudie für “wirksam” verkauft, erinnerten manche Zeitgenossen dennoch an den eigentlichen Ernst der Lage.
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Gorbatschow wollte niemals die NATO an Russlands Grenzen

Von KEWIL | Es ist unverschämt, wie westliche Politik und Presse den Tod von Michail Gorbatschow diese Woche ausschlachten. Sämtliche deutschen und europäischen Politiker halluzinieren einen riesigen politischen Meinungsunterschied zwischen dem kriegerischen, bösen Putin und dem vorbildhaften, friedfertigen Gorbatschow beim Thema Ukraine und NATO herbei, den es eigentlich seit mindestens 20 Jahren nicht mehr gab. […]
Video: Die kaputte Welt wohlhabender ARD-Journalisten
Sind fossile CO↓2-Emissionen nun gut oder schlecht?
Dies ist die Abschrift meiner Grundsatzrede vor der AAPG-Abteilung für berufliche Angelegenheiten auf dem zweiten Internationalen Treffen für angewandte Geowissenschaften und Energiekongress im George R. Brown Convention Center in Houston am 30. August 2022, die ich geringfügig bearbeitet habe, um sie in das Format eines Blogbeitrags zu bringen.
In der großen Klimawandel-Debatte zwischen dem emeritierten Princeton-Professor William Happer und dem Professor der Universität Melbourne, David Karoly, wurde ihnen vom Moderator James Barham die folgende Frage gestellt:
„Die offizielle Position des IPCC lässt sich in vier Behauptungen zusammenfassen: Die globale Erwärmung ist eine wohlbekannte Tatsache; sie ist vom Menschen verursacht; sie ist ein großes Problem für die Menschheit; und es sind konzertierte globale Regierungsmaßnahmen erforderlich, um sie zu bekämpfen.“
James Barham und TheBestSchools.org
In diesem Vortrag werden wir nur einen Teil des zweiten und dritten Teils der Frage behandeln, die wir folgendermaßen formulieren: „Ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Abgabe von CO2 und anderen Treibhausgasen an die Atmosphäre eine gute Sache oder eine schlechte Sache für die Menschheit?“ Die anderen Facetten der Frage sind in meinem neuesten Buch gut behandelt. Ein großer Teil dieses Vortrags stammt aus Kapitel 10.
Als Antwort auf die Frage schrieb Professor Happer:
„Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen eine schädliche Wirkung auf das Klima haben werden. Ganz im Gegenteil, es gibt sehr gute Beweise dafür, dass der bescheidene Anstieg des atmosphärischen CO2 seit Beginn des Industriezeitalters bereits gut für die Erde war und dass mehr davon noch besser sein wird.“. – Professor William Happer
Die Antwort von David Karoly:
„Die Wissenschaft hat festgestellt, dass es praktisch sicher ist, dass der Anstieg des atmosphärischen CO2 durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe einen Klimawandel verursachen wird, der erhebliche negative Auswirkungen auf die Menschheit und die natürlichen Systeme haben wird. Daher sind sofortige, strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowohl gerechtfertigt als auch notwendig.“ – Professor David Karoly
Mit „Wissenschaft“ meint Karoly die Ansichten und Meinungen des IPCC und anderer Organisationen, die glauben, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel gefährlich ist. Wissenschaft ist eine organisierte Debatte, bei der beide Seiten ihre Daten und Analysen vorlegen, und schließlich wird eine Seite durch den Vergleich ihrer Projektionen mit zukünftigen Beobachtungen als richtig befunden, spülen und wiederholen. Wissenschaft ist keine Sache, keine Person, kein Peer-Review und kein Konsens; sie ist ein Prozess. Wissenschaftliche Theorien werden durch Beobachtungen bestätigt, nicht durch die Meinung von Wissenschaftlern oder Regierungsvertretern.
Die beiden oben dargelegten Ansichten, beide von sehr qualifizierten und angesehenen Klimawissenschaftlern, schließen sich gegenseitig aus – welche ist richtig? Wir werden die Daten untersuchen, wie sie heute vorliegen, und Sie können dann entscheiden. Die Beobachtungen unterstützen Happers Ansicht. Die Modellprojektionen des zukünftigen Klimas unterstützen in extremen Szenarien die Ansicht von Karoly. Wie hoch sind die Kosten für die Abschaffung oder Einschränkung fossiler Brennstoffe? Ist es billiger und sinnvoller, sich an den Klimawandel anzupassen? Alles gute Fragen.
