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CDU-Grundsatzprogramm: Bruch mit Merkel, Wandlung zum AfD-Klon
Gestern stellte die CDU den Entwurf für ihr neues Grundsatzprogramm vor. Darin wird nicht nur ein überraschend klarer Bruch mit der katastrophalen Merkel-Ära vollzogen; verwundert reibt man sich zudem die Augen und meint, hier eine schlechte Kopie wesentlicher Forderungen der AfD wiederzuerkennen. Tatsächlich betätigt sich die Union schon seit längerem als Raubkopierer der „Blauen“.
Offenbar ist das die neue Strategie der christdemokratischen Volksverdummungslinie: Das, was man jahrelang als rechtspopulistisch oder gar – extremistisch verteufelt hat, sang- und klanglos zu übernehmen, um den Boden im bürgerlichen Lager gutzumachen, den man acht Jahre lang vorsätzlich preisgegeben hat.
Renaissance der „deutschen Leitkultur“
In dem Papier heißt es nun, die deutsche Leitkultur müsse „ohne Wenn und Aber“ anerkannt werden. Sie umfasse „auch das gemeinsame Bewusstsein von Heimat und Zugehörigkeit“ und könne „nicht ohne Verständnis unserer Traditionen und Bräuche“ sowie „der deutschen Kultur und Sprache sowie unserer Geschichte und der daraus resultierenden Verantwortung“ gelingen.
Noch bemerkenswerter: Das von Merkel, Ex-Bundespräsident Christian Wulff und anderen Unionspolitikern vertretene Dogma, der Islam gehöre zu Deutschland, soll damit offensichtlich beerdigt werden. Es wird nun auf „Muslime, die unsere Werte teilen“, beschränkt. Außerdem sollen Zuwanderer sich an Gesetze halten und eine „Integrationsvereinbarung“ unterzeichnen.
Pflicht-Sprachtests und massiven Grenzschutz
Während zur AfD weiter verlogene „Brandmauern“ behauptet und AfD-Politiker weiter als „rechtsextrem“ oder „demokratiefeindlich“ diffamiert werden, meint man in der Merz-Partei offenbar ernsthaft, die Bürger seien zu blöde, diesen billigen Etikettenschwindel zu übersehen – denn tatsächlich kommt die Union hier, wenn auch noch immer im Schneckentempo, in jener pragmatischen Realität an, in der die AfD von vornherein zuhause war.
So verlangt die Grünen-Anbiederungsunion jetzt auf einmal, dass Migrantenkinder im Alter von vier Jahren einen Pflicht-Sprachtest durchlaufen müssen. Die Außengrenzen der EU sollen plötzlich „umfassend elektronisch überwacht werden“; dazu gehöre auch „der bauliche und technische Grenzschutz, wo immer es nötig ist“. Asylbewerber sollen ihre Anträge künftig in sicheren Drittstaaten außerhalb Europas stellen und dort die Entscheidung abwarten, statt wie bisher ungehindert nach Deutschland zu strömen und hier (wie es in aller Regel geschieht) auf ewig vollalimentiert zu bleiben – ob „asylberechtigt” oder nicht.
„Weltoffener Patriotismus“
In dem Entwurf wird auch ein „weltoffener Patriotismus“ ausgerufen: „Wir sind stolz auf Deutschland (…) Wir stehen für einen weltoffenen Patriotismus, der (…) aber im Wissen um unsere historische Schuld nicht das eigene Land über andere stellt“, heißt es weiter in gewundener Sprache. In diesem gequälten Wortgedrechsel zeigen sich die geistigen Langzeitschäden aus der Ära der großen Deutschlandzerstörerin Merkel.
Außerdem will die Union unter anderem die Rückkehr zur Atomkraft und eine Anhebung des Rentenalters. In einem eigenen Positionspapier der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung, aus der Angela Merkel gerade erst pikanterweise ausgetreten ist, wird zudem gefordert, die mit Milliarden an Zwangsgebühren gemästeten öffentlich-rechtlichen Propagandasender ARD und ZDF zu Sparsamkeit, mehr Meinungsvielfalt und Neutralität zu verpflichten – also einfach ihren Programmauftrag zu erfüllen.
