Horst D. Deckert

Mehr Verbote wagen! (Erweiterte Realsatire)

Als Willy Brandt in seiner ersten Regierungserklärung als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland das inzwischen geflügelte Wort

„Mehr Demokratie wagen“

gelassen aussprach, ahnten nur wenige, welche verheerenden Langzeitwirkungen diese Geisteshaltung in ihrer viralen Ausbreitung entwickeln würde. Nun sind die Folgen unübersehbar. Statt des stabilen Drei-Parteien-Systems im Bundestag zu Bonn, haben inzwischen doppelt so viele Parteien den Reichstag zu Berlin zum Tummelplatz widerstreitender Interessen gemacht. Wo die Demokratie einst durch satte Mehrheiten  machtvoll wirken konnte, bietet sich heute ein desolates Bild haarsträubender rechnerischer Koalitionsmöglichkeiten ohne  hinreichende politische Schnittmengen. Ganz zu schweigen von all dem Gewimmel, das sich als vielfältige Landschaft von NGOs präsentiert, die allesamt mitdemokratieren wollen, sich den alten Parteien als Vorfeldorganisation anbiedern und zugleich die Gründung immer neuer Parteien mit ihrem Geplärr begleiten.

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