Karoly verlässt sich sehr auf den IPCC. Wie viel Erwärmung ist gefährlich? Der IPCC behauptet, dass 1,5 °C über der vorindustriellen Temperatur (vor 1750) gefährlich sein könnten, und 2 °C sind definitiv gefährlich. Der Ursprung der Zwei-Grad-Grenze ist fadenscheinig und wird von Rosamund Pearce in einem gut referenzierten Blogbeitrag bei Carbon Brief diskutiert. Die ursprüngliche Referenz ist eine Studie von William Nordhaus aus dem Jahr 1977, der fälschlich behauptet, dass zwei Grad außerhalb der Beobachtungsspanne der letzten 100.000 Jahre liegen. Eine andere Begründung für den Grenzwert liefert er nicht. Im Grunde gibt es weder für die 2-Grad- noch für die 1,5-Grad-Grenze eine wissenschaftliche Rechtfertigung, wie David Victor und Charles Kennel 2014 in Nature feststellten.
Ein späterer Bericht des Stockholmer Umweltinstituts aus dem Jahr 1990 räumte ein, dass die Festlegung eines Ziels für die globale Erwärmung schwierig und mit Unsicherheit behaftet ist. Der einzige Grund, den sie für die Festlegung eines Ziels anführen, ist die Möglichkeit, den Fortschritt in Richtung des Ziels zu messen. Sie geben zu, dass das Ziel einfach darin besteht, die Emissionen aus fossilen Brennstoffen zu reduzieren, aber der Grund, warum dies notwendig ist, ist mit Unsicherheiten behaftet, weshalb ein sichtbares und festes „Ziel“ erforderlich ist. Aus dem Bericht:
„Wenn es schon kein allgemeines Einvernehmen über die Nützlichkeit von klimapolitischen Zielen gibt, dann erst recht nicht darüber, wie solche Ziele aussehen sollten.“ – Stockholmer Umweltinstitut
In dem Bericht wird lediglich spekuliert, dass 2 °C globale Erwärmung ungewöhnlich und möglicherweise gefährlich sind. Soweit ich weiß, ist das immer noch der Fall, es gibt keine erkennbare Gefahr durch 2°C globale Erwärmung.
Es gibt zwei Fragen zu erörtern. Erstens: Hat Happer recht, und mehr CO2 ist besser? Oder hat Karoly Recht, und mehr CO2 wird einen gefährlichen Klimawandel verursachen? Zweitens: Ist die Erwärmung gut oder schlecht? Wie viel Erwärmung ist schlecht?
Was ist die vorindustrielle Zeit? War sie eine gute Zeit? Der IPCC definiert die vorindustrielle Zeit als vor 1750, aber die globalen Zahlen, die er für diesen Zeitraum verwendet, stammen notwendigerweise aus den Jahren 1850-1900. Dies sind die frühesten verfügbaren globalen Temperatur- und CO2-Konzentrationen. Offensichtlich waren große Teile Europas, Asiens und Nordamerikas bereits vor 1850 industrialisiert.
Abbildung 1. Yair Rosenthals Temperaturrekonstruktion des 500-Meter-Wassers im indonesischen Durchfluss. Klicken Sie hier, um die Graphik in voller Auflösung zu sehen.
Abbildung 1 zeigt eine rekonstruierte Temperaturaufzeichnung von benthischen Foraminiferen, die etwa 500 Meter unter der Meeresoberfläche im indonesischen Durchfluss [Makassar-Straße] leben. Die Rekonstruktion wurde von Yair Rosenthal und Kollegen erstellt und in der Zeitschrift Science veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Meerespassage durch die indonesischen Inseln, die den Pazifik vom Indischen und Südlichen Ozean trennt. Die Wassertemperaturen dort reflektierenn größtenteils die Temperatur im nördlichen und tropischen Pazifik, werden aber in geringerem Maße vom Indischen und Südlichen Ozean beeinflusst. Ich ziehe diese Temperaturrekonstruktion den verschiedenen Rekonstruktionen der grönländischen Eiskerne vor, weil sie einen viel größeren Teil des Klimasystems der nördlichen Hemisphäre repräsentiert. Abgesehen davon ähnelt diese Rekonstruktion den Rekonstruktionen der grönländischen Eiskerne sowohl in Form als auch in der Amplitude.
Auf der Nordhalbkugel leben die meisten Menschen, und dort gibt es die meisten Langzeit-Temperaturproxys. Temperaturproxys in der südlichen Hemisphäre sind selten. Außerdem sind die jüngsten Erwärmungstrends auf der Südhalbkugel viel geringer als auf der Nordhalbkugel.