Wildern aus schierer Existenzangst
Spätestens hier zeigen sich die ganze Schizophrenie und Heuchelei der Union: Denn der neue Entwurf fordert – vor allem in der Migrations- und Energiepolitik – das diametrale Gegenteil all dessen, was Angela Merkel jahrelang unter dem frenetischen Beifall der Partei exekutiert hat. Die CDU will nun die Abkehr von einer Politik, die sie bis vor kurzem erbittert verteidigt hat, während sie ihre Gegner aufs Übelste diffamierte und wildert hierfür aus schierer Existenzangst schamlos bei der AfD.
In ihrem Machtopportunismus unterwarf sich die einstige Partei der bürgerlichen Mitte 16 Jahre lang einer Frau, die ihr mit einer völlig prinzipienlosen Anbiederung an die Grünen und linke Hofmedien zwar Wahlsiege und Posten sicherte, die CDU dafür jedoch ihrer Seele und ihres Markenkerns beraubte.
Überfällige Politikwende
Den übernahm die AfD, die es ohne Merkels Wahnsinnspolitik wie „Eurorettung“, Energiewende und vor allem die millionenfache kulturfremde Massenmigration nie gegeben hätte.
Und nun versucht die Union, sich quasi wieder in dem Haus einzurichten, das sie freiwillig verlassen hat und in dem längst andere Einzug gehalten haben. In der Sache selbst ist die Rückkehr der Union zur Vernunft im Sinne einer längst überfälligen Politikwende zwar zu begrüßen; dennoch stellt sich die Frage, mit wem sie eigentlich – wenn nicht ausgerechnet mit der AfD – ihr neues Programm umsetzen will.
Zum Autor: Daniel Matissek ist Journalist mit pfälzischen Wurzeln, arbeitet neben für AUF1 auch für diverse deutschsprachige freie Medien (unter anderem „Journalistenwatch.com“). Gründungsherausgeber des Blogs „Ansage.org“. Schwerpunktthemen: Migrationspolitik, politischer Extremismus, Demokratie und Medienlandschaft. Freund differenzierter Zwischentöne, aber gerne auch leidenschaftlicher Polemiker. Devise: „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos; es könnte aber auch umgekehrt sein.“
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Daten widerlegen nächste Klima-Erzählung: Nein, Hurrikane werden nicht schlimmer
Klimaalarmisten weisen gerne darauf hin, dass die Hurrikane immer mehr Schäden verursachen würden. Doch dies ist nur eine Seite der Medaille. Denn die Berechnungen berücksichtigen die Entwicklungen hinsichtlich Bevölkerung und Infrastruktur nicht. Ein Vergleich zeigt, dass das Schadenspotenzial weitestgehend gleich bleibt.
Der schwedische Klimawissenschafter Bjorn Lomborg, der zwar auch ein Anhänger der CO2-Klimasekte ist, erklärte bereits im Jahr 2020 in einer Studie, dass die Behauptungen über zunehmende Hurrikan-Schäden wichtige Faktoren außer Acht lassen. So erklärte er in der Einleitung:
Argumente für Verwüstung ignorieren oft die Anpassung, die die Verwundbarkeit drastisch reduzieren wird. Während die Klimaforschung darauf hindeutet, dass zukünftig weniger, aber stärkere Hurrikane die Schäden erhöhen werden, wird dieser Effekt von wohlhabenderen und widerstandsfähigeren Gesellschaften ausgeglichen. Die globalen Kosten für Hurrikane werden voraussichtlich von 0,04 Prozent des BIP heute auf 0,02 Prozent im Jahr 2100 zurückgehen.
