Horst D. Deckert

Nach Tod von US-Soldaten in Jordanien: „Falken“ rufen zum Krieg gegen den Iran auf

Die „Falken“ im US-Kongress wollen schon lange einen Krieg gegen den Iran anzetteln. Nun haben sie einen weiteren Grund für ihre Forderungen gefunden: Von Teheran unterstützte schiitische Milizen haben drei US-Soldaten in Jordanien getötet und 25 weitere verwundet. „Nehmt Teheran ins Visier!“, so die Rufe.

Eigentlich sollte man meinen, dass es zum Berufsrisiko von Soldaten gehört, bei Kampfhandlungen verwundet oder gar getötet zu werden. Insbesondere dann, wenn man sich ohnehin in einem Krisengebiet befindet und von der lokalen Bevölkerung als ausländische Besatzungsmacht betrachtet wird. Ein Umstand, der auch auf die US-Truppen im Irak zutrifft. Die Führung in Bagdad hat Washington schon mehrfach (vergeblich) dazu aufgefordert, die Truppen endlich abzuziehen, was jedoch von den Amerikanern geflissentlich ignoriert wurde. Allerdings kommt es immer wieder zu militärischen Angriffen von schiitischen Milizen auf US-Einrichtungen in dem Land, welche vom Iran unterstützt werden.

So gab es auch kürzlich einen Angriff auf US-Truppen im jordanisch-syrisch-irakischen Dreiländereck, bei dem drei US-Soldaten getötet und 25 weitere verwundet wurden. Die US-Soldaten beim „Tower 22“ auf jordanischem Territorium wurden dabei von einer Drohne ins Visier genommen, welche den Berichten zufolge von syrischem Territorium aus gestartet wurde. US-Präsident Joe Biden gab „radikalen vom Iran unterstützten militanten Gruppen“ in Syrien und im Irak die Schuld daran.

Die als besonders rabiate „Falken“ geltenden US-Senatoren Tom Cotton, Lindsey Graham und John Cornyn forderten daraufhin Vergeltungsschläge gegen den Iran und gegen iranische Stellvertreter im gesamten Nahen Osten. Doch solche militärischen Angriffe auf das iranische Territorium selbst würden Teheran dazu veranlassen, umfangreiche militärische Schläge gegen US-Militärbasen und Kriegsschiffe in der Region durchzuführen. Dies wäre der Auftakt zu einem neuen „endlosen Krieg“ in der Region, mit unzähligen Toten und vielleicht Millionen von Kriegsflüchtlingen, von denen sich wohl nicht wenige auf den Weg nach Europa machen würden.

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