Diese Rekonstruktion zeigt einen Temperaturrückgang von etwa 3 °C von 4500 v. Chr. bis zum Beginn der Kleinen Eiszeit um 1750 n. Chr. Bo Vinthers Rekonstruktion der Temperatur im grönländischen Eiskern zeigt ebenfalls einen Rückgang um drei Grad, wie in Abbildung 2 dargestellt [in deutscher Übersetzung hier]. Versuche von hemisphärischen Rekonstruktionen, wie Michael Manns Hockeyschläger, unterschätzen immer die Temperaturvariabilität aufgrund der Mittelwertbildung unterschiedlicher Temperaturproxies und ihrer zwangsläufig ungenauen radiometrischen Daten.
Abbildung 2. Eine Darstellung der Rekonstruktionen der grönländischen Eiskerne von Richard Alley, Bo Vinther und Takuro Kobashi.
Zu dieser Graphik: Die Rekonstruktion von Kobashi reicht nur bis 2000 v. Chr. zurück. Alleys Rekonstruktion ist zwar häufiger zu sehen, aber sie ist nicht höhenkorrigiert und während des sehr warmen holozänen Klimaoptimums von 8000 bis 4500 v. Chr. unregelmäßig. Die Rekonstruktion von Vinther ist für Höhenänderungen korrigiert und zeigt ein ausgeprägtes holozänes Klimaoptimum, in welchem es über drei Grad wärmer war als in der vorindustrielle Periode. Die Referenzen und weitere Informationen sind hier und hier zu finden.
Es scheint also wahrscheinlich, dass die Temperaturen der nördlichen Hemisphäre im holozänen Klimaoptimum (etwa 9000 v. Chr. bis 4200 v. Chr.) um mehr als drei Grad höher waren als in der vorindustriellen Periode, die auch als Kleine Eiszeit bezeichnet wird. Der vorindustrielle Grenzwert des IPCC von 1750 n. Chr. ist in Abbildung 1 mit einer vertikalen blauen Linie dargestellt. Die heutige Temperatur in 500 Metern Höhe, gemittelt von 2006 bis 2016, ist als roter Kasten dargestellt. Die heutigen Daten stammen von Viktor Gouretski von der Universität Hamburg. Die dargestellte Rosenthal-Rekonstruktion hat alle zwanzig Jahre einen Wert, der Temperaturfehler beträgt etwa ein Drittel Grad, und die allgemein akzeptierte zeitliche Auflösung liegt bei plus/minus 50 Jahren.
Wenn wir 1,5 Grad zur heutigen Temperatur hinzuzählen, kommen wir auf 9,2 °C, was ungefähr der Temperatur im indonesischen Durchfluss entspricht, die während der römischen Warmzeit (RWP) herrschte, oder der Temperatur, als Platon lebte und lehrte. Es ist deutlich mehr als ein Grad kühler als während des holozänen Klimaoptimums, als sich die menschliche Zivilisation und die Landwirtschaft entwickelte. Wir sehen in dieser Rekonstruktion keinen Hinweis darauf, dass 1,5 oder gar 2 °C Erwärmung in der Vergangenheit ein Problem waren.
Es gibt auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die vorindustrielle Periode ein guter Standard für die globale Temperatur ist. Es war die kälteste Periode im gesamten Holozän. Die Kleine Eiszeit fand nicht überall auf der Welt zur gleichen Zeit statt, aber sie kam einer Rückkehr zu eiszeitlichen Bedingungen in den letzten 12 000 Jahren am nächsten. In Europa, Grönland und Nordamerika war die kälteste Zeit von etwa 1650 bis 1750 n. Chr. und fiel mit dem Maunder-Minimum zusammen, einer Periode geringer Sonnenaktivität von 1645 bis 1715. In der Rosenthal-Aufzeichnung war die kälteste Zeit von etwa 1800 bis 1815.
Kälteperioden traten in der vorindustriellen Zeit häufig auf und bereiteten der Menschheit viele Probleme. Das ausgezeichnete Buch von Paul Homewood und Wolfgang Behringer A Cultural History of Climate sowie ein Artikel von Geoffrey Parker bieten uns eine Vielzahl historischer Beispiele. Überall auf der Welt erreichten die meisten Gletscher ihre maximale Ausdehnung im Holozän während der Kleinen Eiszeit. In Chamonix, Frankreich, verschluckten sie ganze Dörfer, während sie vorrückten.
Im Jahr 1675 gab es keinen Sommer, und es war der zweitkälteste Sommer der letzten 600 Jahre in Nordamerika, wie die Proxy-Daten belegen. Der Winter von 1657-1658 war besonders brutal. Sowohl die Massachusetts Bay als auch der Delaware River froren zu, so dass Menschen und Hirsche auf dem Eis übersetzen konnten. Die Ostsee fror so stark zu, dass Pferde und beladene Wagen von Gdansk (Polen) bis zur Halbinsel Hel über 10 Meilen nördlich der Stadt übersetzen konnten. Der folgende Sommer war jedoch in Italien und Griechenland übermäßig heiß. In Indien fiel in diesem Jahr der Monsun aus, was zu einer verheerenden Hungersnot führte.