Doch das ist noch nicht alles. In einem Tweet verglich er anhand zweier Grafiken den Unterschied zwischen den Berechnungsmethoden für Hurrikan-Schäden. So zeigen die Daten für die Schäden in realen Beträgen eine Zunahme. Doch dies ist irreführend, wenn man die tatsächliche Schadenswirkung ermitteln will. Nimmt man nämlich die Daten der tropischen Wirbelstürme her und legt diese über die heutigen Siedlungsgebiete der Menschen in den Vereinigten Staaten, ergibt sich ein differenzierteres Bild.
Wie Sie anhand der beiden Grafiken erkennen können, waren beispielsweise die tatsächlichen finanziellen Schäden von Hurrikanen in den Vereinigten Staaten im Jahr 1900 nur gering. Wären diese tropischen Wirbelstürme jedoch heutzutage aufgetreten, hätten diese auch verheerende Schäden in Höhe von beinahe 150 Milliarden Dollar verursacht. Mehr noch wäre dies wohl das drittschlimmste Hurrikan-Jahr seit diesem Jahr gewesen. Die Hurrikane im Jahr 1929 beispielsweise haben schon für damalige Verhältnisse große Schäden verursacht – doch würden diese heute in der selben Intensität über dieselben Gebiete fegen, wären die Schäden mit mehr als 250 Milliarden Dollar noch verheerender.
Gleichzeitig verdeutlicht Lomborg, dass es keinen Aufwärtstrend bei den Hurrikanen gibt, was die potenziellen Schäden anbelangt. Dies zeigt sich auch an weiteren verfügbaren Daten aus den letzten Jahrzehnten hinsichtlich der Hurrikan-Häufigkeit und der Intensität dieser tropischen Wirbelstürme.
Vorab-Wirbel um angebliche Corona-Aufklärungssendung im MDR
Aktuell kursieren Screenshots, in denen eine Aufklärung “des ganzen Skandals der Covid-Impfung” versprochen wird. Diese werden auch mit dem Namen von Prof. Bhakdi in Verbindung gebracht. Weshalb diese Vorab-Veröffentlichung eher kontraproduktiv ist und was heute tatsächlich um 20.15 zu erwarten ist, erklären wir in diesem Kommentar.
Ein Kommentar von Florian Machl
Es ist ein merkwürdiger Reflex in vielen Menschen, zu denken, dass eine Nachricht erst dann wertvoll oder wahr ist, wenn sie im Mainstream verbreitet wird. Das ist einerseits nachvollziehbar, da die älteren von uns in dem Glauben aufgewachsen sind, dass die Journalisten von Mainstream-Medien gute Arbeit leisten und objektiv und ehrlich informieren. Dass sie das nicht tun, wissen wir durch mehrere gesellschaftliche Schockereignisse spätestens seit 2015. Spätestens seit diesem Jahr sollte man aber auch verstanden haben: Man beruft sich nicht auf Mainstream-Medien, wenn man die Wahrheit sucht. Die bestmögliche Annäherung an die Wahrheit findet sich stets nur in ordentlich und nachvollziehbar dokumentierten Primärquellen – also dort, wo ein Ereignis stattfand, bei den ersten Zeugen oder direkt betroffenen.
Eine Nachricht aus Promi-Mund
Normalerweise wäre es keine Nachricht, wenn jemand verbreitet, dass irgendjemand gehört hat, dass irgendwo irgendetwas passieren wird. In diesem Fall verbreitete sich das Gerücht allerdings in Windeseile, denn die Erzählung stammte von Prof. Bhakdi, die Verbreitung erfolgte durch Dr. Krall. Beides sind hoch respektierte, zu Recht verdiente und anerkannte kritische Persönlichkeiten. Die Nachricht hat also mehr Gewicht, als hätte Hans aus Niederneukirchen etwas gehört und seiner Tante Helga erzählt, die das dann auf Facebook stellte.
Druck auf MDR machen?
