Nach dem groß angelegten Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gingen weltweit Bilder von ausgebrannten Fahrzeugen, zerstörten Häusern und zahlreichen Todesopfern um die Welt. Die Aufnahmen prägten die internationale Wahrnehmung der Ereignisse maßgeblich und wurden von der israelischen Regierung als Begründung für die anschließende Militäroperation im Gazastreifen angeführt.
Gleichzeitig erschienen seitdem kritische Analysen, darunter jene des Investigativjournalisten Ben Swann. In einem neuen Video stellt Swann die Frage, ob sämtliche Zerstörungen und Opfer tatsächlich ausschließlich auf den Angriff der Hamas zurückzuführen seien. Dabei verweist er auf die sogenannte Hannibal-Richtlinie – ein umstrittenes militärisches Protokoll innerhalb der israelischen Armee, das verhindern soll, dass Soldaten lebend in Gefangenschaft geraten. Frühere Beschreibungen zufolge kann dieses Vorgehen auch dann massive Gewaltanwendung vorsehen, wenn dadurch eigene Soldaten gefährdet werden.
What is the Hannibal Directive? After the October 7 Hamas attacks, the world saw shocking images of burned cars, destroyed homes, and the devastating human toll. These scenes were widely used to justify Israel’s military response and carry out a mass genocide in Gaza.
What if… pic.twitter.com/Kq7G05esgL
— Ben Swann (@BenSwann_) April 15, 2026
Swann erklärt zudem, Israel habe im Vorfeld Hinweise auf einen geplanten Angriff erhalten, darauf jedoch nicht angemessen reagiert. Er spricht von einem möglichen „Stand-down“ in der Anfangsphase – also einem Ausbleiben unmittelbaren militärischen Eingreifens.
Im weiteren Verlauf widmet sich Swann der Frage, ob die Hannibal-Richtlinie am 7. Oktober tatsächlich angewendet wurde. Unter Berufung auf israelische Medienberichte, darunter Haaretz und Ynet, führt er aus, dass israelische Streitkräfte in mehreren Fällen schweres Feuer auf Fahrzeuge und Gebäude eröffnet hätten, in denen sich sowohl Hamas-Kämpfer als auch israelische Zivilisten befanden. Zum Einsatz gekommen seien demnach Hubschrauber, Panzer und Panzerabwehrwaffen. In einigen Berichten ist von Dutzenden Fahrzeugen die Rede, die noch vor Erreichen des Gazastreifens beschossen und zerstört worden seien.
Darüber hinaus verweist Swann auf Aussagen israelischer Augenzeugen und Soldaten. Diese deuteten darauf hin, dass bei Gefechten in Kibbuzim und an anderen Orten auch israelische Geiseln oder Zivilisten durch eigenes Feuer ums Leben gekommen sein könnten. Zusätzlich nennt er Äußerungen israelischer Beamter, wonach Teile der Hannibal-Richtlinie angewendet worden seien.
Swanns Schlussfolgerung: Ein Teil jener Zerstörungen, die international der Hamas zugeschrieben wurden, könnte auf israelische Militäroperationen zurückzuführen sein. Er ordnet dies in einen größeren Kontext von Informationskrieg und Propaganda ein, bei dem Bilder gezielt eingesetzt würden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