Zwischen 1660 und 1680 suchten mehr Taifune Südchina in der Provinz Guangdong heim als je zuvor in der Geschichte. Im Jahr 1666 wurde England von einem Hagelsturm heimgesucht, dessen Hagelkörner teilweise die Größe eines Tennisballs erreichten.
Ein enorm zerstörerischer Hurrikan traf 1666 die Karibikinseln Guadeloupe und Martinique. Er forderte 2.000 Todesopfer und zerstörte eine Küstenbatterie mit drei Meter dicken Mauern sowie zahlreiche Schiffe.
In Ägypten gab es in den 1670er Jahren viele sehr strenge Winter, und die Menschen begannen, Pelzmäntel zu tragen, etwas, das es in Ägypten zuvor noch nie gegeben hatte. In den 1680er Jahren wurde die afrikanische Sahelzone von einer schweren Dürre heimgesucht, und der Tschadsee erreichte den niedrigsten jemals gemessenen Wasserstand.
Der Winter 1691-1692 war sehr streng, hungrige Wölfe drangen in Wien ein und griffen Männer und Frauen auf der Straße an. Alle Kanäle in Venedig froren zu, und die Mündung des Nils war eine Woche lang mit Eis bedeckt. Die Kälte der 1690er Jahre verursachte eine große Hungersnot in Nordeuropa, bei der die Hälfte der Bevölkerung Finnlands und 15 % der Bevölkerung Schottlands starben. Die schottische Hungersnot war ein wichtiger Faktor für die erzwungene Union mit England. Zwischen die kalten Jahre mischten sich gelegentlich Sommer mit großer Hitze und Trockenheit, wie die Sommer 1693 und 1694, als die Hitze sowohl in England als auch in Italien unerträglich war. Los Niños traten während der kleinen Eiszeit häufiger auf als heute. Dieser Prozess kann während des El Niño-Ereignisses selbst hohe atmosphärische Temperaturen verursachen, aber der El Niño kühlt die Erde schließlich ab, sobald die atmosphärische Wärme abgestrahlt wird. Wenn die Abkühlung aufhört, werden die Los Niños immer seltener.
Im Jahr 1715 suchte ein verheerender Hurrikan die Bahamas und Florida heim und tötete zwischen 1.000 und 2.000 Menschen. In jenem Winter herrschten in Paris -20°C. In London fand in jenem Jahr auf der zugefrorenen Themse ein Frostfest statt, mit Lagerfeuern, an denen Ochsen geröstet wurden, Kutschen, die auf dem Eis fuhren, und Schlittschuhlaufen.
Wir haben den Schwerpunkt auf den schlimmsten Teil der Kleinen Eiszeit (1650-1715) gelegt, aber insgesamt dauerte sie von etwa 1300 bis 1850. Die erste außergewöhnliche Kälteperiode der LIA begann an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeiten, aber in Europa begann sie um 1310 mit einer Reihe sehr kalter und nasser Winter, die bis 1330 andauerten. Zunächst waren die Ernten zwar schlecht, aber ausreichend, doch um 1315 begann die große Hungersnot, auf die von 1346 bis 1352 der Schwarze Tod folgte, der mehr als ein Drittel der europäischen Bevölkerung tötete.
In der europäischen Gesellschaft gab es kein Konzept des Zufalls, immer war jemand an der Katastrophe schuld. Entweder war es eine Person oder eine Gruppe, die die Katastrophe verursachte, oder es war eine Sünde, die Gott dazu veranlasste, die Katastrophe zu verursachen. Sie glaubten nicht, dass die Natur allein handelte. So dauerte es nicht lange, bis die Juden für die Hungersnöte, die Kälte und die Überschwemmungen verantwortlich gemacht wurden. Tausende von ihnen wurden getötet. Später, um 1400, waren es dann Hexen, wie der in Abbildung 3 gezeigte Holzschnitt von 1486 zeigt. Auf dem Holzschnitt ist eine Hexe zu sehen, die mit dem Kieferknochen eines Esels einen Hagelsturm heraufbeschwört. Zwischen 1500 und 1700 wurden mehr als 50.000 angebliche Hexen getötet.
Der aktuelle „Klimakonsens“ ist nicht das erste Mal in der Geschichte, das Wetter auf menschliche Aktivitäten zurückführt. Dies ist ein wiederkehrendes Thema in der Geschichte der Menschheit. Abbildung 3 stammt aus Behringers Buch, etwas mehr über sein Buch finden Sie hier.