Tatsächlich sind aber auch honorige Herrschaften manchmal etwas voreilig – und das ist in diesem Fall geschehen. Zunächst, was ist in diesem Beitrag zu erwarten? Der MDR dementiert gegenüber sämtlichen Anfragen, dass heute um 20.15 ein Beitrag gesendet wird, in dem Prof. Bhakdi zu sehen oder zu hören ist. Mittlerweile kursieren sogar aufrufe, man möge beim MDR anrufen und nachfragen, ob der Bericht auch wirklich gesendet wird. Auch das erscheint außerordentlich sinnfrei, in jedem Fall aber nicht zweckdienlich.
Nicht im Programm angekündigt
Das Programm des MDR weist für Heute, Dienstag, 12. Dezember 2023, die Magazinsendung “Umschau” aus, die eine Dauer von 44:45 Minuten haben wird. In der Vorankündigung der Inhalte findet sich:
- Streit um Solaranlagen auf historischen Dächern – Ist Denkmalschutz wichtiger als Klimaschutz?
- Automatensprenger – Wie einer niederländischen Bande das Handwerk gelegt wurde
- Verstecktes SED-Vermögen – Was die mitteldeutschen Länder damit finanzieren
Falls also etwas über die Covid-Impfung kommen sollte, wird es ein Kurzbeitrag, den man bei MDR als nicht so wichtig ansieht, als dass er vorangekündigt wird.
Diese Inhalte sind zu erhoffen
Wir haben nachgefragt und sind zum Schluss gekommen, dass es sich um ein Interview mit Dr. Fiechtner handeln könnte, welcher bereits dem deutschen Bundestag vom Skandal der Verunreinigungen in Covid-“Impfungen” berichtete. Von einer Aufklärung des ganzen faulen Covid-Hokuspokus kann also nicht die Rede sein, weiters ist das Thema der Verunreinigungen im Mainstream bereits angekommen und wird stellenweise sogar ernst genommen, wenngleich verniedlicht und verharmlost. Siehe: Covid-Impfung: Plasmid-Skandal schlägt im Mainstream auf, “erhebliche Mängel”. Nachdem das Thema also bereits im Mainstream ist, ist es tatsächlich im Rahmen der Möglichkeiten, dass sich auch der MDR kurz damit beschäftigt.
Die Vorab-Ankündigung der möglicherweise stattfindenden Berichterstattung führt aber zu mehreren Problemen:
- Kann der MDR den Beitrag noch aus dem Programm nehmen, da auch dort wahrgenommen wird, dass die verhasste Querdenker- und Widerstandsszene schon vorab in großer Unruhe ist. Außerdem wären politische Weisungen möglich oder Interventionen der Pharmaindustrie.
- Durch die intensive Verbreitung der Nachricht verschafft man einem Sender, der nicht durch objektive und seriöse Berichterstattung geglänzt hat, eine massive Reichweite und der Sendung möglicherweise Rekord-Einschaltquoten. Diese könnten auch für gänzlich andere Berichte missbraucht werden – wie die Vorankündigung zeigt ist z.B. sehr viel Klimaschwindel zu erwarten.
- Die Redaktion des MDR könnte den Beitrag auch unabhängig von sämtlichen Befindlichkeiten entscheiden, den Beitrag gar nicht zu senden. Diese Freiheit hat eine Redaktion auch abseits politischer Überlegungen und Böswilligkeiten.
Auch bei öffentlich-rechtlichen Medien arbeiten Menschen
Die dort tätigen Redakteure unter Druck zu setzen ist keine gute Idee, denn letztendlich sind das alles nur Menschen, die (weisungsgebunden) ihren Job machen. Es gibt auch in Mainstream-Redaktionen viele Menschen, denen bereits aufgefallen ist, dass am Corona-Narrativ hinten und vorne nichts stimmt. Sie unter Druck zu setzen, zu beschimpfen oder zu bedrohen wird allerdings in die Gegenrichtung ausschlagen, erstens weil Druck Gegendruck erzeugt und zweitens weil das offizielle Narrativ ist, dass alle Corona-Rebellen gefährliche staatsfeindliche Rechtsradikale sind. Wenn man sich dann auch noch so benimmt, haben diese Menschen in ihrer geschützten Blase die Bestätigung, die sie sich immer erhofft haben.
Vielleicht ein paar Sendesekunden für einen bekannten Skandal
Also ja, es ist denkbar, dass ein paar Sekunden der heutigen MDR-Umschau dem Thema Verunreinigungen von mRNA-Spritzen aus dem Hause Pfizer/Biontech gewidmet sind – die Verunreinigungen entstanden dadurch, dass ein Produktionsverfahren eingesetzt wurde, das nie zertifiziert wurde (Report24 berichtet seit langem über den Skandal, der auch einer ist, wenn man an das Corona-Narrativ und eine Wirksamkeit der “Impfungen” glaubt: DNA-Verunreinigungen in deutschen Impf-Chargen: Lauterbach und PEI müssen sich verantworten!).
Allerdings hätte man auch in Ruhe abwarten können, ob und was der MDR berichtet und dann – wie gewohnt – einen Mitschnitt davon in die Sozialen Medien stellen können. Vorschusslorbeeren für ein öffentlich-rechtliches Medienangebot zu verteilen ist aus meiner Sicht kein besonders gut durchdachter Plan.
Insidergeschäfte: Wer machte beim Hamas-Angriff auf Israel das große Geld?
Mächtige Finanzakteure sollen vom Angriff der Hamas auf Israel vorher gewusst haben. So positionierten sie sich dementsprechend auf der Wall Street, um enorme Rendite aus dem tragischen 7. Oktober zu schöpfen. Kommt aber wirklich nur die Hamas als Profiteur infrage?
Von Elem Chintsky
Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete am Montag über neueste Enthüllungen eines Insider-Ausverkaufs von israelischen Aktien – nur fünf Tage vor dem Terror-Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Haaretz bezieht sich dabei auf das kurz zuvor publizierte Forschungspapier von Joshua Mitts und Robert J. Jackson, Jr. namens „Trading on Terror?“ (zu Deutsch: „Handelsgeschäft mit dem Terror?“).
Demnach sollen Finanzakteure gegen israelische Firmen gewettet haben – sie verkauften deren Aktien, bevor diese aufgrund des Überraschungsangriffs einen rasanten Preisabsturz erfuhren.
Weder Jackson, Jr. noch Mitts sind Fremde in der Materie. Ersterer ist ein ehemaliger Beauftragter der US-Börsenaufsichtsbehörde, während Mitts bis heute ein Experte für sogenannte Leerverkäufe ist. Die Experten unterstrichen, dass ihre „Ergebnisse darauf hindeuten, dass Händler, die über die bevorstehenden Anschläge informiert waren, von diesen tragischen Ereignissen profitiert haben.“ Apropos, Leerverkäufe sind Verkäufe von Aktien, von denen man ausgeht, sie würden sehr zeitig im Wert fallen.
Eines der wichtigsten Finanzinstrumente, die die beiden analysierten, ist der EIS (MSCI: Israel Exchange-Traded Fund, oder NYSE: EIS) – ein börsengehandelter Fonds, der israelische Wertpapiere, welche an der New Yorker Börse gehandelt werden, überwacht. Es handelt sich dabei um eine Anlageoption, die es ermöglicht, auf israelische Aktien zu wetten, ohne welche zu kaufen. Anders ausgedrückt: Man kann damit im Rahmen einer vorübergehenden „Leihgabe“ hantieren.
Leerverkäufe en masse
Jemand, beziehungsweise ein Kollektiv aus bisher anonymen Insidern, wettete nur Tage vor dem Angriff am 7. Oktober gegen den israelischen EIS. Sowohl auf der Tel Aviv Stock Exchange (TASE) als auch auf der New York Stock Exchange (NYSE) wurden abnormale Höhen an Leerverkäufen verzeichnet. Besonders der 2. Oktober fällt auf im Extrem: 227.000 solcher EIS-Einheiten sollen in Leerverkauf-Transaktionen die Hände gewechselt haben.
Üblicherweise werden wenige tausend solcher Transfers am Tag getätigt. Die Experten und auch Haaretz sind überzeugt: Das Maß an Kalkül übersteigt in der Retrospektive jeglichen Verdacht auf glücklichen oder tollkühnen Leichtsinn. Wer auch immer diese Leerverkäufe veranlasste, war zuversichtlich und überzeugt, dass den Staat Israel schon sehr bald eine Tragödie heimsuchen würde. „Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass das Volumen der Leerverkäufe am 2. Oktober zufällig zustande kam“, versichern Mitts und Jackson, Jr. in ihrer jüngsten Forschungsarbeit.
Der Wert des Finanzproduktes war schon am 11. Oktober um über 7 Prozent gesunken. Drei Wochen nach dem Hamas-Angriff war bereits ein steiler Absturz um über 17 Prozent zu verzeichnen. Normalerweise würde nach dem Sturz die Anlage im Preis-Tal zurückgekauft und erst wieder verkauft werden, wenn der Preis sich wieder stabilisiert hat. Genau das ist geschehen. Wenn man heute auf den Preis des EIS – den de facto Index der israelischen Wirtschaft – schaut, so zeigt er Niveaus von vor dem Hamas-Angriff.
Es gab im letzten Vierteljahrhundert einige Krisen, die Israel durchlaufen hat. In keiner dieser Krisen seien solche verdächtigen Leerverkäufe getätigt worden, heißt es in dem Artikel. Ein weiteres klares Indiz, dass es sich um zuversichtliches Vorwissen über den damals noch in der Zukunft liegenden Angriff gehandelt haben muss, ist der Fakt, dass Leerverkäufe eine äußerst riskante Finanzmarkt-Disziplin darstellen. Je größer das Volumen, umso höher ist das Risiko, den gesamten Einsatz zu verlieren, sofern der Preis letztendlich nicht fällt. Das Volumen bei der „Wette gegen Israel“ ist geradezu präzedenzlos. Im Ausmaß ließe sich das mit dem „schwarzen Mittwoch“ von 1992 vergleichen, als George Soros gegen das Pfund Sterling wettete, dabei fast „die Bank of England brach“ und an einem Tag eine Milliarde US-Dollar verdiente.
Dass die Hamas einen in solchen Maßstäben verschleierten Kommunikationskanal mit ihren vermeintlich loyalen und extrem einflussreichen Finanz-Insidern an der Wall Street und im israelischen Finanzmarkt aufrechterhalten konnten, ohne, dass US-amerikanische und israelische Geheimdienste auf solche konspirativen Positionierungen im Voraus aufmerksam geworden wären, ist fraglich. Laut dem Bericht wurden über eine Milliarde US-Dollar verdient – nur einige Millionen davon sollen aber an die Hamas gegangen sein.
Bei einer solchen Ratio erscheint der Anteil der Hamas eher wie eine symbolische Aufwandsentschädigung für den Angriff am 7. Oktober, als dass sie der Hauptprofiteur wären. Doch wenn dem so ist: Wer sind die eigentlichen, hauptberuflichen Wucherer, die sich den tragischen Tag Israels – an dem über 1.200 größtenteils israelische Zivilisten umgekommen sind – so erbarmungslos zunutze gemacht haben? Die US-amerikanischen und israelischen Ermittlungen dazu laufen erst noch an.
*
Elem Chintsky ist ein deutsch-polnischer Journalist, der zu geopolitischen, historischen, finanziellen und kulturellen Themen schreibt. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit RT DE besteht seit 2017. Seit Anfang 2020 lebt und arbeitet der freischaffende Autor im russischen Sankt Petersburg. Der ursprünglich als Filmregisseur und Drehbuchautor ausgebildete Chintsky betreibt außerdem einen eigenen Kanal auf Telegram, auf dem man noch mehr von ihm lesen kann.