Dies ist eine kurze Einführung in die vorindustrielle Zeit, also in das „Standardklima“ des IPCC, an dem unsere derzeitigen globalen Durchschnittstemperaturen gemessen werden. Der Tiefpunkt der Kleinen Eiszeit fällt mit dem Großen Solaren Minimum von Maunder und dem kältesten Teil des jüngsten Hallstatt-Bray-Zyklus zusammen. Nach großen solaren Minima und Hallstatt-Bray-Kälteperioden erholt sich das Klima immer wieder. Die eigentliche Frage ist, warum die Kleine Eiszeit nicht zu einer vollen Eiszeit wurde – und nicht, warum es danach warm wurde. Ich denke, dass unser derzeitiges Wetter besser ist als das vorindustrielle. Wahrscheinlich ist die nächste volle Eiszeit bereits eingeläutet und wird in 1.500 bis 2.500 Jahren beginnen. Unsere größte Herausforderung im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist die Frage, wie wir uns darauf einstellen können. Die globale Erwärmung ist nichts im Vergleich dazu.
Nun haben wir die Begriffe, die in der Frage an Happer und Karoly verwendet wurden, und ihre ersten Antworten definiert und erklärt. Schauen wir uns ihre Ansichten in Abbildung 4 an. Karoly ist der Meinung, dass zusätzliche CO2-Emissionen gefährlich sind, weil sie zu schwerwiegenden Veränderungen des Klimas, insbesondere zur globalen Erwärmung, führen werden. Wir haben gerade gesehen, dass das Klima in der vorindustriellen Zeit möglicherweise ungünstiger war als heute. Karoly räumt zwar ein, dass zusätzliches CO2 für Pflanzen und Nutzpflanzen von Vorteil ist, aber er hält die Probleme des Klimawandels für größer als die Vorteile.
Abbildung 4. Die positiven Aspekte des zunehmenden CO2-Gehaltes und der globalen Erwärmung (hier).
Happer geht im Detail auf die Vorteile von mehr CO2 für die Pflanzenwelt ein. Auf der linken Seite von Abbildung 4 sehen wir das Ergebnis eines kontrollierten Experiments von Dippery et al. (1995). Bei der CO2-Konzentration des letzten Gletschermaximums wächst die Pflanze in 14 Tagen nur sehr wenig, bei einer CO2-Konzentration von 350 ppm aus der Zeit um 1990 ist das Wachstum robust. Bei einer zukünftigen Konzentration von 700 ppm wird deutlich mehr Wachstum erzielt. Rechts sehen wir die Ergebnisse der Studie von Zaichun Zhu über die Ergrünung der Erde aus der Zeitschrift Nature Climate Change.
Die obere Abbildung ist eine Karte, die zeigt, wo die Begrünung stattfindet, wobei Satellitendaten zur Schätzung der Veränderung des Blattflächenindex (LAI) von 1982-2009 verwendet wurden. Zhu hat für diese Schätzungen drei Satellitendatensätze verwendet, die alle zeigen, dass die Erde deutlich grüner geworden ist. Die obere Karte verwendet den Globmap-Datensatz. Wo sie grün, blau oder rosa ist, gab es 2009 eine größere Pflanzendecke. Wo sie gelb oder rot ist, ist das Gebiet braun geworden und hat weniger Pflanzenbewuchs. Der größte Teil der Welt ist heute viel grüner als 1982.
Insgesamt berichtet Zhu, dass 21 bis 46 % der globalen Vegetationsfläche heute grüner und weniger als 4 % brauner sind. Seine Simulationen zeigen, dass 70 % der Begrünung auf zusätzliches CO2 zurückzuführen sind. Die untere Karte ist eine Simulation der Begrünung nur aufgrund von CO2. Der linke rote Balken im Histogramm ist die beobachtete Ergrünung, und die rechten Balken zeigen die modellierten Komponenten der verstärkten Ergrünung, grün ist die CO2-Komponente, der Klimawandel oder die Erwärmung ist gelb dargestellt, blau ist die zusätzliche Stickstoffdeposition, und lila ist die zusätzliche Anbaufläche. Diese Ergebnisse stammen aus einem Multi-Modell-Ensemble-Mittelwert, abgekürzt als „MMEM“.
Generell zeigen Beobachtungen und Modellierungen, dass die Zufuhr von CO2 in die Atmosphäre dem Pflanzenleben zugute kommt, was wiederum unser Leben verbessert.
Abbildung 5 ist ein interessantes Diagramm der weltweiten Kohlenstoffemissionen und Maiserträge von 1860 bis 2020. Die Grafik stammt von der CO2-Coalition. Die Maiserträge stammen von Bob Nelson in Purdue und die CO2-Daten von der CO2-Datenbank der Appalachian State University, die von Gilfillan et al. gepflegt wird. Sie zeigt den Zusammenhang zwischen steigenden CO2-Werten und Ernteerträgen.
Abbildung 6. Zunehmendes CO2 und globale Erwärmung, das Schlechte (hier).
Das IPCC behauptet, dass die globale Erwärmung zu einem schnelleren Anstieg des Meeresspiegels, extremeren Wetterereignissen, sinkenden landwirtschaftlichen Erträgen und einer Senkung des pH-Werts der Ozeane, der so genannten Versauerung der Ozeane, führen wird. Es geht davon aus, dass diese Trends in der Zukunft Probleme verursachen werden. Doch was zeigen die Daten in Abbildung 6? Das NOAA-Diagramm des Meeresspiegels, oben in der Mitte, zeigt eine gewisse Beschleunigung des Meeresspiegel-Anstiegs, der Zeitraum von 1880 bis 1970 ist sehr linear, mit einem Anstieg des Meeresspiegels um fünf Inch [12,7 cm] pro Jahrhundert. Von 1971 bis 2022 beträgt die Rate 9 Inch [23 cm] pro Jahrhundert, ein Anstieg, aber immer noch nicht sehr beängstigend. Immerhin beträgt der tägliche Tidenhub im offenen Ozean zwei Fuß [60 cm] und in vielen Küstengebieten noch viel mehr. Rechts neben den NOAA-Daten zum Meeresspiegel befindet sich ein Diagramm, das den Anstieg des Meeresspiegels seit dem letzten glazialen Maximum zeigt. Sie zeigt, dass der Anstieg des Meeresspiegels in der Vergangenheit viel höher war, insbesondere vor 5000 v. Chr. während des holozänen Klimaoptimums, als die menschliche Zivilisation begann.
Wie das Histogramm von Roger Pielke Jr. unten links in Abbildung 6 zeigt, sind die Kosten für wetterbedingte Katastrophen im Verhältnis zum weltweiten BIP in den letzten 30 Jahren rapide gesunken. Er hat auch die Gesamtzahl der klima- oder wetterbedingten Katastrophen aus der EM-DAT-Datenbank seit dem Jahr 2000 aufgetragen, und die Gesamtzahl ist ebenfalls rückläufig. Das ist nicht überraschend, denn die Nächte erwärmen sich schneller als die Tage und die Winter mehr als die Sommer. Kurzum, das Wetter wird mit der Zeit milder, weniger extrem, nicht mehr.
Und schließlich hat Bjorn Lomborg in seiner Studie 2020 gezeigt, dass die Zahl der klima- und wetterbedingten Todesfälle seit 1920 drastisch zurückgegangen ist, während die nicht klimabedingten Todesfälle aufgrund von Naturkatastrophen weit weniger zurückgegangen sind, wie in Abbildung 6 unten rechts zu sehen ist. Kurz gesagt, es gibt keinen Beweis dafür, dass der Anstieg des Meeresspiegels oder extreme Wetterverhältnisse heute ein Problem darstellen.
Abbildung 7. Ernteerträge und Ozeanversauerung (hier).
Abbildung 7 zeigt den Austausch zwischen Happer und Karoly über die Versauerung der Ozeane und die Entwicklung der landwirtschaftlichen Erträge. Die linken Diagramme zeigen die weltweiten Trends in der Getreideproduktion (oberes Diagramm) und die Anzahl der pro Person verfügbaren Nahrungskalorien (unteres Diagramm) seit 1961. Beide nehmen in einem nahezu linearen Trend zu. In den vorangegangenen Abbildungen haben wir gesehen, dass die Korrelation zwischen den steigenden CO2-Emissionen und den Maiserträgen seit 1860 auffällig ist; und Zhu schätzt, dass 70 % des zunehmenden Pflanzenwachstums auf steigendes CO2 und höhere Temperaturen zurückzuführen sind. Hier gibt es keine Anzeichen für Probleme.
Ozeanversauerung ist ein falscher Begriff. Der pH-Wert des Oberflächenwassers der Ozeane liegt bei etwa 8,1, was basisch und nicht sauer ist. Tatsächlich schwankt der pH-Wert zwischen 8 und 8,25, was vor allem vom Breitengrad abhängt; in den Tropen ist er etwas niedriger und an den Polen etwas basischer. Der pH-Wert nimmt in der Regel mit der Wassertiefe, der Nähe zum Land und der Jahreszeit ab und kann in seltenen natürlichen Umgebungen Werte von bis zu 6 (wirklich sauer) erreichen. Alle Muscheltiere und Fische verfügen über eingebaute Abwehrmechanismen, die sie vor Veränderungen des pH-Werts in diesem natürlichen Bereich schützen. Der Rückgang des pH-Werts seit 1770, der vermutlich auf den Anstieg des CO2-Gehalts zurückzuführen ist, beträgt etwa 0,11, wobei die größte Veränderung in der Arktis zu verzeichnen ist, wo der pH-Wert um 0,16 gesunken ist. Das sind sehr kleine Veränderungen, und Fische und Schalentiere erleben diese Art von Veränderungen jeden Tag.
Der pH-Wert schwankt an der Meeresoberfläche zwischen Tag und Nacht stärker, als sich der Durchschnittswert seit 1770 verändert hat. Wenn der Ozean tagsüber CO2 aufnimmt, wird es vom Phytoplankton für die Photosynthese rasch absorbiert. In der Nacht, wenn das Phytoplankton atmet, sinkt der pH-Wert um etwa 0,7 Einheiten. Für die Fische im Wasser ist das natürlich kein Problem.
Wie rechts in Abbildung 7 dargestellt, korrodieren einige tote Pteropoden, wenn sie auf den Meeresboden fallen. Der Meeresboden kann korrosiv sein. Diese obere Abbildung wurde in der Debatte als Beweis dafür angeführt, dass ein abnehmender pH-Wert für geschälte Tiere gefährlich ist. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn das Tier mit Schale bereits tot ist. Unter den toten Pteropoden ist ein lebender Pteropode abgebildet, dem es gut geht, weil er ein Periostracum hat, das den pH-Wert in der Region reguliert, in der das lebende Tier seine Schale bildet. Das Periostracum kann externe pH-Werte von weit über 8,3 bis 6 mit Leichtigkeit verarbeiten. Es werden keine pH-Werte außerhalb dieser Bereiche projiziert.
Was das australische Great Barrier Reef betrifft, so zeigen die in Abbildung 7 dargestellten Daten des Australian Institute of Marine Science, dass es derzeit eine Rekordmenge an Korallen enthält. Dem Riff geht es gut und es ist nicht in Gefahr.
Die wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung und des steigenden CO2-Ausstoßes wurden in der Debatte nur gestreift, aber wir möchten die Arbeit von Yale-Professor William Nordhaus zur Ökonomie des Klimawandels erwähnen. Nordhaus erhielt 2018 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeit über die Ökonomie des Klimawandels. Die Grafiken in Abbildung 8 stammen aus seiner Nobelpreis-Dankesrede, die er 2018 in Schweden hielt. Seine Analyse der vom IPCC geschätzten Kosten der globalen Erwärmung und der Kosten für die Verringerung oder Beseitigung der CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen zeigt, dass der wirtschaftlich optimale Weg zur globalen Erwärmung die orangefarbene Linie ist, die in der linken Grafik mit Dreiecken gekennzeichnet ist. Die Y-Achse ist der Anstieg der globalen Temperatur in Grad C. Der optimale Pfad führt zu einer Erwärmung um 4 Grad bis 2130. Das rechte Diagramm vergleicht die Kosten für die Verringerung der Nutzung fossiler Brennstoffe (rot) mit den zukünftigen Kosten für die Vermeidung der Erwärmung (grün), wie sie vom IPCC geschätzt werden. Das optimale Szenario wird mit einem Basisszenario verglichen, bei dem nichts unternommen wird, und mit Fällen, in denen die CO2-Emissionen verringert werden, um die Erwärmung in den nächsten 100 bis 200 Jahren unter 2 und 1,5 Grad zu halten.
Nordhaus wählte ein extremes Szenario für die globale Erwärmung, das nicht mit den Beobachtungen übereinstimmt, wie wir in Abbildung 9 sehen. Es handelt sich also um eine Analyse der möglicherweise überhöhten Kosten aufgrund der überhöhten prognostizierten Erwärmung. Dennoch ist klar, dass wir es uns nicht leisten können, die Nutzung fossiler Brennstoffe zu reduzieren, um die Erwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen, da die Kosten für die Eindämmung einfach zu hoch sind.
[Hervorhebung vom Übersetzer]
Abbildung 9. CO2-Emissionsszenarien im Kontext (hier).
Auf der rechten Seite dieser Folie sehen wir eine realistische Einschätzung der verschiedenen CO2-Emissionsszenarien des IPCC. Die Zusammenfassung stammt aus einem Artikel in Nature aus dem Jahr 2020 von Zeke Hausfather und Glen Peters, beide Wissenschaftler sind keine Skeptiker oder „Leugner“. Sie gehören zum Mainstream und sind verärgert darüber, dass die extremen und sehr unwahrscheinlichen Szenarien RCP8.5 und das neuere Szenario AR6 SSP3-7.0 in den Medien als „business as usual“ dargestellt werden. Dabei stellen beide eine „unwahrscheinliche, risikoreiche Zukunft“ dar, die in der Fachliteratur diskreditiert wurde.
Nordhaus‘ optimales Szenario ist wie das zweite von oben in Abbildung 9, beschriftet mit „Unlikely“ (unwahrscheinlich), in dem die Temperaturen bis 2100 um 4 °C steigen (Nordhaus, 2018, S. 452). Die jüngsten Beobachtungen liegen deutlich unter diesem Szenario und folgen dem RCP4.5-Szenario. Um einen geologischen Kontext zu schaffen, zeigen wir das RCP4.5-Niveau von CO2 im Jahr 2100 auf einem Diagramm der CO2-Konzentration der letzten 500 Millionen Jahre. Wie Sie sehen können, wurde dieses CO2-Niveau vor 50 bis 20 Millionen Jahren um das PETM (Paleozän-Eozän-Thermal-Maximum) herum überschritten, als die Temperaturen wahrscheinlich zehn Grad höher waren als heute. Dies war auch die Zeit, in der sich unsere Vorfahren, die Primaten, entwickelten und weit über die Welt verbreiteten. Primaten, andere Säugetiere, neue Schildkröten- und Eidechsenarten und viele Pflanzen entwickelten und verbreiteten sich während dieses sehr angenehmen, warmen Klimas.
Schlussfolgerungen
Ist CO2 gut oder schlecht? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir derzeit keine negativen Auswirkungen des CO2-Anstiegs oder der globalen Erwärmung beobachten können. Wenn überhaupt, dann geht es der Welt heute besser als in der vorindustriellen Zeit. Wir haben weniger wetter- und klimabedingte Probleme, die landwirtschaftliche Produktivität ist höher, und es gibt glaubwürdige Modelle, die diese Verbesserungen auf den steigenden CO2-Gehalt und das wärmere Wetter zurückführen.
Die Weltwirtschaft wächst derzeit mit etwa 3 % pro Jahr, und niemand erwartet, dass sich diese Wachstumsrate wesentlich ändert. Bei dieser Rate wird die Wirtschaft im Jahr 2100 um 1.000 % größer sein als heute. Bei einer Wachstumsrate von 2 %, dem historischen Durchschnitt, wird das globale BIP bis 2100 um 478 % wachsen. Der IPCC schätzt, dass sich dieses Wachstum aufgrund des Klimawandels um 3 % verringern wird, was bedeutet, dass wir ein Wachstum von 464 % und nicht von 478 % erleben würden. Die Frage ist nur: Wird das jemand merken? In der Zwischenzeit werden wir unsere Wirtschaft heute radikal zerstören, indem wir auf fossile Brennstoffe verzichten, um im Jahr 2100 ein Wachstum von 14 % zu erreichen. Ist das klug? Das ist die Frage, die wir uns stellen müssen.
Nordhaus behauptet, dass das optimale wirtschaftliche Szenario zu einer globalen Erwärmung von vier Grad führt. Aktuelle realistische Prognosen gehen von einer Erwärmung von 2,5 bis 3 °C im Jahr 2100 aus. Was ist der Grund für die Aufregung? Vor mehr als 6000 Jahren, als die Zivilisation begann, waren die Temperaturen in der nördlichen Hemisphäre mindestens drei Grad höher als heute. Alles, was Karoly und der IPCC zu bieten haben, sind ominöse Prognosen über die künftige Erwärmung und darauf basierende Prognosen über die Schäden. Keine ihrer Projektionen wurde bestätigt, und sie wurden von Ross McKitrick und John Christy in zwei kürzlich veröffentlichten kritischen Studien (2018 und 2020) entkräftet.
Beruhigt euch, Leute, es gibt keinen Grund zur Sorge.
Bei der Veranstaltung handelte es sich um einen Lunch-Vortrag, der mit 70 Dollar pro Teller restlos ausverkauft war. Im Anschluss gab es mehrere Fragen, die alle höflich waren. Die Gastgeber veranstalteten danach eine Signierstunde für mich, und ich verkaufte alle Bücher, die ich mitgebracht hatte, und habe bereits mehrere Vorbestellungen für weitere Bücher. Ein guter Tag.
Link: https://andymaypetrophysicist.com/2022/08/30/are-fossil-fuel-co2-emissions-good-or-bad/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE








